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Zu Fuß nach Aleppo

Am 26. Dezember startete in Berlin die längste Demonstration der Welt: Der Marsch nach Aleppo soll die Teilnehmenden in mehr als drei Monaten auf der umgekehrten Flüchtlingsroute in die Stadt bringen, die für die humanitäre Katastrophe in diesem Bürgerkrieg steht.

Angesichts der Horrormeldungen und der schlimmen Bilder aus Syrien war Gabriele Busse wie gelähmt, bis sie eines Tages die Meldung vom Marsch nach Aleppo hörte. Ihr war sofort klar, dass sie dabei sein wollte.

Diese im ersten Moment verrückt klingende Idee der Demo nach Aleppo nahm ihr das Gefühl der Lähmung und Verzweiflung. Die meisten der Mitlaufenden fanden es verrückter, nichts zu tun und wollten wie sie etwas für andere Menschen tun.

Besonders begeistert war Gabriele vom rücksichtsvollen Umgang der Marschierenden, von der positiven Stimmung und der ausgeprägten Diskussionskultur. Selbst nach kräftezehrenden Etappen diskutierten die Menschen nächtelang im Bemühen um eine Konsens als ergebnisoffenen Prozess.

Wegen einer Erkrankung musste Gabriele den Marsch frühzeitig abbrechen, aber schon die wenigen Tage als Teil dieser Gemeinschaft veränderten ihr Lebensgefühl gründsätzlich. Sie hat ihren Pessimismus abgelegt und ist viel fröhlicher, außerdem hat sie jetzt einen kleinen Hund als Ergebnis eines Denkprozesses nach dem Marsch.


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Interview-Gabiele-Civil-March.mp3





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