Login

 Infos und Regionales


LOKALMAGAZIN


Beiträge & Artikel

Nachrichten vom Montag 23.05.2011

Haste mal nen Euro ?

In Derendingen schließt sich der Kreis der Parkgebühren - nun müssen auch Schüler zahlen. Die Parkplätze am Berufsschulzentrum in Derendingen kosten nun bald einen Euro pro Tag. Sie gehören dem Kreis und der hat kürzlich 120 Millionen Euro in die Erhaltung und in eine Parkgarage investiert. Das Geld will man sich nun von den Parkern zurückholen - so entschied der Kreistag am vergangenen Mittwoch. Gelöhnt werden muss dann an Automaten - die Schule hat erklärt, dass es aus Personalmangel nicht machbar sei, neben den Lehrern auch noch den Schülern Parkausweise auszustellen. Nun parken die Lehrer für 200 Euro im Jahr, die Schüler müssen einen Euro pro Tag zahlen. Um günstiger als der Lehrkörper wegzukommen, müssten sie einige Tage im Jahr schwänzen - oder mit Bus und Bahn anreisen. Die Grünen wollten eigentlich, dass jeder, der mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen könnte, sich aber trotzdem für das Auto entscheid, sogar zwei Euro pro Tag zahlen muss. Wie allerdings in Einzelfallprüfungen festgestellt werden könnte, wer wirklich auf den PKW angewiesen ist, dafür gibt es keine Antwort.

Geschichtspfad

Der Kulturausschuss des Tübinger Gemeinderates hat beschlossen, in der Stadt einen Pfad einzurichten, der mit Stelen an die Geschichte des Nationalsozialismus in Tübingen erinnern soll. Vor der Abstimmung, die eine knappe Mehrheit für den Geschichtspfad mit Stelen ergab, hatte es Meinungsverschiedenheiten über die Ausgestaltung der Erinnerung an den Nationalsozialismus gegeben. Die Alternative und Grüne Liste sprach sich ebenso wie SPD und Linke für die am Ende beschlossene Lösung aus. CDU, FDP und die Wählerinitiative Unabhängiger Tübinger bezweifelten, dass die Lösung mit den Stelen die beste sei. Auch Oberbürgermeister Boris Palmer hatte Bedenken geäußert. Auf Palmers Geheiß hatte der Stadtplaner Tim von Winning berichtet, dass sich die Standortsuche für solche Stelen in der Innenstadt schwierig gestalte, und dass Stelen außerdem als Fahrradständer zweckentfremdet würden. Letztlich setzte sich der Vorschlag trotzdem durch. Der nächste strittige Punkt bei der Planung dürfte nun sein, was auf den Stelen geschrieben sein wird.

Mehr Wohnraum

Private Investoren haben das Sidler- Areal gekauft. Es handelt sich dabei um das Firmengelände des ehemaligen Autozulieferers Sidler. Die Investoren nannten das Areal nun wohlklingend Neckarbogen. In den mehrstöckigen Bürogebäuden des Areals soll ab Februar 2012 bereits schon wieder gearbeitet werden. Auch Wohnraum könnte hier entstehen. Mit- Investor Architekt Danner wünscht sich 90 Wohnungen mit je 90 qm. Mehr Informationen gibt es im Internet unter: www.neckarbogen-tü.de

Bleib in Tübingen

Flüchtlinge auf der Jobsuche werden seit drei Jahren von der Initiative „Bleib in Tübingen!“ unterstützt. Ein Bleiberecht hat nur, wer wer ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis nachweisen kann. Flüchtlinge ohne Arbeitsvertrag werden meist nur geduldet, und die jeder zeit widerrufen werden kann. Bei der Projektgründung vor drei Jahren waren noch vier lokale Partner dabei: die Stadtverwaltung, das Asylzentrum, das Tübinger Jobcenter und der Verein Neue Arbeit Zollern-Achalm. Für die ersten beiden Jahre gab es vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem Europäischen Sozialfonds rund 600 000 Euro. Für die nächsten drei Jahre wurden 540 000 Euro bewilligt und die Stadt ist nicht mehr als Projektpartner dabei. Die Tübinger Hilfsstruktur wurde mit Stuttgart und Pforzheim zusammengelegt. Dadurch fällt die Unterstützung der Rottenburger Flüchtlinge weg. Vorallem unter 25-Jährige wollen sie verstärkt betreuen. Jeden ersten Dienstag im Monat bietet das Jobcenter eine Berufsberatung für Flüchtlinge. Eine weitere Idee ist eine Arbeitsassistenz. Oft ist es Flüchtlingen möglich eine Job zu finden, schwierig wird es diesen zu halten. Die Arbeitsassistenz könnte bei Problem zwischen Arbeitnehmer und Betrieb vermitteln.

