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Nachrichten vom 30.11.12

Weihnachtsgeld gestrichen

Den wissenschaftlichen Hilfskräften der Uni Tübingen wird das Weihnachtsgeld gestrichen. Die so genannten Hiwis erfuhren von der Änderung, die bereits Anfang des Jahres beschlossen wurde, erst jetzt. Der "Arbeitskreis studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte" organisierte kurzerhand eine Petition und sammelte Unterschriften gegen die Streichung. Uni–Kanzler Andreas Rothfuß verteidigte die Maßnahme. So seien im Gegenzug die Stundenlöhne bis zur zulässigen Obergrenze erhöht worden. Dass damit die wegfallenden 100 Euro Weihnachtsgeld ausgeglichen werden, darf jedoch bezweifelt werden. Die Petition könnte der Anfang weiterer Proteste sein. Kurze Arbeitsverträge und die fehlende Bezahlung von Vorbereitungszeiten für Tutorien sorgen schon lange für Unmut unter den Tübinger Hiwis.

Fair-Kehr-Preis

Das Mössinger Quenstedtgymnasium und die Friedrich-List-Realschule haben den ersten Preis bei der Aktion „Schüler-Fair-Kehr“ gewonnen. 4.000 Euro gibt es für den Preis der Landesverkehrswacht, zwei Landesministerien und der Unfallkasse. Ausschlaggebend für die Jury waren Aktionen zur Gewaltprävention im Schulbus in Verbindung mit einem Kunstprojekt. Schüler malten Bilder zum Thema Drängeln und Mobbing, die im Schulhaus alle auf das Thema aufmerksam machen. Das Projekt „Gewaltfrei zur Schule“ ist inzwischen im Schulprofil verankert und gehört zur Schulkultur. Schulbusbegleiter und Streitschlichter erhöhen die Verkehrssicherheit. Sie werden sogar verkehrspolitisch aktiv und machen beispielsweise Lösungsvorschläge zu bekannten Problemhaltestellen.

Tänzerinnen für Berber

Eva Maria Wied, die Leiterin der Gomaringer Tanz-Etage und Dozentin für orientalischen Tanz unterstützt eine Berberfamilie in Marrakesch. Kennen gelernt hat sie die Familie während einer ihrer Reisen in das Land. Die vierjährige Tochter Selima kann sich von Geburt an nicht bewegen. Sie wird „von einem Familienmitglied zum anderen getragen“, berichtet die Tanzlehrerin. Ihre Freundin, die Körpertherapeutin ist, habe in einer Dreiviertelstunde erste Erfolge erzielt. Wied begann für Selimas Behandlung Geld zu sammeln. 80 Therapiestunden konnten bereits finanziert werden. Doch jetzt verstarb der älteste Sohn der Familie und hinterlässt eine Frau und fünf Kinder, die in das Haus der Großfamilie ziehen müssen. Die Jugendlichen sind arbeitslos und können somit ihre Familie und sich selbst nicht über Wasser halten. Wied wollte helfen und ein Startkapital bereitstellen. In der Tanzschule veranstalte sie am Samstag einen „Marokkanischen Abend“ mit kulinarischen und künstlerischen Einblicken. Der Witwe und ihren Kindern komme ein Großteil der Eintrittsgelder zugute. Insgesamt kamen am Samstag 1000 Euro zusammen.

