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Nachrichten vom 30.07.2012

Baggerfahrer Palmer

Am vergangenen Mittwoch begann OB Palmer symbolisch mit dem Abriss der Ruine an der Blauen Brücke. Vor Publikum riss er aus Sicherheitsgründen zunächst allerdings nur ein Stück des Foyer-Vorbaus ein. Palmer zeigte sich stolz die Ruine endlich loszuwerden. Er verbuchte den Abriss politisch auf sein Konto, da er es damals geschafft hatte die Ruine zu erwerben. Er nannte den symbolischen Baggerriss einen „historischen Tag für das Tübinger Stadtbild“. Der Abriss der Ruine wird am 6. August beginnen und vermutlich sechs Wochen dauern. Die Kosten belaufen sich auf 500 000 Euro. Nach dem Abriss soll auf dem Gelände ein Hotel-Neubau und Wohnungen entstehen.

Eckplanung

Einen sehr ungewöhnlichen Weg hat die Stadt Tübingen bei der Neugestaltung des Zinserecks eingeschlagen: Statt den Umbau auszuschreiben, hat sich die Bauverwaltung mit Bürgern an den runden Tisch gesetzt und die Möglichkeiten erörtert. Ob der Tisch auch grün war, ist unbekannt. Bekannt sind dagegen die Pläne, die von einem Hamburger Planungsbüro nach den Vorgaben der Tübinger ausgearbeitet wurden: Die Bürgersteige sollen abgesenkt und deutlich breiter werden, der Auto- und auch Fahrradverkehr muss in Zukunft zurückstehen - bei 15 km/h wird die erlaubte Geschwindigkeit liegen. Insgesamt soll der Platz viel freundlicher gestaltet und auch begrünt werden. Unklar ist zur Zeit noch die Pflasterung des neuen Platzes. Es besteht die Überlegung, Pflastersteine in verschiedenen Graustufen zu verwenden. Allerdings wäre das ein Novum für Tübingen, daher wird diese Frage erstmal in den Gemeinderat zurückgegeben.

125 Jahre Mühlstraße

Am vergangenen Freitag feierte die Mühlstraße Geburtstag. Am 27. Juli 1887 übergab König Karl die neue Straße offiziell der Stadt. Vor dem Bau der Straße musste der ganze Verkehr zur Wilhelmstraße durch die Innenstadt und an der Stiftskirche vorbei. Am Eröffnungstag kam der König am Bahnhof an und fuhr dann in einer Kutsche die Karls- und Mühlstraße hinauf durch die Wilhelmstraße und nach Bebenhausen, durch das Spalier der bürgerlichen Stadtgesellschaften. Als die "schönste und lebhafteste" Straße Tübingens bezeichnete damals Stadtgeometer Friedrich Eberhardt die Mühlstraße.

Erste Abschlüsse

Der erste Jahrgang der Freien Aktiven Schule Tübingen machte sehr erfolgreich den Realschulabschluss. Nur fünf Schülerinnen und Schüler waren es insgesamt in ihrem Jahrgang. Gelernt wird an der Freien Schule nach den Grundsätzen Maria Montessoris. Jeder lernt in seinem eigenen Tempo und bestimmt den Zeitpunkt selbst, wann er was lernen möchte. Noten bekamen die fünf in ihrer gesamten Schullaufbahn nur zwei Mal. Als sie freiwillig den Hauptschulabschluss ablegten und jetzt, als sie ihren Realschulabschluss absolvierten. Insgesamt fiel das Ergebnis für die fünf sehr gut aus. Ihre Notendurchschnitte liegen zwischen 1,3 und 2,0. Besonderes Lob gab es für exzellente Englischkenntnisse, die sie in der Freien Schule schon im Grundschulalter erwarben. Nun wollen sie auf weiterführende Schulen gehen oder Ausbildungen beginnen.

Entscheidung zum PH-Standort

60 Mitarbeiter und 150 Studierende hat die Fakultät für Sonderpädagogik in Reutlingen. Jetzt befürchtet der Landtagsabgeordnete Thomas Poreski eine Entscheidung der Landesregierung, die Fakultät nach Ludwigsburg zu verlegen. In diesem Fall wird sich der Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen für einen Ersatz einsetzen, beispielsweise für einen ganzheitlich angelegten pflegewissenschaftlichen Studiengang.

