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Nachrichten vom 27.1.2014

Bürgerversammlung

Am vergangenen Mittwoch kamen fast 400 Interessierte zur Bürgerversammlung zum geplanten Konzertsaal an der Wilhelmstraße. Die Karl-Schlecht-Gesellschaft KSG möchte dort ein Gebäude mit Gewerbe, Büros, Wohnungen und dem Konzertsaal mit 600 Plätzen errichten. Den Konzertsaal würde sie der Stadt kostenlos überlassen, die geschätzten Betriebskosten in Höhe von 300.000 Euro müsste die Stadt übernehmen. Das Meinungsbild bei der Bürgerversammlung ergab eine große Zustimmung für den Konzertsaal an sich, allerdings gab es viel Kritik am Standort und am fehlenden Nutzungskonzept sowie der Ausstattung. Eine Mehrheit sprach sich dafür aus, alternative Standorte zu prüfen, viele favorisieren den Europaplatz, andere wünschen sich deutlich mehr Sitzplätze. Als Ergebnis der Bürgerversammlung gehen zahlreiche Arbeitsaufträge an die Stadtverwaltung. Sie muss Expertenmeinungen einholen und offene Fragen klären. Dann muss der Gemeinderat eine Grundsatzentscheidung fällen und städtebauliche Eckpunkte festlegen. Auf dieser Grundlage würde es dann einen Architekturwettbewerb für den Neubau geben. Die Öffentlichkeit wäre weiter an der Diskussion beteiligt, nach einem finalen Gemeinderatsbeschluss könnte ab 2015 oder 16 gebaut werden.

Neue Tempo 30-Zone

Reutlingen möchte in der Tübinger Straße, in Betzingen und in Rommelsbach neue Tempo-30-Zonen errichten. Die Idee stößt nicht überall auf Begeisterung. In Rommelsbach kritisierte Edeltraut Stiedl (SPD) das Regierungspräsidium, dass es sich nur an die Vorschriften halte. Auch die Betzinger Ortschaftsrätin Dagmar Krause berichtete, dass die Bürger die Erhaltung der 50er-Zone in Jettenburger und Wannweiler Straße unverständlich finden. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Helmut Treutlein findet es gut, dass die Stadt mit dieser Maßnahme, den Lärm reduzieren und die Sicherheit erhöhen will. Er ist der Meinung, dass Lärm,- Luft,- und Klimaschutz zusammen betrachtet werden soll. Der Scheibengipfeltunnel und die Straßengestaltung soll Reutlingen leiser machen. Die Stadt möchte auch den Umweltverbund fördern, sie möchte damit Autofahrer auf Busse, Rad und Füße locken.

Kommunalwahl

Mehr Tübinger als je zuvor werden im kommenden Mai bei den Kommunalwahlen abstimmen. Für den starken Anstieg des Wahlvolks gibt es zwei Gründe: Erstens sind diesmal für die Kommunalwahl alle ab 16 zugelassen. Und zweitens ist Tübingen seit der letzten Kommunalwahl 2009 gewachsen. Dennoch wird es den alten bürgerlichen Parteien der Parteienverdrossenheit UFW und WUT nicht gelingen, eine Liste aufzustellen. Insgesamt stehen acht Gruppierungen in Tübingen zur Kommunalwahl: CDU, SPD, Grüne, Linke, FDP, Piratenpartei, Die Partei und die Tübinger Liste.

Neues EKW-Projekt

Bindestrich-Deutsche? Mehrfachzugehörigkeit und Beheimatungspraktiken im Alltag.“ ist der Titel des Buches, das ein drei Semester umfassendes Projekt des Tübinger Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaft krönt. Mit www.bindestrich-deutsche.de haben die 14 Studierenden zusätzlich zu den 15 Aufsätzen des Buches noch eine Website mit Videoclips gestaltet. Nicht nur viele der Studierenden, auch die Leiterin des Projekts bezeichnet sich selbst als Bindestrich-Deutsche. Monique Scheer wurde in den USA geboren, hat in Deutschland studiert und lehrte am LUI als Juniorprofessorin. Doch auch manche der Nur-Deutschen des Projekts entdeckten ihre kulturelle Mehrfachzugehörigkeiten. 70 Gesprächspartner mit ethnisch-nationalen Bindestrich-Identitäten wurden für das Projekt interviewt. Das Buch kostet 19,- Euro und ist über den Buchhandel oder direkt beim Verlag: Tübinger Vereinigung für Volkskunde e.V. erhältlich. Mit dem Ende des Projekts endet auch die Zeit Monique Scheers als Juniorprofessorin am Lui – aber nicht ihre Zeit am LUI. Bei der Projektpräsentation wurde ihre Berufung auf die frei gewordene Professorenstelle von Bernhard Tschofen bekannt gegeben.

