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Fairer Handel in Bogota :: Camillo und Biggy über seinen Laden in Kolumbien

Camillo betriebt einen Fair-Trade Laden in Bogota. Am Montag haben er und Biggy von seinem Laden, seinen Vorhaben und den Unterschieden zu europäischen Fair-Trade Läden berichtet.

Wenn man an Kolumbien denkt, dann denkt man eine exotische Strände, amazonischen Dschungel und fruchtiges Essen. Was die meisten aber vergessen ist, dass über 2,4 Millionen Menschen in Kolumbien in extremer Armut leben. Besonders sind Bauern für Kaffee, Kakao und Tabak von der Armut betroffen. Da sie preislich kaum mit riesen Konzernen wie Nestle oder Mars mithalten können, sind diese Bauern fast gezwungen für diese Konzerne zu arbeiten. Bezahlt werden sie oft nur mit Hungerlöhnen von wenigen Euros im Monat.

Um diesen offenen Misstand entgegen zu wirken, haben sich überall auf der Welt Fair-Trade Läden gebildet. Diese verkaufen nur Produkte, von denen nachvollziehbar ist, dass sie nicht auf Kosten der Produzenten, also den Bauern, hergestellt wurden. Aber auch direkt vor Ort setzen sich Menschen für ihre misshandelten Mitbürger ein. So auch Camillo der direkt in Bogota einen Laden für Fair gehandelte Produkte eröffnet hat.

Camillo selbst hat Agrarwissenschaft studiert, weshalb er schon Kontakte zu Kleinproduzenten von Kaffee hatte. Mithilfe dieser Kontakte konnte er vor fünf Jahren mitten in Bogota einen kleinen Laden für gerecht gehandelten Kaffee eröffnen. Durch den Erfolg des Ladens kamen auch andere Produzenten hinzu, weshalb Camillo sich auch auf Kakao und Heilpflanzen wie Koka ausweiten konnte.

Grade bei Koka, welches in Europa schnell mit Kokain verbunden wird, wollen Camillo und Biggy Aufklärungsarbeit leisten. Diese ist nämlich ursprünglich eine indigene Heilpflanze. Koka hilft bei Kopf- und Bauchschmerzen. Es enthält viel Calcium, was Knochen- und Hauterkrankungen, wie zum Beispiel Cellulite, vorbeugen kann. Außerdem plant Camillo in Zukunft medizinische Cannabisprodukte zu vertreiben. Der Staat selber plant, die Lizenzen für den Vertrieb an Großproduzenten aus dem Ausland zu verkaufen.

Camillo hatte im Zuge des Choco l'Art die Möglichkeit im Rathaus von Tübingen einen Vortrtag zu halten, was eine vollkommen neue Erfahrung für ihn war. Camillo hat sich aber über die Möglichkeit gerfreut sich anschließend mit Tübinger Fair-Trade Laden Besitzern zu unterhalten. Dabei hat ihn überrascht, dass Fair-Trade Produkte hier eher ein Produkte für die Oberschicht sind. Während er selber das genaue Gegenteil in Bogota versucht um seine Produkte auch für die ärmeren seines Landes erschwinglich zu machen und liefert diese teilweise auch mit dem Fahrrad innerhalb Bogotas aus. Dadurch profitieren von seinen Produkten auch wirklich die Bedürftigen. Wo grade in Deutschland Bioprodukte einen Klingelbüchsen Ruf genießen.

Für die Zukunft plant Camillo seinen Laden weiter auszuweiten. Besonders im Bereich Schokolade und Cannabis, wo es grade ein Projekt mit einem indigenen Volk gibt, das Cannabis als eine Heilpflanze ansieht. Diese will Camillo mit seinem Fahrrad auf den Anden besuchen.


Audio

Interview

Download (65,6 MB)
Interview_mit_Camillo_und_Biggy.mp3


Kurzversion des Interviews

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Kurzversion.mp3



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