Windenergie für Tübingen

Ab August lassen die Stadtwerke Tübingen in Kreßbach für ein halbes Jahr die Windstärke messen. Bereits im Mai wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben, um empfindliche Vogelarten zu kartieren. Fallen die Messungen positiv aus, wollen die Stadtwerke zwei Windräder bei Kreßbach errichten. 700 Meter Sicherheitsabstand zur Siedlung muß dabei gewahrt werden. Zwei weitere Windräder könnten in der Umgebung des Eckhofs in Richtung Kilchberg entstehen. Damit könnten jährlich 20 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt und 9 880 Tonnen CO2 eingespart werden. 4,5 Millionen € soll eines der Windräder kosten. Bis 2020 möchten die Stadtwerke die Hälfte ihres Stroms selbst erzeugen.

Agentur für Ehrenamt

Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege Reutlingen will eine Anlauf- und Vermittlungsstelle für ehrenamtliches Engagement gründen. Nach der Einrichtung eines Fachausschusses für Bürgerschaftliches Engagement im Jahr 2004 soll dies nun der nächste Schritt sein, um Interessierte zu informieren, koordinieren und schließlich an Organisationen, Verbände, Vereine und Projekte zu vermitteln. Das Angebot der Agentur wird u.a. vom Kreisseniorenrat, der Arbeiterwohlfahrt und dem DRK organisiert. Auch bei der Vermittlungsstelle selbst wird es vielfältige Mitmachmöglichkeiten, beispielsweise im Bereich der Beratung, Vermittlung und Öffentlichkeitsarbeit geben.

Flucht und Vertreibung im Bild

Unter dem Titel "Heimat" stellt die Buchhandlung Osiander in Reutlingen Werke von Flüchtlingen, die in der Region Tübingen leben, aus. Zu sehen sind die Bilder im Kellergewölbe der Buchhandlung noch bis zum 19. August. Die Werke von Irakern, Iranern,Syrern, Algeriern, Bosniern und Libanesen spiegeln Erfahrungen, Hoffnungen, Schicksale und Wünsche ihrer Maler. Zwei großformatige Kohlezeichungen zum Thema Widerstand und Flucht vom Leiter des Tübinger Zeicheninstituts, Frido Hohberger, ergänzen die Ausstellung. Bei der Vernissage, die am vergangenen Dienstag veranstaltet wurde, las der Eritreer Zekarias Kebraeb aus seiner Flüchtlingsbiografie "Hoffnung im Herzen, Freiheit im Sinn". Auch das Buch "Heimat-Geschichten und Bilder von Menschen auf der Flucht", das beim Projekt Kreativwerkstatt des Vereins Asylzentrum entstand, wurde vorgestellt. Das Projekt selbst wurde kürzlich mit dem zweiten Preis des Tübinger Integrationspreises ausgezeichnet.

Kulturlandschaftspreis

Für seine Steillagenweinberge hat der Rottenburger Reinhold Vollmer den Kulturlandschaftspreis des Schwäbischen Heimatbundes gewonnen. Auf zwei Grundstücken in Steillage hat er Bäume und Sträucher gerodet, Trockenmauern wieder aufgebaut und die Hänge neu bepflanzt. Die Jury lobte sein jahrelanges Engagement, seinen Kenntnisreichtum und die körperliche Arbeit. Vollmer ist einer von sieben Preisträgern, die ein Preisgeld von 1.500 Euro erhalten.

Wappenstreit

Der Streit um das Wappen des Landkreises Reutlingen geht in die nächste Runde. Das Landratsamt hatte der Achalmritterschaft von Frank Schnitzler eine Verwendung erst untersagt, dann geduldet. Doch der Achalmritter spricht von einer unrechtmäßigen Nutzung des Wappens durch den Landkreis, denn es handele sich um das Familienwappen der Grafen von Achalm. Die Rede ist von Vorladungen und Schikanen durch das Landratsamt. Sollte es keine friedliche Beilegung des Reutlinger Wappenstreits geben, droht der Achalmritter mit einem Schauprozess. Er werde den Landkreis verklagen - wegen unberechtigtem Führen eines Familienwappens als Amtswappen.



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