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LOKALMAGAZIN


Beiträge & Artikel

Nachrichten vom 28.02.2014

Zweite Chance

Im Konflikt zwischen Anwohnern und Barbetreibern in der Herrenberger Straße haben sich die Parteien beim Bürgerdialog mit OB Palmer auf einen Kompromiss verständigt. Auf die Tanzfläche kommen Tische und Stühle, es wird Essen geben und die Musik soll mit Hintergrundlautstärke laufen. Im Gegenzug dürfen die Betreiber an zwölf Tagen im Jahr zu einer angemeldeten Tanzparty einladen. Die Anwohner hätten die Bar lieber ganz geschlossen oder umgesiedelt. Sie präsentierten eine umfangreiche Dokumentation nächtlicher Ruhestörungen. Der Jugendgemeinderat betonte die Bedeutung der Bar für die Jugend und plädierte entschieden für den Erhalt. Die Rechtslage erlaubt auch in Allgemeinen Wohngebieten an Wochenenden einen Gaststättenbetrieb bis fünf Uhr morgens, allerdings keinen Club mit Tanzfläche. Im Mai treffen sich beide Seiten zum nächsten Erfahrungsaustausch.

Neue Rampe

Am Mössinger Bahnhof gibt es als Einstiegshilfe für RollstuhlfahrerInnen eine neue Rampe. Sie erleichtert das Aus- und Einsteigen enorm, auch wenn besagte Personen ohne Begleitung unterwegs sind. Will man von der Rampe Gebrauch machen, sollte man sich am besten vorher beim Mobilitätsservice der Bahn anmelden. In den Zügen selbst gibt es zwar auch Rampen, diese müssen aber erst vom Zugpersonal aufgeschlossen und ausgeklappt werden. Normalerweise sind für einen Stopp am Bahnhof aber nur 30 Sekunden geplant. Durch die umständliche Methode kann unter Umständen viel Zeit verloren werden, sodass es mit Anschlusszügen eng wird. Umso glücklicher ist man über die neue Rampe, die die Körperbehindertenförderung Neckar-Alb der Hohenzollerischen Landesbahn geschenkt hat. Für die Spende hat sich besonders Asta Leimsaile eingesetzt. Sie selbst ist Rollstuhlfahrerin und fährt täglich mit dem Zug. In Mössingen gab es schon einmal so eine Rampe, doch diese wurde letzten Herbst geklaut. Die Lösung mit der Bahnhofseigenen Rampe ist ziemlich einzigartig. Der Mössinger Bahnhof wird also um einiges barrierefreier. Als nächstes soll der Aufzug repariert werden, der seit einem viertel Jahr nicht funktioniert.

Ohne Parkhaus

Am Montag diskutierte der Verwaltungsausschuss über die Parksituation auf Kliniken-Berg. Vorerst wird dort kein neues Parkhaus entstehen. Man rechnet zwar ca. mit 70.000 Patienten mehr pro Jahr durch die neue Augenklinik, dennoch möchte Boris Palmer vorerst die Wirkung des Job-Tickets abwarten. Bis jetzt nutzt nur jeder fünfte Mitarbeiter des Klinikums Bus und Bahn für den Weg zur Arbeit. Das stark subventionierte TüBus-Abo soll nun zum Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel bewegen. Dadurch sollen dann mehr Parkplätze für Patienten frei werden. Über bisherige Veränderungen durch das Job-Ticket gebe es noch keine Zahlen, so Palmer. Er möchte bis zum Ende des Jahres abwarten um über die Wirksamkeit des Tickets zu entscheiden. Sollte das Job-Ticket keine Änderung bringen, so versprach Bürgermeister Boris Palmer sich doch für den Bau eines Parkhauses einzusetzen. Dies würde den Verlust des „letzten unbebauten Südhangs“ der Stadt bedeuten, wie Bernd Gugel ihn nannte. Manche Fraktionsmitglieder machten bereits jetzt schon klar, dies nicht zu unterstützen.

Unter dem Mähringer Weg

So lautet der Name des neuen Baugebiets in Wankheim. 17 neue Häuser können nun auf dem anderthalb Hektar großen Gelände gebaut werden. Vorzugsweise jungen Wankheimer Familien möchte die Gemeinde damit ermöglichen, im Ort bleiben zu können. Als Ausgleichsmaßnahme für das Baugebiet wurde ein Turmfalkennest im Kirchturm errichtet, das nun ebenfalls auf Besucher wartet.

