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Monospektakel, Anna Karenina + Was das für Zeiten waren

Aktuell stehen beim Theater Die Tonne in Reutlingen zwei Premieren und das Monospektakel-Festival an: Ab dem 20. Januar gibt es sieben Stücke mit nur einem/r Schauspieler_in, am 9. Februar ist die Premiere von Anna Karenina und am 23. Februar die Premiere von "Was das für Zeiten waren" über die Geschichte der langjährigen Spielstätte in der Planie 22.

Das Monospektakel-Solo-Festival ist ein Alleinstellungsmerkmal für das Theater Die Tonne und steigt jetzt bereits zum siebten Mal. Theatermacher_innen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum kommen mit ihren Stücken nach Reutlingen und beeindrucken das Publikum durch alleinige Präsenz auf der Bühne und die Kraft das monologisch durchzustehen.

Es hilft einem keiner, Ansprechpartner ist außschließlich das Publikum, früher stiefkindlich belächelt, heute fast schon eine Königsdisziplin, die höchste Kunst für einen Schauspieler_in. Manche von ihnen spezialisieren sich schon aufs Solotheater und haben gleich mehrere Stücke im Angebot.

Am Freitag, dem 20. Januar geht es los mit Die Pest von Camus, einer Romanadaption um die Frage der Solidarität in der Katastrophe. Zweites Stück am 21.1. ist Judas von Lot Vekemans mit Gunter Heu, Judas erzählt die Geschichte einmal aus seiner Perpektive und spricht das Publikum direkta, dass es ohne den Verräter die christliche Weltreligion gar nicht geben würde.

Am 22.1. dann "Der Weg zum Glück" von Ingrid Lausund mit Markus Gläser, bei dem ein Mann sich verrent, etwas schief läuft und deshlb nicht mehr aus der Bewegung kommt. "Ich - Marylin" kommt am 26.1., eine Biographie von Marylin Monroe, ein Monolog-Stück mit Gesang und einem Blick auf die vielen Facetten von Marilyn Monroe.

Den Abschluss bilden "Professor Unrat" nach Heinrich Mann am 27.1., Lenz nach Georg Büchner am 28.1. und Der Heiler von Oliver Bukowski am 29.1.

"Anna Karenina" kommt am 9. Februar in einer Erzähltheaterfassung auf die Bühne der Tonne, erzählt von zwei Figuren aus Lew Tolstois 1300-Seiten-Epos, die sonst eher am Rande stehen, aber viel mit seiner Biographie zu tun haben. Levin könnte als Gutsbesitzer mit sozialistischen Ideen das Alter Ego von Tolstoi sein. Levin und Kitty sind ein glückliches Paar, aus beider Perspektive wird dann auch die Geschichte von Anna Karenina erzählt.

Für das Abschiedsstück von der Spielstätte in der Planie 22, der Heinzelmann-Fabrik, hat das Tonne-Team viel recherchiert, mit Zeitzeugen gesprochen und viele Geschichten aus der Vergangenheit des Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert und seiner Nutzung als Textilfabrik erfahren.

Die Premiere von "Was das für Zeiten waren" ist am 23. Februar, im ersten Teil des Stückes geht es durch die verschiedenen Räume der Planie, es beteiligen sich unterschiedliche Künstler wie die Casa Magica oder Studierende der Hochschule für Textil und Design und Musiker bespielen beispielsweise die Großküche.

Nach einer Pause erzählt das Stück die Geschichte des Familienbetriebs und die der Textilindustrie in der Region bis zur Betriebsaufgabe im Jahr 1990. Im Sommer wird das Theater dann seine neuen Räumlichkeiten beziehen, eine Nachnutzung für das denkmalgeschützte Bauensemble ist noch nicht in Sicht.


Audio

MONOSPEKTAKEL VII Solo-Festival

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Anna Karenina nach Lew Tolstoi

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Was das für Zeiten waren

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