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Nachrichten vom 25.04.2014

Neuer Direktor

Der Direktor-Posten am Institut Culturel wird ab dem 01.Juni von dem 33jährigen Mathieu Osmont besetzt. Dieser stammt aus Rouen. Er studierte Politikwissenschaft, Geschichte, Jura und Wirtschaft in Paris, anschließend Geschichte in Sorbonne und war auch bereits in einem Erasmusjahr in Leipzig. Mit dem Institut hatte er bisher nur über Umwege zu tun: Er schrieb seine Doktorarbeit über den Gründungsvater René Cheval. OB Boris Palmer, Bürgermeister Michael Lucke und der Vorsitzende des Vereins der Freunde des Instituts Thomas Vogel freuen sich über die Wahl. Das Institut selbst ist ebenfalls glücklich darüber, bald wieder vollständig zu sein. Die Leitungsstelle sollte im vergangenem Jahr den Sparmaßnahmen des französischen Staates zum Opfer fallen, konnte nun jedoch durch größere finanzielle Unterstützung der Stadt Tübingen erhalten werden.

Neuer Klinikchef

Die medizinische Geschäftsführerin der Kreiskliniken Reutlingen Dr. Rafaela Korte hört auf. Ihr 5-Jahres Vertrag wurde nicht verlängert, was aber unter Zustimmung beider Seiten vereinbart wurde. Kortes Vertrag läuft Ende Oktober diesen Jahres ab. Ab dem 1. Mai soll jedoch schon ihr Nachfolger Norbert Finke antreten. Korte möchte aus der Region Reutlingen erst einmal weg, wohin und was ihre Aufgaben dann werden, ist noch nicht klar. Korte hatte viele anspruchsvolle Aufgaben im Klinikum Reutlingen, unter anderem das sogenannte "Zukunftskonzept", bei dem es vor allem um wirtschaftliche Kompetenzen ging. Seit 2009 war Korte medizinische Leiterin der Kreiskliniken. 2010 übernahm sie dann den Vorsitz der Geschäftsführung. Ihr Nachfolger Norbert Finke stammt von der Uniklinik in Mainz und wird den Vorsitz der Geschäftsführung übernehmen.

Pilotprojekt für Alleinerziehende

Das Pilotprojekt „Evaluation integrativer Maßnahmen für Alleinerziehende“ - kurz „Ema“- unterstützte von 2010 bis 2012 Alleinerziehende bei der Berufs- und Ausbildungssuche. Das Tübinger Projekt wurde vom Jobcenter durchgeführt. Dieser kooperierte dabei mit der Uni Tübingen und der Volkshochschule. Das Ziel war es „passgenaue Hilfen“ zu bieten, die für den ersten Arbeitsmarkt qualifizieren. „Besonders Alleinerziehende haben es immer noch einen Tick schwerer auf dem Arbeitsmarkt.“, so Regina Katzenberger vom Jobcenter Tübingen. 47 Teilnehmerinnen wurden zwei Jahre lang individuell begleitet. Die Hälfte der Frauen meldete sich zurück. 57 Prozent von ihnen hatten eine Arbeitsstelle gefunden. Fünf waren nach wie vor arbeitslos. Das Projekt zeigte, dass vor allem die Dauerbelastung einen großen Risikofaktor für die Integration in den Arbeitsmarkt darstellt.

Gesund in Arbeit

"Initiative Gesund in Arbeit" (INGA) heißt das Projekt, das die Spirale Arbeitslosigkeit – Schwindendes Selbstvertrauen durchbrechen soll, und das vom Europäischen Sozialfonds und dem Landesministerium für Arbeit und Sozialordnung gefördert wird. Dazu kooperieren die Volkshochschule, das Tübinger Jobcenter und die Uni Tübingen. Die erste Phase startete im Oktober und wurde bereits vom Institut für Erziehungswissenschaft ausgewertet. 15 Frauen zwischen 35 und 50 Jahren aus dem Kreis Tübingen, die länger als ein Jahr arbeitslos waren, trafen sich 16 Wochen fünf Mal pro Woche vormittags in der VHS zu insgesamt sechs Schulungs-Modulen: Bewegungsangebote, Entspannung und Stressbewältigung, Ernährungsberatung, Coaching und spielerische Biografiearbeit. Inzwischen haben einige Teilnehmerinnen eine Arbeitsstelle gefunden, andere besuchen berufsbezogene Bildungsangebote. Alle schätzen ihr allgemeines Wohlbefinden als verbessert ein und bestätigen eine Steigerung ihres Selbstbewusstseins. Für die zweite Gruppe für Frauen und Männern unter 35 Jahren sind noch Plätze frei. Im August beginnt die dritte Gruppe für Arbeitslose, die über 50 Jahre alt sind. Die Teilnahme ist kostenlos, Informationen gibt Angelika Gutbrod-Speidel bei der VHS.

