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Nachrichten vom 24.09.2012

Kein Werben fürs Sterben

So heißt eine Initiative gegen eine Werbeveranstaltung der Bundeswehr an der Theodor Heuss-Schule Reutlingen. Rhetorisch geschulte Jungoffiziere sollen am 27. September im Klassenzimmer für den Dienst an der Waffe werben. Die Schulleitung hat Bemühungen der Kriegsgegner, ins Gespräch zu kommen, ignoriert. Die Kritiker führen an, das Militär habe in einer zivilen Bildungseinrichtung nichts verloren. Wenn Soldaten an Schulen seien, dann verhindere das einen kritischen und ausgewogenen Unterricht. Eine Erziehung zu friedlicher Konfliktlösung sei mit der Bundeswehr nicht machbar. Laut dem für Lehrer verpflichtenden Beutelsbacher Konsens muss der Unterricht über kontroverse Themen auch kontrovers geführt werden. Schüler könnten also fordern, dass auch Friedensaktivisten eingeladen werden. Falls das nicht geschieht, muss die Anwesenheitspflicht für die Zeit des Bundeswehr-Besuchs ausgesetzt werden.

Geld statt Sachleistungen

Nachdem eine Anfrage an das Integrationsministerium in Stuttgart betreffs der Umstellung der Leistungen für Asylsuchende nur einen Hinweis auf den Spielraum des Landratsamts erbrachte, beschloss der verantwortliche Landrat diesen zu nutzen: Im Landkreis Tübingen werden spätestens ab Januar 2013 die diskriminierenden Sachleistungen an Asylsuchende durch Geldzuwendungen ersetzt. Dies wurde bei der öffentlichen Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses des Kreistages in der vergangenen Woche angekündigt. Probleme gibt es derzeit bei der Unterbringung. Ab 2013 haben Asylsuchende Anspruch auf mehr als 4,5 qm Wohnraum pro Person. Im Landkreis Tübingen sind jedoch bereits jetzt zu wenige Plätze vorhanden, um die Aufnahmevorgaben zu erfüllen. Die neuen Vorgaben erfordern eine Verdoppelung der Kapazität. Die Behörde verhandelt derzeit mit privaten Vermietern, befürchtet jedoch , daß der Landkreis immer mehr der anfallenden Kosten übernehmen muß. Die SPD-Landtagsabgeordnete Rita Haller-Haidt versprach, daß mehr Geld zur Verfügung gestellt werde. In Rottenburg, wo ein Anwohner gegen die Unterbringung von Asylanten in einem Nachbarhaus geklagt hatte, wurde mit den inzwischen eingetroffenen Flüchtlingen vor einer Woche ein Begrüßungsfest gefeiert.

Bericht zur Notunterbringung

Deutschlandweit sind etwa 345 000 Menschen obdachlos. Soweit die Schätzungen, denn eine genaue Zählung gibt es nicht. Obdachlosigkeit wird heute immer noch als Gefahr für die öffentliche Sicherheit verstanden. Dabei gibt es zwei Unterscheidungen, die Freiwilligen um die sich in Reutlingen die Arbeiterwohlfahrt und der Verein zur Selbsthilfe kümmern und zeitweise Unterkünfte bieten; die andere Gruppe sind die Unfreiwilligen. Häufig sind Brände oder Zwansräumungen Gründe für unfreiwillige Obdachlosigkeit, davon waren in Reutlingen in diesem Jahr etwa 300 Menschen betroffen. Die Bereitstellung von Notunterkünften stellt ein Problem dar, denn es gibt in der Stadt nur sehr begrenzte Reserven.

Mensa eröffnet

„Alle sind für die Mensa bereit, jetzt beginnt die leckere Zeit“, sang der Schulchor der Wurmlinger Uhland-Grundschule vergangenen Donnerstag. Grund hierfür war die Neuerffnung der Schulmensa, die zuvor für viel Diskussion zwischen dem Ortschaftsrat und der Stadtverwaltung gesorgt hatte. 378.000 Euro wurden in das Gebäude investiert, das unter anderem von der Tübinger Raumgestalterin Renate Rapp konzipiert wurde. Was Schuldirektor Georg Schöllkopf erfreut ist, dass sie mit dem frühlingsgrünen Bodenbelag und der hellen Holzvertäfelung an den Wänden nicht „diese Mensa-Atmosphäre“ hat. Die Mensa wurde nach dem Seniorenchef der örtlichen Fensterbaufirma Emil Hess benannt.

