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Nachrichten vom Montag 30.05.2011

Sieg für „Bedrohte Ordnungen“

Die Tübinger Geisteswisssenschaften, allen voran die Historiker, haben einen Grund zum Feiern: Sie bekamen den Zuschlag für ein wissenschaftliches Großprojekt. Ab dem 1. Juli werden 25 Doktorandinnen und Doktoranden sowie sechs Postdocs Katastrophen und Krisen sozialer Ordnungen von der Antike bis heute untersuchen. 16 Teilprojekte umfasst der Sonderforschungsbereich „Bedrohte Ordnungen“, bei neun dieser Projekte ist die Geschichtswissenschaft beteiligt, dazu kommen ForscherInnen aus der Politikwissenschaft, der Germanistik, Amerikanistik, der griechischen Philologie, der katholischen Theologie, der Medizinethik und der Empirischen Kulturwissenschaft. Mehr als zwei Millionen Euro pro Jahr hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft zunächst für vier Jahre genehmigt. Bis zu zwei Verlängerungen wären möglich – die maximale Förderungsdauer beträgt damit 12 Jahre. Zwei Jahre hat ein sienbenköpfiges Team den Erfolg vorbereitet. Ein Tübinger Sonderforschungsbereich hat bereits die erste Verlängerung erhalten: das Verhalten bakterieller Zellhüllen bei der Infektion wird für weitere vier Jahre untersucht werden.

Zauberhafte Kinder-Uni

Die Medienwissenschaftlerin Susanne Marstall bereitete ihren jungen ZuhörerInnen der Kinderuni letzte Woche eine besonders spannende Vorlesung: Sie lüftete das Geheimnis der Magie auf der Leinwand. Während Harry Potter bereits die digitale „Blue Box“ zur Verfügung stand, waren die Tricks früherer Filme aufwendiger. Susanne Marstall enthüllte beispielsweise, wie Fred Astaire an der Decke tanzen und Mary Poppins fliegen konnte. Den Potterschen Unsichtbarkeitszauber führte sie gar live vor. Das Beste aber kam am Schluss: das Versprechen auf eine Fortsetzung der Vorlesung „Warum kann das Kino zaubern?“.

Armut in Tübingen

Auch Tübingen ist bei Weitem nicht von Armut befreit. Rund 4000 Haushalte in der Umgebung sind bedürftig, doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Vergangene Woche trafen sich im Schlatterhaus, von der globalisierungskritischen Gruppe ATTAC organisiert, einige ehrenamtliche Helfer und Studenten, um über Möglichkeiten und Projekte zu diskutieren. Eines dieser Projekte ist das BBQ-Projekt, dass jungen Hartz 4-Empfängern Ausbildungsplätze und Perspektiven aufzeigt um zu verhindern, dass sie sich aufgeben. Die Tübinger Tafel ist eine andere Hilfsgruppe, die durch Nahrungsmittelspenden von Supermärkten, Bäckereien und Lebensmittelhändlern die Möglichkeit hat, Essen fast für umsonst zu verkaufen. Das BBQ-Projekt sowie die Tübinger Tafel suchen ständig Helfer für ihre Projekte. Informationen gibt es z.B. auf www.bbq-zukunftskurs.de

MultiKulti Bürgerfest

Zum zweiten Mal ist in Mössingen zum "Mössinger Allerlei" geladen. Dabei handelt es sich um ein Bürgerfest, das einfach jeden willkommen heißt. Die Idee des Festes ist es, herkunftsunabhängig und generationenübergreifend zu sein. Am kommenden Sonntag, 5. Juni, wird das Fest - bei jedem Wetter - vor der Gottlieb-Rühle Schule stattfinden. Insgesamt 39 Vereine und Gruppen beteiligen sich mit Essensständen, Mitmach-Angeboten oder Bühnenprogrammpunkten. Das Mössinger Allerlei wird in Zukunft alle zwei Jahre, im Wechsel mit dem Stadtfest, stattfinden.

Ofterdinger Kaffee Nostalgie

Seit Sonntag ist in der Ofterdinger Museumsscheuer eine besonders anregende Ausstellung zu bewundern: An jedem Donnerstag und an einem Sonntag pro Monat ist bis zum Herbst die Sonderausstellung rund um den Kaffee geöffnet. Zur Eröffnung am Sonntag wurde sogar Kaffee geröstet. Zu den eigenen Stücken des Museums haben viele Ofterdinger Erinnerungsträchtiges rund um den Kaffee-Genuss beigesteuert: von Sammeltassen über kunstvolle Tortenschaufeln und eine bunte Schar von Kannenwärmern in Mützen- und Haubenform bis zu speziellen Kaffeekannen auf Beinen und mit Zapfhahn, den „Perkolatoren“. Den ersten Kaffeefilter hat übrigens 1908 die Dresdner Hausfrau Melitta Bentz kreiert - aus dem Löschpapier ihres Sohnes.

Mössinger Agenda

Die Bürgerbeteiligung in Mössingen trägt Früchte. Neun Projekte der sogenannten Lokalen Agenda wurden kürzlich im Bürgersaal des Rathauses vorgestellt. Darunter war auch die Gruppe „Anders älter werden“, deren Name ihr Programm ist. Sie ist zum Beispiel Wurzel des Senioren-Internet-Café, das seinerseits ein eigener Punkt auf der Agenda geworden ist. Das Fest „Mössinger Allerlei“ geht ebenso auf die Bürgerbeteiligung zurück wie ein Hospizverein. Mit der Teilnahme der Bürger am Stadtentwicklungsplan 2010 zeigte sich der Mössinger Oberbürgermeister Michael Bulander sehr zufrieden. Im Herbst soll der neue Stadtentwicklungs- und Agendaprozess beginnen. Bulander hofft auch hier auf Engagement seitens der Bürger.

Städtisches Kulturkonzept

Am letzten Mittwoch hat die Kulturamtsleiterin Daniela Rathe die neue städtische Kulturkonzeption der Öffentlichkeit präsentiert. Sie sieht darin einen Rahmen für kulturpolitisches Handeln. In mehr als 20 Spartengesprächen mit der lokalen Kulturszene haben sich Empfehlungen herauskristallisiert. Der Gemeinderat wird dann über die praktische Umsetzung entscheiden. Dabei geht es auch um „Klarere Regeln für die Vergabe von Mitteln“, so Rathe. Sie wolle ein eigenes Profil entwickeln. Das Kulturkonzept lässt sich in vier Handlungsfelder aufteilen: erstens die Künste mit Literatur, Tanz, Bildender Kunst, Film, Medien und Theater. Zweitens die Geschichtskultur mit Archiven, Baukultur und dem Stadtmuseum. Die kulturelle Bildung versammelt drittens spartenübergreifende Kultur und die Bibliotheken und Bildungseinrichtungen. Unter den vierten Punkt, Zivilgesellschaft, fällt die Soziokultur und die Freie Szene.

Tierische Verhütung

Mit lustigen, rosa Kondomen warb die Tierschutzorganisation PETA dafür, freilaufende Hunde und Katzen kastrieren zu lassen. Die freilaufenden Tiere vermehrten sich ungehindert und bekämen keine ärztliche Behandlung bei Krankheitsfällen. Außerdem nehme jeder neugeborene Streuner seinen Artgenossen in den Tierheimen die Chance auf ein Zuhause. PETA fordert die Stadtverwaltung dazu auf, die Streuner zu kastrieren. Außerdem solle die Bevölkerung lieber Tiere aus Heimen als aus Zoohandlungen oder von Züchtern anschaffen.



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