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Nachrichten vom 20.01.2012

TüBus umsonst

Tübingen ist auf dem Weg zur bundesweit ersten Stadt mit einer Gratis-Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Das möchten inzwischen immer mehr Stadträte von den Grünen und der SPD. Funktionieren könnte das mit einer von allen Tübingern bezahlten Umlage in Höhe von etwa 100,- Euro pro Kopf und Jahr, was den Ticketverkauf ausgleichen würde. Die grün-rote Landesregierung prüft eine Gesetzesänderung zur Nahverkehrsabgabe. Die Folge wäre ein stark ausgebauter Stadtverkehr, weniger Feinstaub und freie Flächen für Menschen statt Autos. Auch Geringverdiener, Arbeitslose oder Flüchtlinge könnten dann problemlos Bus fahren. Die Idee für den TüBus umsonst hatte schon 2008 der ZAK, die Gruppe gegen Kapitalismus, Krieg und Kohlendioxid. OB Palmer hatte die Vorteile für Stadt und Umwelt erkannt und 2009 in seinem Buch „Eine Stadt macht blau“ aufgegriffen. In Belgien und Frankreich gibt es jeweils eine Stadt, wo der kostenlose Nahverkehr funktioniert. Im französischen Aubagne finanziert eine extra Unternehmenssteuer den Nulltariv.

Islamzentrum eröffnet

Seit Beginn des Wintersemesters bietet die Uni Tübingen das Fach "Islamische Theologie" an. Am vergangenen Montag wurde nun das neue Islamzentrum der Uni offiziell eröffnet. Der Festakt in der Neuen Aula fand großes Interesse, nicht nur in akademischen Kreisen, sondern auch bei den Medien. Es ist das erste Islamzentrum in Deutschland, drei weitere sollen aber noch in diesem und dem folgenden Jahr eingerichtet werden. Das Zentrum wurde von Bund und Land finanziert und "soll ein Ort des Verständnisses und der religiösen Pluralität sein", sagte Rektor Engler. Bundeswissenschaftsministerin Schavan sprach von einem "Meilenstein der Integration" und wünschte sich eine europaweite Wirkung. Religiöse Vielfalt in Europa dürfe nicht als Bedrohung, sondern solle als Bereicherung betrachtet werden. Das Institut befindet sich in der Köstlin'schen Villa und beherbergt bisher 36 Studierende.

Palästinensische Auszeichnung

Die Tübinger Menschenrechtsanwältin Felicia Langer hat den palästinensischen „Orden für besondere Verdienste“ überreicht bekommen. Preisverleihung war am 17. Januar beim offiziellen Besuch von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas in Berlin. Seit 20 Jahren lebt die 81-jährige Israelin in Tübingen. Felicia Langer setzte sich in Israel als Rechtsanwältin für die Rechte der Palästinenser ein. Nach Tübingen kam Sie, nachdem es ihr in Israel schwerer und zuletzt unmöglich gemacht wurde, als Anwältin von Palästinensern und israelischen Kriegsdienstverweigerern zu arbeiten. Mittlerweile schrieb sie mehrere Bücher. Zu hören ist sie bei Kundegebungen und in Vorträgen, bei denen die Israelin weiter ihre Stimme gegen die israelische Siedlungspolitik, den Grenzwall, sowie Militäraktionen erhebt. 1990 erhielt die Anwältin den Alternativen Nobelpreis. Danach kamen weitere Auszeichnungen hinzu. Darunter der Bruno-Kreisky-Preis für Menschenrechte und das Bundesverdienstkreuz.

Neuer Weltethos-Direktor

Der Philosoph Claus Dirksmeier wird der Direktor des neugegründeten Welt- Ethos Instituts Tübingen. Der 31- jährige Experte für ethnische Fragen der Globalisierung konnte sich gegen 31 Mitstreiter durchsetzen. Dirksmeier promovierte zunächst in Hamburg und war bis 2002 an der Universität Jena tätig. 2002 war er Co- Direktor des Summit Institutes in Boston. Er wird auch die zehnte Weltethosrede am 18. April im Festsaal der Universität Tübingen halten. Die Weltethos-Rede markiert auch gleichzeitig die Eröffnung des Weltethosinstituts.

