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Nachrichten vom Freitag 22.07.2011

Forscher finden Fossil

Ein Team von Wissenschaftlern aus Tübingen und Yale haben im US Bundesstaat Montana ein Horn des tonnenschweren Dinosauriers Triceratops gefunden. Das Besondere daran ist, daß dies das weltweit jüngste Saurierfossil darstellt. Der Triceratops lebte gegen Ende der Kreidezeit. Dies stützt die These, daß die Dinosaurier durch den Meteoriteneinschlag in Yukatan und nicht schon zuvor ausgestorben sind. Süßwasserschildkröten haben in der selben Region den Einschlag offensichtlich unversehrt überstanden. Ihre Taktik, die sie schon mehrere Klimaveränderungen überdauern ließ: sie ziehen sich in ihren Panzer zurück und verschlafen die globalen Katastrophen. Werden die Schildkröten auch uns überleben?

Saniert und erweitert

Am vergangenen Wochenende wurde der Ohmenhäuser Kindergarten mit Feierlichkeiten offiziell neu eröffnet. Das Gebäude war über die letzten drei Monate vollstädnig saniert und erweitert worden. Neu gestaltet wurden auch der ganze Außenbereich und die Zaunanlage. Für weniger als 900.000 Euro wurden so "nebenbei" neue Kindergarten- und Krippenplätze geschaffen. Die Kinder und Erzieher sind froh, wieder in ihren Kindergarten einziehen zu können. Während der dreimonatigen Bauzeit waren sie in die Pfandfinderhütte im Reutlinger Listhof ausgewichen, die sich weder bei 30 Grad Hitze noch bei Schnee als besonders bequem erwiesen hatte. Trotzdem würden die positiven Erfahrungen überwiegen, denn man hatte sich noch mehr als sonst draußen und in der Natur aufgehalten.

Windkraftperspektive

Baden-Württemberg verfügt laut dem Regionalverband Neckar-Alb über die genaueste Windpotenzialanalyse. Allerdings sind die Windverhältnisse nicht das einzig ausschlaggebende Kriterium für den möglichen Standort einer der bis zu 120 neuen Windkraftanlagen, die bis zum Jahr 2020 10 % des in der Region verbrauchten Stroms erzeugen sollen. Vogel- und Fledermausschutz, Lärmvorschriften und luftfahrtrechtliche und militärische Regelungen müssen ebenso beachtet werden. Im Herbst soll in den Gremien des Verbandes und in den Kommunen über mögliche Standorte diskutiert werden.

Rechtes Gedankengut

Zwei von 120 Mitgliedern im Verband der „Deutschen Burschenschaft“ sind aus Tübingen. Diese Burschenschaften gehören zum rechten Rand der Studentenverbindungen. Ein Daten-Leck machte jetzt brisante Interna der „Deutschen Burschenschaft“ öffentlich. Etwa 3.000 Dokumente, Protokolle, Postulate oder Rundinfos waren für alle im Netz zu lesen. Es ging um die Warnung vor der Zusammenarbeit mit Journalisten, um rassistische Ideen oder um allgemeine Querelen unter den Mitgliedern. Für den Verfassungsschutz ist das noch kein Grund, die Burschenschaften im Land zu beobachten. Ein Extremismus-Verdacht habe sich bisher noch nicht erhärtet.

Vortrag zu Ungarn

Einen Vortrag zum innenpolitischen Klima Ungarns hielt die ungarische Kulturwissenschaftlerin Magdalena Marsovsky kürzlich im Epplehaus . Marsovsky ist Vorständin des Villigster Forschungsfporums zu Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus in Nordrhein-Westfalen. Sie warnte in ihrem Vortrag vor einer gefährlichen gesellschaftlichen Entwicklung in ihrem Geburtsland. Nationalismus, Antisemitismus und rechtskonservatives Elitedenken sind in Ungarn auf dem Vormarsch. Die politische Kultur der ungarischen Bevölkerung habe sich in den letzten Jahren sehr gewandelt und leider seien auch und besonders die jungen Menschen in Ungarn von dieser Entwicklung betroffen. Während sie außerhalb Ungarns erst durch die Wahl einer rechtspopulistischen Partei und die Gründung einer nationalen Regierung mit einem rechtsextremistischen Koalitionspartner bekannt wurde, sei der Rechtsruck in Ungarn schon erheblich früher eingesetzt. Die rechtsradikalen Tendenzen ziehen sich durch alle Schichten der Bevölkerung. Wer nicht mit dem rechtsnationalistischen Mainstream im Einklang stehe, traue sich kaum mehr auf die Straße, sagte Marsovsky. Die latente Gewalt richte sich offen gegen Juden und besonders Roma: Zu Ostern waren Rechtsextreme zu so genannten "Wehrsportspielen" in Roma-Dörfern aufmarschiert und hätten die Bewohner zur Flucht gezwungen. Die Motive für den extremen und gefährlichen Wandel vermutet Marsovski im radikalen sozialen Wandel seit der Wende, der viel Veränderung und soziale und ökonomische Unsicherheit nach Ungarn brachte.

