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Nachrichten vom 11.01.2013

Erster Wasserspeicher

Vergangenen Dienstag begann die Wasserversorger Ammertal-Schönbuchgruppe mit dem Bau eines neuen Wasserspeichers in Hagelloch. Direkt neben dem alten Wasserbehälter wird für 800 000 Euro ein Röhrenspeicher aus glasfaserverstärktem Kunststoff hingestellt. In einem halben Jahr soll der Wasserspeicher fertig sein und die Versorgungssituation in Hagelloch verbessern. Laut Böblingens Oberbürgermeister Wolfgang Lützner sei es der einzige Wasserspeicher seiner Art in Süddeutschland.

Culturcafé sucht Erhenamtliche

Der Förderverein Kultur-Café Mössingen stellt in seinem Café Chamäleon in der Brunnenstraße permanent Werke von Kleinkünstlern aus. Viermal im Jahr findet ein Kulturfrühstück statt, das sich mit jeweils 60 Gästen großer Beliebtheit erfreut. Obwohl der Verein nicht von der Stadt subventioniert wird und er keinen Gewinn erwirtschaftet, würde ohne das Haus doch „etwas fehlen“, so Ulrich Haas, Mitglied des Vereins. Die 20 aktiven Mitglieder halten das 2005 eröffnete Haus gerne am Leben, würde sich jedoch über die Unterstützung weiterer ehrenamtlicher Helfer freuen.

Inklusionsexperte gibt Ratschläge

Als ihm die Evangelische Hochschule Ludwigsburg im Jahr 2000 eine Stelle als Behinderten-Beauftragter anbot, sagte Jo Jerg zu - allerdings unter einer Bedingung: Er übernehme das Amt, jedoch als Enthinderungs-Beauftragter. Seit gut 20 Jahren beschäftigt sich Jo Jerg mit dem Thema Inklusion. Parallel zum Studium der Erziehungswissenschaft in Tübingen arbeitete er in einer Tagesgruppe von verhaltensauffälligen Jugendlichen. Als "Aha-Erlebnis" beschreibt er seine Reisen mit einer Studiengruppe Ende der 80er Jahre zum Thema "Standards der Integration". "Das ist doch eine Sondereinrichtung!", bekam er im italienischen Arezzo über seine Tagesgruppe zu hören. Inklusion umfasst für Jerg viel mehr als nur das Thema Behinderung. Inklusion bedeutet auch Demokratisierung der Gesellschaft, denn das heißt, dass sich jeder beteiligen kann. Inklusion umfasst in Jergs Augen sehr viele Themen und Bereiche, so auch die Bildungsmöglichkeiten zum Beispiel für Kinder aus Migrationsfamilien. Die verschiedenen Benachteiligungsformen müssen thematisiert und die Unterstützungsmöglichkeiten diskutiert werden, sagt der Sozialwissenschaftler. In den Köpfen stehe ein Paradigmenwechsel an, ein großer Wandel in der Gesellschaft, hin zu einer "Kultur der Vielfalt.

Festung Europa

Die Genfer Flüchtlingskonvention bestimmt, dass die Staaten der Europäischen Union Hilfebedürftigen Schutz gewähren müssen. Tatsächlich erhält die Grenzschutzagentur Frontex jährlich etwa 88 Millionen Euro, um Europa vor den Flüchtlingen zu retten. 30 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht, dennoch hat es 2009 in allen 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union nur 260 000 Asylanträge gegeben. Im selben Jahr wurde nach fünf jahren Gerichtsverhandlung auch der Kapitän der „Cap Anamur“ vom Vorwurf der "Beihilfe zur illegalen Einreise" freigesprochen. Das Vergehen, um das so lange verhandelt wurde: die Cap Anamur hatte 37 Menschen von einem überfüllten Schlauchboot im Mittelmeer vor dem sicheren Tod gerettet. Seither ist das Mittelmeer, das „tödlichste Gewässer der Welt" wie es im Untertitel der Ausstellung "Bootsflüchtlinge" von Amnesty International Hechingen heißt. Sie ist noch bis zum 18. Januar jeweils zu den Öffnungszeiten des Hechinger Rathauses zu sehen: montags bis freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr, donnerstags auch von 14 bis 18 Uhr.

Ungesühnte Schande

Der Reutlinger Historiker Eberhard Frasch reiste im Dezember mit einer 40köpfigen Delegation zur Gedenkstätte von Sant'Anna di Stazzema. „Schrank der Schande“ hieß der versiegelte Schrank, in dem bis 1994 in Rom die Akten über das Massaker von Sant´Anna gelagert waren: Am 12. August 1944 ermordete die Waffen-SS in dem toskanischen Dorf über 500 Menschen, die meisten davon Frauen, Kinder und ältere Männer. Die genaue Zahl konnte niemals ermittelt werden, da die Opfer verbrannt wurden. Unter den Opfern war auch eine Enkelin des Reutlinger Dichters Hermann Kurz. 2005 verurteilte das Militärgericht von La Spezia zehn noch lebende SS-Angehörigen zu lebenslanger Haft sowie Entschädigungszahlungen in Höhe von etwa 100 Millionen Euro. Dieses Urteil wurde nach einer Revisionsklage der Betroffenen 2006 in Rom bestätigt. Gegen drei von ihnen wurde 2007 ein wirkungsloser Europäischer Haftbefehl erlassen, denn Deutsche dürfen nicht gegen ihren Willen zum Zwecke der Strafvollstreckung ausgeliefert werden. Im Oktober 2012 teilte die Staatsanwaltschaft Stuttgart mit, dass die Ermittlungsverfahren gegen die acht noch lebenden ehemaligen SS-Männer nach zehn Jahren eingestellt worden seien, da man den Beschuldigten "keinen konkreten Tatverdacht" nachweisen könne. Daraufhin organisierten Mitglieder des Stuttgarter Bürgerprojekts "die AnStifter“ die Solidaritätskampagne mit den Angehörigen der Opfer. Die Anwältin der Opfer von Sant' Anna in Deutschland hat eine Klageerzwingung eingereicht, über die nun Ende Januar entschieden wird.

Jugendliche helfen bei Renovierung

Jugendliche Straftäter leisten bei der Sanierung des Amannhofs, ihre Sozialstunden ab. Das ehemalige Gefängnis von 1715 wurde später als Viehstall und Wohnhaus benutzt. Vor einigen Jahren erwarb die Stadt das historische Gebäude und verpachtet es seither für einen symbolischen Preis an den Sülchgauer Altertumsverein SAV. Seither können die Jugendlichen bei der Renovierung des Amannhofs ihre Sozialstunden leisten. Die Jugendlichen helfen auch bei Veranstaltungen im Haus Nepomuk mit, sie dekorieren die Räume und spülen die Gläser.

Ins kalte Wasser

Seit dem 150 jährigen Bestehen 1997 der freiwilligen Feuerwehr in Tübingen, treffen sich jedes Jahr am Campingplatz in Tübingen unerschrockene Feuerwehrmänner und Rettungsschwimmer, um auf ihre Weise das neue Jahr einzuläuten. In Neopren Anzügen begaben sich am Sonntag auch dieses Jahr 91 Mann ins Wasser, um in dem kalten Neckar baden zu gehen. Das dabei das eine oder andere Glas Sekt oder Wein mit ins Wasser genommen wurde, gehört wohl ebenso zur Tradition, wie das kleine Feuerwerk, das zu diesem Anlass gezündet wurde. Während die Schaulustigen am Ufer Rote Würste genossen, freuten sich die Schwimmer wahrscheinlich schon auf die Dusche und das Aufwärmen im Uhlandbad.



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