10 Jahre Naldo

Der Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau, kurz naldo, hat heute rund 30 Prozent mehr Fahrgäste als zu Verbundstart vor zehn Jahren. Die Marke ´naldo´ hat dem Öffentlichen Personennahverkehr ein Gesicht gegeben. Rund 71 Millionen Fahrgäste jährlich nutzen zwischenzeitlich Busse und Bahnen. "Auf diesen Erfolg dürfen wir schon ein wenig stolz sein“, sagte der Vorsitzende des naldo-Aufsichtsrats, der Reutlinger Landrat Thomas Reumann, am Montag anlässlich der offiziellen „10-Jahre-naldo-Feier“ in Reutlingen im Beisein des baden-württembergischen Verkehrsministers Winfried Hermann

Städtische Kulturleitlinien

Auch ohne Kulturkonzeption formulierte die Stadt Tübingen ihre Schwerpunkte in Sachen Kulturpolitik fürs laufende Jahr. Bedrohte Kulturinstitutionen von herausragender Bedeutung erhalten eine finanzielle Absicherung von Seiten der Stadt. Als gefährdet gelten derzeit das LTT, die Musikschule und das Sudhaus. Neue inhaltliche Schwerpunkte sind literarische Museen und Veranstaltungsräume. Dazu zählen das neue Hesse-Museum am Holzmarkt und der Hölderlinturm. Die 2011 begonnenen Kürzungen im Kulturberich bleiben weiterhin bestehen. Um den Status Quo der städtischen Kulturangebote zu halten, sind diverse Investitionen fällig. Besonders bei Stadtbücherei, Stadtmuseum und Stadtarchiv sieht der Verwaltungsausschuss erheblichen Nachholbedarf.

Modellprojekt für Sprachförderung

Der Bund zahlte eine halbe Million Euro für eine neue Form der Sprachförderung in Tübinger Kinderhäusern. Dafür wurden alle Erzieherinnen in einem neuen Erziehungssatz geschult. „Vielfalt als Chance und Gewinn für alle“, lautet das neue Motto. Im Rahmen des Bundesprogramm „Schwerpunkt-Kitas Sprache und Integration“ werden mit der halben Million Euro sieben Halbtags-Stellen finanziert. Ziel ist das Erlernen von Sprache mit dem alltäglichen Erleben zu verknüpfen. Auch eine individuelle Förderung sei beim Erlernen der Sprache wichtig. Vor einer Woche wurde das Projekt im Kinderhaus Alte Mühle vorgestellt. Dort waren auch OB Boris Palmer und der Erste Bürgermeister Michael Lucke anwesend. Sie ließen durchblicken, dass es eine städtische Anschlussfinanzierung geben könnte, wenn die Bundesförderung ausläuft. Unterstützt wird dort, wo Bedarf ist. Nach diesem Prinzip wurden auch die Tübinger Ganztags-Kitas für die Beteiligung am Sprachförderprojekt ausgesucht.

Drei Gemeinschaftsschulen

Drei Tübinger Schulen gehen nach den Sommerferien den Weg einer Gemeinschaftsschule. Die französische Schule, die Geschwister- Scholl Schule sowie die Werkrealschule Innenstadt. Bei dieser neuen Form der Schule bleiben die Schüler von der fünften bis zur zehnten Klasse zusammen. Nach dem Sommerferien starten nur diese drei Schulen im Landkreis das neue Projekt. Im Jahr 2013/14 wollen weitaus mehr Schulen nachziehen. Vorteile sind ein gemeinsames Lernen, bei dem miteinander und voneinander gelernt werden kann. Man ist froh, dass man nicht schon so früh aussortieren muss. Zusätzlich soll das Schulgebäude und die Verwaltung umgebaut werden. Insgesamt kostet das Projekt der Stadt knapp vier Millionen Euro.

Klettern als Schulfach

Im Reutlinger Albert-Einstein-Gymnasium bekommen die Schüler der siebten Klassen seit Anfang des Schuljahres Kletterunterricht. Das Indoor-Klettern in der nahe gelegenen, neuen Kletterhalle des Deutschen Alpenvereins ist dabei weniger gefährlich als andere Turnarten. Die Schüler klettern in Dreiergruppen, genauer gesagt klettert immer eine Person, die in ein an der Decke hängendes Seil eingeknotet ist, das von einer zweiten Person am Boden gesichert wird. Dazu gibt es noch einen Schutzengel, der das ganze mit Argusaugen überwacht. So soll nicht nur das Selbstbewußtsein sondern auch die Fähigkeit zur Zusammenarbeit gestärkt werden. Die Initiative für das neue Schulfach ging vor einem Jahr vom Deutschen Alpenverein und dem Regierungspräsidium aus. 5 Lehrkräfte haben einen Kletterschein beim Deutschen Alpenverein erworben und wurden vom Regierungspräsidium geprüft. Trotzdem sind nicht alle glücklich über das neue Schulfach. Da es von nun an für die siebten Klassen unterrichtet wird, fühlen sich die älteren Schüler übergangen.

