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Nachrichten vom 28.11.2011

Neues Angebot

Im kommenden Jahr soll das Reisen auf der Ammertalbahn für Menschen mit Gehbehinderung sicherer werden. Eine tragbare Klapprampe im Wert von etwa 400 Euro wurde bereits angeschafft, um den Spalt zwischen Bahnsteigkante und Zugtüre zu überbrücken. Des weiteren können sich Menschen im Rollstuhl von ehrenamtlichen Mitarbeitern der Bahnhofsmission begleiten lassen. Und auch sonst haben Schwerbehinderte die Möglichkeit, eine Begleitperson mitzunehmen. Zahlen müssen sie dafür nichts, aber ihre Fahrt einen Tag vorher anmelden. Jetzt fehlt es noch an ehrenamtlichen Reisebegleitern, die nach einer gründlichen Schulung in das Projekt mit einsteigen.

Neue Busverbindung mit Tücken

Dass der "Airportsprinter" von Naldo seinen Namen kaum verdient, wissen die meisten Tübinger - der Flughafenbus braucht mehr als eine Stunde für die Strecke und hält an vielen Stationen. Im April wies das Landgericht Frankfurt eine Klage der Bahn gegen eine junge Omnibusfirma ab - und ebnete damit den Weg für eine neue Buslinie zwischen Tübingen und dem Münchener Flughafen. Diese Linie fährt über die B27 zur A8 und hält auch am Stuttgarter Flughafen. Für die Strecke zwischen Tübingen und dem Flughafen braucht der Bus von der "YourBus GmbH" nur 30 Minuten. Doch es gibt einen Haken - das Bundes-Personenbeförderungsgesetz von 1934. Dies sollte neue Konkurrenz zu bestehenden Linien ausschließen. Das Ergebnis - der Bus darf zwar am Flughafen in Stuttgart halten und Fahrgäste Richtung München dürfen zusteigen. Doch von Tübingen kommend auszusteigen, ist am Stuttgarter Flughafen verboten. OB Boris Palmer dazu: "Da wiehert der Amtssschimmel." Die Bundesregierung hat jedoch schon beschlossen, das Gesetz zu ändern - die Novelle könnte bereits Anfang 2012 in Kraft treten. Die neue Buslinie verkehrt auf jeden Fall schon von heute an zweimal täglich von donnerstags bis montags.

Fotobioreaktor

Bei der Reutlinger Firma Fair Energy wächst schon der Ersatz für die Treibstoffe aus den zur Neige gehenden fossilen Ölvorräten. In Photobioreaktoren werden Mikroalgen kultiviert, die mehrere ökologische Vorteile haben: die Algen binden bei der Photosynthese Kohlendioxid aus dem Motor eines Blockheizkraftwerkes. Bei der Weiterverarbeitung der Masse fällt zwar wieder Kohlendioxid an, das kann der Algenproduktion jedoch ebenfalls wieder zugeführt werden. Weitere Algennährstoffe stammen aus dem Abwasser. Wichtigstes angestrebtes Produktr ist Bio-Methan-Gas. Allerdings ist die Algenausbeute bislang noch eher bescheiden. Fair-Energy nimmt mit seiner Pilotanlage an dem vom Bundesforschungsministerium unterstützen Verbundforschungsprojekt „EtaMax“ teil.

DSL für Teilorte

Die Tübinger Teilorte Bühl, Hagelloch und Hirschau bekommen nun nach langen Verhandlungen bald tatsächlich eine schnellere Internetanbindung. Dem Vertrag zwischen der Stadt und der Telekom als Provider scheint nichts mehr im Weg zu stehen. Claudia Patzwahl versprach bei einem Auftritt in Bühl am Mittwoch, "bei der Telekom auf die Tube zu drücken". Patzwahl ist im Tübinger Rathaus für DSL-Fragen zuständig. Für den Abschluss des Vertrags fehlt nur noch eine Zustimmung des Gemeinderats - eine reine Formsache. Nach dem Abschluss des Vertrags wird die Telekom dann maximal zwölf Monate Zeit haben, die Breitband-Versorgung für die drei Teilorte sicher zu stellen.