Qualität und Heterogenität

Knapp 700 Gäste interessierten sich vor kurzem bei der Tagung „Qualität und Heterogenität“ für die Zukunft der Schullandschaft. Ein Jahr lang hatten die Vorbereitungen gedauert. "Es besteht riesiger Bedarf an klaren Forschungsbefunden", sagt der Tübinger Professor Thorsten Bohl. „Es gibt nicht das eine Unterrichtsformat, das allen Schulen übergestülpt werden kann“, so Bohl in einem Zeitungsinterview. Allerdings müssten alle Schulen dafür sorgen, dass sich die Kinder mit den Dingen intensiv auseinandersetzen. Von den Schulen wird gefordert, dass sie ihre Schüler und Schülerinnen individuell und kompetenzorientiert fördern. Bohl spricht sich bei der Umsetzung für eine „Schritt-für-Schritt“-Strategie aus. Lehrkräfte müssten kooperieren. Eine weitere Erkenntnis sei, dass die Qualität einer Schule extrem von der Schulleitung abhänge. SchulleiterInnen müssten wissen, was guter Unterricht ist und wie sie ihn voranbringen können, erklärte Thorsten Bohl.

Wind-Beteiligung

Die Stadtwerke Tübingen haben einen neuen Windpark erworben, er liegt in Hunsrück. Im Landkreis Tübingen selbst befinden sich keine geeigneten Standorte für Windkraftanlagen, deswegen sucht man diese außerhalb. Nach dem Windpark in Neunkirchen werden nun also auch die drei Windenergieanlagen im rheinland-pfälzischen Rhein-Hunsrück-Kreis ihren Teil zur Tübinger Energieversorgung beisteuern. Es sei „ein weiterer wichtiger Meilenstein, auf dem Weg, unsere Ausbauziele bei den Erneuerbaren Energien zu erreichen“, so Geschäftsführer Ortwin Wiebecke. In den nächsten Jahren soll mindestens die Hälfte des Stroms in Tübingen aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. Man rechnet damit, durch denWindenergiepark in Hunsrück einen Gesamtbetrag von 18,6 mio Kilowattstunden zu erhalten, damit kann man fast 5000 Tübinger Hauhalte umweltfreundlich mit Strom versorgen. Anfang Mai soll bereits die erste der drei Anlagen in Betrieb gehen.

Nachttanzdemo

„Reclaim your City“ lautet das Motto der überregionalen Nachttanzdemo am Samstag ab 17 Uhr in Reutlingen. Holt Euch die Stadt zurück, denn die Stadt gehört allen!?! Die Veranstalter richten sich gegen die Kommerzialisierung der Städte. Bei der modernen Stadtplanung stehe die profitorientierte Verwertung der Menschen über ihren Bedürfnissen. Der Konsumzwang dominiere und es gebe wenig Raum für selbstbestimmte und spontane Zusammenkünfte. Ansammlungen von jungen Menschen werden in Reutlingen als Bedrohung der öffentlichen Ordnung wahrgenommen und aufgelöst. Beim selbstverwalteten Jugendzentrum Zelle gehören Polizeikontrollen im Intimbereich zum Alltag. Die Nachttanzdemo wird mit vier Lautsprecherwagen samt Sound-Systems laut, fröhlich und bunt sein. Tanzen und feiern kann man zu Techno, Reggae, Dubstep, Trash oder Punkrock. Start ist am Samstag um 17 Uhr am Reutlinger Hauptbahnhof, das Ende ist um 21 Uhr vor dem Polizeipräsidium geplant. Die After-Show-Party steigt in der Zelle.

