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Nachrichten vom Freitag 27.05.2011

Tübingen berappelt sich

Die Stadt Tübingen hat das Haushaltsjahr 2010 überraschend mit einem Gewinn von fast fünf Millionen Euro abgeschlossen. Eigentlich war mit einem Minus in derselben Größenordnung gerechnet worden. Ursachen für das unerwartete Plus sind auf der Ausgabenseite, dass weniger für Personal und sächlichen Betriebsaufwand ausgegeben wurde, und dass Zuschüsse gekürzt wurden. Auf der Einnahmeseite fielen die Gewinne aus Grund- und Erwerbsteuer höher aus als erwartet, ebenso der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer. Außerdem waren die Landeszuweisungen an die Stadt höher als gedacht. Stadtkämmerer Bertold Rein bestätigte die grobe Größenordnung der Zahlen, Änderungen im Detail kann es aber noch geben. Auch die Zukunft sieht rosiger aus: Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer werden wohl steigen, die Landeszuweisungen könnten ebenfalls höher ausfallen, sollte die Einwohnerzahl, wie angenommen, tatsächlich gestiegen sein. Oberbürgermeister Boris Palmer mahnte an, den Sparkurs nun aber nicht zu verlassen. Für Investitionen, den Erhalt der Tübinger Infrastruktur und den Ausbau der Kinderbetreuung fehle immer noch Geld.

Mehr Sicherheit

Seit dem Amoklauf von Winnenden am 11.März 2009 ist die Angst vor ähnlichen Taten gewachsen, gleichzeitig sind auch die Sicherheitsvorkehrungen an deutschen Schulen deutlich verbessert worden. Im Reutlinger Jugendgemeinderat mit dem neu gewählten Vorstandsgremium war die Amoklauf-Prävention ein Thema, da die Stadt als Schulträger auch für deren Sicherheit verantwortlich ist. 380 000 Euro werden in neue Warnlautsprechersysteme an mehreren Reutlinger Schulen investiert. Da die Täter meist nicht daran gehindert werden können, in die Gebäude einzudringen, will man mit den neuen Warnsystemen die Schüler und Pädagogen frühzeitig und effektiv vorwarnen. Ein vorgesprochener Text und einzeln steuerbare Lautsprecher sollen dafür sorgen, dass alle Personen im Gebäude korrekt reagieren können, um sich in Sicherheit zu bringen. Auch die restlichen, bisher noch nicht mit dem neuen Warnsystem ausgestatteten Schulen, sollen nach und nach aufgerüstet werden. Freuen durften sich an diesem Abend Katharina Digel und Stephan Meschede, die erneut ins Vorstandsgremium gewählt wurden, sowie der Neuzugang Jannik Gräschus.

Erster Tübinger Jugendklimagipfel

Die Stadt Tübingen, die Agentur für Klimaschutz und die Stadtwerke hatten am letzten Samstag zum ersten Tübinger Klimagipfel geladen. 24 Teilnehmer haben dabei in Arbeitsgruppen diskutiert und Klimaschutz-Ideen für alle Lebensbereiche entwickelt. Sie haben gemeinsam Lösungen erarbeitet und diese dann als Top-Tipps präsentiert. Die Arbeitsgruppe „Mobil mit dem Fahrrad“ möchte die Reize des Fahhradfahrens an einem Aktionstag vermitteln. Die Gruppe „Klimaschutz auf dem Teller“ empfiehlt, Obst und Gemüse der Saison und aus der Region zu kaufen. Alle Teilnehmer des Jugendklimagipfels haben sich vertraglich zu ihren persönlichen Klimaschutz-Zielen verpflichtet.

