Login

 Infos und Regionales


LOKALMAGAZIN


Beiträge & Artikel

Nachrichten vom 01.12.14

Weltaidstag

Der erste Dezember ist Weltaidstag. Neben einer Gedenkstunde für alle an Aids verstorbenen Tübinger am Sternplatz lädt die Aidshilfe am Montagabend auch zu einer Benefizgala im LTT ein. Zudem liegt nun auch der Jahresbericht vor. Demnach gab es im letzten Jahr deutschlandweit knapp 3.200 Neuinfektionen, 270 davon in Baden-Württemberg, sodass momentan insgesamt etwa 80.000 HIV infizierte Menschen in Deutschland leben. Dass die Gesamtzahl der Erkrankten steigt, sei aber weniger ein Grund zur Sorge als vielmehr das Ergebnis einer verbesserten medizinischen Versorgung und verbesserten Therapiemöglichkeiten, die die Anzahl der Todesfälle durch HIV sinken ließen. Ein großes Problem stellt für die Aidshilfe der Personalmangel dar, da gerade die aktuellen Flüchtlingswellen vermehrt Aufklärungs- und Beratungsarbeit benötigen.

Islamzentrum wächst

Das Islamische Zentrum für Theologie in Tübingen wurde 2011 gegründet. Als eines von vier solcher Zentren hat es sich zum Ziel gemacht, den modernen Islam in den Schulen zu lehren. Dafür will man Lehrer für islamischen Religionsunterricht ausbilden sowie auch Imame, die in Moscheen predigen sollen. Bisher gibt es 150 Studenten des Studienganges. Jedoch sei man noch weit davon entfernt, Imame für Moscheen auszubilden, berichtet der Leiter des Instituts, Erdal Toprakyaran. Es herrscht ein großes Interesse an dem Zentrum. Vor allem wegen unzähliger Anrufe zum sogenannten Islamischen Staat, musste das Institut alle Telefonnummern und E-Mail Adressen von seiner Webseite nehmen. Toprakyaran unterscheidet streng zwischen orthodox-konservativen, salafistischen und gewalttätigen Interpretationen des Koran. Der „IS“-Terror löse auch bei Muslimen entsetzen aus, meint der Leiter. Deshalb schlägt er eine bundesweite Koordinierungsstelle für Muslime vor. Es fehlt seiner Meinung nach eine Organisation der Undogmatischen, wo man „vernünftige“ Muslime zu einer Gegenbewegung zusammenbringen und fördern könnte.

Dezentrale Erstaufnahme

Bei einer Veranstaltung im Gemeindehaus Lamm sprach sich der Landesflüchtlingsrat für viele dezentrale Aufnahmestellen für Flüchtlinge aus. Bisher gibt es eine völlig überfüllte zentrale Erstaufnahmestelle in Karlsruhe. Dort müssen Asylsuchende zwischen sechs Wochen und drei Monaten bleiben. Dann folgt für die Dauer des Asylverfahrens eine vorläufige Unterbringung durch die Landkreise. Für die Anschlussunterbringung sind dann die Gemeinden zuständig. Die Landesregierung möchte die Beratung für Asylbewerber ausbauen und ehrenamtliche Unterstützer fördern. Wichtig und schwierig sei es, das besondere Schutzbedürfnis von Menschen zu erkennen.

Freibad will wachsen

Die Stadtwerke Tübingen wollen das Freibad um über ein Drittel auf insgesamt 7 Hektar erweitern. Dass die aktuelle Größe wohl bald nicht mehr dem Besucheransturm gewachsen sein würde, war dem Tübinger Gemeinderat bereits vor sechs Jahren klar. Jetzt sollen die damals vorgelegten Pläne umgesetzt werden. Dafür wurden nun die nötigen Grundstücke erworben beziehungsweise von der Stadt für das Vorhaben freigegeben. Im Sommer 2015 soll mit der Erweiterung begonnen und im Sommer 2016 das Bauvorhaben beendet werden.

Mehr Schulbezirke

Aufgrund eines neuen Landesschulgesetzes werden die Schulbezirke in Tübingen neu aufgeteilt. Ab Sommer 2015 wird es wieder drei Schulbezirke geben, die nach Wohnort verteilt werden. Letztes Jahr hatte der Gemeinderat genau diese Schulbezirke aufgelöst. Die Eltern konnten somit frei wählen auf welche Schule ihre Kinder gehen sollten. Jetzt werden die Kinder wieder nach Wohnort auf die Schulen verteilt. Das betrifft vor allem die Französische Schule, die vorher keinen Schulbezirk hatte, die Hügelschule und die Grundschule am Hechinger Eck. Problematisch ist, dass viele Schulen ein besonderes Profil anbieten, weshalb Eltern unabhängig ihres Wohnortes ihre Kinder dorthin schicken. Die Stadt wird in den Schulen in den kommenden Wochen über diese Neuerungen informieren.

