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Nachrichten vom 17.11.2014

Hotelinvestor abgesprungen

Der Investor des geplanten Hotels neben der Reutlinger Stadthalle, Manfred Steinbach, hat seine Teilhabe an dem Projekt abgesagt. Der Grund seien die zu hohen Baukosten der Fassade. Diese würden voraussichtlich bei 1,5 Millionen Euro, anstatt bei den geschätzten 1,2 Millionen liegen. Da für Mehrkosten kein Spielraum sei, ist der Investor nun ausgestiegen. Die Stadt sieht die Verhandlungen somit als endgültig gescheitert. Für den Architekten Max Dudler sind die Gründe nicht nachvollziehbar. Er habe Leitdetails erarbeitet, mit dem Ziel, die Fassadenkosten erheblich zu senken. Auch für OB Barbara Bosch ist die Begründung für den Ausstieg weder nachvollziehbar, noch von den Fakten gedeckt.

Güterbahnhof komplett erhalten

Rund um den alten Güterbahnhof soll in Tübingen ein neues Stadtviertel entstehen. Die privaten Eigentümer des Geländes sind ehemalige Bahnfirmen und teilweise im Besitz obskurer Hedgefonds. Man einigte sich auf einen Bebauungsplan, der einen Teilabriss des denkmalgeschützten Güterbahnhofs vorsieht. Dies sei für die städtebauliche Entwicklung notwendig. Durch den Abriss auch nur eines Teils würde allerdings der komplette Denkmalschutz verloren gehen. Der "Verein für ein Lern- und Dokumentationszentrum zur NS-Zeit" und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) fordern die vollständige Erhaltung des Güterbahnhofs. Dies sei laut Denkmalschutzbehörde wegen seines exemplarischen und dokumentarischen Wertes ein öffentliches Interesse. Am Dienstag, den 18. November ist im Casino in der Wöhrdstraße eine städtische Informationsveranstaltung über das Güterbahnhofs-Areal.

Theaterzentrums-Entwurf

Im Reutlinger Spitalhof kann man derzeit einen Blick auf die zukünftige Fassade des geplanten Theaterzentrums auf dem ehemaligen Areal der Listhalle werfen: spiegendle Metallelemente, die in verschiedenen Winkeln zusammengesetzt sind und so die Funktion des Theaters symbolisieren, das der Gesellschaft den Spiegel vorhält. Auch die Planung des Gebäudes selbst ist fortgeschritten, sie wurde mit dem Theater „Tonne“ abgesprochen und bleibt im Kostenrahmen.

Finanzdefizite bei den Unikliniken

Deutschlandweit haben Unikliniken finanziell einen schweren Stand, 61 Prozent der Unikliniken erwarten für dieses Jahr ein deutliches Defizit. Tübingen ist mit einem ausgeglichenen Haushalt in diesem Jahr Teil einer Minderheit, wobei sogar mit einem Überschuss von 5,1 Millionen Euro gerechnet wird. Was auf den ersten Blick nach viel aussieht, ist aber gerade mal ein Prozent des Umsatzes in der Krankenversorgung. Doch schon 2015 werde Tübingens Uniklinik bereits wieder rote Zahlen schreiben. Erklärt wird dies durch steigende Kosten für Medizin, Energie und Personal, die Einnahmen durch die Krankenkassen dagegen bleiben aber gleich. Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen, luden die baden-württembergischen Unikliniken nach Stuttgart zu einer Pressekonferenz. Sie fordern vom Gesetzgeber einen Systemzuschlag nach holländischen oder US-amerikanischen Vorbild, um ihre finanzielle Situation aufzubessern, denn im Gegensatz zu normalen Krankenhäusern müssen die Unikliniken zusätzlich noch die Kosten für die Ausbildung der angehenden und jungen Ärzte tragen. Ein solcher Zuschlag wurde von Gesundheitsminister Hermann Gröhe abgelehnt. Nun wird beratschlagt, wie man mit einzelnen Belastungen umgehen soll, im Fokus steht dabei die Notfall-Versorgung, welche bereits von vielen Kliniken eingeschränkt oder geschlossen wurde.