Fit für die Zukunft

So heißt eine Ringvorlesung zum 175-jährigen Bestehen des Instituts für Sportwissenschaft. Den Anfang machte der Direktor Ansgar Thiel mit einem Überblick zu aktuellen und vergangenen Fitnesstrends sowie ihren Auswirkungen auf das Verständnis des Begriffs Fitness in der Gesellschaft. Fitnessbewegungen seien ein Phänomen der Neuzeit und eine Reaktion auf die durch voranschreitende Technik verloren gegangene Körperlichkeit. Die Bodybuilder wollten körperliche Entwicklungsgrenzen überwinden, beim Aerobic ging es um Körperkultivierung und seit den 1990er Jahren gewann der Gesundheitsaspekt an Bedeutung. Heute soll Fitness das Altern verlangsamen, den Leistungsabbau verringern, Höchstleistung ausweiten oder Krankheiten verhindern. Immer gehe es bei Fitness um die gute körperliche Verfassung. Dafür müsse man Leistung bringen, eine kollektive Norm erfüllen und sich an eine veränderte Umwelt anpassen. Das Fitness-Ideal verstärke den Druck auf den Einzelnen. Weil viele Schönheitsstandards erreichen wollen, gebe es eine Zunahme von Essstörungen. Außerdem führe dieses gesellschaftliche Ideal zur Ausgrenzung fettleibiger Menschen.

Verschwiegene Vergangenheit

Historiker Markus Roth veröffentlichte ein neues Buch mit dem Titel "NS-Belastete aus dem östlichen Württemberg". Darin wird unter anderem Helmut Weilheinmaier beschrieben, der erste Bürgermeister Tübingens. Bereits 1934 war Weilheinmaier Landrat und während des zweiten Weltkrieges dann Kreishauptmann im Kreis Zamosc in Polen. Seine Zeit dort bezeichnet eine düstere Nazi-Vergangenheit. Er ließ etwa 8000 Personen zunächst umsiedeln und später in Konzentrationslager verschleppen. Nach Kriegsende wurde Weilheinmaier dann als "Mitläufer" entlastet. Daraufhin konnte er seine Karriere im Regierungsbezirk Württemberg fortsetzen. Er selbst verschwieg seine NS-Vergangenheit nach dem zweiten Weltkrieg.

Toiletten für Kamerun

Sehr viel Engagement zeigt Studentin Rebekka Diebold aus Kusterdingen. In den Semesterferien reiste sie für drei Wochen nach Kamerun, um in einem Waisenhaus sanitäre Anlagen einzurichten. Bereits 2007 absolvierte Diebold einen Freiwilligendienst in diesem Waisenhaus. Danach gründete sie einen Förderverein und besuchte das Waisenhaus mehrmals, um nachhaltig Hilfe zu leisten. Mit genügend Spenden ist es ihr nun gelungen dort Toiletten aufzubauen, die auch noch ökologisch sind. Die sogenannte "Komposttoilette" trennt Urin und Fäkalien, die später zum Düngen benutzt werden. So gelang es der jungen Studentin in einem Waisenhaus in Kamerun nachhaltige und ökologische Hilfe zu leisten. Auch die Kinder des Waisenhauses sind von ihrer neuen "Shit Mashine" total begeistert.

Biosphärenbus umsonst

Von Mai bis Oktober fährt der Biosphärenbus an Sonn- und Feiertagen drei Mal täglich um den ehemaligen Münsinger Truppenübungsplatz. Dieses Jahr kann man ihn erstmals kostenlos nutzen und sogar sein Fahrrad im Anhänger unterbringen, wenn die gesamte Strecke zu weit ist. Auf einem neuen Flyer gibt es vier Tourenvorschläge, die sich mit dem Biosphärenbus kombinieren lassen.

Grieshaber-Wanderweg

Rund 200 Arbeiten des Holzschneiders HAP Grieshaber lagern im Keller des Eninger Rathauses. Der 2012 gegründete Förderverein Eninger Kunstwege möchte diese nun zum einen durch eine Ausstellung in der Grieshaberhalle, zum anderen durch einen vier Kilometer langen Kunstpfad der Öffentlichkeit zugänglich machen. Dieser beginnt an der Grieshaber-Halle, führt über den Betzenriedweg zum HAP-Grieshaber-Weg, vorbei an Grieshabers Anwesen bis zum Achalm-Höhenweg und über den Kreuzbuckel, die Schillerhöhe und die Achalmstraße wieder zurück. 40 Metallplatten bieten Informationen, Mehrfachfarbdrucke auf Acrylglas präsentieren Fotografien ausgewählter Werke. Der Kunstspaziergang soll eine Stunde dauern und bis auf eine Ausnahme barrierefrei erreichbar sein. Der Eninger Gemeinderat genehmigte bereits 3000 Euro Startkapital für die Ausstellung, für die Ausstattung des Kunstpfades benötigt der Verein jedoch insgesamt rund 100 000 Euro und sucht deshalb nach Sponsoren.



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