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Nachrichten vom 30.03.2012

Teil-Naldo

Der Carsharing-Anbieter „teilAuto“ und der Verkehrsverbund Naldo kooperieren seit Januar. Die Kunden beider Anbieter erhalten Vergünstigungen beim jeweils anderen. Naldo-Kunden mit Jahreskarte zahlen die Hälfte der Kaution und der monatlichen Grundgebühr beim teilAuto. TeilAuto-Kunden erhalten fünf Prozent Rabatt auf die Jahreskarte im Naldo-Verbund. Dies sei eine klassische Win-Win-Situation, die auch noch der Umwelt nutze. Die Zusammenarbeit zeige einen neuen Weg in Richtung Mobilitätsverbund. „Nutzen statt besitzen“ sei die Devise der Zukunft. Dazu zählen alle Verkehrsmittel, neben Bus, Bahn und Auto auch Leihräder oder demnächst Elektroautos. Das Auto verliere langsam seine Rolle als Statussymbol, die Menschen bevorzugen das Verkehrsmittel, das am gelegensten und günstigsten sei.

Sonnige Anzeigen

An zehn Reutlinger Bushaltestellen klären ab sofort solarbetriebene Infosäulen minutengenau über die Abfahrt der nächsten Busse auf. Die so genannten „Magic Sun Displays“ sind 12 Zoll groß und sehen aus wie riesige Sonnenblumen. Sie sind über Funksender mit den Bussen verbunden, sodass sie aktuell über Abfahrtszeiten und Verspätungen informieren können. Die Bildschirme sind mit Flüssigkristallanzeigen ausgestattet, sodass sie auch an hellen Tagen sowie in der Nacht gut abgelesen werden können. Ziel sei es, den öffentlichen Personennahverkehr besser nutzbar zu machen, so Landes-Verkehrsminister Winfried Herrmann. Das Projekt kostete insgesamt 65.000 Euro und wurde zur Hälfte aus dem Innovationsprogramm ÖPNV III des Landes finanziert. Ihr Solarbetrieb macht die Infosäulen im Land Baden-Württemberg einmalig.

Polizeireform

Die Polizeireform des SPD-Innenministers Reinhold Gall liegt vor. In Zeiten des großen Sparens soll auch hier gestrafft und verschlankt werden. Zwar bleiben alle Tübinger Polizeiposten und Reviere erhalten, doch das Präsidium wird zerlegt. Die Landespolizeidirektion wird nach Reutlingen verlegt. In Sachen Mord und organisierte Kriminalität wird in Zukunft von der Kripo Esslingen ermittelt werden. Viele der Kripo-Beamte aus dem Zollernalbkreis müssen dann bis nach Esslingen pendeln. Der Zollern-Alb-Kreis liegt an sich näher und es bestehen bereits viele Verbindungen. Allerdings kommt Vizeregierungschef und Parteikollege Nils Schmidt aus dem Wahlkreis Reutlingen. Durch die dergestalte Verschlankung und Straffung spart man auch die in Tübingen bestehenden fast 5000 qm Polizei-Gebäude und kann dann in Reutlingen neu bauen.

Nervenentscheidung

Tübinger Neurobiologen haben subjektive Entscheidungsprozesse im Gehirn entschlüsselt. Eine wesentliche Rolle spielen dabei bestimmte Nervenzellen. Diese können eine subjektive Wahrnehmung hervorrufen. Die Nervenzellen im Stirnhirn signalisieren aber nicht nur die Wahrnehmung, sondern auch die Entscheidung. Im Versuch ließ sich anhand der Signale der Nervenzellen voraussagen, wie die Ja-/Nein-Entscheidung ausfallen würde. Die Grundlagenforschung der Neurobiologen dient dem Lokalisieren und Verstehen von Hirnleistungen. Die Hirnphysiologischen Grundlagen von Entscheidungsprozessen spielen eine Schlüsselrolle bei komplexen Denkprozessen im Gehirn. Die Forschung an der Schnittstelle zwischen Biologie und Medizin könne krankhafte Veränderungen des Stirnhirns besser begreifen helfen und auf lange Sicht vielleicht auch therapieren.