Modellprojekt in Uganda

Seit fast 20 Jahre lebt die Gomaringerin Claudia Bohner in Uganda und Ghana. Dort betreut sie Modellprojekte zur Ausbildung von Vorschullehrern. Ihr Ziel ist es zu zeigen, dass auch mit einfachen Mitteln etwas möglich ist. Claudia Bohner lebt in einem Slum in Madina, einem Vorort der Hauptstadt Accra und versucht, Bildung für Kinder möglich zu machen. Im September 2010 hat ein Pilotprojekt begonnen, das so erfolgreich war, dass mittlerweile in allen zehn Kreisen des Distrikts eine Modellklasse eingerichtet ist. Nach einer langen Vorbereitungszeit hat im Oktober ein Ausbildungskurs für Lehrer begonnen.

Asyl im Kreis Reutlingen

Die Zahl der Flüchtlingen in Deutschland ist in den letzten 18 Monaten sprunghaft angestiegen. Der Landkreis Reutlingen gerät zunehmend unter Druck, seine Infrastruktur auszubauen. Das staatliche Wohnheim in Betzingen ist zur Zeit die einzige Unterkunft für Ayslbewerber im Kreis und die Lage dort spitzt sich zu. Die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge ist alles andere als optimal. Viereinhalb Quadratmeter pro Person und ein monatliches Taschengeld von 40 Euro pro Monat. Das sind täglich rund 1,30 Euro, um medizinische Versorgung, Deutschkurse und Transport zu bezahlen - natürlich viel zu wenig. Ein wenig Abhilfe versuchen die zwei Asylcafés im Kreis zu schaffen. Dort werden den Menschen zum Beispiel geschenkte Fahrräder zur Verfügung gestellt, um die Mobilität etwas zu erhöhen. Doch auch die Cafés sind an der Grenze ihrer Kapazitäten, sowohl vom Raum als auch von der Betreuung. Trotzdem kommen viele Flüchtlinge gerne regelmäßig dort hin. Es sind die einzigen Orte, wo sie sich begegnen und austauschen können. Das alles ist nicht viel, wenn man bedenkt, dass ein Asylverfahren in Deutschland leicht mal zwei bis drei Jahre dauern kann.

Goldperlen vom Fürstinnengrab

Wieder einmal muß nach den Forschungen der Archäologen die Geschichtsschreibung korrigiert werde. Bislang ging man davon aus, daß das in diesem Jahr en bloc geborgene Kammergrab der Keltenfürstin beider Heuneburg frühestens aus der Mitte des sechsten Jahrhunderts vor Christus stammt. Nach den dendrochronologischen Untersuchungen der Eichenbohlen ist es aber wahrscheinlich älter. Weitaus spektakulärer sind die Goldperlen, die von der Keltenfürstin zusammen mit Bernstein getragen wurden. 3 wurden entdeckt, zwei davon werden bis zum 19. Februar im Schloss Hohentübingen gezeigt. In dem unberaubten Kammergrab werden weitere Goldschätze vermutet, ebenso Bronzeschmuck, der ebenfalls bereits zum Teil geborgen wurde. In der Ausstellung im Museum auf Schloss Hohentübingen sind auch Grabbeigaben aus einem weiteren Bestattungsplatz zu sehen.

Bergsfinkeninvasion

Ab 16:00 verdunkeln sie millionenfach den Himmel. Der Schönbuch erlebt derzeit eine Bergfinkeninvasion. Sie kommen aus der Taiga und machen sich über die hiesigen Bucheckern als Winterfutter her. Abends stürmen sie dann gemeinsam ihre Schlafbäume im Goldersbachtal – und das ist, wie das Tagblatt berichtet, nicht nur für Ornithologen ein beeindruckendes Schauspiel!



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