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Nachrichten vom 31.05.2013

Bürgermeister geht

Nach acht Jahren beendet Finanzbürgermeister Peter Rist seine Tätigkeit in Reutlingen. Er wird als der singende Bürgermeister in die Geschichte eingehen. Den Doppelhaushalt 2013/14 hatte er dem Gemeinderat als Barde vorgestellt. Das sorgte in der Öffentlichkeit für reichlich Kopfschütteln. In der Musik sieht Peter Rist auch seine Zukunft. Als Schlagersänger zieht es ihn zurück ins Allgäu. Dort wird er sich um seine Eltern kümmern und die Wirtschaft nicht als Finanzbürgermeister, sondern als Wirt ankurbeln. Im August stellt er seine zweite CD auf der Freilichtbühne des Reutlinger Naturtheaters vor.

Aus für Ticketschalter

Bisher gab es am Rottenburger Bahnhof immer einen Ticketschalter, bei dem man umfangreich beim Ticketkauf beraten wurde. Dieser Schalter, der eigentlich auch ein kleines Reisebüro miteinschließt, wird jedoch bald schließen. Grund ist, dass Ticketautomaten und Onlinetickets ihm die Kundschaft abehhmen würden, so Wolfgang Salzmann, der Inhaber des Reisebüros. Auch werde er von der Bahn nicht für Auskünfte und Beratung bezahlt, wenn die Kunden dann nachher die Tickets nicht bei ihm kaufen. Außerdem gäbe es kein kompetentes Personal, das er einstellen könnte. Und so wird wohl der eine Ticketautomat in Rottenburg bald die einzige Möglichkeit sein, um Fahrkarten zu lösen.

Traumatherapie

Bei dem seit anderthalb Jahren bestehenden Verein „MIT-einander Reutlingen-Tübingen“, finden sich Trauma-Patienten in therapeutischen Gruppen zusammen. Trauma Patienten werden oft von Schuld- und Schamgefühlen gequält. Unerträgliche Erinnerungen werden durch verschiedenste Sinneseindrücke hervorgerufen. Daraus resultierende Panikattacken und Depressionen führen zu sozialer Isolation, die durch Gruppengespräche jedoch bekämpft werden kann. Der Verein Mit-einander, der sich ausdrücklich nicht als Selbsthilfegruppe versteht, umfasst 20 Mitglieder, darunter eine auf Trauma-Arbeit spezialisierte Medizinerin, welche sämtliche Gruppensitzungen begleitet und leitet. Die Vereinsmitglieder entwickeln Strategien zur Alltagsbewältigung und erarbeiten sich Schutzmechanismen und Abgrenzungsmöglichkeiten. Mit-einander finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge, Gebühren für die therapeutischen Sitzungen und Spenden.

Deutschkurs für Mutter und Kind

Jeden Montag trifft sich die Mutter-Kind Gruppe in der Hebammenpraxis der Gartenstraße in Rottenburg, um singend und spielend Deutsch zu lernen. Angeleitet wird der Kurs von der Erzieherin Beate Stockbridge. Begonnen wird mit einem Begrüßungslied. Durch die spielerische Art unterschiedliche Spielzeuge und Plüschtiere zu benennen und Geschichten zu spinnen, weckt die Erzieherin die Neugierde der Kinder, um ihnen das Deutschlernen zu vereinfachen. Auch die Mütter treten in den Dialog mit Stockbridge und sprechen über unterschiedliche Themen, wie z.B. Schlafgewohnheiten. So bekommen sie nicht nur Sicherheit im Umgang mit ihren Kindern, sondern auch mit der deutschen Sprache. Die Mütter sehen die Chance den Kindern die deutsche Sprache näher zu bringen in der Gruppe, da zu Hause nur die Muttersprache gesprochen wird. Der Kurs wird ausschließlich für Frauen mit Migrationshintergrund angeboten. Stockbridge verspricht sich dadurch einen größeren Erfolg, da die Hemmschwelle unter den Frauen, die sich alle in derselben Situation befinden, herabgesetzt sei. Der nächste Termin ist am Montag, 10. Juni. Anmeldung bei der Katholischen Erwachsenenbildung, Telefon 07472/93802