Übernachtungsrekorde

Der Landkreis Reutlingen hat einen Rekord geknackt: Im vergangen Jahr haben mehr als eine Million Gäste aus dem In- und Ausland im Landkreis übernachtet. Doch nicht nur in Reutlingen haben die Zahlen zu genommen, auch generell in der schwäbischen Alb und dem gesamten Gebiet zwischen Konstanz und Kiel. Die Tourismusbranche habe damit alles richtig gemacht, so der Geschäftsführer der Tourismusgemeinschaft Mythos Wolfgang Schütz. Viele Arbeitsplätze hängen von der Tourismusbranche ab. Die Wirtschaftskrise und der damit verbundene Einbruch im Tourismus sei nun endgültig überwunden. Auch in Tübingen stieg die Zahl der Übernachtungen um 3,5%. Warum die Menschen nach Tübingen kommen, hat unterschiedliche Gründe. Neben den Geschäfts- und Gesundheitsreisen nimmt auch der Städtetourismus, was auf das gute Image und die positive Wirtschaftskraft von Stadt und Universität zurückzuführen ist.

Ausgrabungen in Nehren

Eine mittelalterliche Latrine löste diese Woche Entzücken im Nehrener Gemeinderat aus. Der Archäologe Sören Frommer präsentierte erste Ergebnisse der Lehrgrabung des Instituts für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen vom 16. September bis zum 11. Oktober 2013. 5 000 € stellte die Gemeinde dafür zur Verfügung, auch das Regierungspräsidium unterstützte die Ausgrabung, an der bis zu 7 Studierende beteiligt waren. Sie entdeckten in den Weihergärten am Ostrand von Nehren den Keller eines sehr großen Fachwerkgebäudes, das im 15. Jahrhundert abbrannte. Es lag am Nordrand der Kernburg, die mit Schieferplatten aufplaniert war und die jetzt genauer datiert werden konnte: Sie existierte von der ersten Hälfte des 13. bis zur zweiten Hälfte des 15, Jahrhunderts. Unter den Schieferplatten wurde Keramik gefunden, die aus dem 8.-10. Jahrhundert stammt. Nun stellt sich die Frage, ob diese Keramik zu einer Siedlung gehörte oder gar zu einem Adelssitz vor dem bisher des bekannten Erbauers „Hugo der Nerer“. Doch dazu müsste weiter geforscht werden. „Wieviel Geschichte will sich die Gemeinde leisten?“, war denn auch die Frage, die der Archäologe den Gemeinderäten stellte. Besonders vom Inhalt der Latrine verspricht er sich einiges. Gemeinderat Werner Nill zumindest zeigte sich begeistert. Er war als Junge bei den Ausgrabungen des Lehrers Helmut Berner dabei, der in den Jahren 1951 und 1952 die Reste eines Wohnturms fand. Bürgermeister Egon Betz schließt aus den gut besuchten Führungen während der Grabung auf ein reges Interesse. Nun hofft man auf die Gründung eines Fördervereins.

Plenum-Programm

Das "Projekt des Landes Baden-Württemberg zur Erhaltung und Entwicklung von Natur und Umwelt" oder auch kurz "Plenum" ist ein für Projekte bereitsgestellter Topf aus Landesmitteln, die von den Landkreisen verteilt werden. Tübingen kann in diesem Jahr fast eine Viertelmillion Euro verteilen. Bislang haben 20 Projekte knapp die Hälfte davon in Anspruch genommen. Unter ihnen sind das Tübinger Umweltzentrum und die Gemeinde Kusterdingen: Sie gestaltet ihren Ort wildbienenfreundlich. Besonders für Beratung und Anschubfinanzierung neuer Projekte und Ideen soll das Geld ausgegenen werden. Den höchsten Stellenwert in der Auswahl haben Projekte, die Naturschutz mit Integration oder Inklusion verbinden. Noch bis zum 14. März können Anträge eingericht werden.

Theaterprojekt

Am vergangenen Mittwoch sah Betzingen die Premiere von "Fremde Bekannte und das andere Ich". Das mit Langzeitarbeitslosen auf die Beine gestellte Theaterprojekt ist der Nachfolger von "Wenn ich ein Vöglein wär". Schon mit diesem Stück und dem dazugehörigen Projekt feierten der Reutlinger Jobcenter, die Deutsche Angestelltenakademie und das LAG Theaterpädagogikzentrum Betzingen einen durchschlagenden Erfolg. Das diesjährige Stück ist zwar ähnlich mosaikhaft wie das im letzten Jahr, ansonsten aber ganz anders – vor allem viel politischer. Szenenbilder von der Premiere findet ihr auf lokalmagazin.wueste-welle.de. Und die Macher des Stücks sind heute ab 11 Uhr  zu Gast bei uns im Lokalmagazin und werden uns noch mehr erzählen von den fremden Bekannten.