KraKiAn

"KraKiAn" ist die Kurzform für den Namen des Projekts "Kranke Kinder ans Netz". Der Tübinger Verein "Hilfe für kranke Kinder" hat für dieses Projekt einen Preis erhalten. Der bundesweite Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen" zeichnete das Projekt aus. Mehr als 40 Laptops und geschultes Betreuungspersonal sind beim dem Projekt im Einsatz, das in der Tübinger Kinderklinik durchgeführt wird. Die kranken Kinder, die sich oft sehr lang im Krankenhaus aufhalten müssen, erhalten so die Möglichkeit, soziale Kontakte außerhalb des Krankenzimmers aufrecht zu erhalten. Sie haben Zugang zu eMail und Chat zum Kontakt mit Familie und Freunden - oder sie können am Onlineunterricht der Klinik teilnehmen.

Bundespreis

Die neunte Klasse der Pestalozzi-Schule Tübingen gewann den Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung mit ihrem Projekt zum Thema „Flucht und Vertreibung“. Die sechs Schüler der Förderklasse setzten sich gegen insgesamt 50.000 andere Schüler durch und bekamen 250 Euro für die Klassenkasse. In eineinhalb Monaten stellten sie ein achtseitiges Dokumentationsheft mit Fotos, Zeitungsartikeln und eigenen Texten zum Thema „Flucht und Vertreibung“ zusammen. Angeregt wurde das Projekt durch Marwan, einen Schüler der Klasse, der vor einem Jahr auf seiner Flucht aus dem Irak von seinen Eltern getrennt wurde. Seine Geschichte gab den Schülern Anlass, sich nicht nur mit ihrer eigenen familiären Vergangenheit auseinander zu setzen, sondern auch mit dem weltweiten Flüchtlingsproblem. Betreuer des Projektes war Klassenlehrer Thomas Pollak.

Politische Integration

Wie können Migranten stärker politisch teilhaben? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Integrations-Ausschuss in Tübingen. Die Debatte ging heftig hin und her, es gab mehrere Anträge zur Geschäftsordnung. Einig waren sich die Fraktionen nur in einem: Es müsse endlich etwas vorangehen. Denn schon vor zwei Jahren war es nicht gelungen, einen so genannten Integrationsbeirat einzurichten, der die Integrationsbeauftragte unterstützt, berät und Lösungsvorschläge für Probleme entwickelt. Die Verwaltung sah in ihrem Beschlussantrag vor, in die beschließenden Ausschüsse des Gemeinderats jeweils eine sachkundige Einwohnerin oder einen sachkundigen Einwohner als beratendes Mitglied zu berufen. Und zudem einen Fachbeirat Integration zu bilden, der als unabhängiges Gremium Gemeinderat und Verwaltung berät, indem er aktuelle Entwicklungen und ihre Auswirkungen für Tübingen reflektiert und fachlich begleitet.

Generationen im Dialog

Intergenerative Bildung, also das gemeinsame Lernen verschiedener Generationen, ist in ganz Europa auf dem Vormarsch. In Rottenburg findet zur Zeit ein solches Projekt statt. Unter dem Titel "Generationen im Dialog" kommen Menschen zwischen 15 und 70 Jahren regelmäßig zusammen und profitieren voneinander. Die Jüngeren helfen den Älteren beim Umgang mit dem PC, erklären ihnen das Internet und die Kommunikations- und Bildungsmöglichkeiten der Neuen Medien. Die Älternen nutzen ihre Lebens- und besonders Berufserfahrung, um den Jüngeren den Einstieg in den eigenen Beruf zu erleichtern. Die Teilnehmer werden gepaart und verbringen dann eine Zeit miteinander. Oft entwickeln sich so Freundschaften über Generationen hinweg. Und alle nehmen etwas mit - seien es neue Kenntnisse verschiedenster Art oder einfach nur einen Schub im Selbstbewusstsein.

Auf die Finger geschaut

Der Landkreis Tübingen hat zusammen mit 12 anderen Kommunen Verfassungsbeschwerde eingelegt, um Optionskommune zu werden und Langzeitarbeitslose in Eigenregie betreuen zu können. Jetzt hat der Kreistag über die Möglichkeit öffentlicher Tagungen zwischen Landkreis und Jobcenter diskutiert. Landrat Joachim Walter erklärte, dass es dabei um datenschutzrechtliche Themen ginge, Claudia Patzwahl von den Grünen hielt dagegen, dass eine generelle Trägerversammlung ohne Öffentlichkeit überholt sei. Einmal im Jahr könne man ja in einer öffentlichen Tagung über die Aktivitäten berichten, schlug Dietmar Schöning von der FDP vor. Jetzt gilt es, verschiedene Möglichkeiten mit dem Jobcenter zu klären.



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