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Nachrichten vom 30.08.2013

NPD in Reutlingen – nicht mit uns!


So lautet das Motto der Demonstration gegen den Wahlkampf-Auftritt der rechtsextremen NPD am heutigen Freitag, den 30. August, von 10 bis 13 Uhr in Reutlingen. Ihren Wahlkampf-Bus haben sie Flaggschiff genannt, die Gegendemonstranten wollen das Flaggschiff entern, um die menschenverachtende Propaganda zu verhindern. Rechtsextremisten seien in Reutlingen unerwünscht, so auch die klare Aussage von Seiten der Stadt. Sie mussten der NPD jedoch einen zentralen Standort anbieten. Den Marktplatz haben sie nicht bekommen, aber vor dem Hauptbahnhof rechnen sie mit zehn bis 25 Teilnehmern. Der Aufruf der antifaschistischen Gruppen gegen die NPD lautet: Seid laut, lebendig und kreativ, und lasst euch von der Polizei nicht einschüchtern.


Gmelin-Stipendium


Das Tübinger Rathaus hatte ein Promotions-Stipendium zur Erforschung der Biographie des früheren Oberbürgermeisters Hans Gmelin ausgeschrieben. Bekommen hat es der Marburger Doktorand Niklas Krawinkel, der jetzt drei Jahre an einer Biographie Gmelins arbeiten wird. Vor allem die NS-Vergangenheit als SA-Standartenführer und als Gesandtschaftsrat in Bratislava sind dabei von Bedeutung. Die Gesandtschaft hatte eine aktive Rolle bei der Deportation von Juden. Es gilt zu klären, wie viel Gmelin wusste und wie er an den Vorgängen beteiligt war. Auf den Doktoranden kommt eine intensive Archivarbeit zu, in Tübingen, Berlin und Bratislava. In Tübingen läuft seit längerem die Diskussion, ob man Gmelin von der Liste der Tübinger Ehrenbürger streichen sollte.


Univergleich


Vor kurzem wurde das Shanghai-Ranking 2013 veröffentlicht. Seit 2003 werden darin Hochschulen weltweit bewertet. Herausgegeben wird es von der Jiao-Tong-Hochschule in Shanghai. Tausend Hochschulen werden darin bewertet, veröffentlicht werden jedoch nur die Namen der 500 Besten. Die Uni Tübingen bewegt sich seit Einführung des Ranking im oberen Fünftel. Konstante Anführer der Liste sind die Elite-Hochschulen der USA und der Briten. Mindestens acht Standorte liegen in Deutschland noch vor Tübingen. Punkte im Ranking gibt es für Nobelpreise, Fields-Medaillen und die Zahl der Veröffentlichungen der Wissenschaftler und wie häufig sie zitiert werden. Kritiker merkten jedoch an, dass der Fokus auf Naturwissenschaften liege. In Ranglisten mit stärkerer Berücksichtigung der Geisteswissenschaften schneidet Tübingen besser ab. Rektor Bernd Engler betonte bei der Vorstellung seines Rechenschaftsberichts, der Elite-Effekt werde sich erst in den kommenden Jahren bemerkbar machen.


Wirtschaftsfilmpreis


Bereits zum 46. mal wurde der deutsche Wirtschaftsfilmpreis verliehen, der bundesweit zu den ältesten Filmpreisen gehört. Robin Wuchter aus Tübingen wurde zweiter in der Kategorie des Nachwuchs (Berufsanfänger oder Studierende). Der ehemalige BWL Student und jetziger Student der Filmakademie Ludwigsburg reichte seinen ersten eigenen Film mit selbst geschriebenem Drehbuch ein. "Eine Frage des Geldes" so der Titel des Films, in dem inszenierte und animierte Szenen vermischt werden um grundlegende Fragen der Geldwirtschaft zu beantworten. Er bezeichnet seinen Film als eine Mischung aus " Löwenzahn" und "Big Lebowski". Er will mit ihm zeigen, dass Wirtschaft nicht langweilig sein muss.Für die „Frage des Geldes“ gab es jedoch leider kein Geld, da bereits die Zweitplatzierten nur noch den Preis des anerkennenden Lobes erhielten.


