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Nachrichten vom 25.05.2012

Neues Herzzentrum

Am Klinikum in Tübingen entsteht ein neues Herzzentrum. Bei den betroffenen Herzpatienten ist eine fachübergreifende Behandlung aus Chirurgie und Kardiologie oft von Nöten. Bisher haben die Spezialisten jedoch häufig auf ihre Fachrichtung gepocht. Während Chirurgen für die Operationen am Herzen verantwortlich sind, behandeln die Kardiologen die Therapie des Herz-Kreislaufsystems meist medikamentös. Um den Ansprüchen der stetig wachsenden Patientenanzahl gerecht zu werden, ist mit dem neuen Herzzentrum ein Schritt in Richtung interdisziplinärer Behandlung gemacht worden. Auch in der Forschung zur Therapie von Herzerkrakungen erhofft man sich Fortschritte in den Bereichen Herzinsuffizienz, Thrombosen und regenerative Medizin.

Gegen Regionalplan

In Mössingen möchte der Regionalverband eine Regulierung für die Einzelhandelsmärkte in der Umgebung Riethäcker einführen. So soll dort künftig ein zentralrelevantes Sortiment nur noch auf maximal 350 Quadratmeter anbietbar sein. Mit dieser Massnahme möchte der Regionalverband vermutlich Leerstände und eine Verödung in der Innenstadt verhindern. Jedoch wehren sich die Mössinger gegen diesen Versuch eines für sie „kaum nachvollziehbaren Schildbürgerstreich“. Statt der starren Vorgabe will die Stadt Mössingen den betroffenen Händlern zentrenrelevante Sortimente in dem Umfang ermöglichen, welcher die Händler in der Innenstadt und auch in den Nachbarorten nicht beeinträchtigen würde.

Neue Jugendstudie

Die aktuelle Sinus-Jugendstudie brachte neue Erkenntnisse darüber wie Jugendliche die Welt sehen. Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren wurden zu ihrem Lebensgefühl und Wertesystem befragt. Heraus kam, dass es heute einen stärkeren Unterschied zwischen den sozialen Schichten und eine größere Schere zwischen Arm und Reich gibt als früher. Die Jugendlichen wurden später in 7 verschiedenen „Milieus“ kategorisiert. Zum Beispiel planen Zugehörige des adaptiv-pragmatischen Milieus ihre Zukunft und streben nach Wohlstand in der Mitte der Gesellschaft. Die experimentalistischen Hedonisten bewegen sich in der Jugendszene und wollen unbedingt anders sein als alle anderen. Im Milieu der Prekären befinden sich jene die in einer schweren Startvoraussetzung aufwachsen. Meist leben deren Familien in Armut. Prekäre sind im Allgemeinen nicht Leistungsorientiert, da sie keinen Ausweg aus der Randgruppe sehen. Eine Gemeinsamkeit der Jugendlichen aller Milieus ist, dass alle kompetente und leidenschaftliche Lehrer wollen und dass ihnen die Persönlichkeit des Lehrers wichtiger ist, als das Schulsystem.

Tariferhöhung

Der Tübinger Rat erhöht die Gebühren der Stadtbücherei. So wird zum Beispiel ein Ausweis für 12 Monate zukünftig 18 statt der bisherigen 15 Euro kosten. Für Kinder unter 18 Jahren bleibt der Ausweis kostenlos. Für Besitzer der Tübinger Kreis-Bonus-Card wird es allerdings nach Antrag der SPD im Gemeinderat billiger. Sie zahlen bald nur noch 5 statt 10 Euro. Grund für die Allgemeinen Erhöhungen war das im Jahr 2012 beschlossene Sparpaket wobei die neuen Gebühren eher eine Rücknahme als einen Vollzug der Sparbeschlüsse darstellen.

Mehr Gutscheine

Das Sozialforum Reutlingen moniert die sozialen Bedingungen für bedürftige Kinder und Familien. Daher fordert das Forum in Zusammenarbeit mit verschiedenen sozialen Gruppierungen eine Ausweitung des Reutlinger Gutscheinheftes sowie bessere Zugangsmöglichkeiten zum Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes. Gutscheinhefte für Kinder im Wert von 75 Euro reichten nicht aus zur sozialen Teilhabe oder für Kultur, so ein Vertreter des Forums. Zwei Drittel des Betrages gingen bereits für Bus und Bahn drauf. Aber auch Erwachsene müssen nach Ansicht des Sozialforums besser ins gesellschaftliche Leben integriert werden: Wohngeldempfänger und ihre Kinder ebenso wie Asylbewerber, Hartz-IV-Empfänger, nicht erwerbsfähige Hilfeempfänger und Menschen mit einem Einkommen von bis zu 30 Prozent über dem Existenzminimum. Das Forum fordert neben höheren Geldbeträgen vor allem Freitickets für den Nahverkehr, kulturelle Einrichtungen, Bäder und Vereine.

