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Rommelsbach bleibt stabil! :: Gegendemo zu Wahlveranstaltung der AfD mit Björn Höcke
Ein wenig wundern muss man sich schon, weshalb Björn Höcke ausgerechnet nach Rommelsbach kam. Angesichts der anstehenden Landtagswahlen am 08. März 2026 ist es aber nicht verwunderlich, dass eine so prominente wie auch umstrittene Person einen öffentlichkeitswirksamen Auftritt wahrnimmt. Zwar ist Höcke eigentlich in Thüringen ansäßig, doch wahrscheinlich trotzdem bekannter als der baden-württembergische AfD-Kandidat Markus Frohnmaier. Letzterer sagte seinen Auftritt in Rommelsbach sogar noch zeitig ab. Es stellt seitens Frohnmaiers nämlich keinen unklugen Zug dar, sich nicht mit Höcke zu zeigen. Denn Höcke darf offiziell als Faschist bezeichnet werden, und wurde bereits mehrfach wegen der Nutzung von NS-Parolen gerichtlich verurteilt. So schickt die AfD eine ihrer populärsten Figuren vor, um einen vermeintlich starken Wahlkampf zu betreiben, aber verstrickt den eigentlichen Kandidaten der anstehenden Wahl nicht in Höckes Kontroversen.
Der Veranstaltungsbeginn war auf 19 Uhr gesetzt, wurde aber durch die Gegendemo, wie erhofft, etwas verzögert. Bereits um 16 Uhr kamen die Gegendemonstrant:innen in Rommelsbach Mitte und nach ein paar Verzögerungen durch verspätete Zuge und Busse setzte sich ein antifaschistischer Schwall in Bewegung, angeführt von einem Lautiwagen (kurz für Lautsprecherwagen: eine mobile Anlage mit hoher Wattzahl). Kurz nach Beginn des Demozuges gab es bereits die erste Unterbrechung, denn ein paar gewaltbereite Faschisten hatten sich unter die Demonstrant:innen gemischt und waren bereit einen größeren Konflikt loszutreten. Das konnte jedoch unterbunden werden, und sie wurden polizeilich von der Demo weg eskortiert. Der weitere Verlauf der Demo war bis zur Wittumhalle ungestört. Vor Ort angekommen wurden vereinzelt Teilnehmer:innen der Demo von der Polizei rausgezogen, zeitweise bauten sich die Einsatzkräfte auch demonstrativ vor Teilen der Versammlung auf, was prompt als Einschüchterungsversuch eingeordnet wurde. Eine weitere Eskalation hat seitens der Polizei sowie seitens der Demo-Teilnehmer:innen nicht stattgefunden und die Kundgebung an der Wittumhalle verlief somit weitesgehend störungsfrei. Es gab Redebeiträge u.a. von der SOKO Reutlingen, dem OTFR Tübingen und dem Bündnis Gemeinsam und Solidarisch Gegen Rechts - Reutlingen und Tübingen. Angemeldet waren etwa 1000 Leute; zum jetzigen Zeitpunkt sind noch keine offiziellen Zahlen verfügbar, jedoch ist davon auszugehen, dass es deutlich mehr als tausend Menschen waren. Aktuelle Schätzungen belaufen sich auf 2000-4000 Demonstrant:innen. Von diesen waren einige auch einer symbolischen Lichterkette beteiligt.
Auf einen Faschisten kommen also mindestens 2000 Antifaschisten. Gerade jetzt vor der Landtagswahl ist das eine hoffnungstreibende Aussicht, und so wie vor Ort Feuerwerk gezündet wurde, dürfen wir uns auch im Nachhinein über eine gelungene Gegendemo freuen und die Hoffnung hochhalten, dass der Kampf gegen den Faschismus noch nicht verloren ist.
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