Friedensstadt-Woche

Seit letztem Samstag läuft die Friedensstadt-Woche in Tübingen. Zum dritten Mal organisiert das die „Gesellschaft Kultur des Friedens“, die sich weltweit für das friedliche Zusammenleben der Menschen einsetzt. Dazu gehört auch die Kritik an deutschen Rüstungsexporten. Zur Eröffnung auf dem Marktplatz sprachen OB Boris Palmer, der Friedensforscher Johann Galtung und der Botschafter Boliviens in Deutschland, Walter Veliz. Außerdem gab es bisher eine Hommage an Mikis Theodorakis, einen Vortrag zum Thema „arabischer Frühling“ oder eine Diskussion zu „Staatsmacht contra Zivilgesellschaft“. Am heutigen Freitag geht es um 20 Uhr im Sitzungssaal des Tübinger Rathauses um das Thema „Kommunale Friedenspolitik“.

Nasser Schwörtag

Der Reutlinger Schwörtag erinnert an die stolze Vergangenheit Reutlingens als Freie Reichsstadt. 1374 erhielt sie ihre Verfassung und wurde damit zum republikanischen Stadtstaat, in dem die männlichen Angehörigen der städtischen Zünfte die Obrigkeit wählten. Jeden Sommer nach dem Ulrichstag, dem 4. Juli, fanden die Wahlen statt und am 2. Sonntag danach wurde der neue Bürgermeister auf dem Schwörplatz vor dem Zeughaus öffentlich vereidigt. Danach begab sich der neue Magistrat im festlichen Zug zur Marienkirche – bis zum Jahre 1802. Trotz der Regenflut feierten die Reutlinger am vergangenen Sonntag nun zum 6. Mal den Schwörtag als Erinnerung an die stolze Vergangenheit. Anders als ihre Vorgänger zog die Stadtverwaltung nach dem ökumenischen Gottesdienst in der Marienkirche zum ehemaligen Schwörplatz, dem heutigen Kanzleiplatz, wo eine Frau, Oberbürgermeisterin Barbara Bosch, den historischen Eid des ersten Amtsinhabers Matthias Bege sprach. Dieser legte mit der Stiftung seiner umfangreichen Privatbibliothek auch den Grundstein für die Reutlinger Stadtbücherei. Barbara Bosch legte die aktuelle Stadtpolitik in Zeiten einer leichten finanziellen Besserung dar. Damals wie heute verkündeten Böllerschüsse und kunstvolles Fahnenschwenken, das „Fahnenflaigen“, den Stolz der Bürgerschaft. Das Rahmenprogramm fand aber wetterbedingt am sommerlichen Vorabend größeren Anklang.

Kennen Sie Tübingen ?

Die neueste Ausgabe des betreuten Tübinger Stadtrundgangs "Kennen Sie Tübingen?" war den Literaten gewidmet, die in Tübingen gelebt und gearbeitet haben. Prof. Dr. Kuschel, Direktor für Theologie der Kultur an der Tübinger Uni und Vizepräsident der Stiftung Weltethos, führte rund 200 Interessierte durch Tübingen. Auf den Spuren Goethes, Schillers und Hölderlins ging es ihm vorallem um die Beziehungen der "großen Geister" zueinander und zur Stadt. Die Mitlaufenden erfuhren von den Busenfreundschaften der großen deutschen Dichter und dem Auf und Ab im ihrem Leben. Die Führung begann am ehemaligen Wohnhaus der Tübinger Verlegers Cotta, in dem Goethe 1797 gewohnt hat und endete am Hölderlinturm.



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