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Nachrichten vom Montag 31.1.11

Gartenstraße

In Tübingen hat sich jetzt eine „Initiative Gartenstraße“ gegründet. Ziel sei es, weitere, der von vielen Gartenstraßenbewohnern als Bausünden verschrieenen Neuebauten zu verhindern. Zu den ungeliebten Gebäuden zählen unter anderem, die Neckarmüllerei . Auch der beschlossene Neubau des CVJM Heims ist dem neuen Bündnis ein Dorn im Auge. Ebenfalls stelle der zunehmende Verkehr in der Gartenstraße ein weiteres Problem dar. Vorschläge der Initative sind den Fahrradparkplatz am Neckarmüller Eck zu begrünen, eine Fuß und Radweglösung vom Hölderliturm direkt in die Gartenstraße und Schutz zum Erhalt der Jugendstielvillen.

Bildungs-Podium

Am vergangenen Dienstag fand im Uhland-Gymnasium eine Podiumsdiskussion zum Thema Bildung statt. Organisiert worden war sie von Schülern. Die Landesregierung, genauer das Kultusministerium hatte in letzter Minute versucht, den Kandidaten der Linken und der Piraten die Teilnahme zu verwehren. Dem trat die Stadtverwaltung entgegen, indem sie die Veranstalterrolle übernahm. So waren Kandidaten der CDU, SPD, FDP, Grünen, Linken und Piraten vertreten. Die Themen waren in erster Linie das dreigliedrige Schulsystem und Studiengebühren. Die CDU und FDP stellen sich gegen jede Änderung, die anderen Parteien wollen das System mehr oder weniger grundlegend und schnell umstellen und Studiengebühren sofort abschaffen. Für Zuschauer, die sich mit dem Thema Bildungspolitik schon beschäftigt haben, barg die Veranstaltung nicht viel Neues, die Kandidaten vertraten ihre bekannten Positionen. Im Publikum war allerdings eine große Anzahl Schüler, die nach der Veranstaltung sagten, jetzt mehr über die Positionen und die Problematiken zu wissen.

Gedenktag

In der Bundesrepublik waren am Donnerstag sämtliche Flaggen auf Halbmast gesetzt - so auch in Tübingen. Anlass war der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Seit 1998 veranstaltet die Geschwister-Scholl-Schule einen Gedenktag für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Das Gedenken wird immer von einem anderen Fachbereich gestaltet. "Es soll jedes Jahr etwas Neues stattfinden. Nicht nur die Fachbereiche Religion oder Politik sollen sich mit dem Thema auseinandersetzen", erklärt Schulleiterin Cornelia Theune. Dieses Jahr hat die Oberstufe des Fachbereichs Kunst unter Leitung von Lehrerin Antje Müller die Veranstaltung in der dritten und vierten Schulstunde bestritten. Die Klassen 11 bis 13 hatten jeweils zwei Projekte ausgearbeitet. Das gesamte Schulgelände wurde für das Kunstprojekt ausgenutzt. Vor dem Schulgebäude wurden die Schüler mit dem einschüchternden Methoden einer Diktatur konfrontiert: Vermummte Mitschüler dtanden in Reihen von etwa fünf Personen geordnet, breitbeinig und schwarz gekleidet auf dem Schulhof und musterten alle Personen, die das Gelände überquerten. Um in das Schulgelände hineinzugelangen, musste ein Checkpoint passiert werden, an dem Fingerabdrücke genommen wurden.

Bio-Technologie zum Anfassen

In einem Mobilen LKW-Labor konnten sich Schüler des Mössinger Quentstedt Gymnasiums letzte Woche praktisch mit dem Thema Biotechnologie auseinandersetzen. Anhand von einem Fallbeispiel aus der Kriminalistik, lernten die Schüler diese interdisziplinäre Wissenschaft und ihre Anwendungsmöglichkeiten kennen. Der Genetische Fingerabdruck spielte in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle und konnte von den Oberstufenschülern selbst untersucht werden.. Die Biotechnologie macht sich positive Eigenschaften von Enzymen, Zellen und Mikroorganismen zu Nutze und versucht daraus attraktive und manchmal auch nützliche Produkte zu kreieren. Die 4 Großen nach Farben aufgeteilten Bereiche der Biotechnologie sind: die Weiße Biotechnologie für die Industrie, die Rote für die Medizin, die Grüne für die Landwirschaft und die Graue für den Umweltschutz. Abgerundetet wurde das von der Baden-Württemberg-Stiftung finanzierte Projekt am Freitag noch mit einem Vortrag in der Aula des Quentstedt.

