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Nachrichten von Mo, 21.01.2013

Landesfördermittel für Wohnungsbau

Der Wohnungsnotstand in Tübingen besteht auch im sozialen Bereich. Letztes Jahr flossen rund 15 Mio Euro vom Land an die Stadt Tübingen, um Sozialwohnungen zu errichten. Das Geld hätte für rund 500 Unterkünfte gereicht, gebaut wurden allerdings nur 217. Gründe dafür liegen in den hohen Ansprüchen des Landes an die Wohnungen: Sie müssen äußerst energieeffizient sein, was hohe Baukosten verursacht. Andererseits jedoch müssen sie über einen langen Zeitraum hinweg günstig vermietet werden. Das Landesprogramm, so Berthold Hartmann, Geschäftsführer der Kreisbau-Gesellschaft, sei deshalb nicht dafür geeignet, in Anspruch genommen zu werden. Pro Jahr kommen ca. 500 Tübinger hinzu, die berechtigt sind, eine der öffentlich geförderten Wohnungen zu beziehen, insgesamt stehen jedoch nur 985 zur Verfügung. Auch die 11 neuen Sozialwohnungen, die diesen Monat im Hirschauer Heerweg fertiggestellt wurden, seien nicht wirtschaftlich für die GWG, so Hartmann. Rentieren konnte sich das Sozialprojekt lediglich durch den Verkauf von 11 Eigentumswohnungen, die parallel dazu gebaut wurden.
Stiftung droht das Aus

Gründer Manfred Wandel fordert von der Stadt Reutlingen einen zusätzlichen jährlichen Zuschuss von 110000 Euro, sonst müsse die Stiftung der konkreten Kunst im Lauf des Jahres 2014 ihre Arbeit einstellen und sich mittelfristig auflösen. Das wurde im Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschuss des Gemeinderats erstmals veröffentlicht. Das Stiftungskapital beträgt heute etwa 440000 Euro, ihre Sammlung hat einen Versicherungswert von vier Millionen Euro. Alle Förderer, darunter die Kreissparkasse Reutlingen und der Landkreis, hätten ihre Zuwendungen eingestellt. Nur noch die Stadt habe die Stiftung unterstützt. Seit 2010 wurden Möglichkeiten gesucht, das langfristige Fortbestehen der Stiftung in Reutlingen zu sichern. Drittmittel einzuwerben, sind aber bislang ohne Ergebnis geblieben. Auch ein Engagement des Landes ist nicht zu erwarten. Wandel bot der Stadt an, der Stiftung aus seiner Privatsammlung 170 Werke im Wert von etwa einer Million Euro zu überlassen. Außerdem versprach er für ein zusätzliches Engagement der Stadt, vertraglich festzuhalten, dass Werke aus bei der Stiftung angesiedelten Privatsammlungen, unter anderem von ihm und Kübler, im Wert von rund 18 Millionen Euro auch künftig für Ausstellungen der Stiftung zur Verfügung stehen. Und im Todesfall der Eigentümer würden dann ausgewählte Objekte in den Besitz der Stiftung übergehen.

Aus-, Um-, und Neubau

Ein riesiges Programm hat die städtische Abteilung Schule und Sport in Tübingen in nächster Zeit zu bewältigen. Der Überblick über die anstehenden Baustellen im Schulbereich, den Fachbereichsleiterin Uta Schwarz-Österreicher und ihre Kollegin Christine Vollmer dem Sozialausschuss am Montag vor einer Woche gaben, ist umfangreich. Vieles ist dabei noch nicht geklärt, soll aber in absehbarer Zeit entschieden werden. Da ist etwa der neunte Grundschulzug in der Südstadt. Dass er nötig ist, steht außer Frage. Doch wo soll er untergebracht werden? Zwei Möglichkeiten gibt es: Entweder die Schüler werden im bestehenden Anbau der Mörikeschule untergebracht oder die Ludwig-Krapf-Schule bekommt einen Anbau. Beides hat Auswirkungen auf die dringend benötigte Mensa für die städtischen Feuerhägle- Schulen. Die nämlich könnte ebenfalls in der Mörike-Schule unterkommen. Wird der neunte Grundschulzug jedoch an der Ludwig-Krapf-Schule installiert, braucht man dort ebenfalls eine Essensversorgung. Im April soll der Gemeinderat über den Standort sowohl des neunten Zuges als auch der Mensa entscheiden. Letztere soll bis 2017 gebaut sein.

