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Beiträge & Artikel

Nachrichten vom Montag 21.02.11

Für die nächste Generation?

Der Sozialausschuss der Stadt Tübingen hat sich einstimmig für ein Jugendcafé am Europaplatz ausgesprochen. Seit Jahren fordert der Jugendgemeinderat einen Jugendtreff in zentraler Lage. Bisher gab es weder ein Konzept noch einen Standort dafür. Im Gespräch war das Gebäude eines Mode-Discounters neben dem Hauptbahnhof. Doch der Stadtverwaltung sind hier die Investitionskosten für ein Jugendcafé zu hoch. Außerdem solle dort irgendwann einmal die Regionalstadtbahn einfahren. Statt einer Zwischenlösung plädiert die Stadtverwaltung für einen Neubau am Europaplatz. Alle Fraktionen betonen die Notwendigkeit eines nicht-kommerziellen Jugendtreffs in der Innenstadt. Dennoch scheint eine baldige Umsetzung nicht in Sicht.

Medienpädagogik

In Engstingen an der Freibühlschule fand im Rahmen des "Safer Internet Day 2011" eine Info- Veranstaltung für Eltern statt. Cord Dette, Schulsozialarbeiter, appelierte in seinem Vortrag "Sicherheit im Internet" an die versammelten Eltern. Es sei von enormer Wichtigkeit den Kindern von Anfang an Medienkompetenz beizubringen. Das Internet könne Segen und Fluch zugleich sein, so Dette. Um den Erwachsenen einen Einblick in die Welt der online- games zu verschaffen, waren zwei junge Erwachsene Experten geladen. Medienkompetenz könne nur durch die erfolgreiche Kooperation von Schule und Elternhaus vermittelt werden, so Jugendbeauftragte Manuele Ludwig.


Empfindliche Anwohner

Kinderlärm gilt nicht mehr als schädliche Umwelteinwirkung. Diese Änderung des Bundesimmissionsschutzgesetzes könnte auch Auswirkungen auf die Region haben. Immer wieder gab es in Reutlingen Beschwerden empfindlicher Anwohner gegen die Geräuschkulisse von Spiel- und Bewegungsplätzen. Diese konnten meist mit punktuellen Verbesserungen ohne großen Aufwand ausgeräumt werden. In Waldorfhäslach dagegen hatte eine Klage gegen einen Bolzplatz Erfolg. Der muss jetzt Sonntags geschlossen bleiben.

Unterstützung für Flüchtlinge

Die zwei Fertighaus-Unterkünfte, in der Nähe des Mössinger Bahnhofs werden wieder bewohnt. Bis zu siebzig Asylsuchende waren dort einmal untergebracht. Der Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland wächst seit dem Spätherbst 2010 wieder an. Derzeit leben in der Gemeinschaftsunterkunft Rund 40 Menschen aus Afghanistan, Sri Lanka, Syrien, Serbien und Mazedonien auf engstem Raum miteinander. Es sind Flüchtlinge in einem Asylverfahren, die Monate hier leben, als auch Menschen mit einem Duldungsstatus.  Sie könnten innerhalb weniger  Tage wieder zurückgeschickt werden. Darüber entscheidet das Bundesamt für Migration und Flucht. In Mössingen gründete sich der Freundeskreis Asyl. Mit dreißig Helfern kümmern sie sich um die Menschen in den Unterkünften. Die Ein- und Zweitklässler des Firstwald-Gymnasiums haben Spielsachen und Stofftiere gesammelt und sie den Flüchtlingskindern geschenkt. Doch laut der Unterstützungsgruppe besteht noch viel Bedarf an helfenden Händen.

Azubi-Casting

Acht Friseur Salons taten sich zusammen und luden den Star Friseur Udo Walz ins Top Ten nach Tübingen ein. Ziel der Veranstaltung sei es laut der einzelnen Veranstalter gewesen, Jugendliche neugierig auf den Friseurberuf zu machen und somit die Auswahl an guten Nachwuchs Friseurinnen und Friseuren zu verbessern. An denen scheint es nämlich laut den Salon Inhaberinnen zu mangeln. Schuld sei die Null Bock Mentalität der Jugendlichen. Gecastet wurde dann am Ende aber niemand. Vielmehr war das Ganze eine Präsentation mit Disco Ambiente, vielen Besuchern und noch mehr Medien rummel, in dem die Salons sich und ihren Beruf präsentieren durften.

Kilchberg und Kairo

Dr. Hamed Schabana hat nicht nur eine Praxis in Kilchberg – er leitet auch eine Klinik und ein Ausbildungszentrum in Kairo. Ohne Geld und ohne Sprachkenntnisse kam er 1960 nach Tübingen, er arbeitete auf dem Bau und als Pfleger und studierte schließlich Medizin. Seit 1980 hat er seine Praxis in Kilchberg. 2001 richtete er in einem Bürogebäude in Kairo eine Klinik ein und dazu in der Nähe ein Trainingszentrum für Ärzte und Pflegekräfte. Die medizinische Versorgung in Kairo sei schlecht, die Techniken veraltet und für die einfachen Bürger zu teuer, sagt er. Zusammen mit dem Katastrophenmediziner Prof. Dr. Bernd Domres betreut er die Klinik und organisiert Kongresse. Bis zu 2000 Patienten behandeln sie pro Jahr. Auf sich gestellt, mangele es dem Personal allerdings an Eigeninitiative, die ägyptische Erziehung stehe dem im Wege. Während der Unruhen wurden die Räume verwüstet, aber nicht geplündert. Im März werden die beiden Mediziner wieder nach Kairo reisen. Bei der KSK Tübingen gibt es ein Spendenkonto, mehr über die Klinik erfährt man unter www.eg-clinic.de .

