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Nachrichten vom 25.11.2013

Kultursaal

Der Weg für den Tübinger Kultursaal ist frei. Der neue Saal, dessen Bau von der Karl-Schlecht-Stiftung bezahlt und der Stadt Tübingen geschenkt werden soll, kann gebaut werden. Zuletzt war unklar, wie die Finanzierung von Statten gehen sollte. Nun hat der Lenkungsausschuss beschlossen, dass die Stiftung die kompletten Baukosten übernimmt, während die Stadt die Betriebskosten übernehmen soll. Der Saal soll direkt an der Wilhelmstraße zwischen Museum und Botanischem Garten entstehen. Der zweistöckige Bau mit Taxizentrale, Mitwohnzentrale und Antiquariat muss weichen. Jedoch soll laut OB Palmer für den Bau kein einziger Baum gefällt werden. Der Weg am Botanischen Garten sei die Grenze. Wie der Saal und das Gebäude aussehen sollen, ist noch offen. Es wird einen Architekten-Wettbewerb geben. Der Entwurf solle aber architektonisch und städtebaulich niveauvoll sein, ein Glaspalast ist also wohl eher nicht zu erwarten. Den Plänen muss noch der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung am 16. Dezember zustimmen.

Interkulturelles Theater

Die Jugendlichen des Teeni-Theater-Treffs des Reutlinger Theaters Patati-Patata landeten mit ihrem interkulturellen Stück "Die Stunde da wir nichts voneinander wussten" auf Platz zwei in der Kategorie Kinder und Jugendliche und wurden mit dem Eine-Welt-Preis ausgezeichnet. Sie erhielten ein Preisgeld in Höhe von 750 Euro. Die Jugendlichen entwickelten das Theaterstück selbst auf Initiative des Städtepartnerschaftsvereins Reutlingen-Bouaké. Das Stück behandelte unter anderem die Wünsche junger Menschen aus Afrika, die in Europa etwas erlernen wollen um ihre Heimat Afrika aufzubauen. Die Jugendlichen beider Städte thematisierten die Sicht der beiden Kulturen aufeinander. Der Jury imponierte vor allem die enge Zusammenarbeit der Jugendlichen auf Augenhöhe.

Autor distanziert sich

Der Autor Volker Schmidt distanzierte sich nach der LTT-Hauptprobe von der Uraufführung seines Stückes "Endlich Eiszeit" nach "Das kalte Herz" von Wilhelm Hauff". Das Stück darf nun nur noch ohne Nennung des Autors gespielt werden. Als Grund für seine Distanzierung nennt Schmidt massive Änderungen am Text. Es sei einerseits viel Text gestrichen und andererseits neuer Text eingefügt worden sein. "Das ist nicht unterscheidbar und nicht vertretbar", findet Schmidt. Die Änderungen seien ihm nie mitgeteilt worden. Es sei somit für alle die beste Lösung, das Stück ohne seinen Namen aufzuführen. In der Pressemitteilung vom LTT heißt es: "Wir bedauern, dass sich Volker Schmidt mit dem Ergebnis des Probeprozesses nicht einverstanden erklären kann, freuen uns aber, eine kreative, heutige Auseinandersetzung mit dem Stoff zeigen zu können."

Anton Brenner hört auf

Nachdem der Stadtrat der Linken, Anton Brenner, bereits vor einem halben Jahr sein Aufsichtsratsmandat bei den Stadtwerken niedergelegt hatte, hört er jetzt ganz auf. Als Lehrer ist er in Rente und auch für den Kreis- und Stadtrat wird er im Mai nicht wieder kandidieren. Gleiches gilt für den Aufsichtsratssitz bei der GWG. Seine Begründung gab er in typischer Manier: Wenn er mal zehn Jahre was gemacht hat, dann reicht’s auch. Und jetzt sei er ja auch in Rente. Da habe er Besseres zu tun, als im Rathaus zu hocken. Zum Bespiel seinen Jungen im Weinberg zu helfen. "Bevor ich aber in den Weststadt-Club zum Topfschlagen gehe", so versprach Brenner, "kandiere ich lieber wieder".

