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Nachrichten vom 22.01.16

Eigentümer unter Druck

Die Debatte um leerstehende Häuser in Tübingen spitzt sich zu. OB Palmer kündigte nun an, erneut einen Brief an die jeweiligen Eigentümer zu senden. Dies sei allerdings der letzte Versuch im Guten an die Besitzer heranzutreten. Sollte sich bis März nichts ändern, wolle man mit einer sogenannten Zweckentfremdungssatzung an den Gemeinderat herantreten. Laut Gesetz können Bußgelder von bis zu 50.000€ für einen dauerhaften Leerstand veranschlagt werden. Von knapp 80 Hauseigentümern meldeten sich in der Vergangenheit lediglich 9 zurück. 3 davon mit einem positiven Bescheid. Diese schlechte Bilanz gelte es nun zu verbessern. Wohnraum werde aktuell nicht nur für geflüchtete Menschen benötigt, sondern auch für Studenten und Alleinerziehende.

Geflüchtete demonstrieren gemeinsame Werte

Mit einer ungewöhnlichen Aktion demonstrierte eine Gruppe syrischer Asylsuchender auf dem Tübinger Marktplatz ihre Werte: sie putzten die Tübinger Altstadt, hielten Plakate mit der Aufschrift "Islam gegen Sexismus", "Live Together" und "Danke Deutschland, danke Tübingen" und suchten das Gespräch mit den Passanten. Mit dabei waren auch syrische Frauen, auf ihrem Plakat war zu lesen: "Eure Heimat ist jetzt auch unsere Heimat, eure Werte sind unsere Werte. Wir sind dankbar, hier in Frieden leben zu dürfen." Die Geflüchteten lobten die Gastfreundschaft der Tübinger. Viele von ihnen bangen um die in Syrien zurück gebliebenen Verwandten, wie der junge Arzt Abdul Kadir. Er lernt Deutsch und hofft auf einen Praktikumsplatz am Klinikum Tübingens. Auf ganz konkrete Weise demonstrierten Asylsuchende ihre Werte in der Sylvesternacht in Köln: eine Tübinger Studentin schilderte inzwischen, wie sie vor den Angriffen auf dem Kölner Bahnhofsplatz von einer Gruppe syrischer Männer gerettet wurde.

Besondere Ausstellung

Am Montagnachmitttag fand im Rottenburger Rathaus die Vernissage "Flüchtlingsträume in flüchtigen Räumen" statt. Die Künstler konnten nicht zugeben sein, denn sie waren bereits weitergereist. Die gemalten Bilder entstanden in der Erstaufnahmestelle Ergenzingen. Die Mobile Kinder- und Kulturarbeit (kurz Mokka) bietet dort in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Rothenburg jede Woche einen Spiel- und Bastelnachmittag für die Geflüchteten an. Aus rund 50 Bildern suchten sie sich 24 Bilder für die Ausstellung heraus. Einige Darstellung haben die Pädagogen richtig schockiert. Bei der Eröffnung kamen rund 50 Besucher. Die Ausstellung ist im Foyer des Rathauses noch bis zum 1. Februar zu sehen.

Erfolgreiche Sternsinger

Über 1100 Kinder zogen in der ersten Januarwoche durch Reutlingen und sammelten 157.000 Euro. Das Sternsingen lief diesmal unter dem Motto "Segen bringen, Segen sein. Respekt für dich, für mich, für andere – in Bolivien und weltweit!" und der Erlös wird an Kinderhilfsprojekte u.a. in Bolivien gehen. Von der Tsunami-Hilfsaktion 2005 mit 162.000 Euro abgesehen, war dieses Jahr das erfolgreichste der Sternsinger in der Region. In Bolivien sollen Bildungsprojekte indigene Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrer Herkunft fördern, indem man Vorurteile abbaut und junge Menschen ermutigt, ihre Identität zu finden. Außerdem werden jährlich Projekte für Kinder in über 100 Ländern mit den Mitteln der Aktion finanziert.

Förderung geht weiter

Die Bundesregierung will das Zentrum für islamische Theologie an der Universität Tübingen weitere fünf Jahre fördern. Dies erklärte das Bundesministerium für Bildung und Forschung gestern. Das Ministerium honoriert damit eine positiv verlaufene Evaluierung des Tübinger Zentrums, das im Wintersemester 2011/2012 als erste Einrichtung dieser Art gestartet war. Die Höhe der Förderung ist noch offen. In den vergangenen fünf Jahren stellte der Bund der Uni vier Millionen Euro zur Verfügung. In diesem Jahr sollen zu den vier Professuren drei weitere hinzukommen. Am Zentrum studieren derzeit mehr als 200 Frauen und Männer.