Arbeitsgruppe Innenstadt

In Mössingen fand im September der Spatenstich für das Gesundheitszentrum auf dem Merz-Areal statt. In der Aula des Quenstedt-Gymnasiums wurde nun der „Werkstattbericht“ vorgetragen. Anschließend wurde über die Themen und Vorschläge diskutiert. Es wurden Ergebnisse zum Verkehr sowie neue Verkehrsideen und Möglichkeiten für neue Parkplätze vorgestellt. Mit diesen Parkplätzen sei Verkehrstechnisch noch einiges Verkraftbar, meint Ingenieur Wolfgang Schröder. Auch eine Arbeitsgruppe, hatte bindende und offene Vorgaben entwickelt. Diese wurden ebenfalls vorgestellt. Nach dem Wunsch der AG soll künftig mit 20 km/h durch die Mitte gefahren werden. Mit gestalterischen Maßnahmen soll der Verkehr gedrosselt werden. Und: Gebäude, die das Ortsbild prägen, sollen erhalten werden.

Pflegefamilien

110 Kinder im Kreis Tübingen leben bei Pflegeeltern oder in Einrichtungen von freien Trägern, im Durchschnitt bleiben sie sechs Jahre lang in einer Pflegefamilie. Dabei sind in den vergangenen Jahren die Anforderungen an Pflegefamilien immer mehr gestiegen. Die meisten Kinder haben Trennungen der Eltern miterlebt, bei manchen hatten oder haben die Eltern Suchterkrankungen oder starke psychische Probleme, andere Kinder wiederum bräuchten eine spezielle Förderung, die die leibliche Familie nicht bieten kann. Dabei brauchen Kinder eine sichere Umgebung zum Aufwachsen, viele Kinder, die nicht in ihrer eigentlichen Familie bleiben können, zeigen starke Verhaltensauffälligkeiten. Aktuell fließen 4,5 Millionen Euro in die Unterstützung und Unterbringung solcher Kinder, Pflegekinder aufnehmen können Paare unabhängig von Sexualität oder Partnerschaftsstatus, d.h. dass auch homosexuelle Paare und Unverheiratete auf diese Weise helfen können. Genauere Informationen erhält man beim zuständigen Kreisjugendamt.

Auftakt Poetikdozentur

Die diesjährige Tübinger Poetikdozentur hat sich ein offensichtlich etwas heikles Thema ausgesucht: es hat irgendetwas mit Afrika zu tun. Dabei sollte man die Autoren und AutorInnen aber nicht fragen, wo sie herkommen, afrikanische Staaten sollten nicht im Titel der Bücher auftauchen – oder eher doch? Der peinliche Heya-Safari-Effekt ist zu vermeiden, da dieser auf den anerkanntermaßen mehr als peinlichen Kolonialismus verweise. Und es hat alles etwas mit Macht zu tun. Den Auftakt machte Taiye Selasi, eine aus Ghana, Nigeria und Schottland stammende Britin mit US-amerikanischer Biografie, die teilweise in Rom lebt, mit einem Generationen und Welten überspannenden Roman. Man darf gespannt sein.

Bericht aus Moshi

Seit Juni ist die Stadt Moshi in Tansania offiziell Partnerstadt von Tübingen. Im August reiste deshalb eine Gruppe von 20 Tübingern nach Moshi. Vergangene Woche berichteten die Reisenden im Kulturamt über ihre Erlebnisse. Die Delegation aus Tübingen wurde von Bürgermeister Jahpary Michael herzlich in Empfang genommen. Ein großes Problem bei der Reise war oft die Sprachbarriere. Aus diesem Grund lernten die Tübinger schon im Vorfeld typisch tansanische Lieder, um über Musik kommunzieren zu können. Außerdem wurden Schulen, Krankenhäuser und eine Kaffee-Plantage besucht. Die Tübinger kehrten begeistert von ihrer Reise zurück und denken jetzt über einen Partnerschaftsverein nach. Dieser soll die Arbeit in Moshi weiterhin unterstützen.

Podium zum Russland-Bild

Das Institut für osteuropäische Geschichte und Landeskunde der Uni Tübingen hat mit dem städtischen Kulturamt eine Podiumsdiskussion über das Russland-Bild der deutschen Medien organisiert. Kulturamtsleiterin Daniela Rathe betonte die Bedeutung zivilgesellschaftlicher, kommunaler Kontakte wie die jetzt 25-jährige Partnerschaft zwischen Tübingen und Petrosawodsk. Auf dem Podium ging es um das ambivalente Verhältnis zwischen Russland und Deutschland. Es sei geprägt vom Schrecken der NS-Herrschaft. Das Russland-Bild deutscher Medien wechsle zwischen Schrecken und Faszination, zwischen Stalinismus und weiten Landschaften. Unter den Sparmaßnahmen der Medien würden heute auch Sachkenntnis und Analysefähigkeit leiden. Dies führe zu einer verkürzten Berichterstattung mit uralten Mustern.

