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Nachrichten vom 26.09.14

Vier Kandidaten

Der Gemeindewahlausschuss hat am Dienstag vier Kandidaten für die Wahl des Tübinger Oberbürgermeisters am 19. Oktober zugelassen: Boris Palmer ist noch Amtsinhaber und möchte als Kandidat der AL/Grünen weitermachen. Markus Vogt alias Häns Dämpf ist als Mitglied der Satire-Partei „Die Partei“ auch schon in den Gemeinderat gewählt worden. Beatrice Soltys ist parteilose Baubürgermeisterin aus Fellbach und hat die Unterstützung der CDU. Hermann Saßmannshausen ist Vorsitzender des Radsportbezirks Achalm und war lange Jahre Fahrradhändler. Er hat die benötigten 100 Unterstützer-Unterschriften und die Wählbarkeitsbescheinigung erst kurz vor Ende der Frist abgegeben. Vier weitere Bewerber erfüllten nicht die nötigen Kriterien und einer hatte kurzfristig zurückgezogen. Am 1. Oktober gibt es in der Hermann-Hepper-Halle eine städtische Informationsveranstaltung. Dort haben die Kandidaten jeweils 15 Minuten, um sich zu präsentieren.

Kritik an Experimenten

Nach den Debatten über die Tierversuche am Max-Planck-Institut, schlagen Tierschützer erneut Alarm. Raben bekommen Steckdosen in das Gehirn installiert. Neurobiologen der Uni Tübingen bohren Löcher in die Köpfe der Krähen, um Elektroden anzubringen. Diese Versuche sollen Beiträge zur Hirnforschung liefern. Die Uni Tübingen weist diese Anschuldigungen jedoch zurück. Uni-Rektor Bernd Engler gibt bekannt, dass bisherige Versuche Ergebnisse über die Funktion des Arbeitsgedächtnisses lieferten und gleichzeitig zur Grundlagenforschung beitragen.

LKW-Verbot droht

Die Luft in der reutlinger Eberhard- und Karlstraße soll fortan verbessert werden. Um dies umzusetzen, sollen diese Straßen für LKWs gesperrt werden. Grund dafür ist der Luftreinhaltungsplan, welcher seit 2008 in Gange ist. Täglich befahren 600 bis 650 LKWs die Eberhard- und Karlstraße und verursachen somit Stickoxid-Belastungen von fast 50 Mikrogramm. Dabei liegt der EU-Grenzwert bei 40 Mikrogramm. Aufgrund dessen besteht innerhalb dieser Straßen Gesundheitsgefahr für Anwohner. Die Gemeinde stelle die Wirksamkeit dieses Verbots in Frage. Eine Verlagerung des LKW-Verkehrs würde zu Belastungen anderer Verkehrsbereiche führen. Der LKW-Verkehr von der Alb kommend und Richtung Metzingen und Stuttgart fahrend wäre dann einem völligen Verkehrschaos ausgesetzt. Zumal die Knotenpunkte bereits jetzt schon überlastet sind. Neben vollgestopften Straßen in anderen Bereichen, würde das Durchfahrtsverbot für LKWs nur eine minimalste Verbesserung versprechen. Das Regierungspräsidium Tübingen hat ihr Einvernehmen bezüglich dieses Vorhabens noch nicht gegeben.

Formaldehyd-Problem

Der Erweiterungsbau der Betzinger Hoffmannschule muss komplett saniert werden. Grund sei eine erhöhte Formaldehydbelastung in den Räumlichkeiten. Die Messungen ergaben eine fünffache Übersteigung des Grenzwertes. Im Frühjahr soll mit dem Umbau begonnen werden, bei dem bis auf den Rohbau alles abgenommen werden müsse. Von der Maßnahme sind ca. 200 Schüler der dritten und vierten Klasse betroffen. Als Übergangsregelung für die Herbst- und Wintermonate müsse nun sehr regelmäßig gelüftet werden, um die Formaldehydkonzentration in der Luft unter dem Grenzwert zu halten. Formaldehyd kommt häufig in den Klebstoffen vor, die für Spanplatten verwendet werden. Wenn er austritt, kann er die Atemwege angreifen, sowie Kopfschmerzen und Müdigkeit verursachen. Zudem gilt er als krebserregend. Die Stadt Betzingen hat zum 21. Oktober zu einer Infoveranstaltung für alle Lehrer und Eltern geladen.

Solarparks gekauft

Die Stadtwerke Tübingen haben vom Photovoltaik Unternehmen Belectric fünf Solarparks erworben. Diese können etwa 25 Millionen Kilowattstunden pro Jahr erzeugen, wodurch sich die bisherige Solarstrompruduktion der Stadtwerke vervierfacht. Ziel der Stadtwerke ist es bis 2020 die Hälfte des Stromabsatzes aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Außerdem wurde in Windparks investiert, sodass Leistungsschwankungen der Sonnenenergie im Winter durch Windenergie ausgeglichen werden können.

Wasserkraft und Fischtreppe

Mit Schnitzel, Fleischkäse, Zwiebelkuchen und dem Akkordeon-Club Rottenburg nahmen die Rottenburger Stadtwerke am vergangenen Freitag an der Starzel zwischen Wachendorf und Frommenhausen ein stillgelegtes Wasserkraftwerk wieder in Betrieb. Seit 100 Jahren gibt es schon das Stauwerk bei der Burgmühle, das Ende des Jahres 2013 modernisiert wurde. 250 000 Euro kostete die Gesamtanlage, zu der auch eine Fischtreppe gehört. Eine automatische Rechenanlage mit einem Stababstand von nur 1,5 Zentimetern hindert die Fische daran, in den Kraftwerkskanal zu schwimmen. Durch zwei verschieden große Kammern mit jeweils einem entsprechenden Laufrad können verschiedene Wassermengen effektiv genutzt werden. 140 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr soll das Kraftwerk bei einer Laufzeit von 50 Jahren erzeugen.