Helfer gesucht

Die Vesperkirche in der Tübinger Frischlinstraße sucht aktuell dringend nach ehrenamtlichen Helfern. Bei der Essensausgabe benötige man noch zusätzliche Personen, die bereits benutztes Geschirr in Wannen eine Wendeltreppe hinunter tragen. Die Arbeit sei laut Diakon Peter Heilemann eher anstrengend und werde deshalb auch auf 2-Stunden Schichten verteilt. Alle Interessierten können sich Werktags zwischen 8 und 16 Uhr unter der Telefonnummer der Vesperkirche melden. 07071/930412

"TAPs" kommen

Armut betrifft Menschen aus allen Schichten, auch viele Akademikerfamilien leiden an den Folgen. In Tübingen geht jetzt das Projekt "TAPs" an den langsamen Start: Tübinger Ansprechpartner für Kinderarmut und Kinderchancen. Sie sollen über Hilfsangebote in der Stadt und den Stadtteilen informieren und bei Bedarf weitervermitteln. Denn Angebote für Bedürftige gibt es in Tübingen zuhauf, doch kennt sie kaum einer. Die TAPs sind Personen, die auch haupt- oder ehrenamtlich mit Kindern oder Jugendlichen zu tun haben. In Rahmen ihrer zusätzlichen TAP-Arbeit soll es darum besonders um Armutssensibilität gehen.

Jugendarbeitslosigkeit

Zwar liegt die Jugendarbeitslosigkeit im Kreis Reutlingen mit 2,9 % unter dem bundesweiten Durchschnitt von 5,7 %. Deutschland kommt damit im Vergleich noch sehr gut weg, liegt der europäische Durchschnitt doch bei 20 %, in Spanien und Griechenland bei fast 50 %. Aber jeder einzelne ist natürlich zu viel. Bekanntlich ringen viele Betriebe um Auszubildende, die sich wegen des demografischen Wandels und auch der äußerlichen Attraktivität des Berufs immer schwieriger finden lassen. Häufiger wird bundesweit sowohl die mangelnde Reife als auch Qualifikation der potentiellen Auszubildenden bemängelt. Aus Alternativenmangel setzen mittlerweile viele Betriebe daher auf Zusatzunterricht in Deutsch und Mathematik direkt vom Ausbildungsbetrieb, um die Ausbildungsreife zu verbessern.

Häusliche Gewalt

Das Reutlinger Projekt „Punktum“ zur Häuslichen Gewalt kümmert sich nicht nur um die geschlagenen Frauen sondern auch um die schlagenden Männer. Immer mehr Männer wagen sich inzwischen in die Einzel- und Paarberatungen, konstatieren Florence Wetzel und Holger Tewes nach anderthalb Jahren Projektlauf. Hinter der Gewalt verbirgt sich allzuoft Hilflosigeit. Bei den Gesprächen auf Augenhöhe wagen sich die Männer an die Themen, die hinter ihrer Gewaltbereitschaft stecken und ergreifen die Möglichkeit, gemeinsam mit ihrer Partnerin an neuen Verhaltensmustern zu arbeiten. Manchmal jedoch, erklären die beiden Berater, liegt die Lösung in einer friedlichen Trennung.

Arme Schweine

Auf dem Bauerntag der Kreisbauernverbände Tübingen und Zollernalb ging es hauptsächlich um den Preisverfall von Schweinefleisch. Die anwesenden Landwirte animierten die Besucher dazu, ihr Fleisch bei einem handwerklichen Metzger vor Ort zu kaufen. Der Verbraucher habe es in der Hand, den Bauern dadurch einen besseren Preis zu verschaffen, als sie ihn von Discountern oder Großschlachtbetrieben bekommen. Landwirt Walter Lutz forderte auch eine Überarbeitung der Vorschriften zum Tierschutz. Durch die vorgeschriebenen größeren Flächen pro Tier im Stall käme es bei den Tieren immer wieder zu Verletzungen, die sie sich gegenseitig zufügen würden. Wilhelm Röhm von der CDU kündigte an, dass man im Falle einer Regierungsverantwortung zukünftig das Verbandsklagerecht für Tierschutzorganisationen wieder abschaffen wolle. Röhm ging noch weiter und forderte 'das blöde Gerede von der Massentierhaltung' zu beenden.

Radeln ohne Licht

Allen Radfahrern, die ohne ordnungsgemäße Beleuchtung unterwegs sind, droht ein Bußgeld von mindestens 20€. Vorgeschrieben sei ein nach vorne wirkendes helles Licht, eine Schlussleuchte mit rotem Licht und mindestens ein roter Rückstrahler. Wer sein Fahrrad nicht dementsprechend ausgerüstet hat, handele verkehrswidrig und gefährde sich und andere Verkehrsteilnehmer massiv. In Tübingen sei die aktuelle Statistik allerdings gar nicht so schlecht. Zwei Drittel der kontrollierten Radfahrer hatten sowohl funktionierendes Vorder- als auch Rücklicht. Komplett ohne Licht fuhren trotzdem etwa 10 Prozent der Kontrollierten.

Tübingen mastert sich

Die Universität Tübingen baut ihr Angebot an Master-Studiengängen aus. Noch in diesem Jahr sollen 148 neue Masterstudienplätze und bis zu sechs neue Professuren entstehen. Geplant sind weiterführende Kurse in den Bereichen Medizininformatik, Museologie und Praktische Islamische Theologie der Seelsorge und Sozialarbeit. Weiter ausgebaut werden soll der Studiengang Medizinische Strahlenwissenschaften. Für das übernächste Wintersemester sind dann nochmals weitere Studiengänge in den Bereichen Astrophysik, Bildung und Erziehung, Digital Humanities und Mathematische Physik geplant. „Mit neuen Professuren, beispielsweise im bereich der Medizininformatik oder der seelsorgenden Islamischen Theologie, trägt die Uni aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung.“, so Rektor Bernd Engler. Bis 2018 sollen nun 2200 weitere Master-Studienplätze hinzukommen.




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