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Nachrichten vom Fr, 18.01.2013

Dauerstau im Anmarsch

Künftig müssen Auto- und Lastwagenfahrer die durch Tübingen fahren mit Umwegen und Staus rechnen. In den nächsten zwei Jahren soll der Schlossbergtunnel und die beiden Brücken vor und hinter dem Tunnel komplett saniert werden. Der Straßenbelag im Tunnel und auf den beiden Brücken soll erneuert werden und der Brandschutz im Tunnel müsse laut Oliver Knörr, dem Pressesprecher des Regierungspräsidiums verbessert werden. Eine Röhre soll jeweils von März bis November in diesem und im nächsten Jahr zugemacht werden. Durch die andere Röhre wird dann der Verkehr in beide Richtungen geführt. Wie das genau umgesetzt werden soll und welche Umleitungen es geben wird, gibt das Regierungspräsidium am 24. Januar bekannt. Auch in der Tübinger Innenstadt ist künftig mit Stau zu rechnen. Die Poststraße soll für einen Umbau komplett gesperrt werden. Für Busse wird es eine Sonderregelung geben, damit diese über die Friedrichstraße stadtauswärts fahren können. Alle anderen müssen Umleitungen in Kauf nehmen.

Zentralisierung der Notdienste

Die Tübinger und die Reutlinger Ärzteschaft ist sich offensichtlich uneins. Grund ist die geplante Zentralisierung des hausärztlichen Notdienstes an Wochenenden und Feiertagen. Bislang organisierten den die Ärzte selbst, ab 2014 sollen das die Kreiskliniken übernehmen, im Kreis Reutlingen schon ab 1. Februar 2013. Die Reutlinger Ärzteschaft habe die Reform sogar initiiert, weiß der Reutlinger Generalanzeiger zu berichten. Auf der schwäbischen Alb gibt es häufigere Bereitschaftsdienste für die Ärzte als in den Ballungszentren. Die Tübinger Ärzteschaft ist dagegen skeptisch. Die meisten befürchten weitere Wege und höhere Kosten. Und wie solle das verrechnet werden, wenn ein selbständiger Arzt in der Klinik zum Notfalldienst antrete, wurde gefragt. Letztendlich wird es nur die Neuerung weisen.

50 Jahre Élysée-Vertrag

Alt-Ministerpräsident Erwin Teufel sprach in der Alten Aula zu 50 Jahren Élysée-Vertrag. 250 Gästen, die auf Einladung des Deutsch-Französischen Instituts in die Alte Aula der Tübinger Universität gekommen waren, schilderte Teufel seine Sicht von der Aussöhnung zwischen Deutschen und Franzosen nach zwei Weltkriegen. Am 22. Januar 1963 hatten Kanzler Konrad Adenauer und Präsident Charles de Gaulle den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag unterzeichnet. Statt des fatalen Mythos' der "Erbfeindschaft" wollte man sich nun politisch, institutionell, kulturell und zivilgesellschaftlich begegnen und absprechen. Eine Podiumsdiskussion im Anschluss beleuchtete die derzeitige Lage der deutsch-französischen Beziehungen.

Historische Aktion

Wie schon vor 30 Jahren rufen auch zum 80. Jahrestag des Mössinger Generalstreiks Gewerkschaften und VVN zur "historischen" Demo mit Kundgebung auf. Tausende sind damals auf den Platz vor der Langgass-Turnhalle geströmt, um an die Ereignisse vom 30. und 31. Januar 1933 zu erinnern. Manche Mössinger fühlten sich von den vielen auswärtigen Demonstranten etwas überfahren.Zum 80. Jahrestag mobilisiert nun wiederum ein breites politisches, gewerkschaftliches Bündnis zur Demonstration auf den Spuren des dörflichen Widerstands gegen Hitler - "auf nach Mössingen am 2. Februar 2013", heißt es im Aufruf der Gewerkschaften IG Metall Reutlingen-Tübingen, Verdi Fils-Neckar-Alb, DGB-Kreisverband, GEW Reutlingen/Tübingen sowie der VVN-Bund der Antifaschisten Baden-Württemberg und Tübingen-Mössingen.

