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Nachrichten vom 26.11.12

Langsam durch die Innenstadt

Ab sofort gilt für die Tübinger Innenstadt Tempo 30. Tübingens grüner OB hatte zwar viel Freude am Entrollen des Banners, das auf der Neckarbrücke die neuen Regelungen verkündet, die Anordnung kam jedoch vom Regierungspräsidium. Bis zu zehn Prozent Reduzierung des Schadstoffausstoßes verspricht man sich davon. Ab Januar 2013 dürfen zudem nur noch Autos mit grüner Plakette in die Innenstadt, ab April 2013 dürfen dann auch die Ordnungskräfte an abgestellte PKWs mit gelber Plakette Knöllchen verteilen. Die Umweltzone soll auf alle Tübinger Stadtteile ausgeweitet werden. Im Schlossbergtunnel gilt schon seit einiger Zeit statt Tempo 60 nur noch Tempo 50.

Änderungen im Nahverkehrsplan

Nach zwei Jahre langen Diskussionen wurde jetzt beim Tübinger Kreistag einen neuen Nahverkehrsplan beschlossen. Mit dem Ziel, mehr Menschen dazu zu bewegen, auf Bus und Bahn umzusteigen, stehen unter anderem bessere Verbindungen zwischen den Ortschaften im Plan. Mindestens stündlich zwischen fünf und 24 Uhr soll soll jeder Ort im Kreis ab 200 Einwohnern künftig per Bus oder Bahn erreichbar sein, die Hauptstrecken Richtung Tübingen sollen unter der Woche im Halbstundentakt befahren werden. Eine weitere wichtige Erneuerung für die Zukunft: Im Kreis Tübingen wird es künftig ein vergünstigtes Ticket für Menschen mit geringem Einkommen geben. Anträge der Grünen wurden mit Mehrheit abgelehnt. Sie wünschten sich eine neue Schnellbuslinie über die Bundesstraße 27 Richtung Flughafen und Halbstundentakt-Verbindungen an Wochenendtagen und nicht nur nach Tübingen.

Altenpflegepreis

Den Altenpflegepreis 2012 der Fachzeitschrift „Altenpflege“ erhielt die Tübinger Physiotherapeutin Edith Engelhardt und die Rottenburger Hospitalstiftung. Dotiert ist der Preis mit 5000 Euro. Damit wurde ein neues Konzept zur Sturzprophylaxe im Pflegeheim ausgezeichnet. Die Sturzgefahr nimmt beim alt werden zu und kann zu schweren Verletzungen wie Knochenbrüche führen. Nach mehreren Stürzen bewegen sich manche alte Menschen weniger. Dadurch erschlafft die Muskulatur und verkürzt sich weiter. Um die Mobilität der Bewohner zu erhalten, gibt es in allen fünf Pflegeheimen der Hospitalstiftung spezielle Übungsstunden. Seit 2007 arbeitet Edith Engelhardt in der Rottenburger Hospitalstiftung.

Siebter Platz

Nur in sechs Städten in Deutschland sind die Mieten höher als in Tübingen. Ganz oben steht München, auch Köln hat teure Mieten. Das ergab der aktuelle Mietspiegelindex mit allen Mietspiegeln im Vergleich. Die Durchschnittsmiete liegt in Tübingen bei 7,78 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Das ist fast 30 Prozent mehr als die Durchschnittsmiete in Deutschland.

Preise ausgelobt

Unter dem Motto „Eine gute Stadt holt Menschen an den Rändern in die Mitte“ will die Tübinger Bürgerstiftung integrative Projekte im Bereich „Jugend und Sport“ auszeichnen. Der bisher alljährlich ausgeschriebene Bürgerpreis wurde zum „Ehrenamtspreis“ umbenannt und ist für Einzelpersonen gedacht. Dotiert ist er mit 2.000 Euro. Der Hauptpreis, der sogenannte „Preis der Bürgerstiftung Tübingen“, wurde 2011 erstmals ausgeschrieben und ist mit 10.000 Euro dotiert. In der Preisausschreibung heißt es: „Wir haben Initiativen und Aktivitäten im Auge, die dazu beitragen, das die bei Jugendlichen bestehende sozialen, kulturellen oder persönlichen Benachteiligungen und Ausgrenzungen durch den Sport überwunden werden, sowie körperliche oder geistige Zugangshindernisse verringert werden“. Bewerben kann man sich bis zum 27.Januar 2013. Bis zum 12. Dezember können Details, sowie der Ausschreibungstext per Mail an buergerpreis2012@gmx.de angefordert werden. Unter dieser Adresse werden auch Fragen zum Bewerbungs- und Auswahlverfahren beantwortet.

