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Beiträge & Artikel

Nachrichten vom 23.01.2012

Rechtsradikale Nachbarschaft

Anfang Januar haben Unbekannte mehrere Hundert Flugblätter in Gönninger Briefkästen verteilt. Darin ging es um den Nazianwalt Steffen Hammer, der in Gönningen wohnt. Die Autoren informierten die Nachbarschaft über die langjährigen Aktivitäten Hammers in der rechtsradikalen Szene. Bis 2010 war er Sänger der Rechtsrock-Band „Noie Werte“, die in mehr als 20 Jahren über 200 Konzerte gespielt hat. Außerdem hat der Nationalsozialistische Untergrund NSU in einem Bekenner-Video Musik von „Noie Werte“ verwendet. Es besteht noch eine weitere Verbindung zwischen Steffen Hammer und dem NSU: Hammers ehemalige Anwaltskollegin Nicole Schneiders ist aktuell die Anwältin von Ralf Wohlleben, der wegen mutmaßlicher NSU-Unterstützung in Untersuchungshaft sitzt. Steffen Hammer und seine Frau Meike Hammer sind seit Jahren gut in die regionale und bundesweite Neonaziszene eingebunden. Mit ihren Aktivitäten unterstützen sie rechte Gewalt und schützen als Anwälte Nazi-Täter vor den Folgen. Steffen Hammer hat gegen sein Nazi-Outing Anzeige gegen Unbekannt gestellt. Die Kriminalpolizei ermittelt, ob das Flugblatt überhaupt strafrechtlich relevant ist. Dies wäre es nur, wenn darin die Unwahrheit stünde.

Neues Verkehrskonzept

100 000 € wollte das Landratsamt Tübingen beim Busverkehr einsparen, 50 000 werden es nun wohl tatsächlich sein. Reduziert werden soll auf jeden Fall die Busverbindung nach Reutlingen, da der Kreis Reutlingen Subventionen des Busverkehrs verweigert. Trotzdem möchte man die Busverbindung auf die Härten effektiver machen, indem man sie möglichst auf die vorhandenen Bedürfnissse ausrichtet. Besonders die Schüler sind auf die Busse angewiesen. Eine Umfrage des AKs Mobilität auf den Härten wurde deshalb bei der Überarbeitung der Fahrpläne mit einbezogen. Ab Mitte April sollen die neuen Fahrpläne gelten, die letzte Woche von einem Vertreter des Landratsamtes in Kusterdingen vorgestellt wurden.

Mehr Radwege

In der Stadt und im Landkreis Tübingen wird es 2012 einige Investitionen ins Radwegenetz geben. Der Planungsausschuss der Stadt hat 500.000 Euro zur Verfügung und wird damit den Ammertalradweg in Richtung Altstadt verlängern. Weitere Projekte zur Förderung des Radverkehrs sind einige so genannte Angebotsstreifen, die bei Bedarf auch Autos nutzen dürfen. Verbesserungsbedarf besteht immer noch beim Parkangebot für Radler in Tübingen. Die Platznot ist der Grund für fehlende Standorte. Auf Kreisebene gab es ein Treffen des Arbeitskreises Mobilität zum Radwegekonzept. Die Schwachstellenanalyse hätte 250 Verbesserungsvorschläge ergeben. Einige Lücken im Radwegenetz sollen jetzt geschlossen werden. Auch die Radwegebeschilderung wird schrittweise erneuert. In der Testphase sind retroreflektierende Seitenstreifen auf Radwegen, die nachts trotz blendenden Autos die Fahrbahn erkennen lassen.

Junge Pflege

Für pflegebedürftige Menschen zwischen 30 und 65 Jahren gibt es im Dachgeschoss des ehemaligen Rottenburger Krankenhauses - jetzt Haus am Hospitalgarten - eine eigene Wohngruppe. "Junge Pflege" nennt sich das Angebot. Insgesamt zwölf Zimmer sind für die "Junge Pflege" reserviert, davon sind derzeit sechs bewohnt. Als Krankheitsbilder der Pflegepatienten werden in der Konzeption Multiple Sklerose, Parkinson, Schlaganfälle, erworbenen Schädel-Hirn-Verletzungen und Muskeldystrophie genannt. Diese Patienten sind in die Pflegestufe 1 bis 3 eingruppiert. Das heißt, das Ausmaß ihrer Pflegebedürftigkeit ist sehr unterschiedlich.

