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Nachrichten vom Montag 24.1.11

Noch ist er nicht unten

Das Reutlinger "Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21" lud vergangenen Dienstag ins Franz K. Bahnexperte Prof. Karl-Dieter Bodack referierte zu dem Thema „Endet Stuttgart 21 vor dem Flughafen?“ Es gebe kostengünstigere Alternativen zu Stuttgart 21, die bis 2020 realisiert werden könnten. Aus diesem Grund schlägt Bodack einen dritten Weg vor, der Vorschläge aus S 21 und K 21 beinhalten soll. Seine Hauptkritikpunkte an dem rießen Projekt sind die zu erwartende Bauzeit und laut Bodack sei die Fertigstellung 2020 völlig unrealistisch. Ein Grund seien die Flughafen-Bahnanlagen, die den Flughafen besser mit dem Hauptbahnhof und dem Fernverkehr verbinden sollen. Allerdings gibt es bisher nur eine Absage für das Projekt. Bis zur Baugenehmigung rechnet Bodack mit gut fünf Jahren. Sein alternativer Lösungsvorschlag: Durch kleinere Neubaustrecken zwischen Flughafen, Tübingen und Plochingen, könnte der Flughafen mit Express-S-Bahnen besser mit dem Fernverkehr vernetzt werden. Mit Halt am Flughafen, könnte so auch Reutlingen und Tübingen einen anschluss ans S-Bahn-Netz bekommen.

Neues Solarkraftwerk

Auf der Kreismülldeponie Hechingen wurde am Mittwoch ein Solarkraftwerk in Betrieb genommen, das fast zur Hälfte den Tübinger Stadtwerken gehört. Rund 480 000 Kilowattstunden erzeugen die Stadtwerke mit ihrem Anlagen-Teil, damit können 120 Vier-Personen-Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgt und außerdem jährlich 244 Tonnen CO2 eingespart werden.

Heizen mit Sonne

Solaranlagen nutzen eine Energiequelle, für die man keine Anbaufläche und keine Endlagerstätten benötigt. Das dachten sich wohl auch die 120 Besucher, die sich in Metzingen über die aktuellen Möglichkeiten der Ausrüstung des Eigenheims mit eigener Energiequelle informierten. Derzeit sei die Umrüstung so günstig wie noch nie, befanden die Veranstalter. In Kombination mit anderen Energiekonzepten ließe sich ein Haus vollkommen eigenständig mit Strom versorgen. Auch eine Heiztechnik, die 50 Prozent des Bedarfs aus der Sonne bezieht, sei möglich.

Wärmeüberschuss

Der Betrieb Holzwerke Zimmermann liegt im Schönbuch und verarbeitet regionales Holz. Doch der Brennstoff, mit dem das Heizkraftwerk befeuert wird, kommt zum Teil aus dem Elsass. Dies erfuhr der Gemeinderat Dettenhausen bei einer Besichtigung. Die Holzfirma erneuerte ihre alte Heizzentrale, deren Umweltauflagen zu hoch waren, mit Kraft-wärme-Kopplung. Die Anlage ist für 650 Kilowattstunden Strom ausgelegt, dazu könnte sie noch 3,5 Megawatt Wärme abgeben. Allerdings wird nicht die volle Strommenge erzeugt, da nicht genügend Wärmeabnahme vorhanden ist. Der Kessel könnte rund 250 Einfamilienhäuser mit 80 Grad heißem Wasser versorgen. Allerdings wird es wahrscheinlicher, das die umliegenden Betriebe mit der überschüssigen Wärme versorgt werden.

Strömung

Am Donnerstag besuchte eine Vierte Klasse aus Nehren im Rahmen des Projekts „Tagblatt an Schulen“ das Neckar Kraftwerk der Stadtwerke Tübingen dort konnten sie sich ein Bild machen von dem 1910 erbauten Energielieferant. 1995 wurde es zum „Technischen Denkmal“ ernannt. Mit einer Fallhöhe von 4,30 m kann es ein Leistung von 600 kW generieren und liefert ca. 3 Mio. kWh pro Jahr. Ein sparsamer 5 Personenhaushalt benötigt durschnittlich etwa 5000 kwh im Jahr. d.h. Das Kraftwerk kann 600 Haushalte komplett mit Strom versorgen. Das 1930 erbaute Wasserkraftwerk Rappenberghalde in Hirschau leistet übrigens mehr als das doppelte. Der Gesamte Strombedarf Tübingens betrug 2008 übrigens 396 Mio Kwh. Also liebe Schüler. Mit wieviel Neckarkraftwerken wär der Energiebedarf Tübingens gedeckt? Richtig mit 132 Stück. Sooo, und weil dann vom Neckar leider nicht mehr so viel übrig bliebe, müßt ihr jetzt euren Papas und Mammas sagen das sie ganz viele Solarzellen aufs Dach bauen sollen oder zu einem Öko-Strom-Anbieter wechseln sollen, damit wir endlich den Atomstrom loswerden, der unsere Erde leider sehr sehr krank macht. Im Rahmen des Tagblatt projekts „Tagblatt an Schulen“ recherchieren übrigens noch rund 40 weitere Klassen im Landkreis zu speziell ausgewählten Themen. Im Februar erscheint dann eine Beilage mit Ergebnissen.