Eine ganze Schule spielt Theater

Unter diesem Motto führt die Hügelschule auch dieses Jahr wieder ein großes Theaterprojekt mit allen Klassen durch. Das Stück trägt den Titel "Paulas Reise" und wird geleitet von der Theaterpädagogin Patricia Liedtke Wittenborn. Neben den Schülern und Lehrern gehören erstmalig auch Eltern zum Ensemble. Unterstützt wird das Projekt vom Kooperationspartner LTT und der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg. Ziel ist, durch die theaterpädagogische Interaktion das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, Vorurteile gegen andere Kulturen abzubauen und die Entwicklung der Kinder aus über 25 Nationen zu fördern. Aufführungen finden statt am Freitag den 16. März um 16 Uhr und um 16 Uhr 45.

Speisen für Waisen

Am vergangenen Sonntag trafen sich rund 100 Frauen im Haus der Jugend in Reutlingen. Mit Buffet und Tee setzten sie sich für einen guten Zweck ein. Die Spenden dafür gehen an die Hilfsorganisation „Islamic Relief Deutschland“. Wie in Reutlingen luden in den vergangenen Wochen Muslime in ganz Deutschland zu sich nach Hause zum Essen ein, um Spenden zu sammeln. Die Aktion startet jährlich am 12. Januar, für Muslime der Geburtstag des Propheten Mohammed. Sie war eigentlich nur bis Mitte Februar geplant. Wie bereits im letzten Jahr nahmen über 4.000 Menschen daran teil. Dieses Jahr wurde sie deswegen bis Ende Februar verlängert. Das Essen in Reutlingen organisierte eine Mädchengruppe. An dem Abend sammelten sie über 2.000 Euro. Das Geld ist vor allem für Kinder gedacht, die im syrischen Bürgerkrieg ihre Eltern verloren haben. Ein gemeinsames Essen verbinde über kulturelle und religiöse Grenzen hinaus und diene neben dem sozialen Engagement auch der Integration, so die Organisatoren von Islamic Relief.

Krötenwanderung

Laut dem BUND (Kreisverband Reutlingen des Bunds für Umwelt und Naturschutz) sinkt der Amphibienbestand im Marktwasen merklich. Die Anzahl der aus Fangeimern gesammelten Erdkröten ist von 2012 bis 2013 auf rund die Hälfte zurückgeganen. Gründe sind die schlechten Laichbedingungen in den umliegenden Gewässern, sowie der Verkehr welchem viele Kröten zum Opfer fallen. Bereits durch den Druck unter Autos bei hoher Geschwindigkeit können die Tiere sterben. Trotzdem suchen sich die Tiere gerne den Weg über die Straße zwischen Gaisbühl und Rudolf-Harbig-Straße. Diese ist nun von 20 bis 8 Uhr gesperrt um den Kröten eine sichere Wanderung zu ermöglichen. Der BUND ruft Autofahrer und Spaziergänger auch tagsüber zu besonderer Rüksichtnahme auf. Im Frühjahr freuen sie sich auch über zusätzliche Hilfe in den späten Abendstunden wenn es wieder ans Sammeln geht. Melden solle man sich einfach direkt beim Naturschutzzentrum in der Weingärtnerstraße 14.

Verliebt, verlobt, verheiratet,

so heißt eine Themenführung über Tübinger Liebesgeschichten. Oft geht es dabei um die unerfüllte Liebe, früher waren sozialer Status, Ansehen und Vermögen große Hindernisse. Im 19. Jahrhundert hatten studentische Söhne aus bestem Hause häufig ein Kinder- oder Stubenmädchen als Geliebte. Die Romanze endete meist spätestens mit dem Studium. Vergebliche Liebesmühe war aber auch eine Inspirationsquelle für literarische Ergüsse: Der Schriftsteller Wilhelm Waiblinger hat seiner Geliebten in acht Monaten sage und schreibe 600 Liebesbriefe geschrieben. Und Eduard Mörike schrieb sein Leben lang an einem Romanzyklus für die Angebetete, veröffentlicht hat er ihn nie. Diese Themenführung lässt sich von Gruppen bis 25 Personen über den Bürger- und Verkehrsverein buchen.



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