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Ilan Amores :: Punkrocker aus Argentinien
Ilan Amores und Julián Alvarez (Hooli) sind Musiker aus Argentinien und Teil der Punkrockband "Ilan Amores". Ilan Amores ist Gründer und Kopf der Band, Singer und Songwriter. Hooli ist Gitarrist, ein Kindheitsfreund von Ilan und von ihm hat Ilan das Gitarrespielen gelernt.
Beim Gespräch vor dem Interview meinte Ilan, dass das Leben wie ein Haus sei. Im ersten Stockwerk begegnet man vielen Menschen und sammelt Erfahrungen. In das zweite Stockwerk gelangt man nur über eine Treppe, die ziemlich steil sein kann und einem viel Kraft und Ausdauer abverlangt. Mit jedem Stockwerk, das man erreicht, trifft man neue Menschen, sammelt Erfahrungen und hat einen schöneren Ausblick. Von seinem Lebensweg erzählte Ilan zusammen mit Hooli.
Als kleiner Junge entdeckte Ilan seine Leidenschaft für die Musik, insbesondere für den Punkrock. Er spielte Schlagzeug und war Mitglied diverser Bands in Buenos Aires, seiner Heimatstadt in Argentinien. Sein Traum war es, Teil der Punkrock-Ska Band "Argies" zu werden, bei denen Hooli bereits Mitglied war. Nach einigen misslungenen Versuchen bot sich ihm dann die Gelegenheit. Ein Bassist wurde gesucht und so beschloss Ilan kurzerhand Bass zu lernen. Er sah dies als seine Bestimmung. Und tatsächlich: vor fünf Jahren ging sein Traum in Erfüllung.
Ilan wollte noch weiter hinauf. Er wollte eigene Musik machen, seine eigenen Gedanken in Songs verpacken und das Künstlerdasein leben. Mithilfe seines Freundes Pablo Gorostiaga nahm er vergangenes Jahr sein erstes Album "Uno" auf. Wie seine Songs entstehen? "It's humming. It's in the air, I pick it up.". Er laufe durch die Straßen oder liege abends mit einem Notizbuch im Bett. Seine Musik ist ein bunter Mix aus diversen Genres. Besonders beeinflusst hat ihn Bob Dylan, was sich in seinem ruhigen, gefühlvollen Gitarrenspiel wiederspiegelt. In seiner tiefen, rauchigen Stimme klingt der Punkrock zwar nach, aber vielmehr beeinflusste er seine Mentalität: "Life-changing-lessons" und seine Philosophie hat er aus dem Punkrock. Er hat gelernt seinen Körper als Instrument zu benutzen und schafft es so mit dieser Stimme zarte Töne und ruhige Meldodien zu singen, die wirklich unter die Haut gehen.
Die nach ihm benannte Band Ilan Amores besteht inzwischen aus sechs Mitgliedern. Neben Ilan und Juli gehören dazu: Pablo Gorostiaga (Gitarre), Pablo Benitez (Violine), Jakob Krickberg (Drums) und Tim von Holst (Bass). Jakob und Tim sind Deutsche, was Ilan Amores zu einer interkontinentalen Band macht. "It's crazy!", sagt er dazu. Übers Internet kommunizieren sie, wenn sie sich nicht zum jammen treffen können. Alleine würde er niemals dort stehen, wo er heute steht. Die Geschichte, wie er nach Tübingen kam, sei eine "story of friendship and good relations.".
Ilan spielte für uns einen Song des Brasilianers Rodrigo Amarante. Der Song bedeutet ihm sehr viel; er half ihm durch schwere Zeiten. Mit geschlossenen Augen zupft er eine traurig-melancholische Melodie auf der Gitarre. Sein ganzes Herz legt er in die Worte und sein ganzes Gefühl in die Stimme. Sichtlich ergriffen erklärt er danach, dass man lernen muss, wie man sich in einem Song verliert. Wie sich das anfühlt beschreibt Ilan sehr lebendig: "There is a certain silence around then and you feel like strings of melancholy coming out of every listener, everyone that's paying attention. It's electric man! Then you open your eyes. And the world is still there, but you were gone for a second.".
Dass Ilan Amores nicht nur melancholische Musik macht und mag, bringt er kurz darauf zum Ausdruck. Er sagt man müsse die Balance finden. Wie beim Theater gehört sowohl Fröhliches als auch Drama dazu. Zum Beweis spielt ein paar erheiternde und melancholische Takte. Je nach Stimmung braucht man eben mal diese und mal jene Melodien.
Ilan betont, dass ihm viel daran liegt kein gewöhnlicher Musiker zu sein. Er will auf dem Boden bleiben. Als Model hat er in Buenos Aires gearbeitet und so die finanzielle Grundlage für das Album geschaffen. Aber ein Punkrocker, der modelt? Das passt nicht zusammen, findet auch Ilan. Er hat keinen Manager oder ein Label, unter deren Namen er produziert. In dem autonomen Milchwerk Studio in Tübingen wird er mit seiner Band in diesen Tagen sein zweites Album produzieren. Diese bescheidene und authentische Art macht ihn auf Anhieb sympatisch.
"I wanna change the world.", sagt Ilan, nachdem er den Song "El Muerto Vivo" (The living death) spielte und erklärt, was er ändern würde. Man müsse den Menschen Arbeit, eine Aufgabe und Würde geben, anstatt Geld, damit sie sich mit teuren Marken in Paris und auf dem New Yorker Broadway präsentieren. Gewalt sei eine Art aggressiven Ausdrucks, den auch er einmal pflegte. Daraus zog er wohl eine seiner "Life-changing-lessons".
Dass Gewalt und Geld die falschen Wege des Selbstausdrucks sind, möchte er mit seiner Musik vermitteln. Ilan hat schon einige Schritte in diese Richtung gemacht und sicherlich bietet ihm sein Leben noch weitere Stockwerke, in denen er neue Abenteuer erleben darf. Jetzt werden sich Ilan und Hooli erstmal dem Abenteuer Album widmen. Mit dem Tübinger Wind im Rücken dürfte es zumindest nicht an kreativem Input fehlen, wenn Ilan Amores seinen ersten Eindruck der Stadt mit "Fairytale Town" beschreibt.
Audio
Ilan Amores - Interview lang
ilan_amores_lang.mp3
Ilan Amores - Interview kurz
ilan_amores_kurz.mp3
Ilan Amores - Onda Salvaje
ilan_amores_onda_salvaje_gesungen_lang.mp3
Ilan Amores - Station ID
id_ilan_amores_esp.mp3
Ilan Amores - Rodrigo Amarante
ilan_amores_song_1_rodrigo_amarante.mp3
Ilan Amores - El Muerto Vivo
ilan_amores_song_el_muerto_vivo.mp3
Ilan Amores - Song 3
ilan_amores_song_3.mp3
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