Senioren-Laptops

In Mössingen gibt es ein Internet Café speziell für Senioren. Hier wird vor allem älteren Menschen geholfen bei Problemen mit Computern, Druckern oder dem Internet. Vergangene Woche fand dort eine ganz besondere Veranstaltung statt. Die Firma "Ordissimo" stellte ihr Produkt vor, nämlich seniorenfreundliche Laptops. Bei diesem speziellen PC ist die Schrift sehr groß, die komplette Bedienung ist auf deutsch und insgesamt ist der Computer sehr einfach zu bedienen. Die Anwesenden und auch der Leiter des Internetcafes, Josef Buschbacher zeigten sich begeistert von diesem neuen Produkt.

Konzeptionstag

Der KBF Mössingen lud zum neunten Mal seine Mitarbeiter zum Konzeptionstag ein. Dieser ist zugleich Tradition und Pflicht für die Angestellten. Mit 900 Teilnehmern, 120 Referenten und 84 Vorträgen und Workshops wurden hier maßgebliche Werte vermittelt. Seit mittlerweile 20 Jahren finden beim KBF jährlich Konzeptionstage und Fachtagungen im Wechsel statt. In diesem Jahr war der Leitsatz der Veranstaltung „Identität entwickeln und stärken“. Darunter sind die Identifikation der Mitarbeiter, die Identitätsbildung ihrer Anvertrauten und auch die einheitliche Außendarstellung des KBF zusammengefasst. Außerdem wurde in diesem Jahr ein neuer Slogan gesucht. Dieser war bisher „Wir helfen“ und wird als veraltet angesehen. Die Mitarbeiter konnte hierfür Vorschläge machen, die auch auf die Buchstaben KBF hindeuten, wie z.B. „kompetent betreuen und fördern“. Das Kürzel steht ursprünglich für Körperbehindertenpflege. Doch da sich der Personenkreis mittlerweile auch auf beispielsweise Schulen und Kindergärten ausgeweitet hat, soll ein neuer Slogan die Verwandlung aufzeigen.

Umgang mit Zahlen

Mathematik als bei den Schülern gefürchtetes Fach ist ein Klischee mit hohem Wahrheitsgehalt, dass seit jeher existiert. Indes nehmen die Probleme bei einem Problem mit Zahlen in der Arbeitswelt mehr und mehr zu. Wie man dieser Angst vor Zahlen beikommen kann erforscht aktuell der Tübinger Professor Korbinian Möller mit seinem siebenköpfigen Team. Dazu untersuchen sie, wo und wie Zahlen im Gehirn verarbeitet werden. Ein Ziel dabei ist es, Methoden zu finden, mit denen man das Hirn auf Zahlen hin trainieren kann. Ein Mittel dabei ist die räumliche Einordung von Zahlen auf einem Zahlenstrahl, auf welchem die Zahlen von links nach rechts hin größer werden. Wenn man sich diesen vorstellt, werden Zahlen greifbarer, ebenso kann es helfen, das kleine Einmaleins durchzugehen. Die Wissenschaftler beobachteten dabei eine starke Hirnaktivität. Besonders wichtig sei es demnach, diese Dinge Kindern im Grundschulalter beizubringen, idealerweise in den ersten beiden Schuljahren, da dort das grundlegende Zahlenverständnis geschaffen wird. Das Team hat einige Kriterien entwickelt, nach dem Probleme erkannt und mit einem speziellen Training versucht wird, diesen Kindern zu helfen. Aktuell wird dieses Verfahren an einer Stuttgarter Schule ausgetestet. Im Training werden dabei vermehrt neue Medien verwendet, wie beispielsweise eine Tanzmatte, wie sie bei einigen Videospielen als Controller verwendet wird, und auch gute Ergebnisse erzielt. Bisher gilt das Projekt als ein Erfolg der Grundlagenforschung.




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