Gratis Strom für E-Bikes

Der Verkauf der Elektroräder hat deutlich zugenommen. Doch wo kann die Batterie der E-Bikes aufgeladen werden? Das IHK-Netzwerk E-Bikes hatte dafür die Idee von Aufklebern mit Fahrradsignet und Steckdose, die Gastronomiebetriebe und Einzelhändler als Elektrotankstelle ausweisen. Die Firma kostet eine volle Ladung etwa 15 cent und eine Aufrüstung ist nicht notwendig. Der Akku wird an einer normalen Steckdose aufgeladen, das Ladegerät müssen die Radfahrer selbst mitbringen. Bereits 45 Betriebe haben sich an der Aktion beteiligt. Darunter fünf in Tübingen, zwei in Mössingen und je einer in Ergenzingen, Gomaringen und Kirchentellinsfurt. Die Aufkleber können kostenlos angefordert werden, unter der Mail-Adresse tomin@reutlingen.ihk.de. Auf der Webseite des IHK-Netzwerks gibt es eine Liste aller Stromspender.

Investitionen in Biotech

Für das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac startet nun die dritte Finanzierungsrunde mit 80 Millionen Euro Zuschuss durch die Dievini-Hopp-Gesellschaft. Curevac arbeitet derzeit an einer Technologie zur Herstellung von Krebsmedikamenten, diese soll auf dem Einsatz des körpereigenen Infomationsträgerstoffes RNA beruhen. Auch gegen andere Krankheiten können damit Impfstoffe hergestellt werden. In diesen neuen Möglichkeiten haben die Investoren laut eigenen Aussagen „großes Potenzial“ erkannt. Die 80 Millionen Investierung ist in diesem Gebiet Deutschlands die bislang größte – und eine der größte Europas.
Flugratten-Diät

Zur Lösung der Tübinger Taubenplage geht das Ordnungsamt neue Wege. In den Taubentürmen soll weniger Futter zur Verfügung stehen, damit die Zahl der Tauben in der Altstadt abnimmt. Außerdem werden die Eier gegen Gips-Eier ausgetauscht und der Bestand gezählt. Wer Tauben auf der Straße mit Brot oder Körnern füttert, muss 35 Euro Strafe zahlen. Bei systematischer Fütterung drohen 200 Euro Zwangsgeld. Das Programm zur Taubenreduzierung kostet die Stadt künftig 30.000 Euro im Jahr, weil die bisherigen ehrenamtlichen Fütterer nicht am Futter sparen wollten. Das machen jetzt Beschäftigte der Bruderhausdiakonie. Die Stadtverwaltung will ihr Konzept demnächst auf einem Flyer der Bevölkerung vorstellen.

Ausbau der Windkraft

Der Anteil von Windenergie in Baden-Württemberg liegt zurzeit bei 0,8%. Weniger haben im Vergleich nur kleine Länder wie Saarland, Bremen, Berlin und Hamburg. Die grün-rote Landesregierung hat deswegen nun das Ziel gesetzt bis 2020 den Anteil auf 10% des Gesamtstroms zu erhöhen. Dazu werden 1200 Windräder mit jeweils drei Megawatt Leistung gebraucht. Der Regierungsbezirk Tübingen muss dazu seinem Flächenanteil gemäß 300, geeignete Standorte ausweisen.

Zimmertheater erhält Zuschuss

Das Zimmertheater in Tübingen hat einen Grund zur Freude: Der Extra-Zuschuss von der Stadt für die Abbezahlung eines gekauften Transporters wurde am vergangenen Montag bewilligt. Vor gut einem Jahr hatte sich das Theater einen gebrauchten Transporter für 18 700 Euro gekauft. Aufgrund der hohen Kosten war ein Bankkredit mit Verzinsung nicht zu umgehen. Die CDU und die Grünen waren der Meinung, die derzeitigen Restschulden von 14 700 Euro als Zuschuss zu gewähren. FDP- und SPD-Mitglieder waren dagegen, da der Gemeinderat bereits in diesem Jahr einen höheren Zuschuss gewährt hatte. Mit vier Stimmen mehr konnten sich die Befürworter durchsetzen.

10 Jahre Beratungsdienst

Die drei gerontopsychiatrischen Beratungsstellen in Tübingen, Mössingen und Rottenburg feierten am Welt-Alzheimer-Tag letzten Freitag ihr 10jähriges Bestehen. Die 5 Mitarbeiterinnen der Beratungsstellen sorgen dafür, dass ältere Menschen bei psychischen Erkrankungen wie Demenz oder Depression die nötige Hilfe erhalten. Seit Bestehen der Einrichtung stieg allein die Zahl der demenzkranken Klienten von 146 auf 263. Seit 2002 konnten die Mitarbeiterinnen in der Region Tübingen ein dichtes Beratungsnetz für Betroffene und Angehörige aufbauen, bald werden sogar Selbsthilfegruppen angeboten.



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