Zu wenig Platz

Laut Gesetz müssen Asylsuchende in einer "Gemeinschaftsunterkunft" wohnen, bis ihr Verfahren abgeschlossen ist . Im Landkreis Tübingen dürfen sich Asylsuchende, die länger als 24 Monate warten müssen, anderswo eine Bleibe suchen. Doch die Asylbewerber finden keine Bleibe, obwohl das Landratsamt die Miete bezahlen würde. Dabei wäre dies in der Region dringend nötig, denn die Zahl der Asylsuchenden steigt an. Die Landkreise müssen mehr Flüchtlinge aufnehmen, haben aber nicht mehr Platz. Die Unterkünfte sind überfüllt, dabei sieht eine neue Gesetzesvorlage künftig 7 statt 4,5 qm Wohnfläche für Flüchtlinge vor. Viele sind traumatisiert, doch selbst ein einfacher Arztbesuch scheitert oft an der Sprachbarriere. Der Freundeskreis Asyl in Mössingen sucht deshalb nach hilfsbereiten Vermietern. Ebenso hofft der Freundeskreis auf Ärzte, Psychologen und Psychotherapeuten, die mazedonisch oder serbokroatisch sprechen. Übersetzer erhalten eine Aufwandsentschädigung. Genaueres erfährt man unter www.mut-moessingen.de .

Ausgesperrt

Noch immer sind nicht alle Rathäuser der Region für Menschen mit Gehbehinderung zugänglich. Meist sind diese Rathäuser um die hundert Jahre oder älter. Eine Rampe reicht dabei nicht aus. Für obere Stockwerke ist ein Aufzug vonnöten, der auch für Rollstuhlfahrer groß genug ist, Schiebetüren und Behindertentoiletten sind weitere Kriterien. In Tübingen gibt es eine Kommission für den Rathausumbau, der auch Rollstuhlfahrer angehören. Hier soll der große Sitzungssaal am Marktplatz zudem eine Induktionsanlage bekommen, die es Hörbehinderten ermöglicht, die Debatten zu verfolgen. Das technische Rathaus wird mit einen behindertengerechten Aufzug versehen. Auch in kleineren Orten der Region werden zunehmend die Ämter auf ihre Barrierefreiheit überprüft.

Schulleiter aus China zu Besuch

Es sind 17 Schulleiter aus ganz China, die derzeit in baden-württembergischen Berufsschulen unterwegs sind. Auf ihrem vierwöchigen Lehrgang besuchten die Schulleiter, auch die Gewerbliche Schule Tübingen. Sie erhalten Einblick in die Arbeit der Schulleitung und die Aufgaben des Schulträgers. Die Unterschiede zwischen dem Schulsystem Chinas und dem von Baden-Württemberg sind vor allem in der Verwaltung und Organisation gewaltig. Die chinesischen Schulleiter heißen "Präsidenten", je nach Schulgröße sind ihnen entsprechend viele Vize-Präsidenten untergestellt. Hinzu kommen zahlreiche Verwaltungskräfte. Chinas Schulen sind wie eigenständige Betriebe organisiert, mit allen Rechten und Pflichten: eigenständige Bildungseinheiten. Soweit man von eigenständig sprechen kann", so Erwin Horrer. Um Schulleiter zu werden ist lediglich die pädagogische Kompetenz gefragt.

Aktion mit zweibestem Ergebnis

Das Tübinger Projekt und die Rollstuhlbasketballer liegen den Tagblatt Lesern offenbar am Herzen. Denn bis jetzt spendeten Sie 85 453,25 Euro. Dies ist das zweitbeste Spende Ergebnis in der Tagblatt-Geschichte. Es haben schon über 800 Leserinnen und Leser gespendet und die Weihnachtaktion geht noch bis Ende Januar.

Friedensverpflichtung

Mindestens der Hälfte der Uni-Angehörigen kenne sie nicht, erklärte der Tübinger Politologe und Friedensforscher Thomas Nielebock: die Zivilklausel, die den Ausschluss militärisch nützlicher oder finanzierter Forschung und Lehre in der Grundordnung der Tübinger Uni festschreibt. Gemeinsam mit dem Ethnologen Volker Harms und Simon Meisch vom Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften hat Nielebock die Studie "Zivilklauseln für Forschung, Lehre und Studium" herausgegeben, die auf einer Studium-Generale-Reihe im Wintersemester 2011/12 beruht. Anläßlich der Vorstellung des Bandes beklagten er und Volker Harms eine fehlende Kultur der Zivilklausel an der Universität Tübingen: es gibt keine Regeln und Kriterien für die standardmäßige Überprüfung von Forschungsanträgen und Lehrveranstaltungen auf ihre rein zivile Ausrichtung. Zur besseren Transparenz sollten alle Forschungsvorhaben samt ihren Geldgebern ins Internet gestellt werden, so Nielebeck. Prorektor Herbert Müther veranschlagte weitere drei Monate, bis eine solche Datenbank veröffentlicht werden könne, da man damit auch die internationale Zusammenarbeit dokumentieren wolle.



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