Neue Stadtschreiberin

Die Lyrikerin Monika Rinck wurde zur nächsten Stadtschreiberin gekürt. Sie wird ein Vierteljahr im Aufseherhäuschen des Tübinger Stadtfriedhofs wohnen und arbeiten. Seit 2008 vergibt die Stadt Tübingen kleine Stipendien an Dichterinnen und Dichter. Mit diesem Stipendium sollen die Personen ohne Zeitdruck und materielle Zwänge an ihren Projekten arbeiten. 1000 Euro im Monat und eine möblierte Wohnung sollen dabei helfen. „ Ich freue mich auf ein ruhiges Arbeiten, ein Stundenwerk, ein Tagewerk“, so die Lyrikerin Monika Rinck.

Neue Tagespflege

In Weitingen gibt es eine neue Tagespflege für Senioren. „Quelle des Lebens – unsere Hoffnung“ nennt sich die Alternative zum Pflegeheim. Leiterin der Tagespflege ist Anna Böhm. Unterstützt wird sie von den Mitarbeiterinnen Sylvia Frustuck und Claudia Kienzle. Das Team hat bereits viel Erfahrung in der Altenpflege. Der Schwerpunkt liegt auf der Betreuung von Patienten mit alterstypischen psychischen und demenziellen Erkrankungen. Es werden jedoch auch andere Tagesgäste aufgenommen. Die drei Frauen möchten, dass ihre Tagesgäste „die Lebensphase der Hilfs- und Pflegebedürftigkeit in Würde, Freude und Geselligkeit“ erleben können. Individuelle Fähigkeiten sowie körperliche und geistige Beweglichkeit sollen erhalten und gefördert werden. Romana Schwenkel und Michael Klink von der AOK regelten in Zusammenarbeit mit dem Pflegeverband die Belange der Einrichtung. Sie beurteilen die personellen und räumlichen Voraussetzungen als optimal. Dadurch sehen sie die Betreuungslücke zwischen Rottenburg und Horb als geschlossen. Die neue Tagespflege befindet sich in der Ergenzinger Straße 27. Geöffnet hat sie montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr. (Kontakt und Informationen unter: 07457/9329110 und 0157/86178329 oder per Mail an anna.boehm56@gmail.com)

Internationale Akademie

Das Kühlmaschinenbau-Unternehmen Bitzer möchte in Ergenzingen ein internationales Schulungszentrum bauen. Drei Schulungsräume und ein Vortragsraum für 60 Personen sollen entstehen. Das Zentrum soll zudem repräsentatives Empfangsgebäude und Betriebsrestaurant werden. Am vergangenen Mittwoch wurden die Pläne im Ergenzinger Ortschaftsrat vorgestellt. Ortschaftsrat und Ortsverwaltung hätten über das Energiekonzept gestaunt, berichtete Verwaltungsstellenleiter Lutz Strobel aus der Sitzung. Das Gebäude verfügt über Wärmepumpen, einen unterirdischen Eisspeicher, Solarabsorber und ein Blockheizkraftwerk. Dies habe laut Bitzer viele Vorteile und schone die Umwelt. Bisher hat Bitzer noch keine Baugenehmigung, es werden jedoch keine Schwierigkeiten erwartet. Nach Plan von Bitzer soll das Gebäude im Sommer 2015 stehen.

Kurs für Sterbebegleitung

Unter dem Motto "Zuspruch auf dem letzten Weg" bietet der Hospizdienst Gomaringen ab März wieder einen Kurs für Ehrenamtliche in der Sterbebegleitung an. Mehrere Monate dauern die Einführungskurse. Mit viel Zeit und Raum für gemeinsame Gespräche setzen sich die Teilnehmerinnen mit den Themen Trauer und Abschied, Krankheit und Tod auseinander. Am Ende des Kurses steht ein Zertifikat, das zur ehrenamtlichen Arbeit im Rahmen des deutschen Hospizdiensts befähigt. Einige Anmeldung für den Kurs gibt es schon, Männer sind allerdings keine dabei, obwohl sie herzlich willkommen wären...