Neue Benutzungsordnung

Ein einheitliches Regelwerk mit einem sozial gerechten Gebührensystem wollte die Verwaltung mit ihrer Neufassung der Benutzungsordnung für die Kindertageseinrichtungen in Reutlingen schaffen. Doch was sozial gerecht ist, darüber gingen die Meinungen im Gemeinderat auseinander. Nach drei Vorberatungen wurde am Dienstagabend dann in öffentlicher Sitzung mehrheitlich mit den Stimmen des sogenannten »bürgerlichen« Lagers eine abgeänderte Variante des Besuchsgeldsystems beschlossen, das die CDU-Fraktion vorgelegt hatte. Konsens bestand im Rat darin, dass Eltern mit höheren Einkommen höher belastet und Geringverdiener entlastet werden sollten. Das hatte auch die Verwaltungsvorlage vorgesehen. Während aber die CDU-Variante die unteren Einkommen durch die Bank weg um zehn Prozent entlastet, wollte die Verwaltung die Einkommensstufen verändern. Das hätte bei einigen Eltern zu deutlichen Entlastungen geführt, andere aber gar nicht erreicht.

Ein Stück Bürgerpark

Vom Jahresende 2012 an soll rund um die Reutlinger Stadthalle nach und nach ein Stadtpark aus 130 japanischen Schnurbäumen entstehen. Etwa 4,5 Millionen Euro wird diese Gestaltung des Bruderhausgeländes kosten. Geld, das die Stadt zum Teil über Spenden aufbringen will. Ab einer Summe von 50 Euro können sich Personen namentlich unter den Bäumen niederlassen, die in einer Größe von sieben Metern gepflanzt werden sollen. Auf einem Metallband, das quadratisch die zwei auf zwei Meter großen Baumfelder begrenzt, sollen je Baum bis zu 150 Spendernamen untergebracht werden – für vorläufig 15 Jahre. Firmen können sich für 10 000 Euro ein ganzes Baumfeld und für 2500 Euro einen Schenkel kaufen.

Geraubte Kulturgüter

Bei einer Podiumsdiskussion im Tübinger Rathaus ging es um „Deutsche Verantwortung und den Umgang mit Nationalsozialistischer Raubkunst“. Das Thema ist nicht erst seit der Rückgabe einer Thorarolle aus den Beständen des Tübinger Stadtmuseums aktuell. Die Suche nach den rechtmäßigen Eigentümern der geraubten Kulturgüter ist oft schwierig. Eine Internet-Datenbank mit Namen lostart.de iunterstützt Recherchen mit Such- und Fundmeldungen. Allerdings gebe es grundsätzliche Defizite bei der Suche nach geraubten Kulturgütern: Zu allgemeine Vorgaben für die Institutionen und zu wenig Geld für Recherche zählen zu den Schwierigkeiten. Außerdem gehe es oft um weniger wertvolle Erinnerungsstücke oder sakrale Werte, die in der öffentlichen Diskussion keine Rolle spielen.

Geschichte einer Thorarolle

Letzten Donnerstag wurde die Thora-Scheibe, die von der Witwe des Theologieprofesors Otto Michel dem Stadtmuseum übergeben wurde, an den rechtmäßigen Erben zurück geben: Avner Falk ist der Enkel von Josef Zwi Spiro, der die Thora-Scheibe 1927 einer polnischen Synagoge stiftete. Avner Falk konnte auch genaueres zur Herkunft der Thora-Scheibe sagen: sein Großvater, der im KZ ermordet wurde, hatte die Scheibe in Jerusalem anfertigen lassen. Falk hat auch eine Theorie, wie sie zu Otto Michel gelangte. Michel hatte eine NS-Vergangenheit, die er später verleugnete. Er war in Halle Dozent und Lazarett-Pfarrer. Dabei könnte er die Thora-Scheibe von einem verwundeten Soldaten bekommen haben. Wie ist es möglich, fragt Avner Falk, daß offenbar niemand nach der Herkunft der Thora-Scheibe gefragt habe, die die Wand in Michels Arbeitszimmer schmückte? Avner Falk ist Psychologe und hat die Absicht, über die Geschichte der Thora-Rolle seines Großvaters ein Buch zu schreiben mit dem Titel: „Die Verneinung der Vergangenheit“.

