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CineLatino 2018 :: Rezension "Júlia ist"

Der Spielfilm "Júlia ist" zeichnet das Portrait einer jungen Frau, die in Berlin den Traum vom Erasmus lebt. Raus aus dem Elternhaus in Barcelona und rein in das bunte Leben der Hauptstadt. Begegnungen, Erfahrungen und Nächte, die Julía mehr als nur prägen.

Júlia studiert in ihrer Heimatstadt Barcelona Architektur im Master und steht vor einem Auslandssemester (Erasmus), das sie in die Stadt an der Spree führt - nach Berlin. In Barcelona wohnt sie noch immer in ihrem Elternhaus, wo sie von ihrer Mutter klein gehalten und streng kontrolliert wird. Mit ihrem Freund Jordi kriselt es und so steigt Júlia mit gemischten Gefühlen in den Flieger.

In Berlin angekommen wird sie zunächst überwältigt von all den Eindrücken und der Lebensumstellung. Selbstständig wohnen, kochen und Miete zahlen - das alles kennt Júlia nicht. Sie bekommt die Kälte des deutschen Winters und die Kälte der Menschen zu spüren. Sprachbarrieren machen es ihr schwer Leute kennenzulernen und ein soziales Umfeld aufzubauen. Dazu kommt, dass sie mit ihren Mitbewohnerinnen nicht auf einer Wellenlänge ist. Ihre Mutter und ihr Freund machen ihr das Ankommen nicht gerade leichter, indem sie sie durch ständige Skype-Kontrollanrufe unter Druck setzen.

Jen, eine Spanierin, die ihre Oma ihr vermittelt hat, ist es schließlich, die Júlia hilft anzukommen. Zusammen gehen sie auf Partys, wodurch sie endlich Leute kennenlernt, die wie sie ticken. Schon bald gehört Júlia zu einer Clique aus feierlustigen Studenten, mit denen sie sich regelmäßig trifft, Architekturprojekte verwirklicht und die Nacht zum Tag macht. Julía erfährt, was es heißt in Berlin zu leben: offene Beziehungen, Flexibilität und das Gefühl der großen Freiheit. Sie distanziert sich von Routinen, dem Druck ihrer Mutter und der Beziehung mit ihrem Freund. Stattdessen lernt sie das Leben in Berlin in vollen Zügen zu genießen. Club Mate, Berliner Luft und Technopartys gehören da natürlich dazu.

"Júlia ist" zeichnet das Portrait einer jungen Frau, die ständig auf der Suche ist. Auf der Suche nach Antworten und auf der Suche nach sich selbst. Die Frage, wer Júlia ist, wird offen gelassen. Júlia ist schüchtern und selbstbewusst, naiv und reflektiert, enttäuscht und begeistert. Jedoch hat die Zeit des Erasmus ihr viele neue Facetten ihrer selbst gezeigt. Jeder Moment in der Großstadt hallt wie ein Echo in Júlia nach. Das bunte Berliner Leben hat auf sie abgefärbt und ihr ein neues Lebensgefühl gegeben.

Das Erasmus als Traum. Eine inspirierende Erfahrung, die mit der Rückkehr zur Normalität schnell verblasst. Die Ästhetik mit der die Regisseurin und Hauptdarstellerin Elena Martín "Júlia ist" auf die Leinwand bringt, wirkt jedoch alles andere als blass. Die gefühlsvollen Nahaufnahmen der Charaktere lassen den Zuschauer auf intime Weise an den Zweifeln, Glücksmomenten und persönlichen Entwicklungen teilhaben. Das verschleierte Grau Berlins stellt einen spannenden Kontrast zum bunten Lebensgefühl der Stadt dar.

Das Portait einer jungen Frau, in dem sich viele wiederfinden werden. Ästhetische Bilder, humorvolle Dialoge und ein Soundtrack im Puls der Stadt gibt es am Samstag, den 21. April um 20:30 Uhr im Rahmen des CineLatino im Kino Museum in Tübingen.


Audio

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JuliaistFinal.mp3



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