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Theater Reutlingen Die Tonne

Intendant Enrico, Dramaturgin Karen und Schauspielerin Maria vom Theater Die Tonne erzählen von den Stücken "Sehnsucht Süd", "100 Jahre Oktoberrevolution", "Werther, warum?" und vom Umzug des Theaters. Sogar eine spontane Gesangseinlage von Maria gab's.

Maria Magdalena Rabl feiert in "Sehnsucht Süd" ihr Comeback beim Theater Reutlingen Die Tonne. Vor 15 Jahren hatte sie dort ihr erstes Engagement. In der Zwischenzeit lebte sie unter anderem in Berlin, "was man ja einmal muss als SchauspielerIn, um dann festzustellen, dass es das vielleicht doch nicht ist. Ich hab da hauptsächlich als Seifenverkäuferin gearbeitet". Neben der Schauspielerei ist sie als Sängerin, Sprecherin und Autorin tätig. Aktuell lebt Maria in München und am Wochenende für das Gastengagement nach Reutlingen. Als der Anruf aus Hollywood kam hat sie sich sehr gefreut und dem Engagement sofort zugestimmt. Die Kombination aus Schauspielerei und Gesang ist ihr Ding. Sogar eine spontane Gesangseinlage gab Maria zum Besten.

"Sehnsucht Süd" ist eine musikalische Reise dreier Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf einer Kreuzfahrt lernen sie sich in einer Schiffsbotique kennen. Botiqueinhaber Conny interessiert sich nicht nur für seine Kleider, sondern vielmehr für die Kundinnen. Zwischen Sturm-Sale-Modenshows füllen die persönlichen Konflikte der Frauen das Stück. Liebe, Geld und Gewicht und die Qual der Wahl: welches Kleid steht mir am besten? Die Kreuzfahrt wird turbulent, sowohl emotional, als auch physisch, durch einen aufkommenden Sturm. An den Stellen, wo es keine Worte mehr gibt, setzt Live-Klaviermusik und A-cappella-Gesang der Schauspielerinnen ein.

"100 Jahre Oktoberrevolution". Der Intendant des Tonne-Theaters Enrico Urbanek hat mit Heiner Kondschak und zwei weiteren Kollegen Material gesammelt, das aus unterschiedlichen Perspektiven die Ereignisse der Revolution Revue passieren lässt und Pro und Contra abwägt. Augenzeugenberichte, Interviews, Lieder, Literatur und Livemusik eines Geigenspielers aus Moskau gehören zum Programm. Die Intention war, an den Tag, der am 25. Oktober 2017 vor 100 Jahren die Welt verändern sollte, zu erinnern.

Die Textfassung von "Werther, warum?" hat Dramaturgin Karen Schultze geschrieben. In Goethes Briefwechsel zwischen Werther und seinem Freund Wilhelm, steht Werther mit seinen Lebens- und Liebeskonflikten im Mittelpunkt. Karen hat den Spieß umgedreht und das Stück aus der Perspektive Wilhelms geschrieben. Das ermöglichte eine Erweiterung des Stücks auf die Zeit nach Werthers Tod. Das Stück ist ein Solotheater; Wilhelm und Werther sind also eine Figur. Zum Bühnenbild gehört ein Flügel, den der Schauspieler selbst bespielt.

Es werden viele Lebensfragen thematisiert. Wie lebt man nach dem Tod eines Freundes weiter? "Werther, warum?". Der Titel impliziert einerseits die Frage "Warum hast du dich umgebracht?" und andererseits den Selbstvorwurf "Warum habe ich nichts gemerkt, die Anzeichen nicht erkannt und ernstgenommen?". Die Floskel "Wie geht's?" mit dem obligatorischen "gut" gehört zum Alltag. Herauszuhören und zu spüren, wie es dem Menschen wirklich geht, liegt dann im Ermessen des Gegenübers. Vielleicht sollte man doch öfter mal zu einem ehrlichen "Wie geht es dir?" greifen. Im Anbetracht des Ausgangs des Stücks könnte das eine Botschaft von "Werther, warum?" sein.


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Marias_spontane_Gesangseinlage.mp3


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100_Jahre_Oktoberrevolution.mp3


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Werther_.mp3


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