Medizinische Korruption

Am vergangenen Mittwoch hielt der Vorsitzende des Vereins demokratischer Ärzte und Ärztinnen, Prof. Wulf Dietrich im Kupferbau einen Vortrag über Korruption im medizinischen Alltag. Es gebe eine systematische Korruption durch Pharma-Konzerne. Dies könne zu einem Interessenkonflikt zwischen Patientenwohl und einem geldwerten Vorteil führen. Die Pharmavertreter würden Musterpackungen liefern und Ärzte für sogenannte Anwendungsbeobachtungen gewinnen. Damit werde der Arzt an ein bestimmtes Präparat gewöhnt. Allerdings sei das Unrechtsbewusstsein vieler Ärzte sehr gering, auch die Selbstwahrnehmung ist häufig anders, als die der Kollegen. Die meisten Ärzte schätzen ihre Beeinflussbarkeit durch Zuwendungen als sehr niedrig ein, die der Kollegen jedoch als sehr hoch. Professor Dietrich sprach sich dafür aus, dass die Vorteilsnahme von Medizinern strafbar werden müsse. Außerdem sollte es schon während der Ausbildungen Informationen über die Einfallstore der Korruption in der Medizin geben.

Aufenthaltsverbot

Am Rathaus in Dettenhausen dürfen sich zwischen 20 und 5 Uhr nur noch Anlieger aufhalten. Wegen der Hinterlassenschaften von Jugendlichen beschloss die Verwaltung diese Maßnahme. „Ich kann nicht akzeptieren, dass es am Samstag vor dem Rathaus aussieht wie auf einer Müllhalde“, sagte der Bürgermeister Thomas Engesser. Bei diesem Aufenthaltsverbot ginge es nur um eine zeitliche Beschränkung des Aufenthaltsrechts, so Thomas Engesser. Wer dagegen verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und die Polizei kann notfalls Platzverweise aussprechen.

Rechtsextreme in Osteuropa

Rechts der Mitte – Renationalisierungstendenzen in Osteuropa“ lautetet der Titel einer Podiumsdiskussion am Mittwoch im Kupferbau. Experten aus Polen, Ungarn und Kroatien diskutierten über Rechtsextremismus in osteuropäischen Ländern. Die rechtspopulistischen Strömungen in Europa seien sehr heterogen, eine Gemeinsamkeit sei die EU-Feindseligkeit. In Polen sei Rechtsextremismus, Nationalismus und Antisemitismus breit in der Gesellschaft verankert und dazu noch katholisch legitimiert. Auch in Ungarn sei Antisemitismus nicht am rechtsextremen Rand, sondern in der Mitte der Gesellschaft verankert. Allerdings spiele Religion als Legitimierung keine Rolle. In Kroatien gebe es unter den rechten Gesinnungen eine Mischung aus Populismus und Nationalismus. Auch in Deutschland versuche die AfD in Zeiten der Krise Ängste zu schüren und auf komplexe Phänomene simple Antworten zu liefern. Wichtig sei eine mutige Zivilgesellschaft, die bei rechtspopulistischen Parolen oder nationalistischen Bemerkungen nicht schweige.

Kabinettausstellung

"Nach den Sternen greifen" ist der Titel der neuen Kabinettausstellung im Tübinger Schlossmuseum, die letzten Donnerstag eröffnet wurde. Anhand von prägnanten Exponaten sollen die vormoderne Astrologie und Astronomie im Spannungsfeld zwischen Religion und Wissenschaft präsentiert werden. Ein Jahr lang widmeten sich die Teilnehmer des Graduiertenkollegs "Religiöses Wissen im vormodernen Europa (von 800 - 1800)“ sich neben ihren Forschungen dieser Aufgabe. Ein bezeichnendes Exponat ist dabei "Harmonices mundi", die "Weltharmonik", Johannes KeplersSchrift, mit der der evangelische Theologe und Astronom das kopernikanische Weltbild mit der Interpretation der Bibel versöhnte . Bis dato waren es die Lutheraner und nicht die katholische Kirche gewesen, die nicht glauben wollten, daß sich die Erde um die Sonne drehte, wie Nikolaus Kopernikus es in seinem 1543 veröffentlichten Werk beschrieb. Die Ausstellung ist noch bis zum 23. März zu sehen, jeweils mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, donnerstags von 10 bis 19 Uhr.

 



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