Vollsperrung

Die Baustellenplanung für den Lustnauer Hochwasserschutz sieht eine halbjährige Vollsperrung der Landesstraße zwischen Bebenhausen und Lustnau vor. Während der Bauarbeiten soll ein dreieinhalb Meter hoher Erdwall um Lustnau gezogen werden. Die einzige Lücke im Lustnauer Erdwall soll die Straße nach Bebenhausen sein. Die könnte im Fall einer plötzlichen Sintflut durch ein Schiebetor abgedichtet werden. In Bebenhausen regt sich Widerstand gegen die Baumaßnahmen. Die Bewohner befürchten, dass sie von der Außenwelt abgeschnitten werden könnten. Autos und Busse müssten ein halbes Jahr lang in beiden Richtungen über Pfrondorf fahren. Der Bebenhäuser Ortsvorsteher kritisierte, dass keine Einwände gegen die kurzfristig anberaumte Sperrung möglich waren. Mitte April sollen die Bauarbeiten beginnen, die Straßensperrung soll von Mai bis September andauern.

Pflegewohnhaus eröffnet

Morgen wird das neue Pflegewohnheim fertig, das die Evangelische Heimstiftung auf dem Festplatz baute - plangerecht für 4,15 Millionen Euro. Sie hat das ehemalige Haus Waldblick übernommen, nachdem der private Träger Insolvenz angemeldet hatte. Schon heute werden die Bewohner des ehemaligen Haus Waldblick in ihr neues Domizil übersiedeln. In Zehner-Wohngemeinschaften mit Wohnzimmern in freundlichem Grün und vielen Bildern an den Wänden: Die Nehrener Künstlerin Christine Efferenn hat Aquarelle als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt, der Fotograf Roland Schneider hat ebenfalls einen Teil der Wand-Dekoration beigesteuert. Vor allem Bilder, die zu den WG-Namen passen: Unten leben die Senioren "Im Stiegel" und auf dem "Firstberg", oben im "Kirschenfeld" und in den "Dotterwiesen".

Ärger vorprogrammiert

Während am Tübinger Hauptbahnhof die Bahnsteige mit Aufzügen für Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwägen versehen werden, wird seit letzten Samstag auch das Reisezentrum kundenfreundlicher gestaltet. Ein Schalter soll künftig höhenverstellbar sein und über eine induktive Höranlage für Hörgerätträger verfügen. Im Boden sollen taktile Leitstreifen angebracht werden, an denen sich Menschen mit einer Sehbehinderung orientieren können. Der Umbau kostet 115 000 Euro. Das Reisezentrum bleibt noch bis Mittwoch, den 26. Januar geschlossen. Fahrkarten gibt es in dieser Zeit nur am Automaten.

Der falsche Inder

Auf seiner langen Flucht aus dem Irak war für Abbas Khider Deutschland nur „die große Fabrik“, die er im Zug durcheilen wollte, um Asyl in England oder Skandinavien zu suchen. Doch die Polizei holte ihn in dem Land, von dessen Sprache er nur die Worte „Hitler, Scheiße und Lufthansa“ kannte, aus dem Zug. Seit dem Jahr 2000 lebt er in Deutschland, zunächst in München, wo ihm die Ausländerbehörde jeden Monat einen Drohbrief schickte. Doch die Deutschen Flohmärkte retteten ihn: Dort war auch für ihn die deutsche Poesie erschwinglich. Und so kam er zu jenem Metier, mit dem er seine Erlebnisse verarbeiten und im Land der Dichter und Denker zu einem derer werden konnte, die nicht mehr abgeschoben, sondern herumgereicht und mit Preisen dekoriert werden. Abbas Khider hat Literatur und Philosophie in München und Potsdam studiert und ist ein deutschsprachiger Dichter geworden. Am Mittwochabend las er in der Neuen Aula in Tübingen aus seinem Roman „Der falsche Inder“, der 2008 in der Edition Nautilus erschienen ist. Sein zweiter Roman „Die Orangen des Präsidenten“ wird im März erscheinen.

Mütter auf der Schulbank

An der Uhlandschule in Wannweil gibt es einen Sprachkurs für Mütter mit Migrationshintergrund. Dort lernen sie nicht nur die deutsche Sprache, sondern werden auch mit dem deutschen Schulsystem vertraut gemacht. Das Projekt ist Teil des Wettbewerbs „Ideen Initiative Zukunft“.

Tübinger Erlebnis-Karte

Auf der Stuttgarter Urlaubsmesse CMT stellte die Tübinger Tourismus-Beauftragte Manueler Feiler die sogenannte „Tübinger Erlebnis-Karte“ vor. Auf der Karte ist ersichtlich, wo es im Landkreis Spielplätze, Feuerstellen, Burgen, Museen, Bäder, Flugplätze, Eisdielen und einiges andere, für Kinder gibt. Zusätzlich sind Kurzbeschreibungen der Attraktionen abgedruckt. Die „Kindererlebnis-Karte ist beim Landratsamt in den Mühlbachäckern und beim Verkehrsverein Tübingen an der Neckarbrücke erhältlich.



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