Für Opfer und Täter

Häusliche Gewalt ist ein Problem, vor allem in der Betreuung nach einer Trennung oder in dem Falle, dass sich das Paar nach einer Eskalation nicht trennen möchte. Letzteres wird neuerdings auch in der reutlinger Beratungsstelle "Rote Karte" betreut. Das Projekt in dem Opfer und Täter betreut werden heißt "Punktum" und ist deutschlandweit das erste seiner Art. Das Projekt läuft seit Mitte des Jahres, nun liegen die ersten Erfahrungsberichte vor. Dabei fällt auf, dass sich auch 50 Prozent aller Täter der behandelten Fälle beraten lassen. Das Projekt zielt auf eine langfristige Beratung ab, welche die Hilfesuchenden auf ihrem Weg begleiten soll, bis sie vollkommen stabilisiert sind. Das Projekt finanziert sich bisher ausschließlich über Spenden, was viele Freiheiten lässt. Die Aktion Mensch hat weitere 170.000€ zugesichert. Die bisherigen Erfahrungen sind positiv. Die Leute nehmen das Angebot gerne wahr. Ein Erfolg, der bei den sonstigen Weiterempfehlungen an einen Psychologen nach der Erstberatung bisher verwehrt blieb.

Planung Bürgerpark

Ein Kulturplatz im Bürgerpark in Reutlingen soll die Industriespuren der Bruderhaus-Geschichte sichtbar machen. In diesen Tagen wurde das Konzept für den zweiten Bauabschnitt dem Bauausschuss vorgelegt. Das Krankenhäusle gilt als „letzter Zeuge“ der Industriegeschichte auf dem Bruderhaus-Gelände. Deshalb soll darum herum die ursprüngliche Umgebung mit seinen Fabrikgebäuden und Wegbezeichnungen nachgezeichnet werden. Der Platz soll als Ort der Begegnung aber auch als Festplatz und Spielwiese genutzt werden und gleichzeitig eine historische Komponente haben. Baubeginn des 2,3 Millionen Euro teuren Projektes ist im Frühling 2015.

Bürgerauto startklar

Ab dieser Woche können die Bewohner der Gemeinde Kusterdingen das Bürgerauto buchen. In der halbjährigen Probezeit gibt es jeweils Dienstags und Donnerstags diesen Fahrdienst auf Anfrage. Sechs ehrenamtliche Einsatzleiter und Fahrer machen den kostenlosen Service möglich. Am Dienstag bedient er eine feste Route von Wankheim zum Seniorentreff nach Kusterdingen. Donnerstags kann man das Bürgerauto für individuelle Fahrten telefonisch anfordern.

Taste the waste

Jährlich werden weltweit 90 Millionen Tonne Lebensmittel weggeschmissen. Davon 15 Millionen Tonnen allein bei uns in Deutschland. Darüber sprach Filmemacher Valentin Thrun letzten Dienstag vor Interessierten an der Hochschule für Forstwirtschaft. Im Laufe der Arbeit zu seiner Doku „Taste the waste“ fand er unter Anderem heraus, dass 45% der weggeworfenen Lebensmittel beim Endverbraucher in der Tonne landen. Außerdem werden jährlich 500.000 Tonnen Brot weg geschmissen, weil die Bäcker 20% zu viel backen. Unförmiges Obst und Gemüse gelangen gar nicht erst zum Endverbraucher, sondern werden schon nach der Ernte entsorgt, weil sie den optischen Standards, die der Handel vorschreibt nicht entsprechen. Thurn meint, die Stadtbevölkerung verliere dadurch die Fähigkeit zwischen gut und schlecht zu unterscheiden und vertraut nur dem Mindesthaltbarkeitsdatum. Seine Lösungsvorschläge? Initiativen wie Tafelläden und foodsharing-Projekte. Die Politik müsse Handeln, um Branchen zu bewegen. Die EU will bis 2020 den Lebensmittelabfall um die Hälfte reduzieren.

Bericht aus Mexiko

Die Tübinger Bundestagsabgeordnete der Linken Heike Hänsel berichtete vergangene Woche über die aktuelle Situation in Mexiko. Sie selbst ist für einige Tage nach Mexiko gereist. Dort informierte sie sich vor allem über die Vorfälle der verschwundenen Lehramtsstudenten. Von den Studenten fehlt bisher jede Spur. Laut Hänsel verschwinden in Mexiko sehr viele Menschenrechtsaktivitisten, die Polizei arbeitet bei den meisten Fällen mit Schmiergeldern. Grund ihres Besuches war auch die Diskussion über das Freihandelsabkommen NAFTA. NAFTA trug unter anderem zur Verarmung mexikanischer Kleinbauern bei sowie zu deutlich schlechteren Arbeitsbedingungen in den Fabriken. Mexiko erhofft sich jetzt die Hilfe von Europa, um die Freihandelsabkommen TTIP und NAFTA zu stoppen.




Freies Radio Wüste Welle, Hechinger Str. 203, 72072 Tübingen :: +49 7071 760 337 :: buero@wueste-welle.de