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Nachrichten vom 25.11.2011

Frauenfilmfestival

Am Donnerstag, dem 24. November begann das 11. Frauenfilmfest Frauenwelten mit dem Eröffnungsfilm „The Help“, der eine weibliche Vergeschwisterung der besonderen Art in einem rassistischen Milieu des Amerikas der Fünfziger und Sechziger Jahre darstellt. Der Grund, weshalb das diesjährige Filmfest sowohl das politischste als auch das am geringsten gesponserte ist, liegt bei dem diesjährigen Themenfokus: „Gewaltfreie Geburt“. Als solche sehen die Veranstalterinnen eine Geburt, deren natürlicher Verlauf, von Fachfrauen kundig begleitet, in eine positive Erfahrung für Mutter und Kind gipfeln kann. Doch inzwischen ist die Geburt ein Geschäft, das zunehmend als Kathastrophenszenarium inszeniert und von technischen Eingriffen übernommen wird. Mindestens dreißig Prozent beträgt inzwischen die Kaiserschnittsrate in deutschen Kreißsäalen. Für den Start ins Leben unzähliger Menschen ist das ein nicht zu unterschätzender Faktor. Doch die Frau, die sich deshalb an eine freie Hebamme wenden möchte, könnte sich in Zukunft zunehmend enttäuscht finden: Hohe Versicherungssummen und geringe Entgelte torpedieren die Existenz freier Hebammen. Am Sonntag dem 24.11. wird es deshalb einen ganzen Nachmittag mit Dokumentationsfilmen zum Thema geben mit einem anschließenden Podiumsgespräch von 20:00 bis 22:00, das von der Wüsten Welle live übertragen wird. Auch außerhalb des Themen-Nachmittages werden bis zum kommenden Mittwoch Filme zum Themenfokus gezeigt, aber auch Spielfilme und Dokumentationen über den Lebensalltag von Frauen weltweit.

Peru-Tage

Vergangenen Dienstag wurden die 14. Tübinger Peru- Tage im Gemeindehaus „Lamm“ eingeläutet. Bürgermeister Michael Lucke sprach ein Grußwort und Carlos Herz, ein Vertreter der peruanischen Nichtregierungsorganisation „Red Peru“, sprach über die bisherige Arbeit des peruanischen Präsidenten Ollanta Humala. Die Veranstaltungsreihe geht bis Februar 2012 und beschäftigt sich mit dem Schwerpunktthema Wasser. Organisiert werden die Peru- Tage vom Partnerschaftsverein Villa El Salvador- Tübingen. Mit dabei ist auch der Peru- Arbeitskreis im Aktionszentrum Arme Welt, der Club Voltaire und das städtische Kulturamt.

Schwere Vorwürfe

Gegen die Holzfirma Danzer, einen Reutlinger Konzern, der seinen Firmensitz aus Steuergründen in die Schweiz verlegt hat, werden schwere Vorwürfe erhoben. Die Firma hat seit 2005 Abholzungsrechte im Kongo und ist im Rahmen dieser Verträge auch soziale Verpflichtungen wie den Bau einer Schule und eines Krankenhauses eingegangen. Diesen Verpflichtungen ist Danzer aber bis heute offenbar nicht nachgekommen, was die Bevölkerung mit fortwährenden Protesten und Diebstählen quittierte. Daraufhin soll eine lokale Tochter des Konzerns nach Informationen von Greenpeace eine Söldnertruppe bezahlt haben, die über das naheliegende Dorf herfiel, mindestens einen Menschen tötete und mehrere verletzte. Frauen und Mädchen wurden vergewaltigt. Nach diesen Übergriffen im Mai stellten die Bewohner Anzeige gegen Danzer und Greenpeace sendete Experten in die Region, um die Vorwürfe zu überprüfen. Laut Greenpeace träfen sie "leider alle zu". Die Danzer-Gruppe bestreitet, die Söldnertruppe bezahlt zu haben, war aber zu einer Stellungnahme nur schriftlich bereit. Die Geschäftsführung ließ verlauten man habe sich "außergerichtlich geeinigt".