Von Verrat und Versöhnung

Am vergangenen Dienstag wurde der israelische Sozialphilosoph Avishai Margalit mit der bedeutensten Auszeichnung der Universität Tübingen geehrt: dem Dr. Leopold-Lucas-Preis. Der Preis wurde 1972 von Franz D. Lucas zum Gedenken an seinen Vater, einen jüdischen Gelehrten und Rabbiner gestiftet, der in Tübingen promovierte und in Theresienstadt ermordet wurde. Er wird verliehen für herausragende Leistungen in Theologie, Geistesgeschichte, Geschichtswissenschaft und Philosophie sowie die Verbreitung des Toleranzgedankens und ist mit 50 000 € dotiert. Margalit erhält den Preis für seinen Entwurf einer, wie er es nennt: „anständigen Gesellschaft“ und seiner Analyse des Kompromisses, mit dem er zur Steigerung der politischen Urteilskraft beitrage, so lautet die Begründung in der Verleihungsurkunde. Avishai Margalit wurde 1939 in Palästina geboren und ist Mitbegründer der israelischen Friedensbewegung „Peace Now“. Bis zu seiner Emeritierung 2006 hatte er die renommierte Shulmann-Professur für Philosophie an der hebräischen Universität in Jerusalem inne, seither lehrt er als Professor in Princeton in den USA. In seiner Rede zur Preisverleihung sprach er über die unterschiedliche Bedeutung des Begriffes des „Verrats“ in der christlichen und der jüdischen Gesellschaft. Den Lucas-Preis gibt es auch für Nachwuchswissenschaftler, er ging diesmal an Dr. Silke Katharina Mende für ihre Dissertation über die Gründungsgeschichte der Grünen.

Vielversprechende Tests

In Tübingen startet eine Studie, bei der Patienten mit fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung einen Hirnschrittmacher auf dem neuesten Stand der Forschung erhalten. Die ersten Beobachtungen sollen vielversprechend sein. Gegen zitternde Hände und langsame Bewegungen kann die Medizin Parkinson-Kranken schon heute teilweise helfen. Wenn die Krankheit aber in ein Stadium fortschreitet, in dem der Patient nur noch schwerlich laufen kann, stoßen Ärzte bislang an Grenzen. Nun will man versuchen, das Gehirn mit Hirnschrittmachern an zwei Stellen gleichzeitig zu stimulieren. Dass das einen positiven Effekt haben könnte, hatten Ärzte der Uniklinik Tübingen durch Zufall entdeckt, als es einer Parkinson-Patientin mit Problemen beim Gehen nach der Implantation eines Hirnschrittmachers kurzzeitig viel besser ging als erwartet. Man fand heraus, dass die Reizung eines bestimmten Teils des Gehirns durch eine Schwellung den Effekt ausgelöst haben könnte. Das will man sich jetzt bei der Behandlung zu Nutze machen.

Bonus-Card am Start

Die Bonus-Card für sozial Bedürftige soll im Kreis Tübingen zum 1. Juli eingeführt werden. Entgegen früherer Befürchtungen scheint sie kaum zusätzlichen Verwaltungsbedarf zu verursachen. Außerdem gibt der Bund neuerdings Zuschüsse für Bildungs-, Erziehungs- und Freizeitangebote für Familien mit geringen Einkommen. Aus diesen Gründen sehen nun auch ehemalige Skeptiker der Bonus-Card zuversichtlich entgegen. Es herrscht die Hoffnung, dass Vereine und Betriebe sich mit Angeboten beteiligen. Für die Bonus-Card sind im Landratsamt bislang 400 Anträge eingegangen.

Gehampel um Hygiene-Ampel

Die Bundesregierung möchte eine Hygiene-Ampel für gastronomische Betriebe einführen: mit einem grünen Pfeil gekennzeichnet würden dann von 1. Januar 2012 an Gaststätten, bei denen es keine Beanstandungen bei der Kontrolle gab, gelb gäbe es für die die leicht und rot für die schwer beanstandeten Betriebe. Ausschlaggebend für die Bewertungen wäre eine Punkteliste, die zusammen mit den farbigen Pfeilen am Eingang der Gaststätte ausgehängt würde. Der regionale IHK-Tourismus-Ausschuss fordert dagegen anstelle der Hygiene-Ampel mehr Kontrollen. Nur 45 % aller Betriebe würden in Deutschand pro Jahr kontrolliert. Somit könne es bis zu drei Jahre dauern, bis eine zweite Kontrolle gemacht würde – schlechte Karten für etwaige reuige Sünder, erklärte der IHK-Vorsitzende und Weitenburg-Inhaber Max-Richard Freiherr von Rassler. Im Kreis Tübingen wurde im Zuge der Verwaltungsreform 2005 die Zahl der Kontrolleure von 9 auf 6 reduziert. Bei einer Tagblatt-Umfrage unter den Rottenburger Gastronomen zeigten sich viele gelassen: wer sauber arbeite, habe schließlich nichts zu befürchten, war die häufigste Reaktion. Nur einige argwöhnten eine willkürliche Punktevergabe durch voreingenommene Kontrolleure.

