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GENERATE!° Festival 2017

Am 20. Oktober 2017 startet das Generate!° Festival für elektronische Künste in Tübingen. Drei Wochen lang gibt es Video- und Audioperformances, Workshops und Ausstellungen in verschiedenen Locations. MitveranstalterIn Vanessa und André haben uns einen Vorgeschmack auf das Festival gegeben.

Der Verein "Shedhalle Tübingen - Forum für zeitgenössische Künste e.V." hat dieses Jahr das Generate!° Festival 2017 in großem Rahmen auf die Beine gestellt. Drei Wochen lang, vom 20. Oktober bis zum 11. November, läuft das Festival. Die meisten Veranstaltungen finden am Festivalwochenende (20./21.10.) statt.

Generate!° ist ein Festival für elektronische Künste. Von Performances in Richtung Club- und Tanzmusik, bis hin zur klassischen Ausstellung von Objekten mit elektronischem Charakter deckt das Festival alle Bereiche der elektronischen Künste ab. Konzerte, Vorträge und Workshops ergänzen das Programm. Das Spannungsfeld zwischen Maschinen und dem Mensch, als kreative Einheit, der die Maschinen steuert und den Input gibt, wird bespielt. Wo hört Elektronik auf, wo fängt die Kunst an?

Fünf verschiedene Orte bespielt das Generate!° Festival. Der Raum3 in der Shedhalle wird mit Video, Animation, Film und Fotografie gestaltet. In der Kulturhalle gibt es eine Ausstellung mit Werken, die durch elektronische Medien und digitale Technologien entstanden sind. Im Schlachthaus wird der Performanceteil stattfinden und im Schlachthaus-Club kann am Freitag und Samstag (20./21.10.) bis spät in die Nacht geravet werden. Das Kino Löwen dient vor allem Video- und Musikperformances, sowie Konzerten. Im FabLab gibt es eine große Auswahl an verschiedenen Workshops.

Der Anspruch der VeranstalterInnen ist es, internationale, nationale und regionale KünstlerInnen für das Festival zu gewinnen. Die Umsetzung in den Räumlichkeiten und die Kosten sind die objektiven Auswahlfaktoren. Das Festival wird von Ehrenamtlichen auf die Beine gestellt. Das Budget ergibt sich aus Eintrittsgeldern und Fördermitteln. 

In der Kulturhalle ist unter anderem die Installation "#Brexit" der Künstlergruppe "Stumpf" zu sehen. Alle Tweets und Posts mit dem Hashtag "Brexit" werden von einem Computer eingelesen. Diese Daten werden verarbeitet und senden bei jedem geposteten Hashtag Signale, durch die der Deckel einer Teekanne mit Druckluft gehoben wird. Der Kontrast zwischen dem friedlichen Teetrinken und dem Schussgeräusch, das durch den Brexit-Hashtag erzeugt wird, vereint künstlerisches, generatives Arbeiten und politisches Statement.

Diego Montoya stellt sein Werk "Dangling Blob" ebenfalls in der Kulturhalle aus. Über eine digitale Leinwand wird eine rote, amorphe Kugel (wie eine Lavalampe) projiziert. Diese Kugel verbindet Montoya mit Daten aus dem Sozialen Netzwerk Twitter. Die aktuellsten und meist getweetesten Hashtags evozieren die Bewegungen des Blobs. Montoyas Intention ist es, das Internet als abstraktes Lebewesen darzustellen.

"Nachtwanderung 2017" ist eine Kombination aus Musik- und Video-Performance. Für die Musik ist das Irk-Yste-Duo zuständig. Irk Yste macht Acid-Musik; eine Mischung aus elektronischer Musik, HipHop und Jazz. Den Videopart bilden Live-Visuals der Pragerin Simona.

"Symbiotic Distortion" heißt die Performance des Künstlers Michel Winterberg. Michel nimmt das elektromagnetische Spannungsfeld bei elektrischen Geräten, wie Ventilatoren und Netzteilen weg. Durch An- und Ausschalten der Geräte und das Loopen der Sounds entsteht die symbiotische Verzerrung.

Der Workshop "Introduction to Processing" ist ein Einführungsworkshop in die Programmeirsprache von Elise Ross. Statt trockener Theorie bietet der Workshop künstlerische Praxis. Kreatives Zeichen, generative Kunst und modifizierte Bilder ermöglicht die Computerkunst von Elise. Es gibt nicht nur digitale, sondern auch analoge Workshops, wie den Tanzimprovisationsworkshop von Anne Zapf-Vaknin.

André erzählte von der schwierigen Situation des Shedhallen-Vereins. Der Verein hat die Shedhalle gemietet, jedoch steht aktuell nur der mittlere Teil der Halle zur Verfügung. Das erste Drittel wird vom Landratsamt vorbehalten, falls wieder Flüchtlinge kommen und das letzte Drittel sollte der Moscheeverein nutzen. Beide Drittel stehen jedoch leer und werden nicht genutzt. Das Potential der Halle kann also nicht so ausgeschöpft werden, wie es sich der Verein wünscht.

Der Shedhallen-Verein fühlt sich ungerecht behandelt. Oftmals werden Dinge nicht kommuniziert und über die Köpfe des Vereins hinweg entschieden. Erst vor Kurzem tauchte ein zehnköpfiges Planungsteam für das Mensaprovisorium unangekündigt auf. Der Verein erfuhr erst an diesem Tag davon, dass die Shedhalle als Option für das Mensaprovisorium gehandelt wird. André wünscht sich, dass die Kulturarbeit des Vereins mehr berücksichtigt und gewürdigt wird.

Das Generate!° Festival startet am Freitag, den 20. Oktober um 17:30 Uhr in der Kulturhalle. Dort wird auch der englisch-deutsche Festival-Katalog vorgestellt. Alle Künstler sind darin mit Werk aufgeführt. Shedhalle und Schlachthaus sind ab 19:00 Uhr offen. Wer von der Partylocation im Schlachthaus Erholung braucht, kann sich in die benachbarte Shedhalle zurückziehen.

HelferInnen werden noch dringend gesucht. Unter assistenz@shedhalle.de kann man sich melden. Direkt und live werden Einblicke in die Arbeit des Vereins geboten und man kann persönlich in Kontakt mit den KünstlerInnen treten. Es lohnt sich also!


Audio

Symbiotic Distortion - Michel Winterberg

Download (5,04 MB)
MichelWinterberg.mp3


Nachtwanderung 2017 - Irk Yste

Download (7,5 MB)
IrkYste.mp3


Introduction of Processing - Elise Ross

Download (3,49 MB)
EliseRoss.mp3


Dangling Blob - Diego Montoya

Download (10,23 MB)
DanglingBlob.mp3


#Brexit - Stumpf

Download (8,37 MB)
-Brexit.mp3


Das komplette Interview mit André und Vanessa

Download (75,31 MB)
Interview.mp3



Bilder




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