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Nachrichten vom 28.03.2014

Rehazentrum

Am Uni-Klinikum auf dem Schnarrenberg wurde das Rehazentrum für Cochlear-Implant Patienten eröffnet. Es ist für Menschen gedacht, die ein Cochlear-Implant erhalten. Das ist eine Prothese, mit der taube oder sehr schwerhörige Menschen die Chance haben, wieder zu hören. Kinder können so sogar ein ganz normales Sprachvermögen entwickeln. Die Prothese ist eine Möglichkeit für alle Menschen, deren Innenohr geschädigt, deren Hörnerv aber noch in Takt ist. Nach einer Operation müssen diese Menschen allerdings das Hören wieder erlernen – das ist in dem neuen Rehazentrum der Uniklinik möglich – zuvor musste man immer nach Saarbrücken oder Frankfurt. Das war eine extreme Belastung, da die Therapie nicht im Block ist, sondern über zwei bis drei Jahre immer mal wieder in der Klinik stattfindet. In der Reha bekommen die Menschen Hör- und Sprachtraining, Musiktherapie und Mototherapie. Zudem werden auch Gleichgewicht und Motorik trainiert. Die Menschen aus der Region können ambulant zur Reha kommen, für alle von weiter weg gibt es vier stationäre Plätze.

Fachkräftemangel.

Die städtische Hospitalstiftung von Rottenburg leidet unter Personalmangel. Die Stiftung betreibt in Rottenburg und Remmingsheim fünf Pflegeheime mit 350 Angestellten. Zurzeit ist wegen Fachkräftemangel eine ganze Pflegestation geschlossen. Die meisten Fachkräfte, die die Hospitalstiftung ausbildet, wechseln zu ambulanten Pflegediensten oder in die Tübinger Kliniken. Die Aufsicht der Stiftung liegt beim Hospitalausschuss des Rottenburger Gemeinderats. Einige Mitglieder des Ausschusses sehen eine Chance in der ambulanten Pflege. Sie glauben, dass ein eigener ambulanter Pflegedienst die Fachkräfte bei der Hospitalstiftung halten könnte. Bisher leisten in Rottenburg die katholische Sozialstation und private Anbieter die ambulante Pflege. Zurzeit verhandeln Hospitalstiftung und Sozialstation deshalb über eine mögliche Kooperation. Die Sozialstation hat nur etwa 70 Mitarbeiter. Sie will kooperieren, jedoch nicht fusionieren. Die Geschäftsführerin der Sozialstation, Daniela Brunner, fürchtet um den kirchlichen Tarifvertrag. Bürgermeister Volker Derbogen hofft die Zusammenarbeit im Januar 2015 beginnen zu können.

Sanierungs- und Raumkonzept

Den Kindergärten in Bodelshausen fehlt es an Nutzfläche. Jetzt will die Gemeinde ein Sanierungs- und Raumkonzept für ihre Kindertageseinrichtungen entwickeln. Die pädagogischen und organisatorischen Ansprüche an Tageseinrichtungen für Kinder haben sich in den vergangen Jahren verändert. Wegen des demografischen Wandels musste die Gemeinde im Sommer 2013 den Kindergarten in der Altenhoferstraße schließen. Seit 2007 baut Bodelshausen die Kleinkindbetreuung aus: Das Kinderhaus Birkenweg wurde renoviert und erweitert, seit September haben dort 40 Kinder Platz. Es gehe darum, den Bedarf an Plätzen und Raum in den Einrichtungen zu ermitteln, so Bürgermeister Uwe Ganzenmüller. Berücksichtigt werden soll dabei auch das neue Baugebiet Oberwiesen. Für die Renovierung des Kindergartens in der Daimlerstraße hat die Gemeinde im Haushalt Geld berücksichtigt. In welchem Umfang das Gebäude renoviert wird, steht allerdings noch nicht fest.

Straßensperrung

Gestern am 27.03. wurde die Friedrichsstraße für den Verkehr voll gesperrt. Das soll auch noch bis August so bleiben. Fußgänger können aber ohne Probleme sämtliche Geschäfte und Wohnungen weiterhin erreichen. In dieser Zeit brauchen die Fahrradfahrer nicht mehr an den Ampeln auf dem Zinserdreieck warten, sondern können gleich auf der Karlsstraße zur Neckarinsel weiterfahren. OB Boris Palmer sagt, dass die Straße zu einem Boulevard ausgebaut werden soll. Die Busspur soll wegfallen und stattdessen der Fußweg auf 4,60m verbreitert werden, ähnlich wie auf der Poststraße wird das Ganze dann aussehen. Ob alles mit der Verkehrsumleitung so gut klappt, wird sich noch herausstellen. Zumindest gestern gab es ordentlich Stau vor dem Neckarparkhaus.

