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Nachrichten vom Montag 27.06.2011

Um die Wette gestochert

Vergangenen Donnerstag fand das Stocherkahnrennen 2011 statt. 56 Mannschaften stocherten um die Wette, tausende Besucher belegten bereits ab elf Uhr die besten Plätze am Flusslauf. Mit dem Kostümwettbewerb vor dem Start des Rennens gab es schon Einiges zu sehen: Beliebt war die Hochzeit im englischen Königshaus und das US-Internierungslager Guantanamo. Den Kostümpreis gewann das Team der Fachschaft Geowissenschaften, die ihren Kahn in einen Mississippi-Raddampfer mitsamt pseudohistorischen Papp-Aufbauten und qualmendem Schornstein verwandelt hatten. Das Rennen gewann die Fachschaft der Sportwissenschaften. Sie lief bereits ins Ziel ein, als es am Nadelöhr erst richtig eng wurde. Die Sieger bekamen neben einem Wanderpokal auch ein Fass Bier und ein Spanferkel. Den Langsamsten blieb der Lebertran und die Pflicht, das Rennen im nächsten Jahr auszurichten. Mit einer guten Viertelstunde Verspätung kam der Kahn der Verbindung Guestfalia ins Ziel. Sie hatten unterwegs ihren Stocherer verloren, wurden abgedrängt und blieben hängen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Rennens forderte eine Mannschaft Nachschlag vom Lebertran, den sie auch sofort bekam.

Lachen ist Programm

„Heiter weiter“ ist das Motto der zweiten Tübinger Humorwoche. Sie startete bereits am vergangenen Sonntag mit „Ladys First“, einem Frauenkabarett im Sudhaus. „Schluss mit Lustig“ ist dann am kommenden Sonntag mit einer großen Abschlussgala im LTT – so lautet auch der Titel der Gala, allerdings mit einem Fragezeichen, denn in der Woche dazwischen wird das Thema Humor auf verschiedene Weise beleuchtet und zur Nachahmung empfohlen. Es treten nicht nur regionale und überregionale Matadoren in der Arena das Humors auf, es gibt auch Workshops, Symposien und Vorträge zum förderlichen Einsatz des Humors für Psyche, Gesundheit und Geschäft. Das Veranstaltungsprogramm findet man überall in der Stadt oder unter www.heiter-weiter.com .

Neuer Spielplan

In der neuen Spielzeit möchte das LTT laut Simone Sterr und Ralf Siebelt „an die Grenzen des deutschen Regietheaters gehen“ und „Traditionen aufbrechen“. Über die deutschen Grenzen geht es jedenfalls mit der Inszenierung des russischen Romans „Der Meister und Margarita“ von Michael Bulgakow durch den isländischen Regisseur Thorleifur Orn Arnarson. Mit „Olga“, dem Stück einer finnischen Autoren kommt eine Liebesgeschichte à la „Harold and Maude“ auf die Bühne. Auch das gesamte Ensemble des LTT kommt auf die Bühne für das Shakespeare Stück „Troilus und Cressida“. Vielleicht ist das der Bruch mit der Tradition, vielleicht aber auch die beiden Stadtprojekte: Mit „Nosferatu“ geht es in den Tübinger Untergrund und mit dem Projekt „Megafon, Tübingen schallt und hallt“ werden übers Jahr in Tübingen Stimmen und Stimmungen gesammelt und präsentiert. Das ist aber noch längst nicht alles, was das LTT zu bieten hat. Das gesamte neue Programm gibt´s unter www.landestheater-tuebingen.de .

Stadt verteilt Geld

Die Stadt Rottenburg beteiligt sich mit insgesamt 5.300 Euro an der Finanzierung von sechs Projekten der Lokalen Agenda 21. Fast die Hälfte des Geldes geht an die Arbeitsgruppe "Rottenburg handelt fair". Die Gruppe will den fairen Handel in der Stadt befördern und dazu unter anderem Bildungsarbeit an Schulen leisten und eine Homepage erstellen. Die Arbeitsgruppe Kultur will im Theater am Torbogen mit zwölf sprachbehinderten Kindern ein Theaterstück einüben und erhält dafür 500 Euro. Geld gibt es auch für ein Projekt, in dem Insassen der Jugendvollzugsanstalt unter professioneller Anleitung eine Rockband gründen sollen, die dann gemeinsam mit einem klassischen Ensemble ein Konzert geben soll.

Krebsimpfung

Der Arbeitsgruppe von Professor Dr. Stefan Kubicka, Chefarzt der Medizinischen Klinik 1 des Klinikums am Steinenberg in Reutlingen, ist laut Pressemitteiung ein wichtiger Durchbruch auf dem Weg zu einer erfolgreichen Krebsimmuntherapie gelungen. Seine Arbeitsgruppe konstruierte "Erkältungsviren", die sich nur in Tumorzellen vermehren können und setzte diese Viren dann in präklinischen Studien im Zusammenhang mit einer Tumorimpfung ein. Dabei stellte die Gruppe fest, dass es nur zu einer effektiven Immunantwort gegen die Tumorzellen kommt, wenn die Tumoren duch die Viren entzündet waren.

Zuckerpreis

Andreas Neu und Stefan Ehehalt vom Uniklinikum Tübingen erforschen Diabetes mellitus Typ 1 bei Kindern und Jugendlichen. Dafür erhielten sie den mit 15.000 Euro dotierten Menarini-Preis der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG). Verliehen wurde der Preis im Rahmen der 46. Jahrestagung der DDG in Leipzig. Andres Neu, Oberarzt an der Tübinger Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, rief bereits zu Beginn der 90er-Jahre ein Diabetes-Register ins Leben. Darin werden bis heute alle Neuerkrankungen an Diabetes im Kindes- und Jugendalter in Baden-Württemberg erfasst. Alle Kinderkliniken des Landes können sich daran beteiligen. Die erhobenen Daten dienen zur Erforschung der Häufigkeit und der Form des Diabetes mellitus. Der Förderpreis ermöglicht es, das Projekt weiterzuführen.

Affen auf der Alb

Tübinger Forscher haben gemeinsam mit Kollegen aus Stuttgart, München und Helsinki herausgefunden, dass vor 17 Millionen Jahren bei Inzighofen auf der Schwäbischen Alb Affen, also Vorläufer des modernen Menschen, lebten. Zu dem Ergebnis kamen die Forscher, nachdem sie einen vor 38 Jahren gefundenen, uralten Zahn mit neuesten Methoden untersucht hatten. Die Untersuchung anderer fossiler Funde erlaubte Rückschlüsse auf Vegetation und Klima der Region südwestlich von Sigmaringen vor 17 Millionen Jahren: eine Jahresdurchschnittstemperatur von etwa 20 Grad Celsius ließ damals sogar Palmen wachsen.



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