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Nachrichten vom 29.06.2012

Cinema Jenin

Am vergangenen Donnerstag hatte Marcus Vetters Dokumentarfilm „Cinema Jenin“ in Tübingen Deutschland-Premiere. Nach „Das Herz von Jenin“ und „Nach der Stille“ ist dies der dritte Film aus dem palästinensisch-israelischen Spannungsfeld. „Das Herz von Jenin“ berichtet von dem palästinensischen Vater eines getöteten Jungen, der dessen Organe auch israelischen Kindern spendet. „Nach der Stille“ beschreibt die Kontaktaufnahme der israelischen Witwe eines Anschlagopfers mit der Familie des Selbstmordattentäters. „Cinema Jenin“ dokumentiert nun den Wiederaufbau eines alten Kinos zum kulturellen Zentrum. Der ging nicht ohne Schwierigkeiten vonstatten. Die freiwilligen Helfer aus dem Westen irritierten die konservative Bevölkerung, Vetters Wunsch, auch Israelis zur Eröffnung zu laden, stieß auf Widerstand. Ein prominenter palästinensischer Befürworter des Projekts wurde erschossen. Inzwischen befinden sich das Kino, das dazugehörige Gästehaus und die Cafeteria unter palästinensischer Leitung. Das palästinensische Team wird die Filme aussuchen, für freiwillige Zensur soll der örtliche Mufti befragt werden. Die ersten Veranstaltungen waren gut besucht, berichtet der jetzige Leiter des Kinos. Die Solaranlage erwirtschaftet sogar zu zwei Dritteln Überschuss an Strom, der ins Netz eingespeist wird. Trotzdem, so Marcus Vetter, werden noch ca 50 000.- € Startkapital benötigt. Er selbst braucht endlich etwas Zeit zum Ausruhen, für seine Familie – und für neue Filmprojekte. Ob die Träume, die sich mit dem Projekt „Cinema Jenin“ verbanden letztendlich alle wahr werden, kann nur die Zeit zeigen.

40 Jahre Epple Haus

Zwei Tage wurde das Jubiläum des Epple Hauses am Wochenende gefeiert. Ganz getreu dem Motto "40 Jahre 40 Stunden". Unter den Gästen waren bei Weitem nicht nur aktuelle Mitglieder. Auch alte Epple-Gänger, die schon die Hausbesetzung miterlebt, oder sogar mit initiiert hatten und völlig neue Gesichter wurden angelockt. Im Haus selbst konnten sich interessierte Gäste eine Ausstellung zur Geschichte des Hauses mit Kurzfilmen und Bildern ansehen. Tanzwütigere Besucher kamen mit einem großen LineUp tübingenverbundener Bands voll auf ihre Kosten. Besonderes Augenmerk lag auf dem Gelände für die Open Air Bühne. Mit dem Bereich hinter dem ehemaligen Casino nutzten die Veranstalter ein bisher völlig unbeachtetes Grundstück optimal.

Hilfsfonds für Schlecker-Frauen

Das Unternehmen Schlecker hat diese Woche endgültig allen Mitarbeitern gekündigt. Für ca. 400 Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte, welche im südlichen Gäu eine Anstellung hatten, bedeutet diese unangenehme Situation, das Arbeitsamt aufzusuchen. Anzumerken ist, dass der Schlecker Konzern den Betroffenen keine Kündigungsfrist von 7 Monaten gewährleistet hatte, sondern sie nun sofort freigestellt und in die Arbeitslosengeldabhängigkeit abgeschoben hat. Dadurch verringert sich auch ihre Anspruchsdauer auf das sowieso gering ausfallende Arbeitslosengeld. Um jenen Schlecker-Frauen unter die Arme zu greifen, wird bei der Paul-Schobel-Caritas Stiftung ein Hilfsfonds eingerichtet. Ab dem 1. Juli können sich bundesweit alle in Not geratenen Schleckerfrauen via Internet unter www.paul-schobel-stiftung.de an die Stiftung wenden.

10 Jahre Reutlinger Bürgerstiftung

Am 16. Juli 2002 wurde die Reutlinger Bürgerstiftung gegründet - »frei von religiösen und politischen Einflüssen oder Bezuschussungen«, wie es auf ihrer Homepage heißt. Bis heute besteht das Stiftungskapital ausschließlich aus Zuwendungen Reutlinger Bürger. Das Familienfest der Bürgerstiftung steigt am Sonntag, den 1. Juli, auf dem Gelände des Reutlinger Naturtheaters. Von 11 bis 17 Uhr werden an Mitmachständen geförderte Projekte präsentiert. Auf die Kleineren warten Hüpfburg, Kinderschminken und Bastelangebote. Für die älteren Kinder oder Enkel gibt es unter anderem einen Surfsimulator, einen Niederseilparcours und ein »Walderlebnis«. Ab 12.30 Uhr wird das »Drachenstark«-Projekt vorgestellt, um 14 Uhr spricht Uwe Weber als Rathaus-Vertreter ein Grußwort.

Werkstatt für Behinderte

Am 24. Juni feierte die Bruderhaus-Diakonie Reutlingen 40-jähriges Bestehen.Die Einrichtung entstand 1972 aus der Kartonagenfertigung des Bruderhauses und wurde auf den Gaisbühl verlegt. Um die alten Gebäude zu sanieren sowie für den Erweiterungsbau an der Oberlinstraße wrden neun Millionen Euro verbaut.Zwei Millionen kamen aus öffentlichen Mitteln. Der Wunsch nach einer Werkstatt für psychisch erkrankte Menschen ist allerdings noch offen.