Pflegeheim und Kinderhaus

Reutlingen bekommt ein neues Mehrgenerationenhaus auf dem Ringelbach-Areal. Der denkmalgeschützte Behnischbau der Reutlinger Altenpflege konnte die Brandschutzbedingungen nicht mehr erfüllen. Deshalb steht er gemeinsam mit dem Pflegeheim-Altbau an der Ecke Ringelbachstraße zum Verkauf. Die Pflegeplätze werden verlagert. Einen Teil wird durch das neue Gebäude ersetzt, für das zwei Wohnhäuser in der Bellinostraße abgerissen werden. Hier sollen 52 Pflegeplätze geschaffen werden, vier davon als Kurzzeitpflegeplätze. Auf dem Dach entstehen acht betreute Seniorenwohnungen. Im Erdgeschoss soll mit10 Krippenplätzen und 20 Ganztagesplätzen in einer Kindertagesstätte eine 50-prozentige Bedarfsdeckung der Null- bis Dreijährigen im Ringelbach erreicht werden. Neben der Kindertagesstätte wird es eine Cafeteria und Raum für eine Demenzgruppe geben. Pflegeheim und Kinderhaus müssen bis Ende 2014 fertig sein, um in den Genuss von Fördermitteln zu kommen. 7,5 Millionen Euro sind dafür veranschlagt.

Sportprogramm für Suchtkranke

In der Suchttagesklinik in Reutlingen gibt es ein besonderes Fitness-Programm für Suchtkranke. Das außergewöhnliche daran ist, dass in Fitness-Studios trainiert wird, und nicht in den Räumen der Klinik. Dadurch sollen die Patienten wieder in den Alltag und an die Normalität herangeführt werden. Angestoßen wurde die Idee von Professor Dr. Gerhard Länge, dem ärztlichen Direktor der Zwiefalter Klinik. Konzipiert wurde das Programm dann von der Ergotherapeutin Silke Gogolok, die früher als Fitness-Trainerin arbeitete. Zuerst eine Begrüßungsrunde, dann Ausdauer-, Geräte- und wieder Ausdauertraining. Das Training bietet Struktur und hilft, dass Süchtige ihren Körper wieder wahrnehmen können. Wesentlich sei auch die Freude an der Bewegung, welche zur Stabilisierung der Patienten beitrage, sagt Silke Gogolok. Behandelt werden in der Tagesklinik alle Arten von Suchterkrankungen. Zweimal wöchentlich geht es ins Studio. Das Alter der Teilnehmenden bewegt sich zwischen 18 und 65 Jahren. Es sei nur ein niederschwelliges Angebot, meint Gogolok, aber es reiche schon aus. Das Konzept ginge auf. Einige der Patienten seien z. B. Mitglied im Studio oder in anderen Sportgruppen geworden.

Semesterticket kritisiert

Zwar ist das Tübinger Semesterticket verbundweit das Günstigste, trotzdem wird Naldo von Studenten kritisiert. Jeder Student zahlt in Tübingen 22, 50 € bei der Immatrikulation - egal ob er das Semesterticket kauft oder nicht. Tübingen ist die einzige Stadt neben Mannheim, in der es keine Gegenleistung für diesen Subventionsbeitrag gibt. In Städten wie Karlsruhe z.B. darf jeder eingeschriebene Student ab 18 Uhr und am Wochenende kostenlos die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Naldo zeigt sich gesprächsbereit, jedoch könne sich es Naldo bei einem niedrigen Subventionsbeitrag von 22,50 € nicht leisten, so viele Leute umsonst fahren zu lassen.

Neuer Sonderforschungsbereich

Die Universität Tübingen hat einen sechsten Sonderforschungsbereich bewilligt bekommen.Bis Juni 2017 wird die Deutsche Forschungsgemeinschaft mit zwei Millionen Euro pro Jahr ein Forschungsprojekt über den Zusammenhang von Ressourcen und Kultur fördern.Weitere Sonderforschungsbereiche wurden verlängert: die „Immuntherapie“ des Zellbiologen Prof. Hans-Georg Rammensee, die „Bedeutungskonstitution“ der Anglistin Prof. Sigrid Beck, sowie zwei sogenannte Transregio- Sonderforschungsbereiche, an denen mehrere Universitäten beteiligt sind: einen über Schlaf und einen über Quantenmaterie.

