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Nachrichten vom 31.08.12

Radio Rat Revolution

Am kommenden Samstag ist in der Shedhalle die Welturaufführung des Wüste Welle Hörspiels Radio Rat Revolution. Matt the Rat, Mackerrat oder Kläffer Krawuttke heißen die Charaktere, sie stellen einen Piratensender auf die Beine, weil die gewaltsame Räumung durch die Bullen das Fass zum überlaufen brachte. Parallelen zur Realität sind rein zufällig. In Big Pig City gibt es jetzt also nicht mehr nur Pig Fm, sondern die Ratten und ihre Verbündeten haben den Äther geentert. Bis jetzt sind zwei Folgen produziert, weitere werden demnächst in Angriff genommen. Das Hörspielprojekt der Wüsten Welle ist offen für Interessierte, die Lust auf kreatives Mitmachen haben. Geschichten erfinden, Geräusche erzeugen oder Rollen sprechen, ein Hoch auf Radio Rat Revolution.

Clubsterben

Das Tübinger Clubsterben geht in die nächste Runde. Nach dem Mancuso hat jetzt auch der Zoo seine Pforten für immer geschlossen. Der Pächter nennt die anstehende Erhöhung der GEMA-Gebühren als Hauptgrund für seine Aufgabe. Dazu kommen Anwohner-Beschwerden und Schwierigkeiten mit dem Verpächter. Der habe keinerlei Bereitschaft zu Investitionen in die marode Bausubstanz gezeigt, weshalb 2012 auch kein Biergartenbetrieb möglich war. Ein neuer Pächter für den Zoo ist nicht in Sicht, der Eigentümer hat für die Vermarktung eine Immobiliengesellschaft beauftragt.

Naturtheater

Nach zehn Wochen Vorstellungen und knapp 28 000 Gästen endete vergangenen Samstag die diesjährige Saison des Naturtheaters Wasenwald. Mit Pipi Langstrumpf, Dracula und Gastveranstaltungen wie Musical Night und Bürgerfest wurde der Zuschauerrekord vom letzten Jahr zwar nicht geknackt. Nichtsdestotrotz zeigten sich die Veranstalter zufrieden mit dem Ergebnis. Zudem wird auch diesen Herbst vom 26. Oktober bis zum 11. November "A schöne Bescherung" unter der Regie von Werner Johst auf der Saalbühne der WaldEsslust zu sehen sein. Auch die Vorbereitungen für das 150jährige Bestehen 2013 laufen schon. Das bereits feststehende Jubiläumsprogramm sieht Jule Vernes Klassiker "In 80 Tagen um die Welt" und das Kinderstück "Mein Freund Wickie" vor.

Tornado über Tübingen

Da staunten einige zufällige Beobachter nicht schlecht, so was sieht man eben nicht alle Tage, einen Tornado. Der Name ist verdient, denn wie eine Naturgewalt sauste eben ein solcher am vergangenen Freitag über Tübingen. Im Tiefflug über den Österberg und den Uni Kliniken war er in seiner vollen Pracht zu sehen. So niedrig sei er geflogen. Ein Routineflug vermutete man, entsandt vom bayerischen Lechfeld. Erst Tage später war die Bundeswehr zu einer Auskunft bereit. Gegen manche Aussage, hat der Jet die Mindestflughöhe bei weitem eingehalten. Die liegt nämlich in dicht besiedelten Gebieten bei 150 Metern, Atomkraftwerke zum Beispiel seien natürlich Ausnahmen.
Spendenaktion 2 für 1

Wer die Tübinger Stiftskirche wieder in voller Pracht sehen möchte kann dem nun mit einem kleinen Griff ins Portmonnaie nachhelfen. Mit der Spendenaktion “2 für 1” sollen die bisher fehlenden 200 000€ für die Sanierungsarbeiten am Tübinger Wahrzeichen aufgebracht werden. Jeder gespendete Euro wird dabei mit einem weiteren Euro von der Stadt Tübingen verdoppelt. Die Reperaturarbeiten an der 1483 erbauten Kirche müssen aufgrund von starken Rissen und Spätfolgen der letzten Sanierung von 1934 dringend durchgeführt werden. Wer gerne spenden möchte findet nähere Information, sowie die Kontodaten auf www.stiftskirche-tuebingen.de

