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Nachrichten vom Freitag 28.1.11

Protestkerzen

Am vergangenen Dienstag machte das baden-württembergische Protestfeuer in Tübingen halt. Entfacht worden war es Montag vor einer Woche in Freiburg. Auf dem Holzmarkt wurde es empfangen und es wurden Kurzfilme von Bildungsstreik-Aktionen und Demonstrationen gezeigt. Die zentrale Forderung des Bildungsstreik ist gleich geblieben: Sie wollen freie Bildung im gesamten Bildungssystem und die Abschaffung sämtlicher Zulassungsbeschränkungen. Darüber hinaus fordern sie echte Gremien für Studierenden an den Hochschulen Baden-Württemberg. Diese waren in den siebziger Jahren abgeschafft worden. Nur wenige junge Leute kamen allerdings zu der Aktion, es war von Zahlen zwischen 50 und 200 Menschen die Rede, die Mengen vom Herbst 2009, wo bundesweit mehrere Hundertausend Menschen für freie Bildung auf die Straße gingen, wurden auch bei dieser Aktion wieder nicht erreicht. Davon wollen sich aber die Aktivisten nicht ins Bockshorn jagen lassen. "Eine Idee wird erst dann zur realen Macht, wenn sie die Massen erfasst", so Lukas Hezel vom Bildungsstreik. Das Protestfeuer zog dann über Karlsruhe, Ludwigsburg und Pforzheim nach Stuttgart weiter, wo für den morgigen Samstag, den 29. Januar, ab 16 Uhr eine Großdemo angemeldet ist.

Segen oder Fluch

Seit September besuchen G8- und G9-Schüler gemeinsam die so genannte Kursstufe 1. Ein erstes Zwischenfazit fällt bei Schülern, Lehrern und Eltern sehr unterschiedlich aus. Aussagefähige Zahlen liegen allerdings nicht vor. Der Landeselternbeirat hatte beklagt, dass die Schüler des achtjährigen Gymnasiums benachteiligt seien. Ein Rottenburger Elternvertreter spricht von Versäumnissen bei einem lebenden Großversuch. Die Direktorin des Uhland-Gymnasiums stellt fest, dass G8-Schüler mehr Stress hätten. Das Regierungspräsidium meint lapidar, man könne keinen Trend ableiten. Die Vorsitzende des Tübinger Elternbeirats bezeichnet das neue Lernverhalten als Bulimie-Lernen. Erst den Stoff verschlingen und dann in der Klausur auskotzen. Ein Faktor sei auch das Alter. G8-Schüler seien jünger und hätten weniger Lebenserfahrung. Insgesamt herrscht noch ein sehr diffuses Bild vom G8 und es braucht Untersuchungen einer unabhängigen Institution.

Uni-Klinikum in Protesthaltung

In der Auseinandersetzung um das geplante Hochschulmedizingesetz schlagen die Wogen zur Zeit hoch. Die Landesrektorenkonferenz begrüßt das Gesetz, da es "die Uni-Kliniken wieder näher an die medizinischen Fakultäten heranrücke". Kritiker, besonders Hochschulmediziner befürchten genau das: Sie befürchten einen starken Autonomieverlust der Kliniken und einen Anstieg der Bürokratisierung, wenn ihre Forschung dem Rektorat unterstellt werde. Die Mediziner finden es "unverständlich, warum die Landesregierung gegen die Expertenmeinung an inrem Konzept" festhalte. Der Tübinger OB stellte sich an die Seite der Hochschulmediziner, da er die Abwanderung von Expertise aus dem Tübinger Kliniken befürchtet, solle das Gesetz in seiner jetzigen Form verabschiedet werden.

Sozialstation umgezogen

Letzte Woche ist die Diakonie-Sozialstation Mössingen umgezogen. Die neuen Räume sind jetzt in der Pausa und bieten doppelt so viel Platz wie vorher. Beim Umzug hat eine Schülerfirma geholfen. Sie verteilten die Kisten auf die Büros der Pflegedienste, Nachbarschaftshilfe, Familienpflege, Essen auf Rädern und der Verwaltung. Die sozialen Dienste liefen während der Umzugswoche ohne Einschränkung weiter. 120 Mitarbeiter sind bei der Sozialstation Mössingen beschäftigt.