Lieber Carlos

Das Lindenhof-Theater hat einem alten Stück junges Leben eingehaucht. Letzte Woche war in Melchingen die Premiere einer gemeinsamen Produktion mit drei Schulen: dem Quenstedt Gymnasium in Mössingen, der Mathilde-Weber-Schule in Tübingen und der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule in Balingen. In allen drei Städten wird es weitere Aufführungen geben. Unter der Regie von Uwe Zellmer, Hans Schenk und Uta Pohl arbeiteten acht Schüler und Schülerinnen vor allem den Aspekt der Freundschaft in Schillers „Don Carlos“ heraus. Dazu gehörte als Einleitung die Inszenierung der Ballade „Die Bürgschaft“. Die Hauptrolle spielte Friedrich Ellsässer, der Sohn der Lindenhof-Mitbegründerin Dietlinde Ellsässer.

Die Urform des Schweizer Taschenmessers

Ein Picknickplatz führte zu neuen Erkenntnissen über die Menschheitsgeschichte. Der Archäologe Hans-Peter Uerpmann von der Tübinger Universität, der Geograph Prof. Adrian Parker von der Oxford Brookes Universität und der Physiker Dr. Simon Armitage von der Universität London erklärten vergangene Woche, daß der moderne Mensch bereits vor 125 000 Jahren Afrika verließ. Der Picknickplatz einer vergangenen Grabung in Sharjah, einem der Vereinigten Arabischen Emirate, erregte Uerpmanns Aufmerksamkeit. Die Funde einer neuen Grabung wurden von dem Physiker Simon Armitage mit einem neuen Verfahren datiert. Der Geograph Adrian Parker konnte zeigen, daß damals der Meeresspiegel des Roten Meers um 100 Meter tiefer lag, so daß an dieser Stelle eine fruchtbare Ebene Afrika und Arabien verband. Auf die Frage, wozu die gefundenen Faustkeile wohl dienten, antwortete Uerpmann: „Der Faustkeil ist das Schweizer Taschenmesser der Urzeit.“

Das andere Afghanistan

Ein Journalist und eine Politikerin aus Afghanistan waren letzten Mittwoch auf Einladung des Friedensplenums in Tübingen. Sie sprachen über das andere Afghanistan, aus der Sicht ziviler und demokratischer Initiativen. Malalai Joya sagte, Demokratie sei noch nie durch Besatzung erreicht worden. Die Situation der Frauen habe sich seit der NATO-Intervention vor neun Jahren eher verschlechtert. Das ganze Land leide unter Armut, Unrecht und Gewalt. Die deutsche Regierung täusche nicht nur die afghanische Bevölkerung, sondern auch ihre eigene. Der Journalist Sayed Ibrahimi berichtete, die von der Nato geförderten Medien verbreiteten nur, was die Mächtigen zulassen. Kriegsverbrecher und ehemalige Warlords würden staatliche Ämter einnehmen und die Medien kontrollieren. Es bestehen massive Einschränkungen beim Zugang zu Informationen.

Kaffefahrt

Vergangenen August berichtete Rainer Mang im Lokalmagazin von seinen Erlebnissen auf einer Kaffefahrt mit der Firma Kaiserplus Reisen. Die Firma hatte per Post über angeblich gewonnene 5.000,- Euro benachrichtigt. Bei der Kaffehfahrt war davon keine Rede mehr, stattdessen standen Magnetmatten für 1.000 Euro zum Verkauf. Rainer Mang klagte jetzt beim Tübinger Amtsgericht auf den fälligen Gewinn – und er bekam Recht. Das Geld bekommt er deshalb allerdings noch lange nicht. Die Firma Kaiserplus ist eine Mini-GmbH praktisch ohne Eigenkapital. Kommt jetzt der Gerichtsvollzieher mit der Geldforderung, meldet die Firma Insolvenz an. Rainer Mang will über eine so genannte Durchgriffshaftung an sein Geld kommen. Dabei würde man die Hintermänner der Scheinfirmen haftbar machen.



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