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Der Fall Chávarry - furioser Jahresstart für Peru im Kampf gegen die Korruption

Das Jahr 2019 begann für Peru furios. Grund dafür war wieder einmal das Thema Korruption, das noch am Silvesterabend des vergangenen Jahres erneut aufkochte und zu Demonstrationen führte.

Die zuletzt positiven Tendenzen im Kampf gegen die Korruption in Peru, die auf einen guten Start ins Jahr 2019 hoffen ließen, wurden noch am Silvesterabend des vergangenen Jahres zunichte gemacht. Grund dafür war die Absetzung der Staatsanwälte Pérez und Vela durch den unter Korruptionsverdacht stehenden Generalstaatsanwalt Pedro Chávarry. Die beiden Staatsanwälte José Domingo Pérez und Rafael Vela genießen in der Bevölkerung Perus ein großes Ansehen, da sie sich erfolgreich gegen die Korruption einsetzen. 

Pedro Chávarry wurde im Juni 2018 in das Amt des obersten Staatsanwalts gewählt. Die Amtsübernahme war jedoch von Anfang an umstritten und nicht rechtmäßig. Während seiner Amtszeit wurde er stark kritisiert, da sich immer mehr Korruptionsvorwürfe gegen ihn anhäuften. Zuletzt stand der Einbruch seines Personals in das Büro einer Anti-Korruptionseinheit im Fokus der Öffentlichkeit. Als noch im letzten Jahr die Zugehörigkeit Chávarrys zur Hafenmafia ans Licht kam, nahm Staatsanwalt Pérez selbst die Untersuchungsermittlungen gegen Chávarry auf. 

Das war Chávarry wohl etwas zu viel Wirbel um seine Person, und so verkündete er am Silvesterabend des vergangenen Jahres die Absetzung der beiden Staatsanwälte Vela und Pérez. Als Reaktion darauf versammelten sich noch in der Neujahrsnacht auf dem Plaza San Martín in Lima tausende Korruptionsgegner und protestierten für die Absetzung Chávarrys. 

Chávarry reagierte und setzte die beiden Staatsanwälte wieder in ihr Amt ein, jedoch verstummten die Proteste nicht - "Fuera Chávarry", "Raus Chávarry", forderten die Demonstranten. Die Proteste zeigten ihre Wirkung: am Morgen des 8. Januars 2019 trat Chávarry von seinem Amt als Generalstaatsanwalt zurück. Die Ermittlungsverfahren gegen Chávarry wegen diverser Korruptionsfälle laufen. Außerdem rief Präsident Martín Vizcarra den Notstand für das Justizministerium aus, mit dem Ziel, es grundlegend zu erneuern.  


Audio

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Ch-varry.mp3





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