Schüler als Klimaexperten

Schüler aus Mössingen und Ofterdingen präsentierten am Freitag nach dem ersten Mössinger Jugend-Klimagipfel ihre Ergebnisse. Der von der Bundesagentur für Klimaschutz organisierte Gipfel brachte viele praktische Vorschläge zutage: So forderten die Schüler die großen Kauffhäuser und Drogeriemärkte aus, nachts die Beleuchtungen abzustellen und regten an, auch Mössingen zur "Fair-Trade-Stadt" zu machen. In der Zukunft möchten einige der Schüler gemeinsam mit Vertretern der Stadt nun eine jährliche Klimawoche ins Leben rufen. Und eine Klima-AG will sich für einen Klimaschutzbeauftragten für die Stadt und einen verbesserten öffentlichen Nahverkehr für die Region stark machen.

Spendenlauf

Bei einem Spendenlauf im Sommer haben Gomaringer Schüler 10.000 Euro errannt. Mit einem Teil des Geldes unterstützen sie zwei Schulen in Nepal und Malawi. Zu beiden Schulen gibt es persönliche Kontakte. In Schautafeln sind Informationen zu den Schulen, Fotos und ein Dankschreiben ausgestellt. Die Hilfsaktion für Afrika und Asien geht demnächst mit einem Adventsbasar weiter.

Preiswürdiges Angebot

Der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband ADH hat die Uni Tübingen zur Hochschule des Jahres gewählt. Das Sportangebot sei in seiner Vielseitigkeit bundesweit herausragend. Der Hochschulsport sei hervorragend in das universitäre Leben eingebunden und biete ein innovatives Sportprogramm. Man habe die Kapazitäten seien erweitert und die Anlagen modernisiert. Durch ein Aus- und Fortbildungsprogramm für Übungsleiter sei die Kursqualität und die Zufriedenheit der Teilnehmer hoch. Der Direktor des Instituts für Sportwissenschaft betont, der Hochschulsport sei ein Ausgleich für die einseitige Belastung im Studium, er fördere die soziale Bindung an Tübingen und ermöglicht den sportlichen Wettkampf mit anderen Unis.

Affenscheußliche Fischaugen

Schon 2008 fiel zwei Tübinger Studenten der Empirischen Kulturwissenschaft, Marta Mazanek und Jochen Schwab bei den Recherchen zu einem Praxisseminar der wachsende Unmut der Stuttgarter Bürger auf. Bei einer Befragung der Stuttgarter zu ihrem Heimatgefühl hatten sie die Rubrik „Stadtpolitik“ zu bearbeiten. Bei der abschließenden Projektausstellung „Stuttgart erleben“ im Stuttgarter Hegelhaus sollten zwölf Umfragezitate auf Plakate gedruckt werden. Der Vorschlag der Stadtpolitik Befrager wurde als zu provokant abgelehnt: Als „affenscheußliche Fischaugen“ befand eine Befragte die Oberlichter des geplanten Tiefbahnhofs. Die Äußerung bezeichnete den Tenor der 70 Stuttgarter, die sich auf Anzeigen in Rundfunk und Presse gemeldet hatten. Nachdem ein Bürgerbegehren mit 60 000 Unterschriften abgeschmettert worden war, fühlten die Bürger sich übergangen. „Was wir am Senf gespart haben, tun wir am Kaviar wieder raus.“ lautete ein weiteres Umfragezitat. Man dürfe doch nicht so viel Geld auf ein Großprojekt verschwenden, wenn andererseits an Schulen, Kinderbetreuung und Sozial- und Kulturinitiativen gespart werde, wurde geäußert. Aber auch verletzter Heimatstolz beflügelte den Unmut. Die einen wollten den Bonatz-Bau als Städte-Wahrzeichen erhalten, andere empfanden die geplante Schienenüberbauung als kalt und abweisend oder störten sich daran, daß dem Reisenden der Blick auf ihre Stadt verwehrt würde. Wahrgenommen wurde der Befund der beiden Studierenden allerdings erst, als der Protest 2010 manifest wurde.