Flüssiger Verkehr

Verkehrsadaptive Netzsteuerung heißt das Zauberwort. Ein Netzsteuerungsrechner und ein Verkehrsrechner sollen dafür sorgen, dass der motorisierte Verkehr flüssig durch Reutlingen läuft. Je nach Verkehrsaufkommen gibt es verschieden lange Umläufe, in denen alle Verkehrsteilnehmer einmal grün sehen müssen. Das System gleicht die Wirklichkeit mit den Prognosen ab und entwickelt sich so ständig weiter. Probleme gibt es noch für die Fußgänger. Die haben häufig unverhältnismäßig lange rot.

Mit DM bezahlen

Im „Lädle“ im Mössinger Stadtteil Belsen kann man seit Oktober 2011 wieder mit der DM zahlen. Der Tante-Emma-Laden in der Barbelsenstraße feierte im Mai 2011 sein 100-jähriges Jubiläum. Die Schwestern Inge Trautmann und Lore Welcher, die das „Lädle“ in dritter Generation betreiben, ließen sich hierfür die Aktion mit der DM einfallen. Eigentlich sollte sie nur bis Dezember 2011 gelten, doch der Anlauf war so groß, dass es bis heute möglich ist, dort mit DM zu zahlen. Anfangs gab es Hochphasen, mittlerweile zahlt durchschnittlich ein Kunde pro Woche mit der alten Währung. Ob in Omas Kaffeekanne oder sogar auf dem Grund des Bodensees, interessant seien oft die Fundorte. Die Aktion soll nun so lange laufen, wie die Bank die Mark noch annimmt, meint Trautmann. In den Medien tauchte das „Lädle“ schon oft auf, sogar eine Bachelor-Arbeit zu Tante-Emma-Läden wurde schon daran angelehnt.

Fotoausstellung

Seit Mittwoch dem 29. Mai ist in Rottenburg in der Zehntscheuer eine Fotoausstellung zu sehen, die sich mit rechtsextremer Gewalt beschäftigt. Karl Friedrich Baur, der Vorsitzende des Kulturvereins hat die Fotos im Dresdner Militärhistorischen Museum gesehen und holte sie nach Rottenburg. Sean Gallup, der die Portraits zur Ausstellung gemacht hatte, ist gebürtiger Kalifornier, lebt aber schon länger in Berlin. Ihm war es ein Anliegen, diesem Thema, welches in den Medien immer sehr objektiv behandelt wird, einen menschlichen und emotionalen Ausdruck zu verleihen. Dafür interviewte und fotografierte er Opfer von rechtsextremer Gewalt, Engagierte gegen das Neonazitum, genauso wie rechte Gewalttätige und Aussteiger. Baur sagte, das dies keine Ausstellung sei, durch die man mal schnell durchläuft. Sie gehe ziemlich unter die Haut. Die Ausstellung läuft noch bis zum 14. Juli.

Ausgestorbener Vogel gesichtet

Ein für tot erklärter Vogel ist wieder zurück. Zumindest in Deutschland schien die kleine bunte Blauracke sich schon lange nicht mehr wohl zu fühlen. Noch im 19. Jahrhundert war die Blauracke in Baden-Württemberg weit verbreitet, doch seit den 50er Jahren gab es einen Einbruch: Durch land- und forstwirtschaftliche Maßnahmen wurde ihr der Lebensraum genommen und auch das veränderte Klima sorgte für ein Schwinden der Vögel. Doch jetzt wurde im Neckartal zwischen Kiebingen und Wurmlingen wieder ein Exemplar gesichtet. Mittlerweile gibt es in den Foren der Vogelkundler viele Bilder von dieser Blauracke. Blauracken sind kräftige Vögel mit starkem Schnabel, größtenteils hell azurblauen Federn und der Rücken ist rotbraun. Sie kann über 30 Zentimeter groß werden, was aber eher selten vorkommt. Heutzutage findet man Blauracken noch in Spanien oder Osteuropa, fliegen aber zum Überwintern nach Afrika.



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