Boris-Siegel


Zehn weiterführende Schulen im Kreis Tübingen sind mit dem Bori -Siegel ausgezeichnet worden. Das Siegel erhalten Schulen, die ihre Schüler intensiv bei der Berufsorientierung unterstützen und in diesem Bereich „Hilfe zur Selbsthilfe“ leisten. In Tübingen selbst wurden die Albert-Schweitzer- und die Walter-Erbe-Realschule, die Rudolf-Leski- und die Wilhelm-Schickard-Schule ausgezeichnet. Einige der zehn Schulen hatten sich zum ersten Mal beworben und erhielten Erstzertifizierungen, die anderen wurden rezertifiziert. Bei der Entscheidung über die Zertifizierung müssen verschiedene Bereiche abgedeckt sein, wie beispielsweise Projektarbeit, Praktika und die schulinterne Umsetzung der Förderung. Das Siegel wurde von der Baden-Württemberg Stiftung ins Leben gerufen und wird von der Boris-Berufswahl-Siegel Baden-Württemberg GbR vergeben. Die IHK und die Handwerkskammer Reutlingen sind in deren Auftrag für die Koordination vor Ort zuständig.


Auf der Mauer


Vergangenen Montag hatten sich wieder viele Interessierte versammelt, um an einer weiteren Führung im Rahmen von „Kennen Sie Tübingen?“ teilzunehmen. Der frühere Kulturamtsleiter Wilfried Setzler begann seine Führung durch die Geschichte der Tübinger Stadtmauern auf der Plataneninsel, die einen guten Überblick über die mittelalterlichen Stadtbefestigungen gibt. Diese reichten vom Neckartor zum Hirschauer Tor; hinauf nach Hohentübingen und auf der anderen Seite zum Haagtor; durch die Unterstadt zum Schmiedtor und dann zum Lustnauer Tor. Tübingen schloss sich damit schon im Jahr 1050 einem Trend des elften Jahrhunderts an. Zum einen dienten Stadtmauern natürlich als Schutz gegen äußere Angreifer, aber zum anderen, boten die Mauern auch einen gewissen Rechtsschutz sobald man sich mindestens ein Jahr und einen Tag innerhalb dieser Grenzen aufhielt. Der Ausdehnung der Stadt und der Ausweitung des Handels im 19. Jahrhunderts standen sie allerdings eher im Weg und so fing man an, die Mauern wieder einzureißen. So wurde 1805 als allererstes das Neckartor abgebrochen. Am 2. September wird die Reihe „Kennen Sie Tübingen?“ von Tiefbauamtsleiter Albert Füger fortgeführt. Um Aktuelles wie die sogenannte „Palmerbrücke“ sowie um mehrere Jahrhunderte Stadtgeschichte rund um den Schulberg soll es dabei gehen.


Ein Tag im Rollstuhl


Tübingen aus einer völlig anderen Perspektive. Darum ging es, als einige Kinder, nach einer Einweisung und unter Aufsicht mit Rollstühlen durch Tübingen fuhren. Sie testeten die Barrierefreiheit Tübingens und kamen schnell zu dem Schluss, dass beinahe jedes Geschäft in der Altstadt eine Stufe hat und daher nicht barrierefrei ist. Problematisch waren auch der Boden und der Aufzug im Stadtmuseum. Die größten Probleme bereitete jedoch der Pflastersteinbelag in der Altstadt. So wurden den Kindern die Augen für die Beschwerlichkeiten der Rollstuhlfahrer geöffnet und was es bedeutet mit einem Handicap zu leben. Sinn und Zweck dieser Unternehmung war es, die Kinder mit Behinderungen zu konfrontieren und durch den Selbstversuch zu sensibilisieren. Sicher ist, dass die Kinder mit einen völlig anderen Gespür für Rollstuhlfahrer und deren Leben und Perspektive aus diesem Tag hinaus gegangen sind - und Tübingen nun auch mit anderen Augen sehen.