Afghanischer Botschafter zu Gast

Vergangenen Donnerstag besuchte der Afghanische Botschafter Abdul Rahman Ashraf das Reutlinger Landratsamt. Zur gleichen Zeit fand in Afghanistan die große Ratsversammlung statt, die Loja Dschirga. Sie berät über das Sicherheitsabkommen mit den USA. „Ich gehe davon aus, dass die Loja Dschirga dem Abkommen zustimmt.“, so Ashraf. Strittige Details müssten aber noch geklärt werden. Wichtig sei jedoch, dass die internationale Gemeinschaft mit Entwicklungshilfe und wirtschaftlichen Kontakten vor Ort bleibe, so Ashraf. „Wir müssen Demokratie lernen. Dafür hatten Sie 100 Jahre Zeit, von uns wird das über Nacht verlangt. Das geht nicht!“, warnte der Botschafter. Er betonte außerdem, dass die Beziehung zwischen Deutschland und Afghanistan weiterhin erhalten und gefördert werden müsse und schlug direkt eine Partnerschaft zwischen zwei Schulen vor. Landrat Thomas Reumann freute sich über das Angebot. "Nun müssen wir schauen, was wir daraus machen.", so der Landrat.

Forschung im Flüchtlingslager

Tübinger Geoinformatiker beteiligen sich an einem Forschungsprojekt bei dem es um die Erfassung von Flüchtlingslagern in Afrika mit Hilfe von Fernerkennungsdaten via Sattelit geht. Ziel des Projekts ist es Bewohnerzahl - und -dichte in den Lagern abzuschätzen und in Frage kommende Wasserstellen ausfindig zu machen um die Versorgung von Flüchtlichen gewährleisten zu können. Dabei werden unter anderem die Lager Yida im Südsudan und Djabal im Tschad beobachtet. Die österreichische Forschungsgesellschaft FFG finanziert das Programm im Rahmen des Weltallprogramms ASAP. Außerdem sind der Fachbereich Geoinformatik der Universität Salzburg und die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen an dem Forschungsprojekt beteiligt.

Bürgermedaille

Die Stadt Rottenburg wird ab 2014 eine Bürgermedaille für Verdienste ums Gemeinwesen verleihen. Bis Ende Dezember kann man Personen vorschlagen, die herausragende Leistungen und langjährige Dienste im bürgerschaftlichen Engagement vorweisen können. Ob Altenpflege oder Behindertenarbeit, Natur- oder Umweltschutz, Hilfe zur Selbsthilfe oder für Bedürftige, Sport oder sonstiges Engagement – maximal zehn Personen können die Medaille der Stadt Rottenburg in Bronze mit spezieller Prägung zur Bürgerehrung erhalten. Eine Kommission aus städtischen und Fraktionsvertretern entscheidet darüber.

Angewandte Forschung

Die Ludwig-Hiermaier-Stiftung unterstützt ein Forschungsprojekt am Uniklinikum Tübingen. Dabei geht es um Krebsforschung und individualisierte Ansätze der Tumorbehandlung. Die DNA des Tumors wird analysiert und die Therapie entsprechend der gefundenen Mutationen geplant. Mit dem Stiftungsgeld wird das von dem Neuropathologen Prof. Jens Schittenhelm entwickelte Diagnoseverfahren fest in den Routineablauf der Tübinger Kliniken integriert. Davon profitieren besonders Patienten mit Krebserkrankungen.

Implantate aus Draht

Das Bondorfer Unternehmen Alfred Buck kann mit seinen Strickmaschinen Titandraht verarbeiten. Nach einem Bandscheibenvorfall entstand die Idee, Bandscheiben-Implantate aus Titandraht zu entwickeln. Vom Dämpfungselement für die Autoindustrie zum Dämpfungselement zwischen den Wirbeln. Mit dieser Erfindung könnte man kaputte Bandscheiben minimal-invasiv und damit viel schneller als bisher ersetzen. Ein Sortiment an Rohlingen müsse man individuell anpassen, weil jede Bandscheibe anders ist. Noch gibt es keine menschlichen Probanden, aber die Idee für gestrickte Knochenplatten oder Hüftschalen existiert schon.

