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Nachrichten vom 28.09.2012

Wunschbaum ausgezeichnet

Das „Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt“ zeichnet Projekte aus dem Bundesgebiet für „vorbildliches und nachahmenswertes zivilgesellschaftliches Engagement“ aus. Im Wettbewerb 2011 wurden insgesamt 83 Initiativen und Projekte ausgezeichnet, darunter der Tübinger Jugendgemeinderat mit seinem Projekt Wunschbaum. Ziel des Projektes ist es, Kindern aus armen Familien zur Weihnachtszeit einen Wunsch zu erfüllen. An einem Tannenbaum auf dem Marktplatz werden die Wünsche seit mehreren Jahren ausgehängt und auch im Tagblatt veröffentlicht. Durch diese Aktion gelang es dem Jugendgemeinderat genügend Spender zu mobilisieren und viele Kinder an Weihnachten glücklich zu machen. Die Auszeichnung ist mit 2 000 € dotiert und wird den Mitgliedern des Jugendgemeinderats am 29. September in Ludwigsburg übergeben. Von den früheren Jugendgemeinderäten und jetzigen SPD-Stadträtin Amely Krafft wird der Verein „Wunschbaum Tübingen“ angeführt, der aus der Aktion heraus entstand.

Neues Jugendhaus

Am vergangenen Samstag eröffnete in Tübingen das neue Jugendzentrum "Freiraum" in der Eugenstraße die Pforten. Träger des Hauses sind die evangelischen Kirchengemeinden in Tübingen und so begann die Einweihungsfeier entsprechend mit einem Jugendgottesdienst. Das Motto lautet "Leute. Style. Glaube." Das Angebot ist auf Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren ausgerichtet und hat sich laut dem Christlichen Verein junger Menschen Verein zum Ziel gesetzt eine Atmosphäre zu schaffen in der sich Jugendliche wie zu Hause fühlen. Vorher wurden Programme nur innerhalb der Teilgemeinden ohne Austausch organisiert, nun haben die sieben evangelischen Kirchengemeinden in Tübingen beschlossen, ihre Jugendarbeit zu bündeln.

Zelle-Podium

Unter reger Beteiligung des Publikums lief die Podiumsdiskussion zur Reutlinger Zelle im franz.K. Auf dem Podium diskutierten neben einem Zelle-Vorstand ein Stadtrat der Grünen und der CDU sowie ein Mitglied des Jugendgemeinderats und ein Vertreter der Bundesarbeitsgemeinschaft Offene Jugendeinrichtungen. Das Motto lautete „Die Zelle – autonom oder am Gängelband?“. Die Stadtverwaltung fordert von der Zelle eine Gaststättenkonzession, weil eine Gewinnerzielungsabsicht bestehe. Der Zelle-Widerspruch liegt beim Verwaltungsgericht in Sigmaringen. Intention der Diskussion war, die verfahrene Situation aufzulockern. In einem Punkt waren sich alle Redner einig: Der Rechtsstreit sei die schlechteste Lösung für den Konflikt. Dafür werde nun ehrenamtliche Zeit verschwendet, so der Zelle-Vorstand. Der unabhängige Experte betonte die Bedeutung von Freiräumen für Jugendliche. Dort könne auch ein verantwortungsbewusster Umgang mit Alkohol gelernt werden.

Sozialkonzept geplant

Wenn im Herbst 2013 die Sozialvereine und mit der Stadt Tübingen um die Zuschüsse für 2014 verhandeln, soll dies im Rahmen eines Sozialkonzepts geschehen. Das Sozialkonzept soll die Aufgaben sowie die Stärken und Schwächen der Vereine ermitteln. Ein Jahr würde die Evaluation in Anspruch nehmen, befanden die Zuständigen der Stadtverwaltung. Da der Vorschlag im Sozialausschuss des Gemeinderats keine einhellige Zustimmung fand, schlug Tübingens Erster Bürgermeister Michael Lucke einen Workshop zum Thema im kommenden Frühjahr vor. Die Gelder für 2013 werden diesen Herbst noch ohne Konzept verhandelt.

