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Nachrichten von 01.06.2015

Tipps für Deutschstunden

Die Stadt Tübingen hat jetzt mehr als 70 Ehrenamtlichen in zwei Kursen Tipps für Deutschstunden mit Flüchtlingen gegeben. Die Sprachlehrerin Adelheid Kumpf lieferte Materialien, Ideen und Regeln für das Lehren von Deutsch. Rollenspiele, gemeinsames Kochen oder Spiele seien ein guter Anreiz zum Sprechen; bei „Ich packe meinen Koffer...“ könne man lernen und lachen. Im Umgang mit Menschen mit anderen Muttersprachen sei es schwierig, aber wichtig, sich einfach auszudrücken. Kumpf gab einige Tipps und Tricks zur Vermittlung von Regeln und Grammatik. Beim Gebrauch der Artikel sei vieles, was vom Himmel kommt, männlich: Der Regen, der Blitz, der Engel. Die Stadt Tübingen finanziert jetzt eine kostenlose Fortbildungsreihe für Ehrenamtliche. An 15 Abenden geht es um Themen wie Interkulturelle Kommunikation, Leichte Sprache, Methodik und Didaktik oder das Lernen an sich. Interessierte können sich bist zum 10. Juni bei der Stadt bewerben.

Gelungene Anschlussunterbringung

Nach der Flucht hören für die meisten Flüchtlinge die Probleme nicht auf. Um den Start in ihrer neuen Heimat zu erleichtern, ist die Stadt Reutlingen jetzt einen neuen Schritt gegangen. In Ohmenhausen hat sie eine Wohnung anmieten können und somit eine Anschlussunterbringung für sechs syrische Flüchtlinge geschaffen. Alle kommen aus der Massen-Erstaufnahmestelle in Karlsruhe. Eine 3-Zimmer-Wohnung in Ohmenhausen ist das neue Zuhause. Immer zwei Männer teilen sich ein Zimmer. Vormittags besuchen sie den Deutschkurs an der VHS Reutlingen und mittags lernen sie gemeinsam die neue Sprache. Auch wenn das keine optimale Umstände sind, so sind doch alle drei zufrieden mit der Situation. Bisher ist es die erste Wohnung für Flüchtlinge auf dem Dorf. Das Projekt funktioniert gut und es ist wünschenswert, dass weitere Wohnungen folgen.

Umsonstladen für Nahrung

Am heutigen Montag um 14 Uhr eröffnet der Umsonstladen Sonnenblume im Erasmus-Haus in der Belthlestraße. Es ist der erste Umsonstladen für Lebensmittel. Zwei Philosophie-Studentinnen haben ihn gegründet. Sie stellen den Raum, Regale und einen Kühlschrank für Nahrungsmittel aller Art. Jeder und jede darf Essen bringen, nehmen oder tauschen. Ob gekocht oder Kuchen, Tütensuppe oder Obst, alles ist willkommen, außer vielleicht Speisen mit rohen Eiern oder Schweinemett. Der Umsonstladen gilt als Bindeglied für den privaten Tausch und hat geringere Auflagen als systematischer Handel. Den Gründerinnen geht es vor allem um den ethischen Aspekt. Sie wollen mit Nahrung Glück und Zufriedenheit verbreiten und nebenbei die Lebensmittel vor der Mülltonne retten. Der Umsonstladen ist montags von 14-16 Uhr, mittwochs von 17 bis 19 Uhr und samstags von 11 bis 13 Uhr geöffnet.

Neuerung der Kreisbonuscard

Die neue Kreisbonuscard bietet mehr Vorteile für Bezugsberechtigte von Sozialleistungen. So bekommen sie zum Beispiel 50 statt 10% Rabatt, wenn sie einen Kurs der VHS oder einen Musikkurs besuchen. Auch die Beförderung im Naldo-Gebiet wird billiger. Jeder, der die Kreisbonuscard besitzt, kann sich dank seines Bonusheftes 12 Naldo-Karten zum halben Preis kaufen. Das Amtsblatt bekommen sie sogar kostenlos.

Präsidiums-Vergrößerung

Das Präsidium der Reutlinger Hochschule soll vergrößert werden. Den Hochschulpräsidenten Professor Dr. Hendrik Brumme werden ab September drei statt zwei Vizepräsidenten unterstützen. Die nebenamtlichen Vizepräsidenten Harald Dallmann und Gabriela Tullius stehen bereits fest. Dallmann ist für die Bereiche Lehre, Weiterbildung und Qualitätsmanagement zuständig. Tullius hingegen für die Bereiche Digitalisierung und Diversity. Die Wahl des dritten Vizepräsidenten wird im Juli stattfinden.