Punks im Bilde

Mit Einwegkameras sollten sie sich auf den Weg machen, Tübinger Punks, Obdachlose oder Drogenabhängige, um ihre Erlebnisse zu dokumentieren. Der daraus entstandene Bildband „Tage wie dieser“, wurde von der Organisation Streetwork Tübingen ins Leben gerufen. Er kann  künftig bei Tübinger Trottwar-Verkäufern erworben werden, denen auch die Hälfte des Erlöses zukommt. In der ein Jahr dauernden Fotografiephase entstanden authentische Einblicke in die von Vorurteilen behaftete Szene, von privaten Momentaufnahmen bis zu wilden Konzertfotos.

Rhetorisches Wörterbuch

Nach 25 Jahren Arbeit wird an der Uni Tübingen nun ein wahres Mammutprojekt vollendet: das Historische Wörterbuch der Rhetorik. 11 Bände umfasst das Werk, an dem ungefähr 400 Fachkräfte im Brechtbau arbeiteten. Die gesamte 2000 jährige Geschichte der Rhetorik vermag das Werk wiederzugeben, mit Artikeln zu 1500 Stichwörtern – von klassischen bis zu zeitgenössischen Begriffen. Ende diesen Jahres sollen die Bände erscheinen und sind mit 150€ pro Exemplar sogar erschwinglich.

Medizinertagebuch

Sechs Wochen behandelte Dr. Horst Eisold aus Mössingen in philippinischen Slums. Seine Eindrücke und Erfahrungen sammelte er in einem Tagebuch, welches nun veröffentlicht wurde. Nach 27 Jahren in seiner eigenen Praxis wollte er den Ärmster der Armen helfen. „Die Hölle ist harmlos dagegen“ sagt er selbst. Doch die Freundlichkeit seiner warmherzigen Patienten, deren Angehörigen und Kollegen, lässt den 71 Jährigen Doktor Horst einen neuen Trip im Februar nächsten Jahres planen.

Frosch-Patenschaft

Der Zollernalbkreis hat die Wanstschrecke, der Landkreis Reutlingen den Alpenbock. Auch der Landkreis Tübingen ist nun Pate einer gefährdeten Art: dem leuchtenden Lurch. Die Weibchen dieser Froschart benötigen fischfreie, sonnenbeschienene Tümpel für ihre Eiablage. Viele geeignete Gewässer sind in den letzten Jahren allerdings von Verlandung bedroht gewesen. Vor 11 Jahren wurden in Reusten und Altingen schon Tümpel ausgehoben, ein weiterer soll nun in Bad Sebastiansweiler das Netz der Kleingewässer sicherstellen. Allerdings müssen die Froschschutzgebiete weit genug von Siedlungen entfernt gelegen sein, da die Laute des nur 3,5cm großen Tieres über 2 km zu vernehmen sind. Finanziert wird das Projekt durch einen Beschluss der baden-württembergischen Landesregierung, dem "111 Arten-Korb" aus dem Jahr 2008.

Fledermäuse weichen

Die Anzahl der auf dem Tübinger Schloß residierenden Fledermäusen hat beträchtlich abgenommen. Im Mai diesen Jahres ist die Population innerhalb von nur zwei Wochen von 400 auf 50 Tiere geschrumpft. Fledermaus-Expertin Ingrid Kaipf vermutet Schläge gegen die Gitterstäbe des Kellerfensters, das in unmittelbarer Nähe ihres Unterschlupfs liegt als einen möglichen Grund für den Weggang an. Die Gesamtzahl der Kolonie hatte seit dem Höchsstand von ca. 1000 Tieren im Jahr 2005 auf aktuell geschätze 250 Tiere stetig abgenommen. Wahrscheinlich ist, dass die unter Artenschutz stehenden Säuger eine bisher nicht bekannte, neue Unterkunft in der Nähe aufgesucht haben. Wer also Fledermäuse in seinem Scheunendach entdeckt, sollte behutsam mit ihnen umgehen.



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