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GENERATE!° 2017 - Nachlese

Das dreiwöchige Generate!° Festival ist seit dem 11. November zu Ende. Vanessa und André vom Generate-Team blicken auf das Festival zurück, ziehen Bilanz und erzählen von zukünftigen Plänen des Shedhallen Vereins.

Das Generate!° Festival beschäftigt sich in unterschiedlichen Formen mit elektronischer Kunst. Es gab sowohl einen klassischen Ausstellungsteil, als auch einen Performanceteil, der vor allem am ersten Festivalwochenende stattfand. Vom 20. Oktober bis zum 11. November konnte man in fünf verschiedenen Locations - der Shedhalle, dem Schlachthaus, der Kulturhalle, dem Kino Löwen und dem FabLab - Performances, Filme, Workshops, Vorträge und verschiedene Werke erleben.

Die Resonanz war sehr gut, erzählen Vanessa und André. Knapp 3000 Besucher zählten sie. Sowohl von Publikumsseite, als auch von Seiten der KünstlerInnen bekamen sie positives Feedback. Für viele TübingerInnen war das Festival "interessant und außergewöhnlich" und bei näherer Erläuterung der Werke auch "ziemlich cool". Die verschiedenen Programmpunkte und Locations waren unterschiedlich gut besucht; im Kino Löwen hätten sich die VeranstalterInnen mehr Besuch erwünscht.

Im Schlachthaus luden einige Performances zum tanzen ein, andere evozierten das Gegenteil. Dann lagen die Leute auf dem Boden und ließen die visuellen und auditiven Eindrücke auf sich wirken. In der zweiten Festivalwoche war Leyla Gersbach mit ihrem GLUBBer in der Shedhalle, der bei dem Publikum einen starken Eindruck hinterließ und für viel Resonanz sorgte. Ein langer Schlauch, der mit Luft gefüllt wurde, bewegte sich zu einer Soundperformance durch die gesamte Halle und gab ihr einen speziellen Flair. Die BesucherInnen konnten hindurchlaufen und traten so in Interaktion mit dem GLUBBer. Ein Highlight war außerdem das Konzert von Jerusalem In My Heart. Das Spiel mit Audio, Video und Livemusik kam sehr gut an, erzählt Vanessa. Die verschiedenen Eindrücke der Kunstwerke und die Reaktionen des vielfältigen Publikums, sorgten für eine sehr abwechslungsreiche und in jedem Fall lockere Atmosphäre.

Das Generate!° dient den KünstlerInnen zum einen als Platform, um ihre Werke auszustellen. Es geht aber auch um die soziale Komponente: der Austausch zwischen Gästen, Festival-Team und KünstlerInnen. Die KünstlerInnen stellten viele Gemeinsamkeiten ihrer künstlerischen Arbeiten fest, tauschten Kontakte aus und planten im besten Fall sogar gemeinsame Projekte. Abends trafen sich die KünslerInnen und das Generate-Team in der Shedhalle auf ein Bierchen und unterhielten sich.

André und Vanessa brachten Ausschnitte des Vortrags "Warum Spiele niemals Kunst sein können", den Paul Wiersbinski in der Kulturhalle hielt, mit. Darin erläutert der Künstler, warum Videospiele nicht als Kunst bezeichnet werden können und erklärt dies beispielhaft an dem Spiel "Fall Out". Paul Wiersbinski promoviert zu diesem Thema, weshalb seine Überlegungen einen fundierten wissenschaftlichen Hintergrund haben.

Das Generate!° wirkt sich durch seine Ausmaße sehr auf das kulturelle Leben der Stadt aus. Auch deshalb will der Shedhallen Verein das Festival professionalisieren. Mehr personelle Kapazitäten, längere Planungszeit und ein Kernteam sind wichtige Schritte in diese Richtung. Im kommenden Jahr wird das Generate!° wieder stattfinden, auch wenn der zeitliche Umfang eventuell etwas reduziert und das Programm komprimiert wird. Auf alle Fälle soll die Vielfalt durch internationale, nationale und regionale KünstlerInnen aufrecht erhalten werden.

Der Shedhallen Verein möchte sich in Zukunft etablieren und plant dazu neben dem Generate!° weitere Veranstaltungen. An Silvester soll in der Shedhalle nicht nur kräftig gefeiert werden, sondern auch ein performatives Raumerlebnis geboten werden. Desweiteren ist ein "Artist in Residence" Event geplant, bei dem KünstlerInnen in der Shedhalle "live" Kunstwerke erschaffen, die einen Bezug zu Tübingen haben. Im Frühjahr 2018 soll eine Gruppenausstellung eröffnen. Eine Werkschau, die zeigt, was aktuell von den Mitgliedern des Vereins produziert wird. Fotografie, Malerei, Siebdrucke und vieles mehr soll dann zu sehen sein.

Für Vanessa wurde das Generate!° zu einer Routine, da sie an vier Abenden in der Woche auf dem Festival unterwegs war. "Man versucht so viele Eindrücke wie möglich mitzunehmen." Wie in einer Festivalblase fühlte es sich an, erzählt sie. "Wie im GLUBBer", ergänzt André. Es sei aber auch gut, jetzt einen Punkt gemacht zu haben und wieder aus der Generate-Welt aufzutauchen. Jetzt geht's an die Nachbereitung des Festivals und die Planung für die kommenden Events.


Audio

"Warum Spiele keine Kunst sein können" - Vortrag von Paul Wiersbinski

Download (7,49 MB)
Paul_Wierbinski_Vortrag_Teil1.mp3


Beispiel "Fall Out" - Vortrag Paul Wiersbinski

Download (6,13 MB)
Paul_Wierbinski_Vortrag_Teil2.mp3


Performance von "Essighaus" aus Tübingen

Download (4,35 MB)
Essighaus_Performance_Teil1.mp3


Performance II von "Essighaus" aus Tübingen

Download (5,16 MB)
Essighaus_Performance_Teil2.mp3


Download (75,67 MB)
Interview.mp3





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