Kultur vom Rande

Vom 14. bis 21. Mai findet in Reutlingen zum fünften Male das "Kultur vom Rande"-Festival statt. Das integrative und internationale Kulturfestival mit Künstlern mit und ohne Behinderungen musste in diesem Jahr wegen der Stadthallenbaustelle von seinem angestammten Platz weichen. Die Veranstalter entschieden, aus der Not eine Tugend zu machen und haben die Veranstaltungsorte über die ganze Stadt verteilt, um das Festival "in die Mitte Reutlingens" zu bringen. Ein Novum in diesem Jahr ist die "Baustelle Kunst": Vom 17. bis zum 20. Mai können Besucher zwischen altem und neuem Rathaus Künstlern live bei der Arbeit zuschauen. Mehr über das Festival gibt es unter www.kultur-vom-rande.de

Rathaus-Fabrik

Für die Nutzung des Gebäudes der Kindlerschen Fabrik in Gomaringen gibt es jetzt 2 Entwürfe. Im Januar wurde beschlossen das bereits veräußerte Gebäude zurückzukaufen. Der erste Plan sieht vor Hauptamt und Bürgerbüro in Erdgeschoss zu verlegen und die Finanzverwaltung im Obergeschoss unterzubringen. Bei der zweiten etwas aufwendigeren Variante hätten in dem Gebäude zusätzlich noch die Sophienpflege und das Jugendbüro platz. Auch der Rathausplatz könnte in dieser Variante begrünt werden und müsste nich für Stellplätze genutzt werden. In beiden Fällen soll das Polizeirevier im Untergeschoss Platz finden.

Museumspläne

Ein halbes Dutzend Projekte peilt das Tübinger Stadtmuseum trotz aller Personalnöte in diesem Jahr an. Im Mittelpunkt steht der 150. Geburtstag des Hauptbahnhofs. Im Moment halten die wissenschaftliche Mitarbeiterin Evamarie Blattner und Volontärin Sarah Wallner die Stellung, nachdem der bisherige Leiter des Stadtmuseum gegangen ist und seine Stelle noch nicht wieder ausgeschrieben geschweige denn besetzt wurde. Das sei "auf Dauer nicht machbar. Wir sind am Limit", räumt Blattner ein. Immerhin, für das Bahnhofsprojekt wurde der Tübinger Kulturwissenschaftler Ulrich Hägele hinzu engagiert.

Sondernutzungsgebühr

1996 wurde in Rottenburg die Sondernutzungsgebühr für Geschäftsleute in der Innenstadt ausgesetzt.Sondernutzungsgebühren fallen an, wenn öffentlicher Raum gewerblich oder für private Zwecke genutzt wird. Inzwischen- ohne Sondernutzungsgebühr- ist der Gang durch die Stadt zu einem Hindernislauf geworden. Überall stehen klappbare Doppelplakate- sogenannte Werbeaufsteller. In der Zwischenzeit bildete die Initiative "Kaufhaus Innenstadt", kurz KiR, eine Arbeitsgruppe.Die AG "Gestaltung und Atmosphäre" entwickelte einen Gestaltungsleitfaden für die Stadt. Unlängst wurde die Sondernutzungsgebühr von Stadtverwaltung und Gemeinderat jedoch wieder eingeführt. Die "KiR" und die Arbeitsgruppe wurden an der Ausarbeitung der neuen Satzung nicht beteiligt. Vorerst wurde die Umsetzung der neuen Satzung, nach einem Brief an Rottenburgs Oberbürgermeister, gestoppt. Gemeinsam müssen "KiR" und der Gemeinderat nun zu einer Einigung kommen.

Sucht im Alter

Letzten Montag stellte die Suchtbeauftragte des Kreissozialamtes dem Seniorenforum in Rottenburg die Ergebnisse einer lokalen Untersuchung zu „Sucht im Alter“ vor. Im Gegensatz zum Alkoholkonsum junger Menschen ist dies noch eher ein Tabu-Thema. Dabei spielt neben Nikotin auch Alkohol für die Älteren eine fatale Rolle. Zu denen, die schon in jüngeren Jahren süchtig wurden, kommen die, die mit dem Wechsel vom Beruf in den Ruhestand nicht zurechtkommen oder deren Partner gestorben ist. Dabei kommt Alkoholismus noch immer mehr bei Männern vor, während die Frauen eher zu Tabletten greifen. Die Suchtbeauftragte sprach hier von einer „verordneten Sucht“. Wenn der Arzt nicht bereit sei, das gewünschte Mittel weiter zu verschreiben, wird häufig der Arzt gewechselt, was zu einem regelrechten „Ärzte-Hopping“ führen kann. Die Frage nach der Finanzierung eines Drogenentzuges für Hochbetagte durch die Krankenkassen konnte allerdings auch die Suchtbeauftragte nicht beantworten. Der berichtende Journalist des Tagblattes erhielt von der AOK Tübingen die Auskunft, für die Bewilligung eines Antrages sei die Motivation wichtig, nicht das Alter. Allerdings konnte man dort bestätigen, daß Ältere tatsächlich sehr selten einen Entzug wagen.



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