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Film geht weiter, auch, wenn ein Kino schließt

Im Lokalmagazin durften wir Kino- und Filmemacher Stefan Paul, den Gründer des Arsenalkinos Tübingen, begrüßen. Wir unterhielten uns mit ihm über seine Arbeit am und im Programmkino, die Persönlichkeiten, die er über die Jahre hinweg kennenlernen durfte, sowie über die Schließung des Tübinger Arsenalkinos 2024.

Stefan Paul, geboren in 1946 in Leipzig, wuchs in Stuttgart auf und studierte an der Tübinger Uni Germanistik und Amerikanistik. Nachdem er bereits zu Studienzeiten Filmabende organisierte, gründete er 1974 das Programmkino Arsenal in Tübingen. Jahrelang liefen dort anspruchsvolle und politische Filme, die auch gern anders als der Mainstream sein durften. Das Kino musste 2024 Corona-bedingt schließen. Stefan Paul erhielt für seine jahrelange Arbeit an Filmen und Kinos mehrere Preise.

Das Wichtige an Programmkino, so Stefan Paul, sei, dass es eben nicht Pop-Kultur und Mainstream-Filme betont, sondern auch Filme, die anecken dürfen. In Tübingen zum Beispiel trug das Kino zur linken politischen Szene bei und schuf eine Kinolandschaft, in welcher man sich ausdrücken durfte. Auch kleinere,  unabhängige Filme waren wichtig. Besonders solche aus den USA und Frankreich liefen für eine lange Zeit auf der Leinwand und begeisterten Generationen von Tübingern. 

Während seiner Arbeit lernte Stefan Paul viele sehr bekannte Persönlichkeiten kennen, über welche er dann auch Filme machte. Zum Beispiel arbeitete er mit Bob Marley und Jimi Hendrix. Diese Filme, aber auch sein erster Film über regionale, schwäbische Schäfer, seien ihm besonders wichtig.

Über die Schießung des Arsenakinos musste er erst einmal hinwegkommen. Verarbeitet wurde die Geschichte des Tübinger Kinos und weiteren Programmkinos in seinem neuen Film "Kinoleben" (Regisseur: Goggo Gensch), welcher noch bis Ende März auf der Filmschau Baden-Würtemberg gezeigt wird. 


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