Neue Anlaufstelle

Der Freundeskreis der beschützenden Werk- und Heimstätte hat in Mössingen eine neue Beratungsstelle für psychisch Kranke eingeweiht. Der Gomaringer Verein betreut im ganzen Landkreis Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischer Erkrankung. Für die Beratungsstelle sind zwei Kollegen aus Mössingen zuständig, die sich auch um ambulant betreutes Wohnen kümmern. Sie machen Hausbesuche und helfen, den Alltag zu bewältigen. Der Auftrag lautet, die Menschen davor zu schützen, dass sie in die Klinik müssen. Das Angebot in der Mössinger Beratungsstelle ist bisher noch sehr begrenzt. Mit Unterstützung von Ehrenamtlichen könnte bald mehr laufen als ein offener Frühstückstreff am Freitag vormittag.

Sonnenstrahlen für Angehörige

Lebensbedrohliche Erkrankungen sind nicht nur für die Kranken eine große psychische Belastung, sondern auch für deren Angehörige, ganz besonders für Kinder und Jugendliche. Denen möchte der Reutlinger Förderverein "Sonnenstrahlen" Unterstützung bieten. Der Verein hat vor drei Monaten seine Arbeit aufgenommen. Er richtet sich nicht, wie viele andere Institutionen seiner Art, nur an Kinder von Krebskranken, sondern an alle Kinder und Jugendlichen, die von lebensbedrohenden Erkrankungen in der Familie betroffen sind. Dabei möchte der ausschließlich über Spenden finanzierte Verein eher präventiv arbeiten und nicht therapieren. Er bietet eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, die Unterstützung und einen Ort brauchen, an dem sie dem großen Druck zu Hause entfliehen können. Alle Dienstleistungen des Vereins sind für die Betroffenen kostenfrei. Mehr Informationen über den Förderverein "Sonnenstrahlen" gibt es unter www.sonnenstrahlen-online.de. Dort findet sich auch das Spendenkonto.

Frauentreff

Beim Tanz in den Mai vergangenen Samstag beteiligten sich mehr als 40 Frauen. Organisiert wurde der Abend von der Evangelischen Kirchengemeinde Rottenburg, der Katholischen Erwachsenenbildung Landkreis Tübingen und dem Verein Mokka (Mobile Kinder-Kultur-Arbeit). Einmal im Jahr richten sie gemeinsam das Nachtcafé für Frauen aus. Jede Frau brachte ein Gericht aus ihrem Herkunftsland mit. Nach dem Essen gab Bauchtänzerin Sha´waza alias Sabine Rabe einen Bauchtanz-Crashkurs. Danach wurde das Eingeübte beim gemeinsamen Tanzen ausprobiert.

80 Jahre und schon immer weise

Vergangenes Wochenende feierte der Naturschutzbund Mössingen sein 80- jähriges Bestehen. Nachwussorgen hat der Verein keine. Er hat eine eigene Kinder- und Jugendgruppe, auf die er sehr stolz ist. Inzwischen sind Klimaschutz und der Erhalt der Arten zentrale Themen im Naturschutzbund. Vergangenes Wochenende wurde das Jubiläum ausgiebig gefeiert.

Braunes Gold

Die Kläranlage in Kiebingen wird eigenen Strom produzieren. Das entschied der Rottenburger Gemeinderat am vergangenen Donnerstag. Fast zeitgleich gab auch das Regierungspräsidium in Tübingen einen entsprechenden Förderbescheid heraus. Nach dem Umbau wird die Anlage rund ein Drittel ihres Stromverbrauchs selber erzeugen und außerdem mit ihrer Abwärme Häuser in Kiebingen und im direkten Umfeld heizen. Die knapp fünf Millionen Euro Umbaukosten werden auf den Bund, das Land und die Gemeinde verteilt. Die Pläne existieren bereits zum großen Teil, der Baubeginn ist für Anfang November des Jahres geplant.



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