Dorf hilft Dorf

Der Verein Songtaaba in Kirchentellinsfurt sammelt Geld für eine Getreidemühle für das Dorf Béma in Burkina Faso. Das kommt nicht von ungefähr: in Kirchentellinsfurt lebt Boukary Berri aus Béma. Aus politischen Gründen hat er hier Asyl bekommen. Nun helfen er und seine Nachbarin Andrea Höppner mit dem Verein den Menschen in seiner Heimat: mit Geld für Mangopflanzen, dem Ausbau der Schule und Paten für die Kinder. Hirse und Blätter sammeln die Frauen von Béma täglich auf dem Feld, die Hirse wird von Hand für den täglichen Brei gestampft. Andrea Höppner konnte sich bei ihrem Besuch im Dorf eigenhändig von der Schwere der Arbeit überzeugen. Der Verein besorgte Zement, da der Lehmbrunnen in der Regenzeit bislang weg gespült wurde und sie kauften stabiles Material für den Zaun, damit das Vieh ihn nicht mehr einreißen kann, um die Mangopflanzen zu verspeisen. Nun soll eine Getreidemühle gekauft werden, denn mit der Mühle könnten die Frauen von Béma den Überschuss an Hirse, den sie in diesem Jahr ernten konnten, verarbeiten und verkaufen. Im letzten Jahr half der Verein nach einer Mißernte. Die Vereinsmitglieder verkaufen jeden Freitag auf dem Rathausplatz in Kirchentellinsfurt selbstgebackenen Kuchen. Man kann auch spenden oder eine Patenschaft für ein Kind übernehmen. Weitere Informationen gibt es über www.songtaaba-ev.de .

Absorber-Fliesen

Die Ergebnisse der Schadstoff-Messung im Reutlinger Rathaus wurden nun bekannt gegeben. Im Sommer wurde eine Formaldehyd- Belastung festgestellt. Die Messung habe gezeigt, dass keine weiteren Raumgifte wie etwa PCB und Asbest im Rathaus seien. Jedoch sei die Belastung im Bürgerbüro weiterhin kritisch. Um diesen Schadstoffen entgegenzuwirken, sollen jetzt Absorber-Vliese aus Schafwolle angelegt werden. Diese saugen die Gifte auf. „Das Formaldehyd zersetzt sich an den Eiweißmolekülen und wird in gesundheitlich unbedenkliche Bestandteile umgewandelt“, so Peter Gebert, stellvertretender Amtsleiter. Die Arbeiten sollen spätestens in zwei Wochen im Büro beginnen. Sollte das Experiment Erfolg haben, werden die Absorber-Vliesen auch in anderen Räumen eingesetzt.

Tagung zum Generalstreik

Der Talheimer Verlag hatte am letzten Samstag zu einem Fachsymposium zum Mössinger Generalstreik in die Pausa geladen. Es ging um die Bedeutung des Generalstreiks damals wie heute. Die Verleger des Buches „Da ist nirgends nichts gewesen außer hier“ wünschen sich eine sachliche Diskussion, aber auch eine Geste der Würdigung. Doch viele tun sich schwer mit der Mössinger Vergangenheit, man nennt sich lieber Blumenstadt als Stadt des Aufstands gegen Hitler. Die Herausgeber des Buches wollen das Bild vom braven Schwaben korrigieren, denn es gab vielerlei Widerstand. Zur politischen Analyse müsse auch das rebellische Lebensgefühl der 20er Jahre als kulturelle Ergänzung in Betracht gezogen werden. Der Generalstreik lasse sich nicht isoliert betrachten, er sei eine Frage der Dorfkultur und nicht der Ideologie. 2013 wird es zum Jubiläum eine künstlerische Umsetzung des Generalstreiks vom Theater Lindenhof in der Pausahalle geben.

Adipositas-Chirurgie

Vergangenen Mittwoch veranstaltete das Uniklinikum einen Gesundheitstag zum Thema Übergewicht. Am Samstag, den 1. Dezember gibt es in den Crona-Kliniken einen Patiententag zum Thema Adipositas-Chirurgie. Denn ab einem Body Mass Index von über 40 Kilogramm pro Quadratmeter helfen auch keine Diäten mehr. Diese Menschen wiegen zwischen 150 und 250 Kilo und die Empfehlung zur gesunden Bewegung können sie nicht mehr befolgen. Die medizinischen Möglichkeiten reichen von einem Ballon, der den Magen füllt, über ein Magenband bis zu einem Schlauchmagen und das Vorbeiführen der Nahrung an Magen und Zwölffingerdarm. Die Operationen bieten die Möglichkeit einer Gewichtsreduktion von bis zu 70%. Die Patienten dürfen zunächst nur Tee und Brei zu sich nehmen, später sind sie nach nur wenigen Löffeln Nahrung schon satt. Aber auch hier müssen spezielle Diäten und ein Sportprogramm eingehalten werden. Übergewichtigkeit nimmt nicht nur in den Industrieländern immer mehr zu.



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