30 Jahre Künstlerkreis

Seit 30 Jahren besteht der Gomaringer Künstlerkreis, am letzten Donnerstag würde im Schloss gefeiert und eine Ausstellung eröffnet, bei der 20 Kreative 52 Werke zeigen. Altbürgermeister Manfred Schmiderer und der Grafiker und Textildesigner Detlev Stein luden vor 30 Jahren über den Gemeindeboten Hobbykünstler zum ersten Treffen in einer Gaststätte. 1984 gab es die erste Ausstellung im Feuerwehrhaus, seit der Schloss-Sanierung werden dort die Jahresausstellungen gezeigt. Das Interesse an der heimischen Kunst blieb bis heute unverändert groß.

20 Jahre Hospizdienst

Der Tübinger Hospizdienst ist vor Kurzem 20 Jahre alt geworden. Am vergangenen Samstag feierte der Verein im Paul-Lechler-Krankenhaus seinen Geburtstag. Gegründet wurde der Dienst von der Pfarrerin und Seelsorgerin Sigrid Goth-Zeck. Im Luise-Wetzel-Stift hatte sie oft die Einsamkeit von Menschen im Pflegeheim miterlebt. „Tod und Sterben waren in den 90er Jahren ein Tabu.“, erläutert Goth-Zeck. Auch die Ehrenamtlichen vom Besuchsdienst gelangten nicht selten an ihre Grenzen. So wurden Schulungskurse zur Hospizbegleitung angeboten. Schon 1993 waren diese sehr nachgefragt. Seit 2007 gibt es eine ambulant betreute Hospizwohnung im Luise-Wetzel-Stift. 2010 wurde „Boje“ gegründet, ein eigener häuslicher Hospizdienst für Kinder und Jugendliche mit verkürzter Lebenserwartung. Heute koordinieren vier hauptamtliche Teilzeitkräfte die Einsätze der Ehrenamtlichen. Im Juni wurde mit dem Tübinger Arzt Alexander Marmé als Vorstand der Förderverein „Ein Hospiz in Tübingen“ gegründet. So soll der Plan für ein eigenes stationäres Hospizhaus entstehen. „Ich bin bei den Tübinger Hospizdiensten, weil Sterben zum Leben gehört.“, sagt die Hospizbegleiterin Monika Haar. In den letzten 20 Jahren wurden durch den Verein 2.268 Menschen in 50.178 Stunden begleitet und 225 ehrenamtliche Mitarbeiter geschult.

Diät für Tauben

Am Dienstag zählte man in Tübingen rund 600 Tauben, noch vor einem Jahr waren es 900. Damals beschloss der Gemeinderat die Tauben auf Diät zu setzten um so ihre Zahl zu verringern. Die ehrenamtlichen Fütterer vom Tierschutzverein kritisierten dieses Vorhaben. Deshalb beauftragte die Stadt die Bruderhaus-Diakonie mit dem Tauben-Diätprogramm. Zu der großen Population war es überhaupt erst gekommen, weil die Tauben zu viel gefüttert wurden. Die so gut genährten Tauben brüteten so beinahe das ganze Jahr immer wieder Eier aus, was zu einem massiven Populationsschub führte. Deswegen tauschte die Bruderhaus-Diakonie insgesamt 850 Taubeneier gegen Gipseier aus. Allerdings ist dies schon seit mehreren Jahren gängige Praxis. Zusätzlich riskiert jeder der Tauben füttert ein Bußgeld. Und eben dieses Fütterungsverbot hat nun erfolgreich zur Eindämmung der Tauben-Population in Tübingen geführt.



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