Sozialpolitisches Fachforum

Interessierte aus Bildungseinrichtungen und verschiedenen Initiativen diskutierten am Montag zum Grundrecht auf Inklusion im Kreis Tübingen. Erfolge und Defizite kamen beim zweiten sozialpolitischen Fachforum zur Sprache. Es mangele besonders an barrierefreiem Wohnraum und zu wenige Eigentümer würden an Menschen mit Behinderung vermieten. Lob gab es für den barrierefreien öffentlichen Nahverkehr in Tübingen, doch Inklusion dürfe sich nicht nur auf Mobilität beschränken. Inklusion bedeute Selbstbestimmung statt Fürsorge. Dieser Grundsatz müsse für alle Lebensbereiche gelten, für den Arbeitsmarkt, Kultur, Kitas, Schulen und die Politik. Für die politische Beteiligung von Menschen mit Behinderung brauche es Gebärdendolmetscher, Assistenz und leichte Sprache.

Tarif-Dramaturgie

„Das Kapitalismus-Versprechen der allgemeinen Wohlstandmehrung ist hohl geworden.“ sagt der Tübinger Industriesoziologe Reinhard Bahnmüller. In seiner Sicht sorgte der neoliberale Zeitgeist der letzten Jahre für eine Schwächung der Flächentarife. Die Kompromissfindung zwischen Arbeit und Kapital ist eine zentrale Machtfrage, für die die Dramaturgie der Tarif-verhandlungen unerlässslich ist. Dabei, so Bahnmüller, wären Tarifabschlüsse, die mehr als nur die Inflationsrate auffangen, gesellschaftlich sehr wünschenswert.

Sonderausstellung

Was bin ich? Mit allerlei kuriosen und rätselhaften Gegenständen aus dem Magazin des Reutlinger Heimatmuseums hat eben dieses seine neue Ausstellung eröffnet. Die Exponate reichen von der Vor- und Frühgeschichte bis in die Gegenwart und geben dem Betrachter mehr als einmal Gelegenheit zum Grübeln. Um was es sich bei den originellen und teilweise befremdlichen Ausstellungstücken handelt, wird dem Besucher nämlich nicht immer sofort verraten. Doch alles ist dabei und nach Anwendungsgebiet geordnet: vom Postkartenautomat zur Zimmertoilette bis zum Butterfass. Bei absoluter Ratlosigkeit hilft dem Besucher manchmal nur seine Fantasie. Bewundert werden kann die Ausstellung "Was bin ich. Rätselhaftes aus der Sammlung." Di, Mi und Fr von 11-17 Uhr, Do von 11-19 Uhr und an den Sonn-und Feiertagen von 11-18 Uhr.
Doktor Biene Maja

Der Tübinger Medienwissenschaftler Harald Weiß hat mit der Biene Maja seinen Doktor gemacht. Seine 469 Seiten umfassende Dissertation beschäftigt sich mit der Entwicklung der Darstellung der Biene Maja, deren Ursprungsgeschichte des Kinderbuchautors Waldemar Bonsel 1920 veröffentlicht wurde. Ihre Gestalt wandelte sich seit damals vom Bienenhaften bis zu einer kindlichen Zeichentrickfigur im Bienchenkostüm und wieder zurück ins Bienenhafte. In den 60er Jahren des gerade vergangenen Jahrhunderts verdächtigte man sie sogar einer braunen Gesinnung. Eine Nazi-Agitatorin, die das Jungvolk auf den Krieg vorbereitete, sollte sie gewesen sein. Doch für Forscher Harald Weiß ist dies eine rückwirkende Projektion. Die Gestalt ihres Erfinders ist dagegen für den Medienwissenschaftler trotz intensiver Forschung noch immer nicht wirklich greifbar. Die Figuren und die Handlung des Biene-Maja-Romans, so Weiß, seien so vielschichtig, daß die Geschichte auch für Erwachsene interessant sei. Der 100jährige Geburtstag ist nun ein Anlass für große mediale Aufmerksamkeit – doch das Geschäft mit den Erkenntnissen des Medienwissenschaftlers machen nun andere.



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