Film-Veto

Der Reutlinger Finanzbürgermeister Peter Rist hatte die Gemeinderatssitzung zum städtischen Haushalt mit diversen Gesangseinlagen garniert. Dabei war auch ein Filmteam anwesend, das eine Dokumentation über Peter Rist machte. Einige Gemeinderäte fühlen sich jetzt getäuscht, weil sie dachten, es ginge um eine Berichterstattung für Nachrichten. Es scheint aber eher ein Werbefilm für den Schlagersänger Peter Rist zu sein. Dabei wollen die Gemeinderäte nicht mitmachen und legen ein Veto gegen die Verwendung der Filmaufnahmen ein.

Runder Vereins-Tisch

Vergangene Woche trafen sich die Internationalen Vereine Tübingens im Gemeindehaus Lamm. Dabei stellten sich die Arabische Schule und das Islamische Kultur- und Begegnungszentrum vor. Drei Frauen und ein Mann unterrichten samstags von neun bis 13 Uhr in der Tübinger Hügelschule und im Internationalen Kindergarten Arabisch und geben Nachhilfe in Deutsch, Englisch und Mathematik. 65 Kinderim Alter von vier bis 16 Jahren kommen in die sieben Klassen, die entsprechend dem Sprachniveau zusammengesetzt sind. In Zukunft soll eine Elternberatung über das deutsche Schulsystem aufklären und bei Bedarf Deutschunterricht vermitteln. Die Arabische Schule versteht sich als säkular, überkonfessionell, unabhängig und integrativ. In das Islamische Kultur- und Begegnungszentrum im Philosophenweg 70 kommen etwa hundert Personen aus 15 Ländern zum Freitagsgebet. „Das Zentrum ist eine Begegnungsstätte für Muslime, die offen sind für Dialog und internationalen Austausch“, erklärte Max Bilal Heidelberger, der Dozent am Zentrum für Islamische Studien ist.

Integrationsprojekte

Vergangenen Donnerstag fand beim Regierungspräsidium ein Gesprächsabend über Integration statt. Integration sei, so Regierungspräsident Strampfer, eine Kernkompetenz des Landes. Integrationsministerin Bilkay Öney kritisiert die mangelnde Offenheit der Bürger gegenüber Ausländern. Wer stets als Ausländer angesprochen und behandelt werde, verinnerliche diesen Status und fühle sich nie ganz zu Hause, heißt es. Demnach fordert Öney einen besseren Umgang mit Menschen mit Migrationshintergrund. Vertreter des TSG und der Stadt Reutlingen stellten am Abend verschiedene Projekte zur Förderung der Integration vor. Sultan Braun, die Leiterin des Referats für Migrationsfragen in Reutlingen, berichtete beispielsweise über das geplante Projekt »Vielfalt als Chance für die Zukunft unserer Stadt«. Ziel sei es, dass Menschen mit Migrationshintergrund die Möglichkeit haben sollten, in der Verwaltung eine Arbeit zu finden.

Hydrobutler

Filix Getzin und Reno Staub aus Gomaringen haben einen rollstullfähigen "Hydrobutler" erfunden. Somit haben Menschen im Rollstuhl jetzt die Möglichkeiten sitzend bequem Zimmerpflanzen zu gießen. Wie es funktioniert, erklärten sie nun Bürgermeister Steffen Heß. Aus einem Kanister mit Hahn, einer Pumpe, einem Schlauch und einer akkubetriebenen Fernbedienung ist der "Hydrobutler" entstanden.

Thema Altpapier

Der Kreis Tübingen reformiert das System des Altpapier-Sammelns. Anlass dafür geben EU-Richtlinien, die neue Regeln für die Entsorgung und Wiederverwendung von Wertstoffen vorschreiben. Demnach muss der Kreis Altpapier-Sammlungen durch Gewerbe nur noch dann zulassen, wenn deren Entsorgungssystem wesentlich besser ist als das des Kreises. In Tübingen kümmert sich seit Jahrzehten das Privatunternehmen Renz um das Altpapier. Ab 2015 soll dessen Dienst durch eine kommunale Altpapiertonne ersetzt werden. Vereine, die die Firma Renz bei der Sammlung unterstützen und das Altpapier zu marktunabhängigen Preisen verkaufen, sollen dieser Tätigkeit auch nach 2015 noch nachgehen können.

Rimpo zieht um

35 Jahre lang traf man sich in Tübingen „beim Rimpo“, wenn man Musikträger erstehen wollte. Heute, so der Inhaber Klaus Reihle, wissen die Kids nicht mehr, dass man Musik auch kaufen kann und die Älteren kaufen bei Amazon. Deshalb wird sich Tübingens Gesicht ab Januar 2013 wieder einmal verändern: An der vertrauten Ecke wird die Biwakschachtel auf Kunden warten. Das Rimpo schrumpft von 200 qm auf 70 in der Ammergasse 23. Von dort wird Klaus Reihle auch den Musikverkauf per Internet und den Ticketverkauf für Konzerte sowie das Merchandising weiterführen.



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