Abriss und Neubau


Die Betzinger Asylunterkunft soll nun doch abgerissen und an gleicher Stelle mit neuem Konzept wieder aufgebaut werden. Konflikte bleiben nach wie vor bestehen. So beklagt sich Bezirksbürgermeister Thomas Keck beispielsweise über die mangelnde „Verteilungsgerechtigkeit.“ Das frühere Möbellager in der Carl-Zeiss-Straße wurde 1992 von der Bezirksstelle für Asyl als Unterkunft für 300 Asylsuchende eingerichtet. 1998 übernahm der Landkreis die Zuständigkeiten und sorgte für einige Generalsanierungen. Dennoch blieben die großen Wohneinheiten darauf ausgelegt, Menschen für kürzere Zeit unterzubringen. Das neue Konzept des Landkreises trägt den langwierigen Asylverfahren und gesellschaftlicher Teilhabe Rechnung und soll daher für kleinere dezentrale Wohneinrichtungen sorgen. Dies lässt sich bisher allerdings weder in gemeindeeigenen Wohnungen noch auf dem freien Wohnungsmarkt realisieren. Daher will die Kreisverwaltung vorerst an der Carl-Zeiss-Straße festhalten. Die Unterkünfte dort sollen jedoch anders strukturiert werden. Dadurch, dass die Gesamtanzahl der dort untergebrachten Personen auf 150 reduziert wird und die großen Wohneinheiten Apartments für 2 bis 4 Leuten weicht, soll mehr Privatsphäre geschafft werden und Konflikten vorgebeugt werden. Zusätzlich soll ein Trakt mit 60 weiteren Plätzen gebaut werden, welcher als Übergangslösung dienen soll.


Niedriglohn im Kreis


Im Landkreis Tübingen arbeiten fast 23.000 Menschen für einen Niedriglohn von weniger als 8,50 Euro die Stunde. Das ist das Ergebnis einer Studie des Pestel-Instituts in Hannover. Außerdem ging es um die Effekte eines gesetzlichen Mindestlohns für die Wirtschaft. Wenn alle Beschäftigten mindestens 8,50 Euro verdienen würden, würde die Kaufkraft im Kreis Tübingen um mehr als 45 Millionen Euro pro Jahr steigen. Dieses Geld würde nahezu eins zu eins in den Konsum gehen, so die Wissenschaftler. Für Gewerkschafter ist dies ein klares Argument für die sofortige Einführung eines Mindestlohns von 8,50 Euro. Ein Niedriglohn dagegen bedeute automatisch eine Lebensqualität dritter Klasse, so ein Gewerkschafter.


Ventilatoren getauscht


Trotz, dass zwei defekte Ventilatoren des Kühlsystems auf der Morgenstelle ausgetauscht wurden, fühlen sich einige Wanne-Bewoher weiterhin belästigt. Die Diskussion ob die komplette Anlage stört ist weiterhin im vollen Gange. Nach dem Austausch ist zwar, laut den Anwohnern die sich bisher meldeten, kein ständiges Brummen mehr zu hören, aber immer noch ein deutliches Rauschen des Luftstroms durch das Gebläse wahrnehmbar. Daraus resultieren Bedenken, dass sich bei wärmeren Temperaturen die Drehzahl der Lüftungen erhöht und das Geräusch wiederum stärker wird. Teilweise wird eine komplette Abschaltung und Beseitigung des Kühlsystems gewünscht sowie eine Informationsveranstaltung des Bauamts mit den Wanne-Anwohnern. Diese wird auch nach den Schulferien stattfinden, zuvor wird allerdings der Geräuschpegel im Wohngebiet gemessen, um mit objektiven Fakten arbeiten zu können.





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