Baggersee vs. Naturschutzgebiet

Um die 30 000.- € gibt die Gemeinde Kirchentellinsfurt im Jahr für ihren Baggersee aus – vor allem für Aufräumarbeiten. Ein Hotel an seinem Ufer würde sich nicht lohnen, befand ein Gutachten. Was nun? Soll der See attraktiver werden mit Einstiegshilfe und Sitzmöglichkeiten oder als Naturschutzgebiet mit Wanderwegen ausgewiesen werden? Zu attraktiv ist der See jetzt schon, befindet der Gemeinderat. Der überwiegende Teil der Badebesucher fährt mit einem Stuttgarter Autokennzeichen vor, für die Anwohner bleiben also vor allem die Kosten. Bei einer Bürgerversammlung am 18. Oktober sollen diese sich nun äußern.

Mahnmal

Seit einem halben Jahr liegt der Vorschlag zum Bau eines NS-Mahnmals in Dußlingen vor. Dort soll der Opfer des NS-Ölschieferwerks „Wüste 1“ gedacht werden. Der Gemeinderat steht einstimmig hinter dem Projekt. Ein genaues Konzept zum Bau liegt noch nicht vor, klar ist aber, dass keine einzelne Gedenktafel ohne dokumentarische Aufarbeitung gewünscht ist. Momentan wird Höhnisch als geeigneter Standort für das Mahnmal diskutiert. Der Dußlinger Künstler Werner Steinmetz hat bereits Skizzen für Inspiration und Kostenkalkulation vorgelegt. Allerdings wird die Gründung eines Vereins für das weitere Vorgehen unverzichtbar sein, um Fördermittel von Staat und Stiftungen zu erhalten.

 

Raumnot

Die Grundschule am Hechinger Eck bekommt für das kommende Schuljahr von der Stadt Container gestellt, um die dort herrschende Raumnot zu bewältigen. Die Schule ist attraktiv wie nie und verzeichnet daher auf hohe Bewerberzahlen. Im nächsten Schuljahr wird es vier erste Klassen geben, für die nicht genügend Klassenzimmer zur Verfügung stehen. Die neuen Container mit insgesamt 220qm Fläche werden zu den schon Bestehenden gestellt. Die Mensa und die Schulküche werden dann in Diese ausgelagert, so dass Klassenzimmer im Schulhaus frei werden. Die Kosten für das Projekt betragen 200.000 Euro. Die Stadt möchte eine längerfristige Perspektive für die Schule entwickeln, da man davon ausgeht, dass die Bewerberzahlen auch in Zukunft noch weiter steigen werden. Eine Möglichkeit, die in Betracht gezogen wird, ist, dass man zukünftig mit mehreren Klassen in die nahegelegene Mörikeschule umzieht.

Anbau ans Mühlenviertel

Ein Privatinvestor plant ein dichtes Quartier auf dem Gelände bei der Ölmühle Wohlbold neben dem Mühlenviertel. Die Ölmühle möchte die Produktion einstellen und andernorts weitermachen. Der Bauträger Bouwfonds kaufte das Areal mit einer Fläche von 157 Ar. Geplant ist bisher, dass es einen städtebaulichen Wettbewerb geben werden soll. Gewünscht wird ein Mischgebiet mit 90% Wohnen und 10 % nichtstörendem Gewerbe, wie Läden, Büros oder Praxen. Ein mögliches Aussehen der Häuser steht noch nicht fest, aber der Plan sieht vielfältige ca. vierstöckige Gebäude vor. Insgesamt würden dann ca. 130 Wohn- und Gewerbeeinheiten entstehen.

Bahn Bauten

Stuttgart 21 betrifft auch Tübingen. Nachdem die Bahn AG im letzten Jahr die Pacht von 30 Schrebergärten kündigte, werden als nächstes etliche denkmalgeschützte Gebäude abgerissen: auf ihrem Betriebsgelände an der Europastraße will die Bahn mehrere größere Bauten errichten, um Ersatz für die für Stuttgart 21 geräumten Betriebs- und Abstellflächen zu schaffen. Das Größte ist eine 230 Meter lange, 16 Meter breite und neun Meter hohe Langzughalle. Dazu kommen zwei Langsteher-Hallen mit jeweils 44 Meter Länge, 16 Metern Breit und einer Höhe von 9,50 Meter und eine Reinigungshalle: 48 Meter lang, 8,50 breit und 9,60 hoch. Mit 11 Metern das höchste ist ein Verwaltungs-, Sozial und Lagergebäude, das 60 Meter lang und 22 Meter breit werden soll. Die Pläne liegen bis zum 24. Juli im Technischen Rathaus in der Brunnenstrasse aus. Einwände können beim städtischen Planungsamt oder beim Regierungspräsidium erhoben werden, schriftlich oder zur Niederschrift. Allerdings nicht per E-Mail. Der Tübinger Gemeinderat hat auf den Baubeschluss keinen Einfluss. Die Genehmigung unterliegt allein dem Eisenbahnbundesamt.



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