Expertin im Dialog der Religionen

Lejla Demiri  ist seit kurzem Proessorin am Zentrum für Islamische Theologie der Universität Tübingen. Der interreligiöse Dialog ist keine Erfindung der Moderne, betont Demiri. Geboren am 23. Juli 1975 in der mazedonischen Kleinstadt Gostivar im damaligen Jugoslawien, ist die Islamwissenschaftlerin "mit vielen Sprachen und Religionen" aufgewachsen,. In der Familie wurde "ein türkischer Dialekt mit slawischen Einsprengseln" gesprochen. Mazedonisch und Serbokroatisch sind ihr ebenso geläufig wie Türkisch, Englisch und Italienisch. Derzeit lernt sie Deutsch. Begegnungen zwischen muslimischer und christlicher Theologie beschäftigen Lejla Demiri schon lange. Bei ihren Studien in Istanbul, in Cambridge und an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom stieß sie schon früh auf Texte aus dem 8. Jahrhundert, die den Dialog zwischen dem Abbasi den-Kalif Al-Mahdi und dem ostsyrischen Patriarchen TimotheusI. dokumentieren.

Neues Obdach

Aus der Notunterkunft heraus eine eigene Wohnung zu finden ist für viele Obdachlose schwierig. Bei den Tübinger Wohnbaugenossenschaften finden selbst Menschen mit einer zusätzlichen Suchtkrankheit nichts. Derzeit leben über 100 Menschen in Tübinger Notunterkünften und Notwohnungen. Davon 31 Frauen und 18 Kinder. Die Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau baut deshalb im Wennfelder Garten ein Haus für 22 männliche Obdachlose. Die bisherige Notunterkunft mit sieben Wohneinheiten befanden sich in einem katastrophalen Zustand. Aus diesem Grund entschieden sich Stadt und GWG für einen Abriss und einen Neubau an selber Stelle. Anfang Juli könnten die neuen Wohnungen schon bezogen werden. Betreut werden die Bewohner von der Reutlinger Bruderhaus-Diakonie.

Keine Begeisterung

Ein Bildungshaus mit Lese-Café und Veranstaltungsraum soll die neue Stadtbibliothek werden, die die Stadt Rottenburg für rund 4,5 Millionen € gegenüber dem Ordinariat bauen lassen will. Doch die 25 Teilnehmer der Facebook-Community „Dein Rottenburg“ zeigten sich bei der Diskussion um das Thema alles andere als begeistert von der Idee. Erstaunlich, wenn man den Erfolg anderer Stadtbüchereien in Städten vergleichbarer Größe bedenkt. Aber vielleicht handelt es sich ja um die Statements von Computer-Nörds, die mit einer Textmenge, die über den Bildschirm ihres Monitors hinausreicht, überfordert sind. Inzwischen startete das Tagblatt unter www.tagblatt.de eine Umfrage zum Thema.

Spenden für Ramiza

Ramiza ist glücklich: endlich kann sie hochhackige Schuhe tragen. Möglich macht ihr dies die neue Prothese, die ihr in Tübingen angepasst wurde. Daß sie auf zwei Beinen gehen kann, hat sie einer seltenen Operationsmethode zu verdanken: im Alter von neun Jahren war sie an Knochenkrebs erkrankt. Der Krebs hatte ihren Oberschenkel befallen, in einer deutschen Spezialklinik wurde ihr stattdessen der gesunde Unterschenkelknochen eingesetzt, aus dem Fußgelenk wurde ein neues Kniegelenk. Spenden haben ihr die Operation ermöglicht,die sie davor bewahrte, ihr ganzes Bein zu verlieren. Allerdings benötigt sie auch Geld für die weitere Behandlung, denn während des Wachstums muss die Unterschenkelprothese immer wieder neu angepasst werden. Mehrere Wochen war die 16jährige aus Tadschikistan dafür in Tübingen und besuchte derweil das Uhland Gymnasium. In ihrer Heimat hat sie die Gold-Medaille bei der Deutsch-Olympiade der tadschikischen Gymnasien gewonnen. Jetzt hofft sie auf ein Stipendium für das Studium an einer deutschen Universität. Vielleicht findet sie hier ja auch den Mann fürs Leben. Bislang war sie überzeugt, daß dies ihr aufgrund ihrer Behinderung verwehrt bleiben würde.



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