Wexelwirken

Am Samstag lud die junge Co-Working-Gemeinschaft bestehend aus Christopher Schmidhofer und Dagmar Engels zum Tag der offenen Tür ein um sich als neue Mieter im Herzen von Wankheim mit ihrem neuem Konzept des Zusammenarbeites vorzustellen. Bei dem Konzept wexelwirken handelt es sich um ein Büro, dass im Co-Working-Jargon auch Co-Working-Space genannt wird. Dort können sich kontaktfreudige Menschen einen Schreibtischplatz anmieten und durch Arbeitsteilung und gegenseitiges Hilfeleisten voneinander profitieren. Am Montag besuchten uns der Initiatior und auf Webdesign spezialisierte Christopher Schmidhofer und der Informatiker Branko Canak der dieses Konzept schon länger in Paderborn erfolgreich praktiziert im Lokalmagazin. Wer also auf den Härten ein Büroplatz mit angenehm menschlichen Klima sucht der sollte sich mal auf www.wexelwirken.net umsehen

Sieben Bewerbungen

Gestern wurde zum zehnten Mal der Lilli-Zapf-Jugendpreis in Tübingen verliehen, am nationalen und internationalen Gedenktag für die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung, dem 27. Januar. Der Preis wird Zivilcourage und soziales Engagement verliehen. Beworben haben sich insgesamt sieben Projekte aus dem gesamten Landkreis: Die ökumenische Spielstadt Rottenburg für Kinder mit und ohne Behinderung, organisiert vom Evangelischen Jugendwerk Tübingen, das Filmprojekt „Mobbing-was würdest du tun“ vom Jugendhaus Dußlingen, und das Spendenprojekt „Kinder helfen Kindern in Moldawien und Nepal von der Gomaringer Schloss-Schule. Die multikulturelle Hip-Hop-Tanzgruppe „Chanceable-Gs“ aus Gomaringen und das Jugendmediencafé des Tübinger Epplehauses teilen sich den dritten Platz mit jeweils 250 Euro. Der zweite Platz mit 400 Eurp ging an Aline Haag, Lea Beck-Knoll und Maria Proß-Brakhage. Die drei Mädels gestalteten den Aktionstag "Carlo gegen Rechts" des Carlo-SchmidGymnasiums. Den Lilli-aof-Preis für Zivilcourage mit 600 euro, bekam Jens Lorch, der während seines Freiwilligen Sozialen Jahres einen Jungen mit schwerstbehinderung betreute und sich besonders für ihn engagierte.

Mühlstraßengerangel

In dem Tübinger Gemeinderat gab es am Montagabend keine Mehrheit für die Sperrung der Mühlstraße. In der Sitzung wurde über die Verbesserung der Luftqualität in Tübingen verhandelt. Ulrich Latus trat dafür ein, die Sperrung nicht durchzuführen. Und auch OB Palmer hält andere Schritte für erfolgreicher. Wie zum Beispiel die Nachrüstung von alten Dieselfahrzeugen mit Filtern, insbesondere bei den RBS- Linienbussen. Die Stadtverwaltung hat auch gut zwanzig Punkte aufgelistet, die beim Gespräch mit dem Regierungspräsidium, über einen Luftreinhalteplan zur Sprache kamen. Darunter ein Tempo-Limit auf einigen Hauptverkehrsstraßen, sowie ein Fahrverbot für Autos mit roter und gelber Plakette in den belasteten Zonen. Die bisher diskutierten Vorschläge sollen nun öffentlich ausgelegt werden, zusammen mit einer Einspruchsfrist für weitere zwei Wochen. Danach soll die Stadt noch einmal Stellung beziehen, bevor der Luftreinhalteplan zum Gesetz wird.

