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Nachrichten vom 28.07.2014

Stadtbibliothek abgespeckt

Rottenburg bekommt jetzt endlich eine Stadtbibliothek. Das hat der Gemeinderat beschlossen. Allerdings reicht es nur zu einer abgespeckten Version, weil der Siegerentwurf zu teuer geworden wäre. Durch eine kleinere Baufläche, eine einfachere Baukonstruktion und billigere Materialien konnten die Planer die Kosten von neun auf sechs Millionen Euro senken. Statt Klinker kommt Putz an die Fassade, ein Kellergeschoss fällt weg und diverse Räume werden zusammengelegt. Das Café und der Veranstaltungsraum sowie Jugendbibliothek und Schulungsraum kann man dann eben nicht gleichzeitig nutzen. Aber alle ursprünglich vorgesehenen Funktionen werden möglich sein, betonten Verwaltung und Planung. Baustart soll Anfang 2016 sein, bis Mitte 2017 soll es dauern.

Ausstellung

Tiere im Krieg, die jetzt in einer spannenden Sonderstellung des Reutlinger Naturkunstmuseums ihren bemerkenswerten Auftritt haben. Eröffnet hat die Exposition am letzten Donnerstag mit einem Fachreferat von und mit Professor Dr. Rainer Pöppinghege vom Historischen Istitut der Universität Paderborn. Er zählt zu den wenigen Experten auf dem Gebiet tierischer Kriegseinsätze und hat über die zuweilen haarsträubenden Dienste gesprochen, zu denen Rösser, Hunde, Kamele, Fledermäuse, Delfine oder Glühwürmehen an der Front und auf den Schlachtfeldern von einst und heute herangezogen wurden.

Kreistag

Vergangenen Mittwoch fand die erste Sitzung des neuen Tübinger Kreistages statt. 25 der 62 Mitglieder sind neu und 37 wiedergewählt. Die Ausschüsse und kommunalen Gremien wurden einvernehmlich besetzt. Vorrangige Themen dieser Amtsperiode des Kreistags sind die Unterbringung von Asylsuchenden, die Regionalstadtbahn, der Teilhabe plan für Inklusion und die "Beratungsoffensive" der Jugendhilfe. Außerdem hat der Kreis eine Verfassungsbeschwerde eingereicht, um zukünftig Langzeitarbeitslose allein statt zusammen mit dem Arbeitsamt betreuen zu können.

Fortsetzung Hotelprojekt

Der Reutlinger Gemeinderat hat beschlossen, das Hotelprojekt bei der Stadthalle mit einem geänderten Nutzungskonzept fortzuführen. Grüne und RSÖ attackieren dieses Vorgehen aber heftig. Die Verwaltung soll nun einen Erbbaurechtsvertrag mit der Projektgesellschaft PPP abschließen - allerdings unter der Voraussetzung, dass bis zum 15. August eine genehmigungsfähige Bauvoranfrage vorliegt und spätestens einen Monat nach positivem Bauvorbescheid die unwiderrufliche Finanzierungsbestätigung für das 18 Millionen Euro teure Projekt auch vorliegt. Mit dieser Finanzierungsgarantie sollten die Risiken gerecht verteilt werden zwischen Stadt und Investor, sagte OB Barbara Bosch.

Ressourcen am falschen Ort

So nennt der Professor für Abfall- und Ressourcenmanagement Stefan Gäth die Kreismülldeponie Zollernalb in Hechingen. In einem vom Land geförderten Projekt hat er das Ressourcenpotenzial der Deponie untersucht. Dort liegen etwa 60.000 Tonnen Metall, auf dem Rohstoffmarkt wäre das 54 Millionen Euro wert. Mit dem Rückbau von Mülldeponien könnte man wertvolle Sekundärrohstoffe gewinnen. Das könnte in Zukunft sinnvoll werden, wenn steigende Erlöse aus der Rohstoffvermarktung zu erwarten seien. Dann könnte der Rückbau von Mülldeponien eine echte Alternative zur jahrzehntelangen Nachsorge sein.

Schönster Wanderweg

Mössingen tritt mit dem Dreifürstensteig gegen die Lüneburger Heide, Eifel, Röhn und Oberfranken an. Die Zeitschrift "Wandermagazin" hat die Online-Abstimmung "Deutschlands schönster Wanderweg" gestartet. Im letzten Jahr errang der "Traumpfad Eltzer Burgpanorama" bei Koblenz den Preis. Seither kommen im Ausgangspunkt des Wanderwegs bisweilen die Busse nicht mehr durch. Zuvor galt der Landkreis Mayen-Koblenz nicht als Ziel für Wanderer. Seit Beginn der diesjährigen Online-Abstimmung liegt der Dreifürstensteig gut im Rennen. Schärfster Konkurrenz ist der "Heidschnuckenweg" in der Lüneburger Heide. Noch bis zum 31. Juli kann jeder unter www.wandermagazin.de seine Stimme abgeben.

Was ist Schwäbisch?

So heißt eine Vortragsreihe des Tübinger Instituts für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften. Der Historiker Paul Münch widmete sich dem schwäbischen Fleiß und der Frage, warum Schwaben als besonders arbeitsam gelten. Ein Fleiß-Gen gebe es nicht, die Schwaben sind nicht fleißiger als andere, aber seit etwa 200 Jahren existiere diese Zuschreibung. Es gebe gewisse Verfleißigungs-Institutionen wie den Protestantismus mit der biblischen Pflicht zur Arbeit. Auch der erfinderische Fleiß sei typisch für die Schwaben und Voraussetzung für die Industrialisierung gewesen. Daraus habe sich ein gewisser Stammes-Stolz entwickelt, der Schaffen mit den Händen über die Arbeit mit dem Kopf hebt. Für den Müßiggänger haben Schwaben vor allem Schimpfworte parat: Dagdieb, Trialer oder Lahmarsch.




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