Privatunterricht

Das Deutsch-Amerikanische Institut hat einen Etat von gut einer Million Euro. Dank der Zuschüsse von Landkreis und Stadt Tübingen kam es im vergangenen Jahr knapp hin. Jeffrey Hill vom US-Generalkonsulat in Frankfurt erschien am Mittwochabend in knöchelhohen Turnschuhen. Nicht aus mangelndem Respekt vor den Mitgliedern des Deutsch-Amerikanischen Instituts. Sondern weil er vorher in einer Tübinger Realschulklasse war, die beim Programm "Botschafter in Turnschuhen" mitmacht. Dieses Programm ist eins der vielen Angebote des DAI für Tübingen und den Landkreis. Hermann Strampfer berichtete als Erster Vorsitzender von rund 11.000 Besuchern bei mehr als 200 Veranstaltungen im vergangenen Jahr. Sie reichen von Lesungen über Ausstellungen und Filme bis zum gemeinsamen Superbowl-Gucken und dem Essen an Thanksgiving. Das Sprachprogramm mit Kursen, Studienreisen und Camps für junge Leute ist Bestandteil der Tübinger Bildungslandschaft. Außerdem bildet das DAI Praktikanten und Freiwillige aus - zu gegenseitigem Nutzen. Die Veranstaltungen, aber auch die rund 11.000 Medien in der Bibliothek bieten Interessierten einen Querschnitt der amerikanischen Gesellschaft, Kultur und Politik. Dazu bietet das DAI spezielle Beratungen - beispielsweise für Schul- und Studienaufenthalte in den USA. Mit seinem Programm "Rent an American" hat das Institut in den Regierungsbezirken Tübingen, Stuttgart und Freiburg bisher rund 6000 Schüler/innen erreicht.

Preise für bürgerliches Engagement.

Am vergangenen Samstag verlieh die Bürgerstiftung im Sparkassen-Carré ihre beiden Preise für bürgerliches Engagement. Gerlinde Zimmermann erhielt den Ehrenamtspreis mit 2.000 Euro. Seit 25 Jahren gibt sie Asylanten und Flüchtlingen im Schlatterhaus Deutschunterricht. „Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Und noch dazu eine, die mir Freude macht und mich bereichert.“, so die 76-Jährige. Gewinner des Preises der Bürgerstiftung über 10.000 Euro ist der häusliche Hospizdienst „Boje Tübingen“. Dort begleiten ehrenamtliche Mitarbeiter Familien mit schwerstkranken Kindern bis hin zum Tod und auch danach. Diese Aufgabe sei so schwer und so wichtig, so Ernst Gumrich von der Bürgerstiftung in seiner Rede. Deswegen habe man sich letztlich einstimmig für die Boje als Gewinner entscheiden. Mit dem Preisgeld will der Hospizdienst Trauergruppen finanzieren. Kinder und Jugendliche, die einen Angehörigen verloren haben, sollen dort alle sechs bis acht Wochen zusammenkommen. „Gemeinsam zu trauern mit Menschen, die Gleiches erlebt haben, ist viel leichter.“, erklärte Anja Reuß von der Boje.

Sportlerehrung

Sportler aus Kirchentellinsfurt sind für ihre Erfolg geehrt. Worte der Anerkennung vom Bürgermeister Bernhard Knauss, der beim Emfang der Gemeinde Sportler aus Kirchentellinsfurt ehrte. Unter anderem waren die Siege in den Sportarten Hallenhandball, Damenflorett, Blankbogen und den 10 km Straßenlaufmeisterschaft.

Forschung über Neandertaler

Viele Forscher rätseln an der Frage, warum der Neandertaler ausgestorben ist. Einige glaubten, dass es am Essen gelegen habe. Man ging davon aus, dass der modernere Mensch damals schon Fisch aß, während die Neandertaler sich weiterhin hauptsächlich von Mammut oder Bison ernährten und dadurch einen entwicklungsbiologischen Nachteil gehabt hätten. Diese These wurde jetzt aber von Tübinger Forschern widerlegt. Der Paläobiologe Hervé Bocherens fand nämlich in einer Höhle im nördlichen Kaukasusgebirge heraus, dass auch die Neandertaler Fisch gegessen haben. Festgestellt wurde zudem, dass wie bei allen anderen Lebewesen auch bei dem Neandertaler und dem modernen Menschen die Stickstoffisotope in den Knochen dramatisch anstiegen. Es weißt darauf hin, dass es in dieser Zeit zu allgemein veränderten Umweltbedingungen kam.



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