Lesetag

Die Grund- und Werkrealschule Altingen veranstaltet einmal im Jahr den Lesetag. Dabei gehen Schüler der Klassen eins bis sechs zum Vorlesen in Seniorenheime und Kindergärten. Umgekehrt bekommen sie von älteren Menschen Besuch im Klassenzimmer. Das Projekt soll Jung und Alt näher zusammenbringen.

Konzept Gemeinschaft

Drei Gemeinschaftsschulen soll es in Tübingen ab dem neuen Schuljahr geben, die Werkrealschule Innenstadt wird sich dabei mit der Albert-Schweitzer-Realschule zur Gemeinschaftsschule im Westen zusammenschließen. Ein ganzheitliches Menschenbild mit individueller Förderung hat diese sich auf die Fahnen geschrieben. Die Schüler und Schülerinnen sollen an bestimmten Themen lernen und dabei möglichst weit vordringen, vom Basiswissen über ein gehobenes Level bis zum Expertenlevel. Das beginnt in der fünften Klasse mit den Kernfächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Naturwissenschaftliches Arbeiten. Dazu kommt ein verpflichtendes musisch-künstlerisches und sportliches Angebot, aus dem die Schüler und Schülerinnen auswählen können: Schulzirkus, Theater. Radio, Chor und Orchester, aber auch Schulband, Popchor, Trommeln oder Poptanz. In Vollversammlungen, der Schülermittverwaltung und im Klassenrat sollen sich die künftigen mitverantwortlichen BürgerInnen einer Demokratie entwickeln können.

Virtuelle Realität

Ein Cyber-Klassenzimmer macht die Geschwister-Scholl-Schule in Tübingen zum Pionier einer neuen Lernmethode. 3 D kennen wir inzwischen vom Kino. Jetzt soll es in der Schule das räumliche Vorstellungsvermögen stärken, denn durch die 3-D-Technologie können wissenschaftliche Modelle nun von allen Seiten betrachtet werden. Vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern können so Lerninhalte auch für diejenigen verständlicher gemacht werden, die sich mit der räumlichen Vorstellung schwer tun. Davon ist der Nufringer Unternehmer Frank Elsässer überzeugt, der die 15 000 € teure Anlage gesponsert hat.

Lili Zapf Preis

Am 27. Januar wird der mit 1 000 Euro dotierte Lilli-Zapf-Jugendpreis zum elften mal verliehen. Beworben hat sich die Initiative Aischbachspielplatz, die Realschule Rottenburg mit einem Integrationsprogramm für Schülermentorinnen und -mentoren, sowie einem selbst produzierten Film namens „Black & White“. Die Grundschule Starzach organisierte einen Sponsorenlauf. Mit dem Erlös wurde ein südafrikanische Behindertenheim unterstützt. Mit einem Online-Jugendberatungsprojekt bewarb sich der Arbeitskreis Leben und das Karl-von-Frisch-Gymnasium in Dußlingen organisiert ein Projekt zum Thema illegale Immigrantinnen und Immigranten. Vergeben wird der Preis bei einer Veranstaltung im Landestheater Tübingen von dem Tübinger Jugendgemeinderat und dem Verein zur Verleihung des Preises. Beginn ist um 18 Uhr.

Kultur für alle

»Das wird eine Halle für alle, aber keine Halle für die Jugend.« Henry Peisker spricht aus, was ihn und seine sieben Mitstreiter von der Grünen Jugend Reutlingen auf den Steg beim Tübinger Tor getrieben hat. Die jungen Leute haben sich das Kulturprogramm für die neue Stadthalle zur Brust genommen und festgestellt, dass von Rock- oder Popkonzerten, von Elektromusik und Indie-Rock nicht die Rede ist. »Das Programm ist fixiert auf Klassik«, sagt Leon Welker. In Reutlingen würden Millionenbeträge für klassische Musik ausgegeben, während beispielsweise das Kulturzentrum franz.K mit deutlich weniger auskommen müsse. Auftritte lokaler oder regionaler Bands seien im Kulturprogramm für die Stadthalle ebenfalls nicht vorgesehen, sagt Chris Baisch, der Rock- und Popkonzerten in Reutlingen ausreichend Publikum zutraut - obwohl die Veranstaltungsbranche vor dem Hintergrund der globalen Wirtschaftskrise mit einem deutlichen Minus zu kämpfen hat.



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