Paraguay in Rottenburg

Am letzten Donnerstag war Paraguays Staatspräsident Fernando Lugo Méndez zu Gast bei der Rottenburger Hochschule für Forstwirtschaft. Beide Seiten möchten die wirtschaftliche Zusammenarbeit ankurbeln. Geplant ist der Aufbau einer forstwirtschaftlichen Fakultät an der Universität in der Hauptstadt Asunción. Die Wissenschaftler streben ein nachhaltiges Bewirtschaftungs- und Nutzungskonzept für den ländlichen Raum an. Dazu gehört die Nahrungsmittelproduktion und die Nutzung von Biomasse als Bau- oder Energieholz.Die Verantwortlichen erhoffen sich davon Impulse für die Landwirtschaft unter schwierigen Bedingungen und einen Schub bei regenerativen Energien.

Kein Treppenwitz

Die Treppe von der Tübinger Mühlstraße zum Schulberg wird nun wohl endgültig gebaut. Alexander Stock, entschiedener Gegner des Bauvorhabens, hatte 1928 Unterschriften dagegen gesammelt. Für ein Bürgerbegehren hätte er allerdings mindestens 5000 Unterschriften benötigt. Somit wurde sein Anliegen vom Gemeinderat zurückgewiesen. Die Ratsfraktionen lobten aber dennoch das bürgerschaftliche Engagement Stocks. Selbst die entschiedenen Befürworter der Staffel bedankten sich bei ihm für seine Bemühungen.

Schrumpft Tübingen?

Womöglich hat Tübingen weniger Einwohner als gedacht. Aufschluss darüber werden die Ergebnisse der Volkszählung geben, die seit einigen Wochen in Deutschland läuft. Vor allem Universitätsstädte könnten sich dabei als kleiner erweisen als bisher angenommen, weil Studenten eine besonders mobile Bevölkerungsgruppe sind. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 1987 hatte Tübingen nahezu 5000 seiner damals 76000 Einwohner verloren. Sollte auch diesmal die Einwohnerzahl nach unten korrigiert werden, hätte das finanzielle Auswirkungen: für jeden Einwohner bekommt die Stadt etwa 1000 Euro aus Steuerzuweisungen.

Geburtstagsgala

Zum 30. Geburtstag des Theater Lindenhof feierte sie in Melchingen eine große Geburtstagsgala. Es gab es Szenen aus dem Musical Theatertreffen, eine Sehnsuchtsorgie von Erik Gedeon. Dazu hielten allerlei Laudatoren aus Politik und Gesellschaft launige Lobreden auf den Lindenhof. Der will den Standort Melchingen stärken und den Lindenhof als Haupthaus mit der Theaterscheune dahinter verbinden. Für den Anschub dieses Projekts brauchen sie eine Million Euro zusätzlich zu den öffentlichen Zuschüssen. Dabei sollen die betuchten Gäste und Gönner des Theaters Lindenhof helfen.

Tauziehen

Die lange gehegten Ausbaupläne des Sudhausvereins sind offensichtlich über die Vorstellungen des Tübinger Kulturausschusses hinausgeschossen und darüber abgestürzt. Der Kulturausschuss hatte für eine kleinere Variante plädiert, bei der für 1,5 Millionen das Umfeld modernisiert, nicht aber der Saal vergrößert würde. Der Verein dagegen, so die Stadt, strebe ohne weitere Absprache eine mittlere Variante mit Saalvergrößerung für 1.75 Millionen an, bei der die Stadt 1 Million übernehmen sollte und das Land mindestens eine halbe Million. Jetzt möchte die Stadt die Verantwortung für das Projekt ganz in die Hände des Vereins legen.

Spiel um Geld, Macht und Glaube

Moderne Bezüge an einem alten Text entdecken derzeit neun Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren. Im Theaterspielclub unter der Leitung von Sonka Müller vom Theater Patati-Patata bearbeiten sie »Nathan der Weise« , Gotthold Ephraim Lessings Lehrstück über Humanismus und Toleranz. Unter dem Titel »GlaubeLiebeMacht - GlaubeLiebeGeld« ist am 26. Mai die Premiere im Planiespielort des Reutlinger Theaters Die Tonne.

Jetzt ist Sense

Manuel Haus, Chef des Umweltzentrums Tübingen, wirbt für Co²-freie Alternativen zu Rasenmäher, Häcksler und Co. „Oftmals gibt es Muskelbetriebene Gartengeräte, die keinen Strom oder Benzin verbrauchen und gleichwertige Resultate erzielen“, erzählte er den Zuhörern vergangene Woche. Im Tübinger Umweltzentrum stellte er einige seiner eigenen umweltfreundlichen und leisen Gartengeräte vor und wies auf deutlich günstigere Haltungskosten, sowie klimafreundliche Benützung hin. Zwar sind die Werte der Kohlendioxid-Emissionen von Elektromotoren deutlich geringer, als die von Gartengeräten mit Benzin-Motor, aber mit den Werten seiner motorlosen Alternativen können sie alle nicht mithalten. Diese produzieren nämlich gar kein Kohlendioxid. Im Juni und Juli bietet Manuel Haus allen Interessierten Kurse zum korrekten Umgang mit der Sense in der Umgebung von Tübingen.



Freies Radio Wüste Welle, Hechinger Str. 203, 72072 Tübingen :: +49 7071 760 337 :: buero@wueste-welle.de