Jugendgemeinderätin beim Jugendgipfel

Die Tübinger Jugendgemeinderätin Jessica Karrer war als Mitglied des deutschen Teams beim Jugendgipfel J7 in Berlin mit dabei. Neun Tage lang durfte sie mit anderen Jugendlichen aus den teilnehmenden Staaten über politische Themen diskutieren. Bei ihrer Bewerbung hatte Jessica angeben müssen, mit welchen Themen sie sich bereits auseinandergesetzt hatte und was sie politisch verändern möchte. Die insgesamt 54 Jugendlichen aus den verschiedenen Staaten diskutierten über Themen wie Meeresumweltschutz, armutsassoziierte Krankheiten, Standards in Handels-und Lieferketten sowie die Stärkung von Frauen bei Selbstständigkeit und beruflicher Bildung. Außerdem sprachen die Jugendlichen darüber, wie man die Jugend mehr in politische Prozesse mit einbinden kann. Ihre Ergebnisse präsentierten sie am Ende der Bundeskanzlerin.

Der Grüne Weg um Tübingen

TAGBLATT-Leser Alexander Herrmann hatte eine Idee: Für Wanderer soll ein "Grüner Weg" ausgeschildert werden. Dieser Wanderweg oder auch Erlebnispfad ermöglicht einen besonderen Blick auf Tübingen und auf die Landschaft herum. Etappen des Wegs sind unter anderem das Käsenbachtal, der botanische Garten oder der Steinenberg mit den Obstwiesen. Dieser „Grüne Weg“ ist also ein Wegenetz mit Parks und naturbelassenen Flächen, die eine tolle Aussicht ermöglichen. Die Wegstrecke beträgt zwar insgesamt 24 Kilometer, aber man kann auch nur Abschnitte begehen. Es gibt also keinen ausgesprochenen Start- und Zielpunkt.

Frühe Unternehmerinnen

Das Heimatmuseum Reutlingens dokumentiert derzeit die Erfolge zweier Reutlinger Geschäftsfrauen in der Freien Reichsstadt – und damit auch die rechtliche Benachteiligung der Frauen in der Zeit der Zünfte. So konnte Agnes Fitzion nur als Witwe ab 1601 bis zur gesellschaftlich gewünschten Wiederverheiratung 1602 den Bortenhandel ihres ersten Mannes erfolgreich betreiben. Etwas eigenwilliger war dagegen Jakobine Steck, die sich nach dem Tod ihres Mannes nicht wieder verheiratete und Anfang des 19. Jahrhunderts ein Vermögen machte, indem sie privat Geld verlieh. Ansonsten blieben Frauen nur unzünftige Berufe wie Näherin, Spinnerin und Stickerin, um selbst etwas Geld zu verdienen. So war die erste Frauenarbeitsschule Deutschlands, die 1868 im Reutlinger Spendhaus entstand, durchaus im Sinne der Kaufleute: Der Lehrplan umfasste Musterzeichnen, Näh- und Strickmaschinenkurse, Maschinennähen und Buchführung. Dies sollte dazu dienen, die Qualität der bis dato in Heimarbeit gestrickten, gestickten, gehäkelten, geknüpften und geklöppelten "Reutlinger Artikel" und damit den Millionenumsatz der Reutlinger Kaufmänner zu sichern. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die kaufmännischen Fächer abgeschafft und statt dessen Hauswirtschaft unterrichtet.

Buch über die Zahnradbahn

Ein neues Buch lässt Eisenbahnträume wahr werden, denn Thema des Buches ist der Honauer Albaufstieg mit der Zahnradbahn. Im Jahr 1892 ging die Bahnstrecke von Reutlingen über Honau auf die Alb in Betrieb, doch schon nach 77 Jahren wurde die Zahnradstrecke wieder geschlossen. Das Buch ist mit vielen historischen Bildern und Details der Eisenbahnstrecke angereichert. Außerdem geht es um alte Bahnhöfe, Brücken und auch Fahrpläne sowie um Erlebnisse von Fahrgästen. Der Autor Helmut Bader war als Kind selbst Fahrgast auf der Alb-Bahn und hat nun mit seinem Buch der Zahnradlok 97501 ein Denkmal gesetzt. Die historische Lok ist seit 2013 für Nostalgiefahrten wieder im Einsatz.

Rosenpark auf Mülldeponie

Während im Untergrund weiter Biogas entsteht, das in Gas-Sammelbehältern aufgefangen wird, wachsen darüber exotische Bäume und Sträucher und mehr als 200 Rosensorten. Ungefähr 10 000 Stunden in 20 Jahren arbeitete das Ehepaar Hartmut und Sibylle Gaebele auf dem 25 m hohen Müllberg der ehemaligen Kreismülldeponie. Noch bis zum 5. Juni kann man bei trockener Witterung jeweils um 18:00 am Nehrener Gässle in Mössingen an einer zweistündigen Führung über das 6,7 Hektar große Gelände teilnehmen. Für die Zukunft träumt das Ehepaar von einem Café inmitten des Rosengartens auf der Spitze der nun duftenden Deponie.




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