Besuch aus Paraguay

Die Rottenburger Hochschule für Forstwirtschaft hatte hohen Besuch aus einem Land, das inzwischen zwei Drittel weniger Urwald hat als noch vor 50 Jahren. Aus Paraguay kamen der Vize-Agrarminister Armin Hamman, Carlstein Quiñones, der Vize-Präsidenten des Verbandes der Holzindustrie und des nationalen Forstwirtschaftsrates Paraguays und der Botschafter der Republik nach dem Agrarministergipfel in Berlin am letzten Samstag nach Rottenburg. In perfektem Deutsch berieten sie sich mit Bastian Kaiser, dem Rektor der Hochschule, über Möglichkeiten der Aufforstung. Die Besucher zeigten sich erstaunt, daß 30 Prozent der BRD von Forst bedeckt sind. Besonders der Vertreter der Forstwirtschaft interressierte sich für Monokulturen, vor allem für den in Paraguay schnell wachsenden Eukalyptus. Allerdings gab er zu, daß der Ansatz der naturnahen Forstwirtschaft ebenfalls zu beachten sei. Bastian Kaiser war bereits im Oktober zusammen mit Kollegen der Uni Hohenheim und der Fachhochschule in Nürtingen an der Universidad San Carlos in Paraguays Hauptstadt Asunción. Dort wollen die vier Universitäten gemeinsam eine forstwirtschaftlichen Fakultät gründen und für einen Studentenaustausch sorgen.

Kelten in Rommelsbach

Rommelsbach hat seinen Namen nicht von den Römern. Auch die archäologischen Funde im 19. Jhdt. gehen nicht auf die Römer zurück. Ein frühkeltischer Friedhof war es, den der Rommelsbacher Schultheiß und Geometer Johann Martin Schäfer in den1820er-Jahren aufgraben ließ. Einen goldenen Ohrring und ein Stück eines Rings aus Kupferdraht sowie Bronzeschmuck, Armreifen, Ringe und einen Prunkgürtel fand er in dem zweiten Hügel, den er aufgraben ließ. Drei weitere Hügel ergaben Bernsteinkugeln, Bronzehalsringe und acht aus Goldblech getriebene Besatzstücke einer Kopfhaube. Man glaubte an germanische Zeugnisse, wunderte sich aber über die Kunstfertigkeit der Funde. 11 Hügel von bis zu drei Metern Höhe sind dokumentiert. Experten vermuten heute, daß es mindestens 40 Grabhügel gewesen sein könnten. Jetzt weist eine Schautafel bei der Firma Romina in Rommelsbach auf den geschichtsträchtigen Ort hin. Die Grabhügel selbst sind inzwischen abgeflacht oder überbaut.

Sonnenbühl will Touris

Sonnenbühl auf der Schwäbischen Alb plant zum Biosphärengebiet zu werden und seinen Tourismus weiter auszubauen. Bisher hat der räumliche Anschluss zum Biosphärengebiet gefehlt. Bis der Beitritt wieder möglich ist, will der Ort ein nachhaltiges Konzept für den Tourismus entwickeln.

Skatepark zieht um

Der Skatepark unter der Fußgängerbrücke auf dem Bruderhausgelände in Reutlingen muss ab Oktober leider wegen Brückenbauarbeiten weichen, als Zwischenlösung ist der Platz vor dem Krankenhäusle vorgesehen. Wie lange die Rampen dort bleiben müssen ist allerdings fraglich, den die Neugestaltung des Bruderhausgeländes ist immernoch nicht fertig geplant. Alles hängt von einem Finanzschweren Hotel investor ab. Allerdings ist von einer 5000 € Spende, noch eine Erweiterung um ein neues (engl.)"Obstacle" geplant. So werden die Hindernisse in Skaterkreisen genannt weil es im Deutschen leider kein anständiges Wort dafür gibt.

Schulnoten

Das Rottenburger Paul-Klee Gymnasium wurde bewertet. Eine neue schulpolitische Maßnahme ist die Evaluation von Schulen. Dabei wird untersucht, wie effektiv der Unterricht ist, wie gut die Lehrer ihr Handwerk beherrschen und wie das soziale Klima an der Schule ist. Das Rottenburger Gymnasium hat dabei gut abgeschlossen. Die Schule hat für ihr Mentorenprogramm das Prädikat „ausgezeichnete Praxis“ erhalten.



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