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Nachrichten vom 30.01.2012

Gegen Kriegsübungen

Vergangenen Mittwoch protestierten Demonstranten gegen die Übungen der US-Fallschirmspringer bei Wendelsheim. „Wir sind nicht gegen die Amerikaner. Wir sind gegen alles Militär, gleich welcher Nation“, sagte Walburg Werner in einer Ansprache. Mit einem Transparent, das die Aufschrift „Kriegsübungen – Nein Danke“ trug, liefen sie von der Wendelsheimer Kirche zum Absprungplatz. Ihre Mahnwache hielt die Gruppe an der Straße nach Oberndorf. Dort steht ein Schild mit der Aufschrift „Betreten des Sprungplatzes verboten“. In Wendelsheim selbst seien die Reaktionen auf die militärischen Übungen eher positiv, sagte Ex-Ortsvorsteherin Dorothea Lichtenau. Die Schulklasse, die vergangenen November bei den Sprungübungen zuschauen durfte war begeistert. Erstmals sprangen die US-Soldaten im August 2011. Künftig wollen sie jeden Monat kommen, so auch die Friedensaktivisten.

TüBus-Diskussion

Vergangenen Mittwoch veranstalteten Grüne und SPD eine Diskussion zum Thema „TüBus umsonst“. Gut 200 Besucher kamen in die Kantine der Stadtwerke. Darunter etliche Stadträte, Oberbürgermeister Boris Palmer und Baubürgermeister Cord Soehlke, SPD-Landtagsabgeordnete Rita Haller-Haid, sowie die Stadtwerke-Chefs Ortwin Wiebecke und Achim Kötzle. Auf dem Podium saßen Professor Axel Friedrich, Gerd Hickmann, Andreas Foitzik und Hans-Jürgen Henning. Bei der Diskussion um den kostenlosen TüBus gehe es nicht nur um den Klimaschutz, sondern auch um den Nahverkehr als öffentliche Aufgabe, sowie die Mobilität als Grundrecht. Verkehrsexperte Professor Axel Friedrich plädierte für eine Verkehrsabgabe, die von allen Tübingern bezahlt werden soll. Pro Kopf und pro Jahr wären das nach Schätzungen etwa 150 Euro. Eine andere Möglichkeit wäre, eine Ausnahmegenehmigung beim Bund zu beantragen. Das Hauptproblem seien die Einpendler, die mit dem Auto zur Arbeit kommen. Die Tübinger Einwohner nutzen zu je 25 % Bus, Fahrrad und die eigenen Füße. Ulrike Baumgärtner betonte „Tübingern sei eine Stadt für Visionen“. Einigen konnte man sich bei der Diskussion nicht. Vorerst solle eine Gesetzesänderung geprüft werden, nach der Städte eine „Nachverkehrsabgabe“ für alle Bürger überhaupt erheben dürfen.

Elisabeth-Käsemann-Preis

Elisabeth Käsemann ist 1977 von der Militärjunta in Argentinien gefoltert und ermordet worden. Erst 2011 sind zwei frühere Militärs wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit dafür zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Jetzt wird in Tübingen eine Straße und ein Schulpreis nach Elisabeth Käsemann benannt. Sie war Schülerin des Wildermuth-Gymnasiums und dessen Förderverein setzt mit dem jährlichen Sozialpreis ein Zeichen der Erinnerung und der Aufforderung zu sozialem Engagement. Elisabeth Käsemann habe sich für eine gerechte Gesellschaft und gegen Unrecht und Armut eingesetzt. Diese Haltung solle nicht in Vergessenheit geraten. Mit dem Preis sollen Aktivitäten zur Förderung des Gemeinschaftslebens an der Schule oder zivilgesellschaftliches Engagement ausgezeichnet werden. Die Elisabeth-Käsemann-Straße wird im Gebiet der Alten Weberei in Lustnau sein, auf dem dortigen Friedhof ist sie auch begraben.