Empirische Bildungsforschung

Seit letzter Woche gibt es in Tübingen das "Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung". Die Forschungsarbeit des Instituts solle Werkzeuge und Methoden für die Bildung liefern. Dadurch könne man bei Kindern und Jugendlichen Begabungen, Auffassungsgabe und Intelligenz erfassen und fördern. Schwerpunkte des Instituts sollen Studien zu den Effekten von Reformen im Bildungssystem sein, Studien zur Motivationsförderung von Schülern oder Methodenforschung und ihre Anwendung in Forschungs- und Auswertungsdesigns. Am Institut entsteht eine Postdoktorandenakademie zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Damit seien die Voraussetzungen für den Erfolg in der zweiten Exzellenzinitiative gelegt. In den nächsten zehn Jahren kommen 7,5 Millionen Euro von der Hector Stiftung II und fast zwei Millionen Euro vom Land Baden-Württemberg.

LebensPhasenHaus

Die Universität Tübingen, die IHK Reutlingen und verschiedene Unternehmen bauen in der Rosenau 9, unweit der Morgenstelle 3 neben dem Restaurant Rosenau gemeinsam ein Haus als Forschungsprojekt um optimale Lösungen für die Bedürfnisse im Alter zu erarbeiten. Das Haus soll im Frühjahr 2015 fertig werden und nur im Rahmen von Forschungsprojekten zeitweise bewohnt werden. Darüber hinaus soll es als Plattform und Treffpunkt zur Entwicklung von Ideen dienen. Daran beteiligt ist das Lokale Bündnis für Menschen mit Demenz, verschiedene Pflegedienste, Vereine und Beratungsstellen, darunter der Kreis- und Stadtseniorenrat Tübingen, der DRK-Kreisverband Tübingen und weitere. Zu den Unternehmen gehört die SchwörerHaus KG aus Hohenstein, die bereits barrierefreie Ausstattungen anbietet, Garten-Moser aus Reutlingen kümmert sich um das Grün und Kemmlit aus Dußlingen ist für die sanitären Einrichtungen zuständig. Die Stadtwerke Tübingen sorgen für die Kommunikationssysteme und TüNet für eine Glasfaseranbindung. Von der Firma Somfy aus Rottenburg kommt ein Smart-Home-System, mit dem man Sonnenschutz oder Beleuchtung internetbasiert steuern kann. Die Kosten betragen etwa 600 000 Euro zusätzlich zu dem durch die Firmen eingebrachten Material und dem ehrenamtlichem Engagement.

Spatenstich für Studiwohnheim

Vergangene Woche wurde der erste Spatenstich für ein neues Wohnprojekt in Reutlingen getan. Es handelt sich um ein Studentenwohnheim für bis zu 155 Studierende. Aufgrund eines akuten Wohnungsmangels, insbesondere für Studenten aus dem Ausland, sah das Studierendenwerk Tübingen-Hohenheim die Notwendigkeit für ein neues Wohnheim. In das Projekt flossen 9,5 Millionen Euro. 1,2 Millionen Euro wurden von Land beigesteuert. Die Fertigstellung der Gebäude soll im Wintersemester 2015/16 sein und im Sommersemester 2016 wird das gesamte Projekt beendet sein.

Erlebnispfad eingeweiht

Am Wanderparkplatz „Weißer Stein“ wurde nun ein Rotwild-Erlebnispfad eröffnet. Der im Schönbuch befindliche, 1,5km lange Weg klärt spielerisch über alles auf, was mit Waldtieren und deren Leben zu tun hat. Die Idee der Anlage begründet sich in der Bachelorarbeit eines ehemaligen Studenten der Rottenburger Forsthochschule. Der Pfad führt durch ein Rotwildgehege. Diese sind im Laufe der letzten Jahre notwendig geworden, da das Rotwild sonst erhebliche Schäden an Feldern und Forstwirtschaft hinterlassen würde.

Gesundheitsreport

Laut DAK ist der Krankenstand in Tübingen leicht gestiegen. Mit einem Wert von 3,1 Prozent liegt Tübingen aber damit immer noch unter dem Landesdurchschnitt. Was auffällig ist, ist der Anstieg von Fehltagen aufgrund psychischer Erkrankungen. Die Anzahl dieser Fehltage stieg seit 2006 um 70 Prozent an. Als Grund für dieses Phänomen nannte die DAK die ständige Erreichbarkeit, welche sich teilweise auch auf das Wochenende erstrecke. Dies führe zu einem höheren Stresslevel und kürzeren Erholungsphasen. Zudem sei die Offenheit dem Thema gegenüber wesentlich höher als früher. Die Patienten teilten psychische Probleme den Ärzten eher mit, welche wiederrum besser informiert seien und dies besser diagnostizieren könnten.

Rottenburg für Schlaumeier

Die Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg steigt vorübergehend aus dem Programm der Kinder-Uni aus. Grund dafür sei die niedrige Nachfrage, so Rektor Bastian. Die Hochschule habe beschlossen das Programm der Kinder-Uni nur noch alle zwei Jahre anzubieten, das bedeutet im Wintersemester 2015 wird es in Rottenburg wieder eine Kinder-Uni geben. Alternativ gibt es dieses Semester die sechsteilige Reihe "Ich und meine Stadt - Rottenburg für Schlaumeier". Kinder, die daran teilnehmen, erfahren, was im Rathuas passiert und machen unter anderem Ausflüge zur Feuerwehr und den Wasserwerken. Nähere Infos gibt es unter www.vhs-rottenburg.de.ing




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