Wissenswoche

Die Reutlinger Wissenswoche an der Hochschule Reutlingen endete vergangenen Samstag mit einem ´Tag der Offenen Tür’. Rund 4 000 Besucher aus Reutlingen und Umgebung nutzten die Gelegenheit. Von allen Fünf Fakultäten standen die Werkstätten, Labors und Maschinenhallen offen. So auch erstmals das neue Gebäude 4 auf dem Hohbuch Campus. Neben vielen Aktionen, Schnuppervorlesungen und Informationen, präsentierten 25 Partnerunternehmen der Hochschule sich und ihre Angebote. Besonders beliebt waren die Studienberatungen bei der ESB Business School, sowie die Highlights der Technik.

Tag der Sonderpädagogik

Das Prinzip der Homogenität herrschte bislang an allen Reutlinger Schulen. Doch das bedeutete laut Norbert Zeller, dass die Schüler sich an das Tempo der Lehrer anpassen müssen. Beim 40. Reutlinger Tag wurde ein Perspektivwechsel gefordert. Doch dieses Modell soll nicht nur für Sonderschulen gelten, sondern auch für andere Schulmodelle und nicht zu Letzt in der Lehrerausbildung. Doch man kann nicht abwarten bis die neue ausgebildeten Lehrer die an die Schulen kommen. Man soll Weiterbildungen besuchen, um bestehende Muster ändern zu können. Die Sonderpädagogen waren hier Vorreiter und gaben den Interessierten Tipps. Ab dem nächsten Schuljahr soll an rund 40 Schulen das neue Modell erprobt werden.

Training für Schwerhörige

Dominik Bleß-Martenson von der Tübinger HNO-Klinik hat ein neues Verfahren entwickelt um die Hörleistung von Hörgeschädigten zu verbessern bzw. zu trainieren. 24 Personen mit Innenohrschwierigkeiten haben 4 Wochenlang mit der Methode trainiert und hörten danach deutlich besser. Dieser Effekt hielt 3-4 Monate an und blieb bei täglicher Übung ganz erhalten. Die Methode beugt dem Absterben der Sinneszellen im Gehirn vor. Auch im hohen Alter kann man, durch diese Übung, dem Absterben und der Deaktivierung der Sinneszellen Einhalt gebieten.

Hechinger Synagoge

Ein großer Kreis von Besuchern erinnerte sich am Samstag an die Rettung der ehemaligen jüdischen Synagoge in Hechingen. In der neuen "Alten Synagoge", die vor 25 Jahren wieder eröffnet wurde. Die Synagoge ist eine von 60 Erinnerungsstätten in Baden-Württemberg, die in der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten zusammengefasst sind.

30 Jahre Arbeiterbildung

Sie wurde vor 30 Jahren gegründet und ist die größte unabhängige Beratungsstelle für Arbeitslose. Die Reutlinger Arbeiterbildung hat am Freitag vor eine Woche gefeiert und danach wurde diskutiert. Zum Thema "Arbeitsmarktpolitik - Placebo gegen Armut?". An der Podiumsdiskussion, moderiert vom grünen Landespolitiker Thomas Poreski, nahmen VHS-Geschäftsführer Ulrich Bausch, die Ulmer SPD-Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis, der Ludwigsburger Hochschullehrer und Armutsforscher Prof. Hans-Ulrich Weth, der Reutlinger Verdi-Geschäftsführer Martin Gross und Reutlingens Arbeitsagentur-Chef Ulrich Häfele teil. Zusammen bemühten sich die Diskutanten zuerst um eine Analyse der derzeitigen Situation auf dem Arbeitsmarkt, die sich letztlich weniger rosig zeigte, als die bloßen statistischen Zahlen glauben machen. Häfele berichtete zwar von einer deutlich sinkenden Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr, er gab aber auch zu, dass es etliche Problemgruppem gibt, die nur unterdurchscnittlich profitieren konnten. Nämlich Frauen, Ausländer, ältere Bewerber und die Langzeitarbeitslosen.



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