Grüner Austausch

Eine japanische Delegation informierte sich in Tübingen über die Anti-Atomkraft-Bewegung und über grüne Kommunalpolitik. Mit dabei war ein Vorstandsmitglied der Grünen in Japan. Sie will als erste Grüne ins japanische Parlament einziehen. Dort sei das politische Bewusstsein und das Interesse für Grüne Themen sehr gering. Viele Japaner verstehen unter Klimaschutz den Ausbau der Atomkraft. OB Palmer berichtete von diversen Maßnahmen der grünen Kommunalpolitik und dem Zusammenspiel von Bürgermeister, Gemeinderat und Verwaltung. In einer Videobotschaft wünscht er sich starke Grüne auf der ganzen Welt, also auch in Japan.

Bürger-Energie

Die Genossenschaft Bürger-Energie Tübingen, sorgt für de Energiewende in der Region. Kurz vor Weihnachten ging eine siebte Fotovoltaikanlage ans Netz. Mit Solarmodulen auf 4800 qm übertrifftt die neue Anlage auf dem Dach der Stadtwerke nun die bisher größte Anlage auf dem Klinikum-Parkhaus, die ebenfalls von BET errichtet wurde. 2500 Module installierte die Tübinger Firma Galicium Solar GmbH maßgeschneidert nach den Vorgaben der Stadtwerke. Deren Geschäftsführer gehört zu den Vorständen der Bürger-Energie. Insgesamt 200 Vier-Personen-Haushalte können nun durch die Solaranlagen der Genossenschaft mit umweltfreundlichem Strom versorgt werden. Dazu kommt die Beteiligung an einer Windkraft-Anlage. 270 Mitglieder sorgten für das Kapital der 2009 gegründeten Genossenschaft.

Energietisch

Acht Unternehmen aus der Region Neckar-Alb rücken ihren Energiekosten zu Leibe. Am Energietisch Neckar-Alb sitzen Großverbraucher aus den Landkreisen Reutlingen, Tübingen und Zollernalb, die im Jahr über 100.000 Euro für Energie ausgeben. Die Firmen wollen Strom und Wärme noch effizienter einsetzen und entwickeln beim Energietisch Einsparmöglichkeiten. Das Ziel: Jeder Betrieb bekommt einen eigenen Maßnahmenkatalog, der genau zeigt, was die Umsetzung kostet und was sie spart. „Betriebe können vor allem bei der Gebäude- und der Versorgungstechnik ansetzen“, sagt IHK-Experte Dr. Albrecht Walcher. Beispiele sind die Wärmerückgewinnung und die Abwärmenutzung oder die Verbesserung des baulichen Wärmeschutzes. Der Energietisch wird von einem Fachberater moderiert, der Schwerpunktthemen vorbereitet und vorstellt. Des Weiteren stehen die einzelnen Betriebe im stetigen Erfahrungsaustausch, der über die Treffen am Energietisch hinausreicht.

Biosphären-Windpark

Die Landesregierung forciert den Ausbau der Windenergie. Auf der Reutlinger Alb hat der Regionalverband 18 Vorrang-Standorte definiert. Nun machen sich die Gemeinden an die Fortschreibung ihrer Flächennutzungspläne, um Wildwuchs zu vermeiden. Und Münsingen plant mit drei weiteren Nachbarn gleich einen Biosphären-Windpark. Die beteiligten Gemeinden an diesem „Biosphären-Windpark“ wollen bei Planung und Realisierung die Bürger einbinden. Mit Bürger-Windkraftanlagen solle die Wertschöpfung vor Ort bleiben. Die Münsinger Stadtwerke werden die Planung und die Anlage mit betreuen. Der Vorteil der Kooperation seien einheitliche Rahmenbedingungen auf den Gemarkungen.