Tag der Verhütung

Statistiken der der Internationalen Organisation für Familienplanung belegen das weltweit 222 Millionen Frauen keinen Zugang zu Verhütungsmitteln haben. Auch hierzulande haben Haushalte mit sehr geringem Einkommen es schwer sich zuverlässige Empfängnisverhütung zu leisten. Dabei gilt selbstbestimmte Familienplanung in Deutschland sogar als Menschenrecht. Zwar mangelt es in Reutlingen nicht an Aufklärung oder Verhütungsmittel, andere Kommunen gehen aber noch einen Schritt weiter. In Mannheim oder Berlin etwa gibt es es ärztlich verordnete Verhütungszuschüsse. Nun fordert die Pro Familia Reutlingen ähnliches für ihre Stadt, anlässlich des Internationalen Tages der Verhütung, der sich am vergangenen Mittwoch ereignete.

Konzept für Frühgeborene- das Nidcap

Um die kognitive Entwicklung von Frühchen zu unterstützen, hat die Uni-Kinderklinik einen neuen Behandlungsansatz entwickelt. Nidcap, das »Newborn Individualized Development Care and Assessment Program«"beinhaltet nicht nur die Betreuung der frühgeborenen Babys, sondern bietet auch den Familien die Hilfe im Umgang mit den Säuglingen. Das Kind steht an erster Stelle, alle Konzepte zur Behandlung und Pflege werden individuell von einem professionellen Team erstellt Das in der Tübinger Neonatologie gebaute "Nidcap-"Kompetenzzentrum ist bisher in Deutschland die einzige Anlaufstelle.

Erneuerung des Bürgeramtes

Das Reutlinger Rathaus hat derzeit mit einer Formaldehyd-Belastung zu kämpfen. Das Gasförmige Methanal kann Allergien, Haut-, Atemwegs- oder Augenreizungen verursachen. Regelmäßiges Lüften hilft zwar die Werte zu senken, ist jedoch speziell im Bürgerbüro praktikabel unmöglich, so dass der rechtliche Richtwert für Innenräume von 0,124 Milligramm pro Kubikmeter besonders hier weit überstiegen wird. Vorerst ist eine Sanierung des Bürgeramtes für dieses Jahr geplant, die als Formaldehyd-Quelle gehandelte Decke wird ebenfalls neu gebaut. Die anfallenden Kosten werden auf circa 200 000 Euro geschätzt.

 10 Jahre Gedächtnisambulanz

Seit Herbst 2002 untersucht die Memory Clinic in Tübingen Gedächtnisstörungen aller Art. Die Einrichtung am Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie gehört seit April 2012 zur Sektion für Demenzforschung. In der Regel werden die Patienten vom Hausarzt an die Klinik überwiesen. Bei Gedächtnisproblemen sei es wichtig, so früh wie möglich eine ärztliche Diagnose einzuholen, so Klinik-Leiter Prof. Dr. Laske. Ziel der Einrichtung ist die Früherkennung und Behandlung kognitiver Störungen. Denn viele der Erkrankungen sind heilbar oder zumindest ihr Fortschreiten verlangsambar. Neben Untersuchungen und ärztlichen Gesprächen kann in der Gedächtnisambulanz auch an Studien zu Gedächtnisstörungen und Demenzerkrankungen teilgenommen werden. Eine weltweite Studie zu Alzheimererkrankungen beginnt in den kommenden Monaten in Tübingen.

Hochburg des Berufsverbots

Nach dem Radikalenerlass von 1972 waren in Reutlingen besonders viele Lehrer vom Berufsverbot betroffen. Hier gab es damals eine blühende DKP-Szene. Die Mitgliedschaft wurde als verfassungsfeindlich ausgelegt, was damals eine Nichtzulassung zum Staatsdienst bedeutete. Der Radikalenerlass wurde später vom europäischen Gerichtshof für verfassungswidrig erklärt. Dennoch gab es weit über 1.000 Berufsverbote. Viele der betroffenen Lehrer klagten erfolglos, auf eine Entschuldigung warten sie bis heute. Auch Ministerpräsident Kretschmann war ein Opfer des Radikalenerlasses. Vielleicht hat die Landesregierung deshalb jetzt damit begonnen, diese dunkle Kapitel aufzuarbeiten.



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