Engler bestätigt

Jetzt ist es offiziell. Uni Rektor Bernd Engler wurde nun für eine weitere Amtszeit gewählt. Doch war die Wahl nicht ganz so eindeutig wie erwartet. Es wurden 31 Stimmen abgegeben, 23 Ja-Stimmen, sechs waren gegen Engler und zwei enthielten sich. Die Dekane der vier Großfakultäten hatten jeweils 2 Stimmen. Die Gegenstimmen konnte man nicht richtig erklären. Engler hätte der Wahrnehmung der Universität nur gut getan. Was negativ aufgenommen wurde, war die frühe Wahl und die verlängerte Amtszeit auf acht Jahre. Die verfrühte Wahl konnte man mit der Prüfungszeit für die Exelenz- Initiative erklären, da man zu dieser die Führungsposition geklärt haben wollte. Die Amtszeitverlängerung habe man aus Rücksicht auf Bernd Englers Alter angesetzt.

Projekte von Nachwuchskräften

Nach zwei Jahren Nachwuchsförderung durch die Stadtverwaltung stellten künftige Führunspersönlichkeiten ihre Projekte vor. Bis 2027 werden 40% der Angestellten der Stadtverwaltung Rottenburg altersbedingt nicht mehr arbeiten. Nun braucht man qualifizierte Fachkräfte die nachrücken werden und sich neuen Herausforderungen stellen. Flexible Arbeitszeiten sollen mit dem nötigem Know- How gekoppelt werden. 11 Mitarbeiter und 13 Führungspersonen von allen Ämtern entwickelten neben ihrer eigenen Arbeit noch Projekte. Die Projekte beschäftigten sich mit Themen wie in Schulen auf den Facharbeitermangel hingearbeitet wird. Ein anderes Projekt beschäftigte sich mit der Architektur. Man sanierte einen 50 Jahre alten Pavillon auf einem Schulgelände mit Hilfe von einem Lehrer und einem Architekten aber auch mit der Hilfe von Schülern der fünften Klasse, die sich mit dem Thema beschäftigten.

Sprachförderung

Für die Sprachförderung in städtischen Kindertageseinrichtungen bekam Tübingen etwa knapp 1/2 Millionen Euro vom Bund. „Offensive frühe Chancen“ heißt das Bundesprogramm und geht bis ins Jahr 2014. Bundesweit sollen rund 4 000 Kindertageseinrichtungen zu „Schwerpunkt-Kitas Sprache und Integration“ ausgebaut werden. In Tübingen wurden sieben städtische Einrichtungen ausgewählt und mit dem Zuschuss vom Bund können 95 Prozent der Personalkosten gedeckt werden. Defizite der seit zehn Jahren laufenden Sprachförderung sollen mit dem Programm vermeiden werden. Geplant ist auch eine Kooperation mit dem Studiengang „Deutsch als Zweitsprache“ an der Tübinger Uni.

Entwicklungspädagogische Informationen

Bei einer Veranstaltung des Entwicklungspädagogischen Informationszentrums EPIZ ging es um Wege gegen Hunger und Unterernährung. Eine der Ursachen seien Spekulationen mit Lebensmitteln in Entwicklungsländern zur Herstellung von Biosprit. Ein Problem sei auch der Landraub, wenn Konzerne geraubtes Land kaufen und Futter für die Fleischproduktion anbauen. Ein Ausweg aus der Hungersnot wäre der kleinbäuerliche Nahrungsanbau auf allen verfügbaren Flächen. Außerdem dürften die Nahrungsmittel nicht mehr zur Schuldentilgung exportiert werden. Die Lösung wäre eine komplette Entschuldung der Entwicklungsländer. Auf dem Weg in die Ernährungssouverränität sollten die reichen Länder die flächendeckende kleinbäuerliche Nahrungsmittelproduktion finanzieren.



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