Legales Graffiti

In Tübingen gibt es drei legale ‚Sprühwiesen‘, auf denen sich Sprayer austoben können. Der Antrag auf weitere Sprühwiesen wurde nun abgelehnt. Die Graffitis werden in regelmäßigen Abständen übermalt, damit neue Kunstwerke entstehen können. Manche Künstler sind so gefragt, dass sie sogar auf Privatwände sprühen dürfen. Dirk Ridder, der Sozialpädagoge vom Jugendhaus Pauline betreut die Tübinger Sprayer Szene seit Jahren ist über solche Privatangebote immer besonders erfreut, da seiner Meinung nach das Verschaffen von neuen legalen Flächen die illegalen Sprayaktionen eindämmt. Die erlaubten Flächen reichen dennoch nicht aus, die Kreativität auszuleben. Ridder vermutet hunderte Sprayer allein in Tübingen. Sie sprühen auf alle Flächen. Dass das ein nicht nur ein teurer Spass sein kann zeigen die Gesetzte gegen das Sprühen. Man muss nicht nur zahlen sondern im schlimmsten Fall drei Jahre ins Gefängnis wandern. Trotzdem entschied sich die Stadt gegen weitere Sprühwiesen, da man davon ausgeht, dass diese eher als Übungsplatz genutzt werden und die Profis dann auf Züge etc. sprühen.

Familien-Fachtag

Die vier Familientreffs in den Stadtteilen Tübingen scheinen gut anzukommen, meint Ingrid Löbner die Vorsitzende des Bündnis Familie. Viele Eltern, die neu zugezogen sind, kommen in die Treffs, um Kontakte zu knüpfen. Die Treffs haben kein festes Programm, sondern je nach Einzugsgebiet variiert die Programmvielfalt. Zum Beispiel gibt es im Treff auf der Wanne einen Nähkurs. Die Besucher entwickeln eigene Konzepte, was sie machen wollen. Man probiert den oft sehr eintönigen Familienalltag zu verändern. Die Treffs erhalten einen Jahreszuschuss von jeweils 2500 Euro von der Stadt. Es sind noch zwei weitere geplant

Elterninitiative

Bei den drei Gemeinschaftsschgulen in Tübingen kommt das Thema „Inklusion“ noch zu kurz – das kritisiert ELFI, die Initiative Eltern für Inklusion. Statt nur über die Zahl der Sonderpädagogikstellen zu streiten, müsse dafür gesorgt werden, daß die Schulkollegien entsprechend geschult werden. Integration muß grundsätzlich Bestandteil jeder Schul-Konzeption werden, fordert die Initiative. Dazu könne man sich auch am Beispiel bereits vorhandener integrativer Schulen informieren. ELFI bietet konkrete Hilfen für Schulen und Eltern, Ende Februar wird es einen Informationsabend mit dem Leiter der Stabstelle Schulentwicklung im Kultusministerium sowie Vertretern des Staaatlichen Schulamtes Tübingen geben.

Themenjahr

Die Friedrich-List-Realschule in Mössingen liest – so lautete der Titel des Themenjahres. Dazu gab es letzten Montag eine musikalische Lesung mit Berthold Biesinger vom Theater Lindenhof. Er las Ausschnitte aus dem Buch „Grafeneck 1940 – Die Euthanasieverbrechen in Südwestdeutschland“. Die Schüler der zehnten Klassen haben den Roman „Grafeneck“ als Prüfungslektüre und ist damit Bestandteil des Themenjahres. Die Deutschlehrerin möchte das Geschehene fassbar machen. In Grafeneck war die erste Gaskammer der Naziherrschaft im Einsatz. Mehr als 10.000 Menschen mit geistiger Behinderung und psychisch Kranke wurden dort ermordet.

Farm-Verein

In Kusterdingen ist sie bereits jeden Samstag Wirklichkeit, in Tübingen noch ein Traum: eine Jugendfarm möchten der Tübinger Agraringenieur Christian Dettweiler und der Erzieher Rainer Fröhlich aufbauen. Unterstützt werden sie dabei von Familien in Derendingen, dem Mühlenviertel und dem Loretto. In Derendingen erträumen sich die Mitglieder des vor einem Jahr gegründeten Jugendfarm-Vereins ihr Vorhaben. Aber dort konnte kein Platz gefunden werden. Nun wurde das Vorhaben dem Tübinger Sozial-Ausschuss vorgestellt. Der verwies auf Waldhäuser als möglichen Standort, aber das war den Vereinsmitgliedern zu weit entfernt. Nun wird der Ausschuss erst einmal eine bestehende Jugendfarm in Filderstadt besichtigen, um sich ein Bild zu machen. Für den Fall einer Unterstützung wurde dem Verein nahegelegt, auch außerhalb der Südstadt nach einem Standort zu suchen.



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